| 11. August 2004 12:34 | Abnormale Phänome im "Raum der Besonnenheit" Beim internationalen Parapsychologenkongress liefern sich Wissenschafter und Esoteriker einen Zweifrontenkampf | |||
| Wien - Wer mit purer Gedankenkraft Gegenstände bewegen kann,
mysteriöse Eingebungen hat oder einfach nur Geisterjäger ist, kann
bis bis zum 8. August im Alten Allgemeinen Krankenhauses (AAKH) seine
Fähigkeiten von seriösen Wissenschaftern unter die Lupe nehmen
lassen. Zum ersten Mal bietet Wien den zauberhaften Schauplatz für
den internationalen Parapsychologenkongress, der bereits zum 47. Mal
stattfindet. Abgrenzung Mit Esoterik hat die Parapsychologie allerdings nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Die Wissenschafter sind tunlichst um Seriosität bemüht und grenzen sich von Okkultisten, Magiern und anderen mehr oder weniger übersinnlich Begabten kategorisch ab. Mit einer Reihe von Veranstaltungen wollen sie dieses bei der dem Kongress auch der Öffentlichkeit näher bringen und Vorurteile gegenüber diesem Forschungsgebiet abbauen, erklärte am Mittwochabend Prof. Peter Mulacz, Vizepräsident der "Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie", die die Veranstaltung in Wien ausrichtet. Phänome im "Raum der Besonnenheit" Die Parapsychologen kämpfen aber nicht nur gegen Scharlatane, auch manche wissenschaftliche Kollegen belächeln das ganze Fachgebiet oft gerne und sprechen den Forschern von vorneweg jegliche Seriosität der Forscher. "Die Parapsychologie distanziert sich von 'Esoterik' genauso wie vom übertriebenen Skeptizismus gewisser Gegner", so die Veranstalter. Vielmehr gehe es darum, paranormale Phänomene in einen Raum der Besonnenheit zu stellen und so einen Beitrag zu deren Aufklärung zu bieten. Wie die Phänomene funktionieren "Die Parapsychologie hält es heute für erwiesen, dass es 'Außersinnliche Erfahrung' - also Erfahrungen oder Wahrnehmungen jenseits der bekannten Sinneskanäle - gibt, wobei die Telepathie (umgangssprachlich 'Gedankenübertragung') das bekannteste Phänomen darstellt", meinten die Organisatoren. Die Forschung konzentriere sich nicht mehr darauf, "etwas zum wiederholten Male nachzuweisen, was längst nachgewiesen ist, sondern vielmehr darauf, herauszufinden, wie diese Phänomene funktionieren". Fehlinterpretationen abbauen Nicht zuletzt wollen die Parapsychologen dazu beitragen, irrationale Ängste, magische Überhöhungen und andere Fehlinterpretation abzubauen. Es sei bedauerlich, dass in Österreich noch keine institutionalisierte Anlaufstelle existiert, die Personen, welche mit derartigen Phänomenen konfrontiert sind und Hilfe suchen, Orientierung und Rat geben könnte. Das Programm ist für einen wissenschaftlichen Kongress dennoch ziemlich ungewöhnlich. Die Themen mit denen sich die rund hundert Teilnehmer bis 8. August beschäftigen lauten etwa: "Existiert Psi und können wir es beweisen?", "Sonderbare Menschen, seltene Ereignisse" oder "Test der Gültigkeit der Tarotkarten". (APA) |