Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde der Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie!
Newsletter N° 51 – Wien, 17. 03. 2013
=========================
MANFRED KREMSER 1950 - 2013
=========================
Mit diesem Newsletter erfülle ich die traurige Pflicht, Sie von dem am 3. März 2013 erfolgten Ableben unseres Präsidenten, ao. Univ.-Prof. Dr. phil. Manfred KREMSER, in Kenntnis zu setzen.
Manfred KREMSER stand seit 1997 an der Spitze unserer Gesellschaft. Seit ca. vier Jahren war er schwer krank, nun hat er – nach einer Leidensgeschichte ohnegleichen – seine Erlösung gefunden. Während sein berufliches Umfeld, das Institut für Kultur- und Sozialanthropologie bzw. die Universität Wien, bereits früher über seinen Tod informiert worden war, habe ich bzw. hat unsere Gesellschaft erst heute abends davon erfahren.
Ich habe versucht, Manfred KREMSER als unseren Präsidenten, als Wissenschaftler, aber auch in seiner Persönlichkeit und, last not least, als jahrzehntelangen persönlichen Freund in einem Nachruf (mit Photo) zu würdigen, den ich auf unserer Internetpräsenz on-line gestellt habe.
Weiters weise ich auf den Nachruf des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie hin, der im Text identisch ist mit dem Nachruf auf dem Medienportal der Universität Wien, wobei auch auf seine Position als Präsident unserer Gesellschaft hingewiesen wird. Weiters finden sich auf der Instituts-Website auch Würdigungen und Reminiszenzen die zu lesen sehr berührend ist.
Obwohl aufgrund seines sich ständig verschlechternden physischen Befindens mit seinem Tod zu rechnen war, ist mir dennoch die heute erhaltene Nachricht sehr nahe gegangen. Sowohl unsere Gesellschaft wie ich als Freund werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Peter Mulacz
Hinweis:
Die feierliche Verabschiedung findet am 22. März 2013 von 13:00-15:00 h im Krematorium statt.
Feuerhalle Simmering, 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 337--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 850
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 102/2011.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 50 (ein kleines Jubiläum), Wien, 02. 03. 2013
=======
INHALT:
=======1. Vortragsprogramm Sommersemester
2. Wallace-Jahr
3. „Grenzgebiete“ beim Symposium im Stift Vorau
4. Personalia
5. Webinar NL-SPR (Ed MAY)
=========================================
1. VORTRAGSPROGRAMM SOMMERSEMESTER 2013
=========================================
Das Vortragsprogramm für das Sommersemester ist fixiert und wird – für die Bezieher unseres gedruckten Programms – gerade für den Versand vorbereitet, darüber hinaus ist es – wie immer – auf der Seite http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm on-line verfügbar. Auch auf unserer Facebook-Seite http://facebook.com/Parapsychologische.Gesellschaft findet sich der Hinweis, daß das neue Programm bereits abrufbar ist.
Ein für dieses Semester geplanter Vortrag von Rupert Sheldrake hat leider auf das Wintersemester verschoben werden müssen und wird – nach gegenwärtiger Planung – am Montag, 28. Oktober 2013 stattfinden. Jedoch steht uns in diesem Semester mit Stan Grof ein weiterer, international hervorragender Wissenschaftler als Referent zur Verfügung.
Wir haben uns bemüht, wieder ein thematisch breit gefächertes Programm zu erstellen.
Die Termine sind:18. 03. 2013
Alexander G. Keul
Der Kugelblitz
Ein interdisziplinärer Zankapfel
15. 04. 2013
Robert Pucher
Der Begriff der „Seele“ im wissenschaftlichen Diskurs und im modernen Weltbild
Ist die Funktion des Gehirns vollständig erklärbar?
06. 05. 2013
Stanislav Grof
Wenn Unglaubliches passiert …
Implikationen moderner Bewußtseinsforschung für die Parapsychologie
27. 05. 2013
Peter Mulacz
Mentale Eindrücke über Raum und Zeit hinweg
Drei herausragende Sensitive (Stefan Ossowiecki,
Mary C. Sinclair und Harold Sherman) im Vergleich
24. 06. 2013
Gerhard H. Eggetsberger
Gehirn und Geist
Höhere Gehirnentwicklung durch NeurostimulationWie immer ein paar Worte zu den einzelnen Vorträgen, jeweils ein Absatz:
Das Thema Kugelblitz gehört nicht zur Parapsychologie, sondern – dem „Untertitel“ unserer Gesellschaft entsprechend – zu den „Grenzgebieten der Wissenschaft“, herrscht doch große Uneinigkeit über die Natur dieser Erscheinung, deren Existenz sogar von manchen Vertretern des wissenschaftlichen „mainstream“ noch immer in Zweifel gezogen wird. Insofern geht es nicht nur um den Kugelblitz als solchen, sondern auch um die wissenschaftstheoretische Problematik der Auseinandersetzung mit erratisch auftretenden und schwer dokumentierbaren Fällen. Alexander Keul ist, wie Walter von Lucadou, sowohl Physiker wie Psychologe.
Der Begriff „Seele“ wird im wissenschaftlichen Diskurs nur selten gehört; man versucht – und das ist grundsätzlich ja auch wegen der Occam’schen Denkökonomie richtig –, alle Erscheinungen des geistigen Lebens auf gehirnphysiologischer Grundlage zu erklären. In Robert Puchers Referat wird nun aus informationstheoretischem und physikalischem Blickwinkel heraus überprüft, ob dieses reduktionistische Modell alle beobachteten Erscheinungen erklären kann oder ob man nicht doch, wie es Rudolf Tischner ausgedrückt hat, zwei grundlegende Weltbausteine annehmen muß, das Materielle und das Psychische.
Stan Grof ist ein Pionier der Bewußtseinsforschung, insbesondere der Erforschung außergewöhnlicher Bewußtseinszustände, seien diese durch Drogen induziert oder durch Methoden wie das von ihm entwickelte „holotrope Atmen“ (vgl. den Vortrag von H.-P. Weidinger im April 2009) oder auch spontan in bestimmten Situationen auftretend (z.B. im Kontext von Todesnäheerfahrungen); er ist auch einer der Mitbegründer der „Transpersonalen Psychologie“. Die außergewöhnlichen bzw. paranormalen Phänomene, welche in solchen Bewußtseinszuständen erlebt werden – Erinnerung an „frühere Leben“, außerkörperliche Erfahrung, Kommunikation mit einem „Jenseits“, bemerkenswerte Synchronizitäten – legen die Notwendigkeit einer Revision unserer üblichen Begriffe von Bewußtsein und menschlicher Psyche, darüber hinaus des Begriffs der Realität nahe. Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt. Stan Grof im Web: <http://de.wikipedia.org/wiki/Stanislav_Grof> und <http://stanislavgrof.com/>.
Der Grazer Parapsychologe Daniel Walter hat 1930 die Methode der „Vergleichenden Parapsychologie“ inauguriert. Ich werde drei klassische Fälle von Telepathie und Hellsehen miteinander vergleichen und versuchen, das Gemeinsame wie auch das Unterschiedliche herauszuarbeiten. Die Interpretation des paranormal Erfaßten und die individualgeschichtliche Prägung, welche diese Interpretation maßgeblich beeinflußt, sind ebenso Themen wie die Selbstbekundung des Erlebens dieser Sensitiven (Introspektion). Nicht zuletzt werden diese Vorgänge jenen Erfahrungen gegenüber gestellt, aus denen das Remote Viewing Protocol hervorgegangen ist.
Gerhard Eggetsberger kommt von der Biokybernetik und Biofeedbackforschung her. In seinem privaten Forschungsinstitut hat er Meßgeräte und -methoden entwickelt, die eine Objektivierung von Vorgängen im Nervensystem erlauben (worüber er vor vielen Jahren bereits bei uns referiert hat). Sein zweites „Standbein“ sind wiederum die veränderten Bewußtseinszustände, konkret die Hypnose. Insofern versucht er sozusagen einen doppelgleisigen Zugang zum psychophysischen Problem. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren bestimmte Trainingsmethoden entwickelt, um eine neuronale Aktivierung zu erzielen. Auf seiner Internetpräsenz <http://eggetsberger.net/> gibt es nicht nur weiterführende Information, sondern auch reiches Material – mehrere Bücher – zum Download.
==============
2. WALLACE-Jahr
==============
Alfred Russel Wallace (1823–1913) war ein Evolutionsbiologe, der – zeitgleich mit Darwin, doch klarer und umfassender als dieser – die Mechanismen der Evolution von Organismen erkannt hat, allerdings aufgrund vor allem sozialer Gegebenheiten niemals aus dem Schatten Darwins heraustreten hat können. Sein Tod jährt sich heuer zum hundertsten Mal: aus diesem Anlaß ist, analog dem „Darwin-Jahr“ 2009, vom „Arbeitskreis Evolutionsbiologie“ für heuer das „Wallace-Jahr“ ausgerufen worden.
Die Relevanz von Wallace für die Parapsychologie liegt daran, daß er sich seit Mitte der 1860er-Jahre intensiv mit dem Spiritismus (bzw. „Spiritualismus“) beschäftigt hat und bis zum Ende seines Lebens ein prominenter Verfechter dieser Weltanschauung geblieben ist. Wenn sich auch die Parapsychologie vom Spiritismus emanzipiert hat und mit der Majorität ihrer Vertreter sich auch von einer spiritistischen Interpretation einschlägiger Phänomene distanziert, so war doch das Auftreten des modernen Spiritismus ab 1848 eine der historischen Wurzeln der Parapsychologie, die aus der (nota bene) kritischen Auseinandersetzung mit dem Spiritismus und verwandten Richtung erwachsen ist.
Zahlreiche Seiten im Web setzen sich mit A. R. Wallace auseinander; die Hinweise auf seinen spiritistischen Glauben wie auch auf seine politische Einstellung (Sozialismus) sind je nach Autor recht unterschiedlich eingefärbt. Einige Beispiele, mehrheitlich in Englisch:
<http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Russel_Wallace>
<http://evolutionsbiologen.de/>
<http://wallace-online.org/>
<http://hpd.de/node/14999>
<http://people.wku.edu/charles.smith/index1.htm>
<http://bbc.co.uk/news/science-environment-19744135>
Kapitel über „Belief and Spiritualism“.
==========================
3. SYMPOSIUM IM STIFT VORAU
==========================
Die Symposien mit dem Reihentitel „Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen“, die im Rahmen unserer Partnerorganisation „Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie“ im Augustiner-Chorherrnstift Vorau abgehalten werden, sind bereits zu einer Tradition geworden, schließlich findet diese Veranstaltung bereits zum dritten Mal statt. (Über das Symposium 2011 ist im Verlag ERASMUSWien ein kleiner Sammelband erschienen, über das Symposium 2012 befindet sich ein solcher in Vorbereitung.)
Ebenfalls Tradition ist, daß jeweils auch ein Thema aus den „Grenzgebieten“ auf dem Programm steht, und zwar in kritischer Beleuchtung. War es 2011 eine Darstellung des Denkrahmens der sogenannten „Esoterik“ – im Gegensatz zur wissenschaftskonformen Methodik der Parapsychologie – und 2012 das Thema „Stigmatisation“ – nicht aus religiöser bzw. theologischer, sondern aus wissenschaftlicher Sicht –, so wird es heuer um „Feuerlaufen“ gehen, wo ebenfalls sehr viele Fehlkonzeptionen und irreale Überhöhungen anzutreffen sind, die es auszuräumen gilt, im Sinne einer „positiven Kritik des Aberglaubens“ (Hans Bender).
Das Programm des Symposiums ist abrufbar; dort kann auch ein PDF zum Ausdruck heruntergeladen werden.
==================================
4. PERSONALIA – Ingo SWANN (1933–2013)
==================================
Die erste Todesnachricht dieses Jahres betrifft Ingo D. Swann (geb. 14. September 1933), der am 31. Jänner in NYC verstorben ist. Von Beruf Kunstmaler, war Swann als Sensitiver maßgeblich an der Entwicklung des „Remote Viewing“ beteiligt, genauer gesagt, des „Protokolls“ dessen, was später als „Coordinate Remote Viewing“ (CRF) bezeichnet worden ist. Die daran beteiligten Wissenschaftler waren vor allem Russell Targ und Hal Puthoff. Swann war auch der wohl wichtigste Sensitive des Projekts „StarGate“. (Vgl. auch meinen mit weiterführenden Links versehenen szt. Vortrag „Die verlorene Unschuld der Parapsychologie“ über die US-amerikanische militärische Auftragsforschung.)
Durch Selbstbeobachtung (Introspektion) hat Swann eine Reihe von Faktoren, die einen Remote Viewer in die Irre führen können, erkannt, wobei er das wiederentdeckt hat, was René Warcollier bereits Jahrzehnte zuvor festgestellt hatte. Das soll Swanns Verdienste nicht schmälern, ist doch eine unabhängige Bestätigung eines Sachverhalts immer willkommen, um eine breitere empirische Basis zu erzielen. Aufgrund der Parallelität der Resultate von Warcollier und Swann hat Russell Targ gemeinsam mit Swann auch eine Neuauflage von Warcolliers ursprünglich 1938 publiziertem (englischen) Buch „Experimental Telepathy“ herausgegeben („Mind to Mind [Classics in Consciousness Series Books]“).
Auch Swann selbst hat einiges publiziert; von seinen Büchern – zwei davon liegen auch in deutscher Übersetzung vor – abgesehen, findet sich viel relevantes Material auf seiner Website.
Allerdings dürfen die Resultate des RV nicht unkritisch überschätzt werden!
Eine gute Zusammenstellung bietet die englischsprachige Wikipedia: <http.//en.wikipedia.org/wiki/Ingo_Swann>.
Ingo Swann war ein exzessiver Zigarettenraucher. Ich habe in meinem Leben drei Personen kennengelernt, die auch während der Mahlzeiten rauchen, wobei sie das Messer und die Zigarette in derselben Hand halten und jeweils zwischen den Bissen einen Zug nehmen – Ingo Swann war einer von diesen dreien. Ich erwähne dieses biographische Detail nicht wegen der Skurrilität dieses Verhaltens, sondern im Kontext des Fragenkomplexes „Drogen/Genußgifte vs. ‚Außergewöhnliche Erfahrungen’“ (sei es, daß diese Substanzen fördernd, sei es, daß sie dämpfend wirken).
====================
5. WEBINAR mit Ed MAY
====================
Thematisch schließt das neue Webinar – das zweite, das die niederländische SPR vermittelt, und wieder in englischer Sprache – an das oben über Ingo Swann Ausgeführte an, wird es doch von Ed May gehalten, der ein früherer Direktor des Projekts „StarGate“ ist.
Thema: „Whatever happened to StarGate? Military and intelligence use of anomalous cognition.“
Termin: 16. März, 19:00 h, die Anmeldung hat bereits begonnen.
Alle Informationen auf <http://dutchspr.org/spr/webinar_may>.
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 850
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 102/2011.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 49 – Wien, 23. 12. 2012
=======
INHALT:
=======1. Rückblick – und Ausblick auf 2013
2. Literaturhinweis
3. Personalia
4. "Auszeichnung" für Prof. Harald Walach
5. "Phone Calls from the Dead"
6. Saisonales
========================
1. RÜCKBLICK und AUSBLICK
========================
Der Weltuntergang – besser gesagt, der Medien-Hype rund um den angeblichen Weltuntergang – liegt hinter uns (das Thema war auch Gegenstand eines Vortrags in unserer Gesellschaft im vergangenen Sommersemester sowie einer kurzen TV-Präsenz im Rahmen einer Diskussion auf Puls 4) und wir können uns "beruhigt" dem Kommenden zuwenden, zuvor aber ein kurzer Rückblick:
1.1 Rückblick
Unsere Gesellschaft wurde bekanntlich im Dezember 1927 gegründet; demnach feiert sie heuer ihr 85-jähriges Bestandsjubiläum. Das habe ich zum Anlaß genommen, vor dem letzten Vortrag am 3. Dezember 2012 der beiden Gründerpersönlichkeiten, Gräfin Wassilko und Prof. Thirring, kurz zu gedenken und die wichtigsten Stationen in fünf Minuten Revue passieren zu lassen, nämlich:• 2. Dezember 1927 Gründung (im Café Kollonaden an der Ringstraße)
• nach NS-Zeit und Krieg 1946 wiederbegründet
• seit damals Mitglied im "Notring" (heute VWGÖ)
• 1965 Sitz an der damaligen Technischen Hochschule, heutigen
Technischen Universität
• 1971 Umbenennung in "Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie"
• 1997 Zusatz "… und Grenzbereiche der Wissenschaften"
• 2000 Sitz an der Universität Wien (Institut für Kultur- und
Sozialanthropologie)
• 2004 Gastgeber der 47th Convention of the Parapsychological Association
(in den österreichischen Medien als "Weltkongreß für Parapsychologie"
bezeichnet)
1.2 Ausblick auf 2013
1.2.1 prominente Referenten in Wien
Zwei bekannte Persönlichkeiten mit Relevanz für unseren Themenbereich werden in der ersten Hälfte des kommenden Jahres in Wien vortragen, und zwar Stan Grof und (gemäß gegenwärtiger Planung) Rupert Sheldrake.
1.2.1.1 Stanislav GROF
Grof ist einer der Väter der transpersonalen Psychologie und der Methode des "holotropen Atmens", durch welche veränderte Bewußtseinszustände induziert werden kann; daß veränderte Bewußtseinszustände ein Thema für die Parapsychologie ist, braucht hier nicht weiter ausgeführt zu werden. Freilich liegt der Schwerpunkt eher auf Psychotherapie. Grof kommt zum Symposium des ÖATP (siehe Pkt. 1.2.2.4) nach Wien; die Veranstaltung mit ihm am So., 3. Mai vormittags kann auch als Tageskarte (ohne Besuch des gesamten Symposiums) gebucht werden (¤ 65,– bzw. für Studierende ¤ 45,–). Details auf der ÖATP-Website; Grof’s Website.
1.2.1.2 Rupert SHELDRAKE
Sheldrake ist ein so bekannter – wenn auch durchaus kontroversiell beurteilter – Wissenschaftler, daß er keiner besonderen Vorstellung bedarf. Nach gegenwärtiger Planung wird er im Juni einen Vortrag in unserer Gesellschaft, vielleicht auch in größerem Rahmen, halten.
1.2.2
Kommende Tagungen, Symposien, Kongresse in chronologischer Reihenfolge
1.2.2.1
Psychical Research and Parapsychology in the History of Medicine and the Sciences
University College London
25.-27. Jänner 2013
Veranstaltungs-Website
Andreas Sommer hat übrigens 1999, zum hundertsten Todestag von Carl du Prel, in unserer Gesellschaft einen Vortrag "Vom Darwinismus zum Okkultismus" gehalten.
1.2.2.2
Im Rahmen der 2013 schon zum dritten Mal stattfindenden, von der Österreichischen Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie organisierten Vorauer Symposien "Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen" wird es auch heuer wieder ein Parapsychologie-nahes Thema geben, und zwar "Feuerlaufen".
Augustiner-Chorherrenstift Vorau
19.-21. April
Symposiumsprogramm
1.2.2.3
Von der "Gesellschaft für Anomalistik" wird eine Tagung "Klinische Parapsychologie – eine Übersicht" veranstaltet.
Freiburg i.Br., BRD
26./27. April 2013
Veranstaltungs-Website
1.2.2.4
Veranstaltungen des Österreichischen Arbeitskreises für Transpersonale Psychologie und Psychotherapie (ÖATP), der sein 20-jähriges Bestehen feiert:
Großworkshop 2./3. Mai 2013
Symposium 3.-5. Mai 2013
Gartenhotel Altmannsdorf, 1120 Wien
Website der Veranstaltungen
1.2.2.5
56th Convention of the Parapsychological Association Inc.
8.-11. August 2013
Viterbo, Italien (Viterbo liegt in der Nähe Roms)
Hotel Ora Domus La Quercia (ein früheres Kloster)
Wie immer bei den PA-Konferenzen gibt es Referate zu verschiedenen Aspekten der Parapsychologie, z.B. experimentell, theoriebezogen, historisch, Fragen veränderter Bewußtseinszustände, Medialität und mögliches Fortleben nach dem Tod, etc.; es ist geplant, einen eigenen Workshop über Geschichte der Parapsychologie zu halten
Convention-Website
1.2.2.6
Bei der folgenden internationalen Tagung über "Jenseits" und "Afterlife" ist unsere Gesellschaft, gemeinsam mit einer Projektgruppe "Kulturhistorische Jenseitsforschung" und der "Wiener kulturwissenschaftlichen Gesellschaft" Co-Veranstalter. (Die Projektgruppe besteht aus Germanistinnen und Mediävistinnen, darunter PDoz. Dr. Christa Tuczay [vgl. auch Pkt. 2]).
"'Sei wie du willst, namenloses Jenseits.' Neue interdisziplinäre Ansätze zur Analyse des Unerklärlichen"
1.-3. November 2013
Augarten-Kino, 1020 Wien
1.2.3 Webinar und WWW-based Course
Dick Bierman bzw. die niederländische SPR haben uns die Teilnahme an einem von Dean Radin, dem "Senior Scientist" am IONS gehaltenen "Webinar", also einem Seminar, das über das WWW läuft, vermittelt, welches am 15. Dezember stattgefunden hat und wegen der kurzen Vorlaufzeit nur auf unserer facebook-Seite angekündigt worden war.
Nach diesem erfolgreichen "Probegalopp" sind weitere derartige Webinars geplant (ob weiterhin kostenfrei, bleibt abzuwarten) bzw. ein kompletter Kurs via Internet. Es wird also spannend …
1.2.4 RV-Training
Wie schon früher avisiert, bietet Alexis Champion von IRIS Intuition
Consulting, Paris, der im Sommersemester 2012 in unserer Gesellschaft einen Vortrag und einen Workshop zum "Remote Viewing" gehalten hat, bei genügender Teilnehmerzahl auch einen viertägigen RV-Kurs an. Obwohl die beiden Veranstaltungen sehr gut angekommen sind, haben sich zu den beiden Terminen nicht genügend Teilnehmer gemeldet, sodaß der Kurs bisher nicht zustande gekommen ist.
Wir werden daher einen neuen Anlauf nehmen und einen neuen Termin (bzw. neue Alternativtermine) anbieten …
===================
2. LITERATURHINWEIS
===================
Christa A. Tuczay hat schon mehrfach über kulturhistorische Themen, welche parapsychologische Aspekte aufweisen, in unserer Gesellschaft gesprochen, ferner ist sie die Autorin einer Reihe von einschlägigen Büchern, die sämtlich sehr interessant sind, darunter "Magie und Magier im Mittelalter", "Die Herzesser. Dämonische Verbrechen in der Donaumonarchie" und (Mit-)Herausgeberin von weiteren, z.B. "Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen" und – zuletzt – "Tierverwandlungen".
Nun hat sie einen neuen Band vorgelegt:
Kulturgeschichte der mittelalterlichen Wahrsagerei
Es ist wichtig, Themen wie "Wahrsagerei" nicht dem populären, "esoterischen" Schrifttum zu überlassen, sondern sich auch im kritischen, wissenschaftlichen Diskurs ihrer in interdisziplinärer Form anzunehmen.
Das (sc. europäische) Mittelalter ist nicht nur eine Fortschreibung der Antike in christlichem Gewand, sondern hat auch genuine Formen von Wahrsagerei hervorgebracht. Zunächst zeichnet die Autorin die verschiedenen Diskurse des MA nach, die theologischen und die dämonologischen, beleuchtet die Superstitionen-Literatur, Divinatoren und Propheten, und nicht zuletzt die Rolle wandernder Wahrsagen ("Zigeuner"). Die einzelnen mantischen Disziplinen werden systematisiert und unter Heranziehung reichen Quellenmaterials beschrieben, wobei sich vier Hauptgruppen unterscheiden lassen, nämlich Observanz, Mathematik oder aktive Divination, abakomantische oder aktive Divinationssysteme und schließlich intuitive Wahrsagung. Ich greife die Observanz – also Beobachtung – als Beispiel heraus: es geht um Prodigien und Omen (Zeichen, Wunder, Briefe der Götter), um Beobachtung von bzw. an Menschen (Palmomantie, Chirologie, Physiognomik), Beobachtung des Verhaltens von Tieren (z. B. Vögel oder Pferde) von Pflanzen und von unbelebter (oder nicht mehr lebender) Natur (von der Eingeweideschau bis zum Bleigießen und Eieraufschlagen, von der Elementemantik mit Feuersehen, Hydromantie und Geomantie), schließlich Prognostik und Rhabdomantie. (Nicht weniges davon schreibt sich übrigens bis in unsere Gegenwart weiter, z.B. die zuletzt genannte Rhabdomantie in Bezug auf die Radiästhesie.)
Das hier beispielhaft Aufgezählte umfaßt nicht einmal ein Viertel der beschriebenen Divinationsarten; allein das gesamte Inhaltsverzeichnis wiederzugeben würde den Umfang sprengen. Die diversen Disziplinen werden ausführlich und nicht zuletzt mit Blick auf die Diskurs-, Rezeptions- und Kontextgeschichte behandelt.
Als Indikator für die wissenschaftliche Exaktheit des Werks sei erwähnt, daß es nicht weniger als 836 Fußnoten – mit Masse Belegstellen – enthält und daß das Literaturverzeichnis fast 40 Seiten umfaßt. Ein Register erschließt das Buch, das auch 24 s/w Abbildungen beinhaltet.
Christa Agnes Tuczay:
Kulturgeschichte der mittelalterlichen Wahrsagerei
gebunden, 371 Seiten, ill.
Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/Boston
ISBN 978-3-11-024040-5
=============
3. PERSONALIA
=============
Drei Todesfälle sind berichtenswert:
3.1 Nicholas GOODRICK-CLARKE (* 15. Januar 1953 – † 29. August 2012)
Nicholas Goodrick-Clarke ist insbesondere mit seinem Buch über Okkultismus und Nationalsozialismus bekannt geworden, das seine erweiterte Dissertation darstellte und für das er historische Forschungen auch in Wien angestellt hat (während dieser Zeit habe ich ihn kennengelernt, aber das liegt schon lange zurück …). Das Buch ist dann als "The Occult Roots of Nazism: The Ariosophists of Austria and Germany" bzw. in deutscher Übersetzung, mit einer Einleitung von H. T. Hakl versehen, als "Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus" im Leopold Stocker Verlag in Graz erschienen und wurde auch in mehrere andere Sprachen übersetzt. Das Thema hat er dann in "Im Schatten der Schwarzen Sonne: Arische Kulte, Esoterischer Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung" weiter geführt (original: "Black Sun: Aryans, Esoteric Nazism, and the Politics of Identity").
Okkultismus und esoterische Lehrgebäude haben ihn natürlich nicht nur in Bezug auf die NS-Zeit interessiert; so war er prädestiniert dafür, den Lehrstuhl für "Westlichen Esoterizismus" an der University of Exeter zu besetzen – ich verwende hier das ungewöhnliche Wort "Esoterizismus" als Leihwort aus dem Englischen, um den Studiengegenstand von der Wald- und Wiesen-"Esoterik", wie sie uns im Esoterikgeschäft an der nächsten Ecke entgegentritt, abzuheben. Goodrick-Clarke war auch Direktor des Exeter Centre for the Study of Esotericism (EXESESO). Weiters hat er wichtige Werke u.a. über Helena Petrowna Blavatsky und über Paracelsus publiziert bzw. editiert. Sein letztes Buch ist "The Western Esoteric Traditions" (Oxford University Press).
Obwohl seine Gesundheit manchmal gewissen Turbulenzen ausgesetzt war, ist er vielfach gereist, zuletzt nach Deutschland, und der e-mail-Kontakt war dann eher sporadisch. So habe ich mir auch keine großen Sorgen gemacht, als ich längere Zeit keine Antwort erhalten habe, ich dachte, er wäre wieder verreist – nun mußte ich erfahren, daß er seine letzte Reise angetreten hat …
3.2 Alex SCHNEIDER (* 9. Mai 1927 – † 10. Okt. 2012)
Alex Schneider, St. Gallen, Schweiz, Physiker, zunächst in der Industrie tätig, dann durch Jahrzehnte Professor an der Kantonsschule St. Gallen, durch Jahre hindurch Präsident der Schweizer Parapsychologischen Gesellschaft (SPG) in Zürich sowie Mitbegründer und Präsident des Publikumskongresses "Basler Psi-Tage", hatte zwar nach Herzproblemen vor einem halben Jahr und mehreren Operationen nie mehr zu alter Frische gefunden, dennoch ist sein Tod plötzlich erfolgt.
Schon früh hatten ihn "die geheimnisvollen Seiten der Natur seltsam angesprochen". Angeregt durch die Autobiographie von Paramhansa Yogananda (1953) vertiefte er sich daraufhin in die unterschiedlichsten Grenzgebiete der Forschung. Die Begegnung mit dem Tonbandstimmenforscher Konstantin Raudive (1967) veranlaßte ihn, Parapsychologie systematisch zu untersuchen. Seit den siebziger Jahren führte er regelmäßig Kurse und Vorlesungen über Parapsychologie an Gymnasien, Universitäten und Volkshochschulen durch – im Bestreben, "die breite Öffentlichkeit mit einer bisher zuwenig beachteten Seite der Wirklichkeit bekannt zu machen". Denn für ihn war "die Existenz des Paranormalen eine Herausforderung an unser Alltagsdenken und die Wissenschaften. Man muß sich mit diesen unbequemen Phänomenen, an denen sich unsere Weltsicht als schief und eng erweist, energisch und interdisziplinär breit auseinandersetzen – mit der von den etablierten Wissenschaften gelernten Sorgfalt. Ihre Integration wird mehr Probleme mit sich bringen, als man heute, angesichts des großen Publikumserfolgs der Parapsychologie, denken möchte. Sie ist jedoch eine dringlich anzustrebende, wesentliche Ergänzung unseres Weltbildes."
Als Präsident des "Schweizerischen Verbands für Natürliche Heilweisen" (SVNH) aber auch als Forscher, Versuchsperson und Patient hat er Hunderte von Geistheilern aus aller Welt persönlich kennengelernt und unvoreingenommen studiert, darunter auch die philippinischen "Psychochirurgen".
Alex Schneider war innerhalb der Parapsychologie die wohl einflußreichste Persönlichkeit in der Schweiz während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Im Umgang war er außerordentlich freundlich und auch sehr humorvoll. Seine liebenswürdige und gutmütige Art brachte es mit sich, daß er sich mit der auf unserem Gebiet oft notwendigen Kritik eher schwer getan hat. – Für mich war er einer meiner ältesten Freunde auf dem Gebiet der Parapsychologie und darüber hinaus, den ich nie vergessen werde.
(Unter teilweiser Verwendung eines Textes von Lucius Werthmüller aus dem Rundbrief des Basler Psi-Vereins).
3.3 Paul KURTZ (* 21. Dez. 1925 – † 20. Okt. 2012)
Paul Kurtz, ein prominenter Vertreter jenes Lagers, das sich selbst als "skeptisch" bezeichnet, von Hans Bender aber sehr treffend als "negativ-gläubig" charakterisiert worden ist, Philosophieprofessor, Gründer der Skeptikervereinigung
CSICOP (Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal) die mittlerweile auf Committee for Skeptical Inquiry (CSI) umbenannt worden ist, und des einschlägigen Verlags "Prometheus Books".
<http://www.nytimes.com/2012/10/24/nyregion/paul-kurtz-humanist-and-philosopher-dead-at-86.html?hpw&_r=0>
=====================================
4. „AUSZEICHNUNG“ FÜR HARALD WALACH
=====================================
Am 19. Oktober 2012 wurde wiederum das "Goldene Brett vorm Hirn" vergeben, das 2011 von Peter-Arthur Straubinger für seinen Film "Am Anfang war das Licht" verliehen worden war. Diesmal gewann Harald Walach diese begehrte (?) Trophäe, die seit vorigem Jahr alljährlich von der "Gesellschaft für kritisches Denken" (GdK) dem regionalen Ableger der (deutschen) "Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung der Paraphänomene" (GWUP), verliehen wird, einer "Skeptiker"-Vereinigung, die in gewisser Selbstironie neben der Bezeichnung "Skeptiker" auch die Bezeichnungen "Wissenschafts-Stasi", "Wissenschaftsayatollahs" oder "Wissenschaftstaliban", welche ihr von Gesinnungsgegnern verliehen worden sind, mit einem bestimmten Maß an Selbstgefälligkeit nicht gerade ungern hört.
DDr. Harald Walach ist Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt a/d Oder. Was viel Staub aufgewirbelt hat, ist eine von ihm approbierte Masterarbeit zum Thema Kozyrev-Spiegel, wozu Walach selbst einen Kommentar abgibt, der unter diesem Link erreichbar ist. Da Walach bei der Preisverleihung selbst nicht anwesend sein hat können, ließ er durch die Wiener Psychiaterin und Psychoanalytikerin Bettina Reiter seine etwas sarkastische Dankesrede verlesen; Frau Reiter berichtet über den Event auch in der Zeitung "Der Standard".
Zweit- und Drittplazierte waren die österreichische Ärztekammer (wegen ihres Engagements für Komplementärmedizin, namentlich Homöopathie und Anthroposophische Medizin) sowie der Schriftsteller Dieter Boers wegen seiner Publikationen zum Weltuntergang 2012. Erich von Daeniken wurde mit einem rosa Leiberl (T-Shirt) für sein Lebenswerk "ausgezeichnet".
============================
5. PHONE CALLS FROM THE DEAD
============================
(Zitat aus einer mailing list:) Awful pop style presentation but the young parapsychologist from England seems switched on:
<http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=nreVozprNBo>
Die ersten zweieinhalb Minuten kann man getrost überspringen …
=============
6. SAISONALES
=============
Wie immer um diese Jahreszeit darf ich im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Mitgliedern und Freunden unserer Gesellschaft, allen Interessenten am Thema, und allen Lesern und Leserinnen dieses Newsletters schöne Feiertage wünschen: ein FROHES WEIHNACHTSFEST und ein glückliches Jahr 2013.
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 850
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 102/2011.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 48 – Wien, 10. 10. 2012
=======
INHALT:
=======
1. Vortragsprogramm
2. Stanislav Grof in Europa
3. Apps für Smartphones
4. Exorzismus-Boom in Polen
5. Ritman Library wieder im Aufwind
6. Literaturbesprechungen
7. Speziell für User von chello.at
==================
1. Vortragsprogramm
==================
Unser Vortragsprogramm ist mittlerweile versandt und – wie immer – auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> on-line gestellt; dort kann das Programm auch als PDF heruntergeladen werden (entspricht dem gedruckten Programm).
15. Oktober 2012
Richard Picker
Warum ist Parapsychologie so wichtig?
Was ist so interessant an der Parapsychologie?
(Podiumsgespräch)
29. Oktober 2012
Peter Mulacz
Den Bildekräften des Organischen auf der Spur
Zum 150. Geburtstag von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing
12. November 2012
Karl und Fritzi Lukan
Mystisch-magische Plätze
Geheimnisvolle Orte rund um Wien – und anderswo
3. Dezember 2012
Ronald Weigl
Sind Geister wirklich auch „nur“ Menschen?
Ein persönlicher Einblick in die Arbeit von Europas prominentestem Spukforscher
21. Jänner 2013
Thomas Ludwig
Paranormale Mensch-Maschine-Interaktion
Die Ergebnisse eines aktuellen Experiments am Technikum Wien.
Schon nächste Woche eröffnen wir unseren Veranstaltungszyklus mit einem Podiumsgespräch mit dem bekannten Psychotherapeuten Richard Picker zur Frage der Bedeutung der Parapsychologie, wobei angesichts der vielfältigen Aspekte der Parapsychologie ganz verschiedene Facetten zur Sprache kommen werden.
Zum meinem Vortrag über Schrenck-Notzing bzw. zu dessen Bedeutung verweise ich bloß auf den untenstehenden Pkt. 6.1.
Das Ehepaar Lukan, Autoren zahlreicher Bücher zum Thema, setzt sich in ihrem mit zahlreichen Lichtbildern illustrierten Vortrag mit bemerkenswerten Örtlichkeiten auseinander, vorzugsweise in der Umgebung von Wien, damit man sich auch selbst ein Bild davon machen kann, aber garniert mit Analogien aus anderen Regionen. Es ist zwar sehr modern, in diesem Kontext von „Kraftplätzen“ oder „Orten der Kraft“ zu sprechen, ob das jedoch sinnvoll ist, mag Gegenstand der Diskussion sein.
Ronald Weigl, der seit dem heurigen März den Vorstand unserer Gesellschaft verstärkt und der uns bereits vor zehn Jahren, damals noch als Student, mit einem Vortrag über seine Teilnahme an der „Summer School“ des Rhine Research Center erfreut hat (siehe <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200203/weigl/rrc.htm>), berichtet diesmal über sein Praktikum an der von Walter von Lucadou geleiteten Parapsychologischen Beratungsstelle in Freiburg i. Br.
Das Semester schließt mit dem Bericht über eine experimentelle Studie zur mikro-PK, die Thomas Ludwig an der Fachhochschule Technikum Wien durchgeführt hat. Es handelt sich um eine konzeptuelle Replikation eines Experiments, das von der PEAR-Group eingeführt worden war, in Wien jedoch mit einem fortschrittlicheren RNG und einem verfeinerten Versuchsdesign versehen worden ist. Eine praktische Demonstration am Computer verdeutlicht den Versuchsablauf.
Somit schlägt unser Vortragsprogramm wieder den großen Bogen von der empirischen Basis bis zur Spiritualität, beinhaltet kulturhistorische und fachspezifisch-historische Aspekte und, last not least, die Psychohygiene.
======================
2. Stanislav Grof in Europa
======================
2. Der bekannte US-amerikanische Bewußtseinsforscher Stanislav Grof hält im Oktober in dem sehr rührigen Basler Psi-Verein drei Veranstaltungen ab. Grof, der aus Prag stammt, ist einer der Väter der Transpersonalen Psychologie und der Technik des holotropen Atmens (worüber H. P. Weidinger im April 2009 in unserer Gesellschaft vorgetragen hat <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss2009/holotrop.pdf>).
26. Okt. - Vortrag: Die Psychologie der Zukunft –
Lehren aus der modernen Bewusstseinsforschung
27. Okt. - Tagesseminar: Unsere tiefsten Wunden heilen
28. Okt. - Tagesseminar: Die Todeserfahrung und das Sterben
Details unter: <http://www.bpv.ch/content/referenten/grofstan.html>
=====================
3. Apps für Smartphones
=====================
Innerhalb der zahllosen Apps, die für Smartphones angeboten werden, gibt es auch einige, welche sich mehr oder minder ernsthaft auf den Forschungsgegenstand der Parapsychologie beziehen.
Auf diesem Sektor ist eine neue – und nota bene in Österreich entwickelte – App zu nennen, die allerdings erst in einer Beta-Version vorliegt, aber mehr zu leisten verspricht als das bisherige Angebot. Insbesondere soll dieser „PSI-Trainer“ sowohl auf einem Smartphone (derzeit nur Android; für iPhone in Vorbereitung) laufen wie auch auf einem Windows-PC, wobei der User von beiden Geräten aus Zugriff auf seine Daten hat. Es kann die Modalität „Hellsehen“ oder – mit einem Partner – die Modalität „Telepathie“ ausgewählt werden. Die App ist gratis, vorgesehen ist später auch eine kostenpflichtige Version mit erweiterten Funktionen. Derzeit macht die Android-Version zugegebenermaßen noch Probleme, aber schließlich ist eine Beta-Version „work in progress“ und das Programm wird laufend verbessert – jeder, der es ausprobiert, kann dazu beitragen. Siehe die Website des Entwicklers <http://www.psionos.com/PSI-Trainer/> (Groß-/Kleinschreibung beachten!).
========================
4. Exorzismus-Boom in Polen
========================
Die „katholischen Länder“ Italien und Polen sind die Länder mit den meisten Exorzisten; in Polen ist deren Zahl gemäß Pressemeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre von vier auf nunmehr 120 angestiegen. Jetzt gibt es sogar eine eigene Zeitschrift, mit dem Titel „Miesiecznik Egzorcysta“ (Der monatliche Exorzist), die sich selbst als „modernes Werkzeug für die Evangelisierung und Verteidigung gegen die aggressive Förderung der Magie, Okkultismus und Esoterik“ sieht.
=============================
5. Ritman Library wieder im Aufwind
=============================
Die Bibliotheca Philosophica Hermetica (BHP) – bzw. nach ihrem Gründer Ritman Library genannt – in Amsterdam hat in den letzten Jahren starke Turbulenzen durchmachen müssen, war eine Zeit lang gesperrt und überhaupt in ihrer Existenz bedroht. Nunmehr ist diese einmalige Bibliothek seit Dezember 2011 nicht nur wieder zugänglich, sondern entfaltet neue Aktivitäten.
Siehe deren Webpräsenz, insbesondere <http://www.ritmanlibrary.com/2012/09/a-word-of-gratitude-to-the-living-future/>.
Vgl. in diesem Kontext auch <http://www.amsterdamhermetica.nl/>.
=====================
6. Literaturbesprechungen
=====================
6.1
Albert von Schrenck-Notzing – die beiden ersten zu besprechenden Werke tragen diesen Namen in ihrem Titel und haben demgemäß auch viele thematische Überschneidungen. Baron Schrenck (1862–1929) war, wie Sünner, der Schriftleiter der damaligen „Zeitschrift für Parapsychologie“ es ausgedrückt hat, „der Mann, der unser Führer war“ – ein damals noch sehr unschuldiges Vokabel, das aber die absolut dominierende Position Schrencks in der deutschsprachigen Parapsychologie dieser Epoche deutlich zum Ausdruck bringt. Schrenck verdient es wie kein anderer, daß man sich mit seinem Werk und in diesem Kontext natürlich auch mit seinem Leben auseinandersetzt. Übrigens sind beide Werke im selben Verlag erschienen; es ist wohl auch kein Zufall, daß die Biographie gerade jetzt publiziert worden ist, jährt sich doch Schrencks Geburt heuer zum 150. Male. Schrenck-Notzing ist nicht nur eine zentrale Persönlichkeit der Parapsychologiegeschichte, er hat mich auch persönlich immer sehr interessiert – man verzeihe mir also, wenn die Rezension des biographischen Bandes sehr ausführlich und damit recht lang ausgefallen ist.
Nun die beiden Bücher im einzelnen:
6.2
Manfred Dierks: Thomas Manns Geisterbaron. Leben und Werk des Freiherrn Albert von Schrenck-Notzing
Wie in einem spannenden Roman läßt der Autor in dieser biographischen Erzählung die Persönlichkeit Schrenck-Notzing vor dem Leser entstehen und sein Leben und seine Aktivitäten an ihm vorüberziehen, eingebettet in ein breit angelegtes Zeitgemälde: Kindheit, Jugend und Familienangelegenheiten, Medizinstudium (Korpsstudent), Begegnungen mit den frühen französischen Hypnotiseuren Bernheim und Liébault, aber auch mit Charcot und mit Sigmund Freud, mit Myers und (dem späteren Nobelpreisträger) Richet, der ihm ein lebenslanger Freund werden sollte, der Einfluß von du Prel und Schrencks spätere Abwendung von ihm, die Begründung der Sexualwissenschaft in Deutschland, das Studium von – wie wir heute sagen würden – veränderten Bewußtseinszuständen (Stichworte: Leistungen in Hypnose, wie die berühmte „Traumtänzerin“, und das Unbewußte der menschlichen Persönlichkeit), schließlich die Hinwendung zur Parapsychologie, Experimente mit Eusapia Pal(l)adino, Eva C., den Brüdern Schneider und vielen anderen, damit verwoben die zahllosen Kämpfe um die Anerkennung der Echtheit der Phänomene, die damals in einer Schärfe geführt worden sind, welche heute nicht mehr vorstellbar ist. Dabei beschränkt sich der Autor offenbar sehr bewußt darauf, zu berichten und nicht zu bewerten, insbesondere, was die Frage der Realität des physikalischen Mediumismus betrifft, über den bekanntlich die Meinungen geteilt sind. (Ein Rezensent drückt das so aus: „Dass sich Dierks auch da nicht vorschnell über ‚Thomas Manns Geisterbaron’ lustig macht, wo Schrenck-Notzing zum Opfer seiner pseudowissenschaftlichen Phantasmen wurde, macht die kenntnisreiche und mit dem Einfühlungsvermögen und Rüstzeug eines Romanciers geschriebene Darstellung sympathisch.“) Verschränkt mit dieser intellektuellen Lebensgeschichte ist die des äußeren Lebens, die Heirat mit Gabriele, der reichen Erbin der Siegle’schen Familienunternehmen, der Aufstieg auf der sozialen Stufenleiter, der Schwenk vom ärztlichen Beruf zum Industriekapitän, der seine diversen Betriebe in den schweren Jahren nach dem Weltkrieg und in der Weimarer Republik sehr erfolgreich führt, alles detailreich und aus vielen Quellen, insbesondere auch aus diversen Archiven, schöpfend dargestellt (was nicht ausschließt, daß für viele Einzelheiten leider keine Quellenangaben angeführt sind). Ich habe so manches aus diesem Buch gelernt, was mir bisher nicht bekannt war, so die Details zu einem schwarzen Punkt in der Familiengeschichte (eine Analogie zu den Schiebereien der Verwandten Freuds), was auf Wikipedia nur kurz erwähnt wird, Schrencks Beziehung zu Alfred Schuler (ich hatte mich aufgrund des damaligen geistigen Zentrums in München oft gefragt, wie weit Schrenck mit den Münchner Kosmikern in Kontakt war, über die Tatsache hinaus, daß manche von ihnen gelegentlich an Sitzungen teilnahmen) und zu dem Arzt und Literaten Oskar Panizza, sodann die Tatsache, daß Schrenck auch einmal unter einem Pseudonym publiziert hat, weiters, daß Max Dessoir (bekanntlich der Mann, der das Kunstwort „Parapsychologie“ geprägt hat) Schrencks Trauzeuge war, daß Gabriele von Schrenck sich zur Aviatrice hat ausbilden lassen (auch dieser Sachverhalt ist aus der Wikipedia zwar bekannt, dort aber ohne jegliche Details festgehalten), und viele weitere Einzelheiten, interessantere und banale, z. B. daß Schrencks (erstes) Auto ein Horch war (über spätere erfährt man nichts – zuletzt fuhr er einen schweren Mercedes), und schließlich die Chronique scandaleuse, daß es außer den beiden bekannten legitimen Söhnen auch einen außerehelichen gegeben hat, und dazu noch ein pikantes Detail zu der ohnehin pikanten Gräfin Reventlow. Gerade hier tun sich Fragezeichen auf; den Horch glaube ich dem Autor ungeschaut, aber bei Geschichten im Zwielicht stellt sich immer die Frage, was phantasievolle Interpretation der Quellen ist und was nachweisbare Realität.
Und damit bin ich auch schon bei der Kritik an diesem Buch, das ich – ich betone dies nochmals – mit Gewinn und mit Vergnügen gelesen habe und für sehr empfehlenswert erachte. Da ist zunächst einmal der Titel, von dem ich nicht weiß, ob Autor oder Verlag dafür verantwortlich ist, der mir aber – frei heraus gesagt – unsympathisch ist. Nicht nur, daß das Wort „Geisterbaron“ als ein Pejorativ geprägt worden ist und es merkwürdig berührt, dieses für den Protagonisten der Erzählung weiter zu perseverieren, ist es auch insofern unangebracht, als Schrenck eindeutig ein Vertreter der animistischen (psychodynamischen) Hypothese war und mit dem Geisterglauben der Spiritisten nichts gemein hatte. Weiters verstehe ich ja durchaus, daß der Literaturnobelpreisträger Mann in der Öffentlichkeit bekannter (und dadurch werbewirksamer) ist als Schrenck-Notzing, dennoch, die zentrale Gestalt des Buches in den Untertitel zu verbannen und sie in einem genetivischen Ausdruck Mann unterzuordnen, will mir nicht gefallen, noch dazu, wo Mann nur sehr wenige Sitzungen bei Schrenck mitgemacht hat und die Beziehung der beiden Herren zueinander keine sonderlich enge war (Mann hatte vielmehr gute Beziehungen zum Zoologieprofessor Gruber, der, sein Nachbar in München, damals engster Mitarbeiter Schrencks war). Festzuhalten ist jedoch, daß Mann energisch für die Realität der von ihm selbst in Schrencks Laboratorium beobachteten Phänomene eingetreten ist. Dennoch scheint mir in diesem Buch der Bezug zu Mann eher künstlich zu sein, Kapitel über Mann wirken aufgepfropft und sind wohl nur zur Rechtfertigung des Titels eingeschoben. Freilich wird das verständlich, wenn man weiß, daß der Autor ein emeritierter Professor für Neuere deutsche Literatur ist, der insbesondere über Thomas Mann gearbeitet hat, der auch szt. stellvertretender Vorsitzender der Thomas-Mann-Gesellschaft war und dem naturgemäß Mann näher steht als Schrenck. Umso mehr wundert es mich, daß Dierks neuere Publikationen zum Thema nicht rezipiert hat (zumindest findet sich der von W. Müller-Funk und Ch. Tuczay herausgegebene Band „Faszination des Okkulten. Diskurse zum Übersinnlichen“, der ein Kapitel über Thomas Mann und die Parapsychologie enthält nicht, nicht im Literaturverzeichnis). Überhaupt, das Literaturverzeichnis: so reichhaltig es ist, so verwundert manchmal die Auswahl: so findet sich zwar Tischners „Geschichte der Homöopathie“ (wohl wegen Schüssler), es fehlt aber z. B. seine „Geschichte der Parapsychologie“, welche von Eberhard Bauer (in v. Lucadou, „Psyche und Chaos“) immerhin als „unübertroffen“ apostrophiert wird.
Es gibt so manche Details, die verunsichern. Schrenck-Notzing hatte, so erfahren wir von Dierks, das Gardemaß von 1,90 m. Hingegen schreibt Schrenck von sich selbst, „ich messe 1,85 m“. Eine Quelle für Dierks von der Selbstbezeugung Schrencks abweichende Angabe wäre wünschenswert – oder handelt es sich um Phantasieprodukt des Erzählers, der die Beschreibung „sehr groß und schlank“ in eine Zentimeterangabe umgesetzt hat, dabei aber bedauerlicherweise um fünf Zentimeter über’s Ziel geschossen hat? Damit ich nicht mißverstanden werde: es ist dem seit lange toten Protagonisten des Buch wohl ebenso gleichgültig wie mir, ob er fünf Zentimeter größer oder kleiner war – was aber nicht gleichgültig ist, ist, ob die Angaben in diesem Buch detailgenau und verläßlich sind, und darauf kommt es ja wohl an. So manches erzeugt vermutlich im Leser, der mit dem Gegenstand nicht vertraut ist, ein schiefes Bild. So werden z.B. für eine dramatisch ausgeführte Szene aus Schrencks Jugend (erste Erfolge als Hypnotiseur) als Quellen General Peter und Gerda Walther angeführt. Der mit den Personen minder vertraute Leser könnte leicht annehmen, daß es sich um Augenzeugen der geschilderten Begebenheit handle, was aber keineswegs der Fall war; General Peter stand Schrenck zwar altersgemäß näher als Gerda Walther, ist aber erst in späteren Lebensjahren zu ihm gestoßen, und Gerda Walther war überhaupt nur während der letzten Lebensjahre Schrencks bei ihm, nicht einmal zwei Jahre lang. Beide können also nur als Zeugen für Schrencks eigene Erzählung über die Begebenheit aus seiner Jugend dienen, nicht aber als Zeugen für deren objektiven Sachverhalt. Ähnlich potentiell irreführend ist es, wenn – als ein weiteres Beispiel – in einem kleinen Appendix, über die Lebenszeit Schrenck-Notzings hinausgreifend, zunächst vom Weiterbestand der „Zeitschrift für Parapsychologie“, des von Schrenck finanziell gestützten Publikationsorgans, über seinen Tod hinaus berichtet wird und dann sehr bald darauf die „Okkultistenhetze“ des Jahres 1941 erwähnt wird, die durch den Englandflug des „Stellvertreters des Führers“, Rudolf Hess, ausgelöst worden ist. Der unbefangene Leser könnte daraus schließen, daß diese Zeitschrift (wie andere auch) bis 1941 bestanden hätte, während sie in Wirklichkeit bereits Mitte 1934 eingestellt werden mußte, weil die Witwe, Gabriele von Schrenck, ihren Zuschuß zu dieser Publikation gestrichen hat.
F. W. H. Myers wird als „Dichter und Mitbegründer der SPR“ eingeführt und hinsichtlich seiner Arbeiten zum Unterbewußtsein und zur Telepathie gewürdigt; daß er eigentlich Altphilologe war – was im weiteren Kontext der Parapsychologiegeschichte durchaus relevant ist (Kreuzkorrespondenzen) – erfährt man leider nicht.
Die Idee der Materialisation soll Schrenck-Notzing von du Prel haben – erst viele Seiten später liest man dann, daß schon ein Vierteljahrhundert zuvor William Crookes Materialisationen in den von ihm veranstalteten Experimentalsitzungen erzielen hat können. (Ganz ähnlich wundert man sich im Kapitel über die frühe Sexualforschung, daß ausgerechnet Magnus Hirschfeld nicht erwähnt wird, und dann – wiederum viele Seiten später – wird er sozusagen nachgetragen.)
Und nochmals die Gräfin Reventlow: Schrenck sei gekränkt gewesen, zu erfahren, daß die Gräfin ihn nur „Schnotzing“ nannte – mag sein (oder auch nicht), daß er als ungebührlich empfand, wenn eine dritte Person davon Gebrauch machte, aber immerhin unterzeichnete er Poststücke vielfach selbst mit „SchNotzing“. Eine Quellenangabe zu Schrencks angeblicher Kränkung wäre wünschenswert.
Damit gleich weiter zu anderen Trägerinnen des Vornamens „Fanny“: daß es sich bei den beiden Damen mit dem Namen „Fanny Moser“ um Mutter (die Patientin Freuds) und Tochter (die spätere Parapsychologin) handelt, erfährt man nur aus dem Personenregister, und nur durch Rückgriff auf das Literaturverzeichnis kann die Brücke zur parapsychologischen Aktivität von Fanny Moser jun. geschlagen werden.
Kapitän Kogelnik, nach dem Zusammenbruch der Monarchie zum Zoll versetzt – so weit, so gut – habe nunmehr, so Dierks, als „Major“ angesprochen zu werden. Das ist mir aus der zeitgenössischen Literatur nicht bekannt; hingegen ist mir der Major Kalifius (ein tatsächlicher Major a.D.) bekannt, der ebenfalls in der Braunauer Frühzeit eine Rolle spielt, allerdings in dem vorliegenden Buch nicht erwähnt wird. Werden hier die Herren Kogelnik und Kalifius zu einer, nicht realen, sondern nur romanhaften Person amalgamiert? Und daß Kapitän Kogelnik bei Kriegsende sein Schiff einem serbischen Kapitän habe übergeben müssen, nehme ich dem Autor bis zum Vorliegen eines Beweises auch nicht ab: zwar ist die Schenkung der k.u.k. Kriegsmarine durch Kaiser Karl I. an den neu gegründeten südslawischen Nationalrat („Staat der Slowenen, Kroaten und Serben“) erfolgt, bevor die Flotte später auf die Siegermächte aufgeteilt worden ist, jedoch war (und ist) Serbien (nota bene ein Feindstaat im Ersten Weltkrieg) ein Binnenstaat ohne Kriegsmarine, während hingegen zahlreiche Kroaten in der k.u.k. Kriegsmarine gedient haben und teilweise bis in die höchsten Ränge emporgestiegen sind (z. B. Admiral Njegovan oder Linienschiffskapitän Janko Vukovic-Podkapelski, nach dem Zusammenbruch für einen Tag Kommandant der vormaligen SMS Viribus Unitis und als Konteradmiral neuer Flottenkommandant). Die Übergabe des Schiffes ausgerechnet an einen Serben stellt sich demnach als überaus unwahrscheinlich dar … So etwas stimmt wieder etwas nachdenklich, wenn das Buch den Anspruch erhebt, eine Darstellung „strikt nach den Quellen“ zu liefern.
Willy Schneider wird nicht nur des Zahngoldschmuggels verdächtigt (in der Tat eine recht undurchsichtige Geschichte), sondern auch des Diebstahls eines Koffers bezichtigt – daß der Koffer retourniert worden ist, bleibt leider unerwähnt, wie überhaupt die Gegendarstellung der ganzen Affäre in den „Psychischen Studien“ (1925).
Was die von Dierks nicht ganz zu Unrecht so genannten „Vasallen“ Schrencks betrifft, und ihre gut dargestellten Versuche, sich dem übermächtigen Einfluß Schrencks zu entziehen, so wäre vielleicht auch der Hinweis angebracht gewesen, wie Schrenck – bekanntlich vergebens – versucht hat, sich in das Herausgeberkollegium der „Zeitschrift für kritischen Okkultismus“ hineinzudrängen.
Wie weit Gabriele Freifrau von Schrenck-Notzings an den parapsychologischen Arbeiten ihres Mannes aktiven Anteil nahm oder wie weit sie stille Begleiterin war, scheint mir offen zu sein. Eine diesbezügliche Episode bei Dierks scheint mir eher dichterisch gestaltet zu sein, denn in Schrencks Werk findet seine Frau keinerlei Erwähnung.
Schrenck-Notzings Persönlichkeit scheint mir, alles in allem, gut getroffen zu sein; dennoch bleiben gewisse Defizite, z. B. Schrenck als Jäger: zwar wird die Jagd als gesellschaftliches Phänomen gewisser Kreise dargestellt – Schrenck war ein Grandseigneur, der nur in den ersten Hotels abstieg (in Wien im Grand Hotel), der seinen Schneider in Paris hatte und eben eine Eigenjagd in the Karpaten –, was aber nicht zur Darstellung kommt, ist der Wesenszugs des Jägers, den Gerda Walther an Schrenck beschrieben hat: „Wie der Jäger immer wieder voller Spannung dem scheuen Tritt des Wildes auflauert, so wartete er immer wieder mit ungeduldiger Erwartung auf das Sich-Erheben der telekinetisch bewegten Gegenstände, auf das flüchtige Auftauchen einer materialisierten Hand u. dgl.“, auf die (übrigens immer gleichen) Phänomene, um diese in seinem Laboratorium quasi zu „erlegen“ – in diesem Laboratorium, das, nebstbei erwähnt, an den Wänden mit Geweihen und anderen Jagdtrophäen geschmückt ist.
Und erst recht gibt es Defizite, was Schrenck als Parapsychologen betrifft. „Der Spuk in Hopfgarten“ ist eine (im Literaturverzeichnis signifikanterweise fehlende) Publikation Schrencks, die ich exemplarisch für den Aspekt herausstelle, daß Schrenck sich auch für spontane Phänomene, vor allem das, was man heute RSPK nennt, sehr interessiert hat, derartige Forschung (z. B. im Fall Zugun) auch subventioniert hat und – was hier das wichtigste ist – in seinem psychodynamischen Ansatz ein Kontinuum von den spukhaften Entladungen bis zu den Laboratoriumssitzungen erblickt hat, weshalb es auch seine Maxime war, die erratisch auftretenden Phänomene von Spuk-Agenten in eine geordnete Sitzungsmedialität überzuführen.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Schrenck als Parapsychologe in diesem Buch weit weniger gewürdigt wird als Schrenck in seiner Eigenschaft als Sexualkundler oder als Vorkämpfer der Hypnose. Im Gegensatz zur gründlichen, kenntnis- und detailreichen Ausgestaltung der Aspekte der Parallelen und späteren Divergenzen von Freud und Schrenck hinsichtlich der Konzeption des Unbewußten (vgl. du Prel, Myers, Dessoir u. a.) sowie der Frage des Einflusses von Binet und vor allem von Janet auf die beiden erfährt das Buch, je weiter man in den späteren Kapiteln liest, gleichsam eine gewisse Beschleunigung, über deren Ursachen man nur spekulieren kann (Fühlt sich der Verfasser beim Thema Parapsychologie – das „Thomas Mann’sche Phänomen“ ausgenommen – weniger wohl? Gab es Termindruck zur Manuskriptabgabe? Oder eine Beschränkung des Umfangs?). Das führt dazu, daß z. B. die Episode mit Kraus/Weber recht skizzenhaft ausgeführt ist. Daß Schrenck die durch die Wiener Universitätskommission erfolgte Entlarvung des Mediums (Gräfin Wassilko war imstande, die „Phänomene“ nachzumachen) nicht „anerkannte“, wie Dierks schreibt, kann so nicht gesagt werden: Schrenck hielt Kraus vielmehr für „gemischt“ und argumentierte, daß es die mangelnde Erfahrung Prof. Thirrings als Neuling im parapsychologischen Experiment gewesen sei, die Kraus überhaupt die Möglichkeit zum Betrug gegeben habe – eine Diskussion, die eine gewisse Verstimmung zwischen „Wien“ und „München“ zur Folge hatte. Gräfin Wassilko hat Schrenck auch brieflich gewarnt („ich bin besorgt um Sie, Baron Schrenck“), aber davon hat er nichts hören wollen. Daß es Schrenck aber gelungen war, durch die Vermittlung einer ihm freundschaftlich verbundene Dame in Wien sich in Kenntnis des Manuskripts des Kraus zu setzen und er sich daher gegen Klinckowstroems Angriffe wappnen konnte, sucht man bei Dierks vergebens – es nimmt wunder, daß sich der Autor gerade eine solche „saftige“ Episode hat entgehen lassen. Daß Schrenck schließlich beim Kongreß an der Sorbonne (1927) das Medium „beschimpft“ hätte, ist eine sehr fragwürdige Darstellung (und Formulierung). Er hat ihn nicht be-schimpft (schon weil er gar nicht anwesend war), und er hat auch nicht über ihn geschimpft, sondern er hat ein – freilich abgünstiges – Bild seines Charakters geliefert, welches aber in keiner Weise überraschend war, da man eine ähnliche Charakterisierung verschiedener Medien vielfach in Schrencks Werk vorfindet.
Sehr fragmentarisch dargestellt finde ich auch das konstante Bestreben Schrencks, durch methodische Verbesserungen die Schraube „zwingender“ Versuchsbedingungen immer weiter anzuziehen. Der doppelte Boden im Kabinett findet sich zwar, aber Amerellers elektrische Medienkontrolle – die nicht nur das Medium, sondern auch die Kontrollore einschloß – fehlt, und gerade dieser Kontrollapparat hat Furore gemacht und wurde später international nachgebaut.
Letzteres erfolgt nach Schrencks Tod, und auch der Autor Dierks führt sein Buch über das Lebensende Schrencks hinaus. Das bezieht sich sowohl auf Schrencks Söhne und Enkel (am bekanntesten Caspar mit seinem [nicht erwähnten Hauptwerk] „Lexikon des Konservatismus“), aber auch auf die Schrenck’schen Medien. Aber zuvor wird Gräfin Wassilko mit einer beiläufigen Bemerkung in einem Nachruf auf Schrenck erwähnt, die im Kontext der Evolution der Parapsychologie und im Ansatz zu einer ergebnisoffenen Wissenschaft zu sehen ist, aber hier – isoliert – die Gräfin als eine Spiritistin erscheinen lassen mag, was sie beileibe nicht war.
Über Rudi Schneider erfahren wir folgendes: „Setzte noch einige Jahre seine erfolgreiche Medienkarriere fort, wurde von Kommissionen in Paris und London geprüft und zum Gegenstand mehrerer Bücher. …“ Diese sehr armselige Zusammenfassung wird der Sache nicht gerecht, denn die Experimente mit Rudi am Institut Métapsychique International in den Jahren 1930 und 1931 bedeuten einen Meilenstein der Forschung insofern, als nun die Phänomene im Gegensatz zur bloß visuellen Beobachtung und Photographie nunmehr automatisch apparativ registriert und mit dem physiologischen Zustand korreliert werden konnten. Dies summarisch im Wort „Paris“ zu verstecken, wie es bei einer bloßen Fortschreibung der bisherigen Versuchstechnik zulässig gewesen wäre, ist aufgrund des erzielten Durchbruchs nicht angebracht. (Was nicht bedeutet, daß ich an dieser Stelle eine Apologie Schrencks oder eine Diskussion über die Realität der Phänomene für angebracht hielte.)
Die angewandte parapsychologische Terminologie läßt zu wünschen übrig. Von Ektoplasma ist die Rede, ganz vereinzelt von Teleplasma, aber nirgends erfährt der Uninitiierte, daß es sich dabei um dieselbe hypothetische Substanz handelt, daß zu Schrencks Zeiten im deutschen Sprachraum die Verwendung des Wortes „Teleplasma“ vorherrschte – auch Schrenck selbst benutzt es passim –, während das von Richet eingeführte „Ektoplasma“ erst Jahrzehnte später über das englische „ectoplasm“ Dominanz erlangt hat. Auch „ektoplastisch“ ist nicht „ektoplasmatisch“, und „Paraphysik“ ist nicht „Parapsychophysik“, wie Richet dies Gebiet mit guten Gründen bezeichnet hat. „Paraphysik“ weckt andere Assoziationen (z. B. Schauberger, Meyl, sehr überzogen auch Tesla), die jedenfalls mit Parapsychologie nichts zu tun haben. Die Scheu vor vielsilbigen Komposita – Dierks würde sie wohl als „raumgreifend“ bezeichnen -- ist unangebracht, solche Wortbildungen sind auch sonst in der Wissenschaft nicht unüblich, man denke z. B. an die neue Disziplin der Psychoneuroimmunologie, und schließlich wendet sich das gegenständliche Buch an ein intellektuelles Lesepublikum und nicht an die Konsumenten von Kolportageromanen.
Ein persönliches Desideratum ist unerfüllt geblieben. Von Schrenck-Notzing gibt es ein Broschürchen „Handlesekunst und Wissenschaft“, das 1920 in der Reihe „Die Okkulte Welt“ im Johannes Baum Verlag in Berlin erschienen ist. Zumindest thematisch, vielleicht auch in Bezug auf die Wahl des Verlegers, stellt dieses kleine Werk ein völlig disparates Element in der literarischen Produktion Schrencks dar – ich hätte mir erhofft, darüber nähere Aufklärung zu erhalten.
Buchstäblich in den letzten Zeilen des Textes schmückt mich der Autor mit Federn, die mir nicht zukommen – es handelt sich dabei um geradezu groteskes Mißverständnis, dessen Zustandekommen ich mir nicht erklären kann, wenn ich daran denke, wie sorgfältig der Autor z. B. in seiner Auswertung der Archive vorgegangen ist. Es mag Mitte oder Ende der 1970er-Jahre gewesen sein, als ich Hans Bender im damaligen Eichhalde-Institut ersuchte, ein gewisses Archivstück (ein Fläschchen mit einer Ektoplasma-Probe) sehen zu dürfen. Bender interpellierte mich zunächst, woher von davon wüßte, und beschied mir dann, daß das Objekt „derzeit nicht auffindbar“ sei. Ich will mich jetzt gar nicht in Spekulationen ergehen, ob es tatsächlich in den Beständen verschollen war oder mein Ersuchen damit bloß abgewimmelt werden sollte. Einige Jahre nach Benders Tod (1991) ist das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) im Zuge seiner Umstrukturierung von der in Freiburgs Grüngürtel gelegenen Eichhalde ins Universitätsviertel in der Innenstadt übersiedelt. Als im Jahr 2000 die Jahrestagung der Parapsychological Association wieder in Freiburg stattfand, benutzte ich die Gelegenheit eines Besuchs der neuen Räumlichkeiten auch zu einer Besichtigung des Archivs. Natürlich ließ ich die Gelegenheit nicht vorbeigehen, nach dem bewußten Fläschchen zu fragen. Bereitwillig zeigte mir ein freundlicher Mitarbeiter das Stück, welches erwartungsgemäß im Zuge der Neuordnung aufgetaucht war. Daraus macht Dierks: „Im Jahre 2000 aber entdeckte es ein Forscher im badischen Freiburg …“ bzw. in einer Fußnote dazu: „… der Finder ist W. Peter Mulacz …“ Gar nichts habe ich selber gefunden – ich habe gefragt und man hat mir gezeigt, das war alles.
Das reichhaltige Literaturverzeichnis und ein Personenregister runden den Band ab; ein Sachregister wäre wünschenswert gewesen. Es ist zwar ökonomisch verständlich, aber dennoch bedauerlich, daß ein Buch von dieser Qualität nicht in gebundener Form vorliegt.
Abschließend möchte ich betonen, daß ich, ins Detail gehend, zwar viele jedoch eher marginale Punkte von Kritik aufgelistet habe, und daß der Gesamteindruck von Dierks’ Buch ein überaus positiver ist. Meine kritischen Anmerkung mögen nicht die Tatsache überschatten, daß das dieses Buch sehr umfassend über Leben und Werk eines Mannes orientiert, den sein Freund Richet in seinem Nachruf mit den Worten würdigt: „Keiner von uns, weder in England, noch in Italien, noch gar in Deutschland wird das Recht haben zu vergessen, daß Schrenck-Notzing der kühne und ruhmreiche Bahnbrecher unserer neuen Wissenschaft gewesen ist.“
Der Autor Dierks ist übrigens auch auf zwei Videos zum Thema zu sehen:
<http://www.youtube.com/watch?v=6dBfy5GxMKE> und <http://www.youtube.com/watch?v=eQtcFUYtAFI>.
Manfred Dierks:
Thomas Manns Geisterbaron: Leben und Werk
des Freiherrn Albert von Schrenck-Notzing
Paperback
366 Seiten, einige Illustrationen
Psychosozial-Verlag, Gießen, 2012
ISBN 978-3898068116
6.3
Timon L. Kuff: Okkulte Ästhetik. Wunschfiguren des Unbewussten im Werk von Albert von Schrenck-Notzing
Im selben Verlag wie Dierks’ oben besprochene Biographie Schrenck-Notzings ist, bereits 2011, auch diese bildwissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinem ¼uvre erschienen. Auch der Gegenstand ist weitgehend derselbe, da viele Aspekte von Schrencks Biographie zur Sprache kommen. Jedoch sind sowohl Zielsetzung wie Ausgangspunkt deutlich andere. „Die vorliegende Arbeit untersuchte die Wechselwirkung von ästhetischer Theorie, Kunst und unmittelbarer psychischer Forschung gerade im Hinblick auf ihre versteckten, eben okkulten, Zusammenhänge.“ Während Dierks sich des Urteils enthält, findet man bei Kuff schon im Vorwort und ohne nähere Begründung Sätze wie: „Der Arzt, der angetreten war, die Rede vom Übersinnlichen tilgen zu wollen, schaffte eine fiktive Phänomenologie, die für spätere Künstler eine reizvolle Fundgrube darstellte“ und „Der Versuch, den Fiktionen des Freiherrn von Schrenck-Notzing auf der Fährte zu bleiben, …“, wobei das zweimalige „Fiktional“ zeigt, daß er den Realitätsanspruch Schrencks schlichtweg negiert. Das möge aber für diejenigen Leser, die selbst auf anderem Standpunkt stehen mögen, kein Grund sein, das Buch gleich aus der Hand zu legen. Nicht nur, daß der Autor aufzeigt, wie viele Ideen Schrencks aus seiner Zeit als junger Arzt entscheidenden Einfluß auf seine späteren Experimente mit Medien hatten, es geht ihm auch und vor allem darum, aufzuzeigen, wie sich die Erwartungen Schrencks als parapsychologischer Experimentator bildhaft in den Produktionen seiner Medien (insbesondere bei Eva C.) niedergeschlagen haben – eine Spielart dessen, was man in der empirischen Wissenschaft „Versuchsleitereffekt“ nennt.
Auch Kuff setzt sich mit der Frühzeit Schrencks als Hypnotiseur und, mehr noch, als Suggestionstherapeut sowie als Sexualforscher auseinander. Gerade in letzterem Bereich zeigt Kuff die sehr traditionellen Wertvorstellungen Schrencks auf, denen dieser aber in seinem Privatleben nicht folgte, wofür u. a. ein Kapitel über die Gräfin Reventlow – eine quellenmäßig weit besser erschlossene Darstellung als die holzschnittartige Vergröberung bei Dierks – Zeugnis ablegt. Als Kind seiner Zeit war auch Schrenck ein Vertreter der damals üblichen „Doppelmoral“, die auch heute noch keineswegs überwunden ist. In dem Kapitel über den Prozeß Czynski zeigt Kuff auf, wie sehr der Gutachter Schrenck in dem Angeklagten gewisse Züge seines eigenen Charakters widergespiegelt gesehen haben mag. Alles in allem kommt Schrenck als Persönlichkeit bei Kuff nicht allzu gut weg; immer wieder wird er mit mehr oder minder pejorativen Attributen versehen (z. B. „ein geschickter Manipulator“, „durchaus eigennützig“, „Halsstarrigkeit“, „Unaufrichtigkeit“, „Verblendung“ usw.); wenig ist von einer „kritischen Distanz“, dafür mehr von purer Kritik zu sehen.
Die Münchner Kosmiker werden – weiterführend als bei Dierks – erwähnt, und besonderen Raum nimmt natürlich zunächst die „Traumtänzerin“ ein. Außer den im Wortsinn bildhaften Bezügen werden viele literarische abgehandelt: hier gleich anschließend der gleichnamige Roman des Kriminologen Erich Wulffen, später der Roman von Robert Müller, „Tropen“ und schließlich noch ein weiterer Roman: Paul Madsack „Die metaphysische Wachsfigur“ – alles literarische Werke, über die sich mehr oder minder der Schleier des Vergessen gebreitet hat.
Eva C. ist natürlich die ergiebigste Versuchsperson für die Argumentation des Verfassers, deren Richtung schon aus manchen Kapitelüberschriften erhellt: „die Wunschfiguren und Traumbilder im physikalische Mediumismus“, „die Materialisationsphänomene als Collagen und Karikaturen“, „die Innere Performance der Eva C. als Vorläufer der Körperkunst“ und „die Materialisationsphänomene: eine fiktive Schöpfungsgeschichte“. All dies ist durchaus interessant zu lesen und er öffnet neue Aspekte, hat aber mit den genuin parapsychologischen Aspekten wenig zu tun, während hingegen die permanente Polemik gegen Schrenck sich auf der argumentativen Ebene der 1920- und 30-iger Jahre bewegt („Dreimännerbuch“, Mosers „Okkultismus“, Bruhn „Gelehrte in Hypnose“). Im übrigen wählt Kuff sehr selektiv aus und behandelt nur einen Teil der von Schrenck untersuchten Medien und analog dazu nur einen Teil von Schrencks parapsychologischem Lebenswerk, im wesentlichen arbeitet er sich an den „Materialisationsphänomenen“ ab. Physikalische Phänomene des Mediumismus, die bildhaft/ästhetisch weniger „hergeben“, aber eher für die Realität der Phänomene sprechen mögen, fallen unter den Tisch: das ist zwar angesichts des Titels und der generellen Fragestellung verständlich, beeinflußt aber in wenig fairer Weise Kuffs Darstellung von Schrencks Werk in negativer Richtung.
Objektiv falsch ist die Etymologie, die Kuff für Reichenbachs „Od“ anbietet: er leitet dieses Wort ganz frank und frei vom griechischen „Odos“ ab, während Reichenbach selbst, der Schöpfer dieses Wortes, sich auf den germanischen Gott Odin bezieht. Es scheint, daß Kuff nur die Sekundärliteratur, nicht aber die Originale studiert hat.
Ein ausführliches Literaturverzeichnis und ein Bildnachweis runden den Band ab; leider fehlen sowohl Personen- wie Stichwortverzeichnis.
Timon L. Kuff
Okkulte Ästhetik. Wunschfiguren des Unbewussten
im Werk von Albert von Schrenck-Notzing
(zgl. Dissertation Universität Lüneburg 2012)
Paperback
545 Seiten, zahlreiche Illustrationen
Psychosozial-Verlag, Gießen, 2011
ISBN 978-3837921366
6.4
Michael Schetsche, Kirsten Krebber (Hrsg.): Grenzpatrouillen. Sozialwissenschaftliche Forschung zu außergewöhnlichen Erfahrungen und Phänomenen
Ein Dezennium Forschungsarbeit der Abteilung „Empirische Kultur- und Sozialforschung“ am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP), Freiburg i.Br., hat in diesem Band seinen Niederschlag gefunden. Es handelt sich um einen Sammelband; die Liste der Titel und Autoren ist umfangreich und gibt eine gute Vorstellung von dem großen Spektrum der behandelten Themen:
Michael Schetsche, Ina Schmied-Knittel: Zur Einleitung: Krisen der Wirklichkeit
Michael Schetsche, René Gründer, Gerhard Mayer, Ina Schmied-Knittel: Der Maximal Fremde. Überlegung zu einer transhumanen Handlungstheorie
Michael Schetsche, Ina Schmied-Knittel: Zwischen Pragmatismus und Transzendenz – Außergewöhnliche Erfahrungen in der Gegenwart
Ina Schmied-Knittel: Nahtod-Erfahrungen
Michael Schetsche: Entführt! Von Irdischen Opfern und außerirdischen Tätern
Gerhard Mayer: Die Figur des Schamanen. Zur Attraktivität des Schamanismus in Modernen Gesellschaften
Gerhard Mayer: Magier des 21. Jahrhunderts. Ein Versuch der Dimensionierung der Persönlichkeit des Magiers
René Gründer: Asatru in Deutschland. Strömungen einer alternativ-religiösen Bewegung
Gerhard Mayer, René Gründer: Coming Home or Drifting away? Wege zur Übernahme heterodoxer Glaubensvorstellungen und alternativer religiöser Weltanschauungen
Liane Hofmann: Nun sag, wie hältst Du’s mit Spiritualität und Religion? Ergebnisse einer bundesweiten Befragung unter psychologischen Psychotherapeuten
Gerhard Mayer: Über Grenzen schreiben. Presseberichterstattung zu Themen aus dem Bereich der Anomalistik und der Grenzgebiete der Psychologie
Ina Schmied-Knittel: Satanisch-ritueller Mißbrauch als Soziales Problem
Michael Schetsche: Soziale Kontrolle durch Pathologisierung? Konstruktion und Dekonstruktionen ‚Außergewöhnlicher Erfahrungen’ in der Psychologie.
So verschieden die einzelnen Beiträge auch sind, jeder von ihnen ist interessant und ich wüßte nicht, sollte ich eine Reihung vornehmen, welchem ich die Palme reichen sollte.
Bemerkenswert ist auch das Verzeichnis der Quellen, wo die in diesem Band vereinigten Beiträge zuerst veröffentlicht worden waren, spiegelt dieses doch die speziellen Orte in der deutschen Forschungslandschaft wider, wo Aufsätze über Probleme der „Grenzgebiete“ willkommen sind – und das sind erfreulicherweise gar nicht so wenige!
Michael Schetsche, Kirsten Krebber (Hrsg.)
Grenzpatrouillen. Sozialwissenschaftliche Forschung zu
außergewöhnlichen Erfahrungen und Phänomenen
Paperback
350 Seiten
Logos Berlin, 2012
ISBN 978-3832531546
6.5
In englischer Sprache:
Erlendur Haraldsson: The Departed among the Living. An Investigative Study of Afterlife Encounters
Im Jahre 1886 ist die erste größere Publikation der „Founder fathers“ der vier Jahre zuvor gegründeten Society for Psychical Research (SPR) erschienen: „Phantasms of the Living“ von Edmund Gurney, Frederic William Henry Myers und Frank Podmore, der 1896 die von Fritz besorgte verkürzte deutsche Übersetzung unter dem Titel „Gespenster lebender Personen und andere telepathische Erscheinungen“ folgte – die erste umfassende Sammlung von Spontanphänomenen, die sich auf Erscheinungen Verstorbener bezog. Während die deutsche Fassung auf ca. 100 Fälle zusammengekürzt worden war, beinhaltete das englische Original nicht weniger als 700 Fallberichte. Jetzt hat der isländische Forscher Erlendur Haraldsson, der auch bereits mehrfach in unserer Gesellschaft vorgetragen hat, in seinem Buch eine neuere Fallsammlung zusammen getragen, die durchaus dem Klassiker des 19. Jahrhunderts an die Seite gestellt werden kann und die das nachweist, was der „Altmeister“ Hans Bender nie müde geworden ist, zu betonen: die überraschende Gleichförmigkeit paranormaler Erscheinungen durch die Jahrhunderte hindurch. Haraldssons Buch wird auch von internationalen Kollegen entsprechend gewürdigt: „… one of the most important books of its kind since the classic 1886 survey Phantasms of the Living“ oder „You will, to put it mildly, be fascinated by what he presents in this book – and perhaps the plan of your life will be changed“ (Ch. Tart).
Umfrageuntersuchungen ergaben, daß rund ein Viertel der Europäer und rund ein Drittel der US-Amerikaner Begegnungen mit Verstorbenen erlebt haben. Auf dieser Basis hat der Verfasser in seiner Heimat eine Umfrage gemacht, auf die über 900 Personen positiv geantwortet haben; mit 450 dieser Personen wurden weiterführende Interviews gemacht, welche das Material für dieses Buch darstellen. Die Berichte wurden kategorisiert, z. B. visuelle Erfahrungen, akustische Erfahrungen, aber auch Erfahrungen, die an eine bestimmte Örtlichkeit gebunden zu sein scheinen oder Erfahrungen, die den Charakter einer Warnung haben. So stellt der Autor rund 30 Kategorien zusammen, innerhalb welcher ein knapp formulierter, auf das Wesentliche beschränkter Bericht dem anderen folgt – eine faszinierende Lektüre. In weiteren Kapiteln setzt Haraldsson sich mit grundsätzlichen Fragen auseinander, z. B. was für und was gegen die Hypothese eines Fortlebens spricht, während die verwendete Fragebögen als Annex angehängt sind.
Einerseits wissenschaftlich sauber, andererseits spannend zu lesen – somit uneingeschränkt empfehlenswert!
Erlendur Haraldsson
The Departed among the Living. An Investigative Study of Afterlife Encounters
Paperback
264 Seiten
White Crow Books, Guildford, Surrey, UK, 2012
ISBN 978-1908733290
==========================
7. Speziell für User von chello.at
==========================
Immer wieder erhalte ich von Beziehern dieses Newsletters, die ihren e-mail-Account bei chello.at haben, Unzustellbarkeitsmeldungen. Proteste beim chello-Support helfen, aber teils nur kurzfristig. Um dem abzuhelfen, empfehle ich den Betroffenen, die Absender-Adresse <newsletter@parapsychologie.ac.at> in die „Whitelist“ ihres e-mail-Progamms einzutragen.
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 47 – Wien, 10. 09. 2012
Wie die schönen Tage von Aranjuez, so ist auch die Urlaubssaison vorbei und es ist Zeit für einen Ausblick auf das kommende Semester wie auch für einen Rückblick, was sich seit dem letzten Newsletter in unserem Fach getan hat.
=======
INHALT:
=======
1. Remote Viewing Kurs in Wien
2. Vortragsprogramm für das Wintersemester in Vorbereitung
3. Forschungsgelder
4. Hypnose-Symposium
5. William G. Braud (1945–2012)
6. Todesnähe-Forscher unter schwerem Verdacht
7. Literaturhinweise
8. ÖGPP jetzt auch auf Facebook
==============================
1. REMOTE VIEWING KURS IN WIEN
==============================
Im April hat Alexis Champion von „IRIS Intuition Consulting“ <http://www.iris-ic.com/index.php?option=com_content&view=article&id=185%3Aenglish-version&catid=58&Itemid=285> gemeinsam mit Hélène Pau einen RV-Workshop in Wien abgehalten, den wir außerhalb unseres normalen Vortragsprogramms organisiert hatten und der, gleichsam ein „Schnupperkurs“, großen Anklang gefunden hat. (Vgl. den Bericht auf
<http://parapsychologie.ac.at/RV/RV-Veran.htm>.)
Aufgrund des großen Interesses hat Alexis Champion angeboten, in Wien einen regulären RV-Kurs („Basic Controlled Remote Viewing Course“) abzuhalten, wenn sich genügend Interessenten melden. Der Kurs beinhaltet vier Kurstage, allerdings ist zwischen Tag 3 und Tag 4 ein Ruhetag vorgesehen – ein Format, das sich bewährt hat. Um (für Berufstätige) nicht allzu viele Urlaubstage zu verbrauchen, bietet es sich an, den Kurs an einem Samstag zu starten, somit fallen nur Montag und Mittwoch als Werktage an; der Dienstag ist kursfrei.
Der Preis beträgt ¤ 550,– (plus den aliquoten Anteil der Raumkosten) und beinhaltet vier Kurstage à 6,5 Unterrichtseinheiten sowie, nach Kursende, zehn Telephondiskussionen à 30 Minuten.
Als Termine bieten sich an:
- A. 22.-26. September (25. frei)
- B. 01.-05. Dezember (04. frei)
Bei Interesse bitte umgehend e-mail an <office@parapsychologie.ac.at> unter der Angabe der Terminpräferenz, A, B, oder egal.
===============================================================
2. VORTRAGSPROGRAMM FÜR DAS WINTERSEMESTER IN VORBEREITUNG
===============================================================
Aller Voraussicht nach beginnen wir unsere Vorträge im Wintersemester am 15. Oktober. Sobald das Programm finalisiert ist, wird es in der üblichen Weise (Website <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> und Aussendung an Mitglieder sowie eingetragene Interessenten) bekannt gemacht werden; überdies erscheint rechtzeitig auch die nächste Folge dieses Newsletters.
=====================
3. FORSCHUNGSGELDER
=====================
3.1
Die schwedische Organisation „Helene Reeder Memorial Fund for Research into Life after Death, HRF” lobt wieder Forschungsgelder für kleinere bis mittlere Projekte zur Frage des Lebens nach dem Tode aus. Auskünfte sowie Bewerbungen (in Englisch) an Herrn Edgar E. Müller per e-mail <edg.muller@comhem.se>; Einreichungsfrist ist der 15. Oktober 2012.
3.2
Die Templeton Foundation finanziert mit 2,5 Millionen US-Dollar das „Unsterblichkeitsprojekt“, wobei Forschungsprojekte nur von Angehörigen von Universitäten und Colleges einzureichen sind. Drei thematische Kategorien wurden definiert:
- empirische Studien zur Frage eines Fortlebens nach dem Tod (z.B. Out-of-Body Experiences, Erinnerungen an „frühere Leben“ etc.)
- empirische Studien in Hinblick auf den Glauben an ein Leben nach dem Tod und die kognitiven Grundlagen dieser Überzeugung
- empirische Forschung zur Verlängerung des physischen Lebens
Außerdem sind Preise für populäre Essays zum Thema ausgelobt.
<http://www.sptimmortalityproject.com/>
======================
4. HYPNOSE-SYMPOSIUM
======================
Am 2. Oktober findet in Stockholm ein eintägiges Symposium „The cognitive and neural mechanisms of hypnosis“ statt. Siehe
<http://kva.se/sv/Kalendariumlista/Event/?eventId=422>
=============================
5. WILLIAM G. BRAUD (1945–2012)
=============================
Am 13. Mai 2012 ist der sehr bedeutende US-amerikanische Parapsychologe William G. Braud seinem Krebsleiden erlegen. (Achtung: Braud ohne -e, nicht zu verwechseln mit Stephen Braude, der erfreulicherweise noch unter uns weilt.)
William Braud mag dem deutschsprachigen Publikum leider wenig bekannt sein, dennoch ist sein Lebenswerk überaus beeindruckend. Er hat über 250 Artikel in Fachzeitschriften publiziert und zahllose Buchbeiträge verfaßt; recht bekannt ist die von ihm als Buch mit dem Titel „Distant Mental Influence: Its Contributions to Science, Healing, and Human Interactions (Studies in Consciousness)“ publizierte Aufsatzsammlung. Jim Carpenter bezeichnet William Braud in einem kurzen Nachruf als einen „giant in the field of parapsychology“ und das ist – auch wenn man die bekannte Überschwänglichkeit der US-Amerikaner in Abzug bringt – eine durchaus zutreffende Charakterisierung. Braud war der Leiter des Instituts für Transpersonale Psychologie (Sofia University) <http://www.sofia.edu/academics/faculty/braud.php>.
Die Adresse seiner eigenen Webpage lautet: <http://inclusivepsychology.com/>, wobei dort auch zahlreiche seiner Artikel als PDF heruntergeladen werden können.
Persönlich war William Braud ein ruhiger und bescheidener Mensch, der auch von seinem Tod kein Aufhebens machen wollte und sich daher jegliche Trauerfeier verbeten hat. Es scheint, er wollte so still aus dieser Welt gehen, wie er einst in sie getreten war …
=================================================
6. TODESNÄHE-FORSCHER UNTER SCHWEREM VERDACHT
=================================================
Der US-amerikanische Kinderarzt Melvin Morse hat sich vor allem mit der Erforschung von „Near Death Experiences“ bei Kindern, worüber er auch mehrere Bücher verfaßt hat, einen Namen gemacht. Mehr Information gibt es auf seiner Website <http://spiritualscientific.com/>, ferner Videos auf youtube, z.B.
<http://www.youtube.com/watch?v=jwwOFCwD6AU>
Nun wurde er von seiner Stieftochter der Anwendung von CIA-Foltermethoden beschuldigt, was auch in mehreren Artikeln in der deutschen Presse reflektiert worden ist; ein paar Beispiele:
<http://www.welt.de/vermischtes/article108637491/Die-brutalen-Experimente-des-Dr-Morse.html>
<http://www.stern.de/panorama/arzt-unter-waterboarding-verdacht-das-unheilvolle-familienleben-des-dr-seltsam-1876015.html>
<http://www.n-tv.de/panorama/Kind-mit-Waterboarding-gequaelt-article6938111.html>
<http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/usa-kinderarzt-soll-stieftochter-mit-waterboarding-gequaelt-haben/7003908.html>
„Es gilt die Unschuldsvermutung“.
====================
7. LITERATURHINWEISE
====================
7.1
Eine Reihe von einschlägigen Neuerscheinungen liegt auf meinem Schreibtisch, teils bereits gelesen, teils noch nicht. Ich plane, sie alle im nächsten Newsletter mehr oder minder ausführlich zu besprechen. Jetzt beschränke ich mich darauf, Titel und Autoren aufzuzählen, damit Sie jetzt schon wissen, was Sie demnächst erwartet:
- Manfred Dierks: Thomas Manns Geisterbaron. Leben und Werk des Freiherrn Albert von Schrenck-Notzing
- Timon L. Kuff: Okkulte Ästhetik. Wunschfiguren des Unbewussten im Werk von Albert von Schrenck-Notzing
- Michael Schetsche, Kirsten Krebber (Hrsg.): Grenzpatrouillen. Sozialwissenschaftliche Forschung zu außergewöhnlichen Erfahrungen und Phänomenen
In englischer Sprache:
- Erlendur Haraldsson: The Departed among the Living. An Investigative Study of Afterlife Encounters
7.2
Ferner ist der aktuelle Arbeitsbericht des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP), Freiburg i.Br., erschienen; Interessenten können bei Herrn Dipl.-Psych. Eberhard Bauer über die Adresse <bauer@igpp.de> Exemplare kostenlos anfordern.
7.3
Und schließlich hat auch der unverwüstliche Walter von Lucadou gemeinsam mit einem Co-Autor ein neues Buch (mit dem Titel „Die Geister, die mich riefen: Deutschlands bekanntester Spukforscher erzählt“) publiziert, das mir aber derzeit (noch?) nicht vorliegt.
================================
8. ÖGPP JETZT AUCH AUF FACEBOOK
================================
Dem Zug der Zeit zu den sozialen Netzwerken folgend, und in der Absicht, dadurch neue – insbesondere jüngere – Kreise für das Gebiet der Parapsychologie ansprechen zu können, habe ich vor kurzem einen facebook-Account eingerichtet, der natürlich in keiner Weise unsere Website <http://parapsychologie.ac.at/> ersetzt, sondern vielmehr auf diese hinweist. Sie finden unsere Gesellschaft unter der Adresse
<http://facebook.com/Parapsychologische.Gesellschaft> – statten Sie uns auch dort einen virtuellen Besuch ab! Sie sind herzlichst dazu eingeladen.
Prof. Peter Mulacz
--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 46 – Wien, 18. 04. 2012
=======
INHALT:
=======
1. Generalversammlung 2012
2. RV-Workshop (Erinnerung)
3. Symposium II im Stift Vorau
4. Ausstellung „Wunder“ in Krems
5. Neues zur „Primärwahrnehmung“ (Cl. Backster)
6. Literaturhinweise
7. „Social Media“ (Facebook)
8. Mitglieder- und Sponsoren-Werbung
===============================
1. GENERALVERSAMMLUNG 2012
===============================
Bei der am 20.03.2012 statutengemäß abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung wurden folgende Mitglieder als Funktionäre in den Vorstand gewählt bzw. wiedergewählt:
a.o. Univ.-Prof. Dr. Manfred KREMSER (Präsident)
Prof. Peter MULACZ (Vizepräsident und Generalsekretär)
Mag. Gerhard HOLISCHKA (Kassier)
Mag. Dr. Elisabeth MAZAL-KREMSER (Bibliothekarin)
HR Dr. Günther FLECK
Dipl.-Ing. Dieter SCHORNBÖCK
Mag. Ronald WEIGL
Bei den beiden Rechnungsrevisoren hat sich keine Änderung ergeben:
Mag. Heidemarie UNTERREINER
Dipl.-Ing. Heinz BREITENBACH
Außer der Neufestsetzung des Mitgliedsbeitrags (¤ 30,–) sind insbesondere die Aspekte Mitgliederbewegung, Raumproblem und die Frage von Sponsoren behandelt worden, wichtig genug, ihnen in diesem Newsletter einen eigenen Punkt zu widmen – den letzten, damit er den Lesern im Gedächtnis bleibt …
==================
2. RV-WORKSHOP
==================
Diesen Samstag, am 21. April, findet der bereits angekündigte „Remote Viewing“ Workshop statt; es sind für schnell Entschlossene noch einige wenige Plätze frei. Es geht dabei um Training von Sensibilität und Intuition, um Methoden, innere Bilder ins Bewußtsein steigen zu lassen, die sich auf Realitäten der Außenwelt beziehen. (Es geht nicht um einen Selbstfindungstrip und Bilder der „Innenwelt“, und nicht um das Lösen persönlicher Probleme!)
Weitere Information: <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss2012/RVwkshop.pdf>
================================
3. SYMPOSIUM II IM STIFT VORAU
================================
Unter dem gleichlautenden Titel „Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen“ findet -- nach dem großen Erfolg des ersten Symposiums in Vorjahr -- bereits die zweite derartige Veranstaltung im Rahmen der Österreichischen Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie <http://www.organismicsystems.org/> mit der wir bereits öfters Kooperationsveranstaltungen durchgeführt haben, statt.
Ich werde bei diesem Symposium über das Thema „’Wunder’ kritisch hinterfragt: Stigmatisation – Träger der „Wundmale Christi“?“ referieren, ein Thema, bei dem die Parapsychologie ein gewichtiges Wort mitzureden hat.
Auch bei dieser Veranstaltung sind gerade noch ein paar Plätze frei.
Weitere Information: <http://www.organismicsystems.org/files/events/Vorau/2012/vorau.htm>
Programm-Download: <http://www.organismicsystems.org/files/events/Vorau/2012/VorauII-aussen.pdf> und <http://www.organismicsystems.org/files/events/Vorau/2012/VorauII-aussen.pdf>
===================================
4. AUSSTELLUNG „WUNDER“ IN KREMS
===================================
Die Ausstellung „Wunder“, die in den Deichtorhallen im Hamburg zu sehen gewesen ist (bereits im letzten Newsletter unter Pkt. 5.4.2 erwähnt), ist nun überraschenderweise (d.h. zumindest für mich überraschend) auch nach Österreich gekommen und jetzt bis 01. Juli 2012 in der Kunsthalle Krems < <http://kunsthalle.at/> zu sehen. Die Aspekte der Parapsychologie stehen dabei eher am Rande, aber zumindest ist das Gebiet dort auch präsent.
Immerhin ist für das Plakat ein parapsychologisches Sujet gewählt worden (Schrenck-Notzing, Ektoplasma bei dem Medium Stanislawa Popielska, 1913). Dieses Bild ist u.a. in diesen Rezensionen zu sehen:
<http://isatrends.at/uncategorized/32003/warten-auf-ein-wunder-ausstellung-wunder-in-der-kunsthalle-krems/> sowie <http://www.wieninternational.at/de/content/kleines-einmaleins-des-wunderns-de> (dort auch ein Bild der Gipsausgüsse von Paraffinhandschuhen, die Gustave Geley dem Medium Franek Kluski erzielt hat).
Links zur Ausstellung: <http://www.wunder-ausstellung.de/> bzw.
<http://www.kunsthalle.at/kunsthalle-krems/ausstellungen/wunder.-kunst-wissenschaft-und-religion>
===================================================
5. NEUES ZUR „PRIMÄRWAHRNEHMUNG“ (Cleve Backster)
===================================================
Cleve Backster, seinerzeit der Leiter Schulungsabteilung für „Lügendetektoren“ im amerikanischen Geheimdienst CIA, ist mit seiner Behauptung weltberühmt geworden, daß elektrische Ableitungen von Pflanzen Rückschlüsse auf eine „primäre Wahrnehmungsfähigkeit“ erlauben würden, indem sie zeigen, daß Pflanzen auf das reagieren, was in ihrer Nähe passiert. Die Ableitung elektrischer Potentiale von Pflanzen ist nun nicht gerade einfach, von anderen Problemen ganz abgesehen, und seine Methoden waren gewiß nicht sauber genug – aber er hat wenigstens diesen Forschungsbereich initiiert. (Freilich hatte auch Backster schon Vorläufer; z.B. den indischen Physikers und Pflanzenphysiologen Sir Jagadis Chandra Bose.) Trotz mancher populärer Bücher zum Thema ist Backster viel gescholten worden; mittlerweile ist es still um diese Forschung geworden.
Nun hat, wie ich von der letzten Tucson-Konferenz erfahren habe, ein gewisser Ben W. Bendig von UCLA eine konzeptuelle Replikation der Backster-Experimente begonnen und, seinen Angaben zufolge, insbesondere bei emotionsgeladenen Gesprächen von Menschen in der Nähe von Pflanzen sehr eindeutige Ergebnisse hinsichtlich einer Reaktion der Pflanzen auf die Emotionen der Menschen gefunden; folgerichtig spricht er auch von „Plant Sensitivity to Spontaneous Human Emotion“. Man darf gespannt darauf sein, was die weitere Forschung auf diesem Gebiet noch bringen mag.
Link: <http://sbs.arizona.edu/project/consciousness/report_poster_detail.php?abs=1533>
========================
6. LITERATURHINWEISE
========================
6.1
„Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen“
In wenigen Tagen erscheint dieser Band, der die Referate des ersten gleichnamigen Symposiums im Stift Vorau (April 2011) beinhaltet und den ich jetzt im Verlag <ERASMUSWien http://erasmuswien.at> herausgegeben habe. (Vgl. auch oben Pkt. 2). Mein eigener Beitrag darin trägt den Titel „Esoterik kritisch hinterfragt: von Parapsychologie und Okkultismus, von Wissen(schaft) und Glauben“ und analysiert kritisch den Denkrahmen der Esoterik (im Gegensatz zur Parapsychologie, wobei es mir um die Kontraposition der Esoterik gegenüber wissenschaftlicher Methodik geht, ohne dabei Näheres über Parapsychologie
auszuführen).
Bisher war interimistisch eine .pdf-Version meiner Vortragsfolien auf die Website hochgeladen (vgl. Newsletter N° 43, Pkt. 4); diese habe ich jetzt, da die ausführlichere Darstellung im Buch erscheint, wieder gelöscht, sodaß der szt. Hinweis nunmehr obsolet ist. (Die anderen Beiträge – aus den Gebieten Philosophie, Kosmologie, Biologie und Physik – haben keine Relevanz für die Parapsychologie.)
Weitere Information: <http://www.organismicsystems.org/files/publikat/Flyer.pdf>
Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen
Herausgeber: Peter Mulacz
163 Seiten, mit s/w Abb.
Broschur, Format 24 x 17 cm
¤ 18,–
Verlag ERASMUSWien <http://erasmuswien.at/>
ISBN 978-3-9502954-2-9
6.2
„Esoterisches Wien“
Vermutlich ist dies Buch das einzige Wien-Buch, in dem unserer Gesellschaft ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Freilich ist in dem Buch nur ein kleiner Teil dem Bereich der Parapsychologie bzw. der Grenzgebiete vorbehalten – leider nicht immer ganz verläßlich, was bei einer allfälligen zweiten Auflage verbessert werden sollte –, während der größte Teil des Buches sich mit Plätzen, Baulichkeiten und auch Persönlichkeiten beschäftigt, die keinen Bezug zu den Grenzgebieten haben; insofern ist der Titel etwas irreführend, wurde aber offensichtlich als ein Gegenstück zu dem im gleichen Verlag erschienen Band „Esoterisches Prag“
gewählt. Aufgrund der Biographie des Verfassers sind die zahlreichen Bezüge, die sich in Wien aufgrund der jahrhundertelangen Zugehörigkeit der Länder der böhmischen Krone zum Habsburgerreich manifestiert haben, besonders liebevoll dargestellt und ich habe da so manches gelernt, was mir bisher unbekannt gewesen war.
Esoterisches Wien
Eine Stadt die viel bietet aber noch mehr verbirgt
Ferdinand Smikmator
geb.
551 Seiten, reich farbig illustriert
Verlag Eminent, Prag, 2011
ISBN 978-80-7281-420-6
============================
7. „SOCIAL MEDIA“ (Facebook)
============================
Dem Trend der Zeit kann sich auch unsere Gesellschaft nicht entziehen – und wir wollen dies auch nicht, zumindest dort, wo dieser Trend als sinnvoll erscheint. Vielleicht lassen sich durch Präsenz unserer Gesellschaft auf den „Social Media“ neue Kreise für die Parapsychologie interessieren, allenfalls auch Mitglieder gewinnen. Wie auf der Generalversammlung besprochen, richten wir für unsere Gesellschaft zunächst eine Seite auf „Facebook“ ein. Der Inhalt wird zwar im Vergleich zu unserer Website eher bescheiden sein, es geht jedoch eher darum, auch auf diesem Medium „Flagge zu zeigen“ und Facebook-Usern die Möglichkeit zu bieten, uns auf deren beliebtestem Medium zu finden.
=========================================
8. MITGLIEDER- UND SPONSOREN-WERBUNG
=========================================
8.1
Wie auf der Generalversammlung besprochen, sehen wir uns, ähnlich der großen Politik, mit der Schere sinkender Einnahmen und steigender Ausgaben konfrontiert. Die Zahl der Mitglieder ist in den letzten Jahren relativ stark gesunken, teils durch Austritte und Todesfälle, vor allem aber durch Bereinigung von „Karteileichen“, d.h., von Personen, die mehr als drei Jahr mit ihrem Mitgliedsbeitrag im Rückstand waren.
Eine gelinde Anhebung des Mitgliedsbeitrags ist die eine Maßnahme, die andere muß sein, neue Mitglieder zu gewinnen.
Daher meine Einladung an alle Leser dieses Newsletters, sofern Sie nicht bereits Mitglied unserer Gesellschaft sind, diese durch einen Beitritt als Mitglied zu unterstützen.Weiters ersuchen wir Sie höflich, unsere Gesellschaft nach Kräften in Ihrem Umfeld bekannt zu machen bzw. für die Mitgliedschaft zu werben.
8.2
Wie bereits im Newsletter N° 42 avisiert, werden wir mit Semesterende des Raumes im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien, in dem bisher unsere Bibliothek untergebracht war, verlustig gehen.
Daher suchen wir dringend eine neue Bleibe.
Da dies mit erheblichen Ausgaben verbunden sein wird, die unsere finanziellen Möglichkeiten deutlich übersteigen, suchen wir primär entsprechende Sponsoren. Sachdienliche Ideen und Hinweise zur Kontaktaufnahme mit potentiellen Sponsoren werden an unsere Adresse <office@parapsychologie.ac.at>erbeten.
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 45 – Wien, 14. 03. 2012
INHALT:
=======1. Vortragsprogramm für das Sommersemester
2. Teilnehmer(innen) für Experiment gesucht
3. Konferenzen und internationale Tagungen
4. Personalia
5. Literaturhinweise
6. James Randi und die Chronique Scandaleuse
7. Programmversand
======================
1. VORTRAGSPROGRAMM
======================20. März 2012
Alfons Steiner
Parapsychologie und Religion
21. April 2012
Alexis Champion und Hélène Pau
Remote Viewing
Workshop
23. April 2012
Alexis Champion und Hélène Pau
Remote Viewing
Historic developments, theoretical foundations, various applications, findings and results
08. Mai 2012
Peter Mulacz
Weltuntergang
Apokalyptische Prophezeiungen vom Mühlhiasl bis zum Maya-Kalender
22. Mai 2012
Günther Fleck
Mythos und Wirklichkeit der Nutzung paranormaler Fähigkeiten
im zivilen und militärischen Bereich
19. Juni 2012
Christa A. Tuczay
WerwolfsgeschichtenUnser Vortragsprogramm für das Sommersemester 2012 ist, wie immer, auf unserer Internetpräsenz <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar; an unsere Mitgliedern sowie registrierte Interessenten ist es auch bereits per Post unterwegs.
Dem ersten Vortrag vorgestaffelt ist die – nur Mitgliedern zugängliche – Generalversammlung, zu deren Abhaltung wir aufgrund der Statuten bzw. des Vereinsgesetzes verpflichtet sind.
Wenn Alfons Steiner über „Parapsychologie und Religion“ sprechen wird, so hat er im wesentlichen die christliche Religion, noch genauer gesagt, die römisch-katholische Konfession im Auge.
Alexis Champion und Hélène Pau kommen aus Paris zu uns und führen zwei Veranstaltungen, beide in englischer Sprache, ab:ein Ganztags-Workshop, bei dem das Remote Viewing Protocol in der Weise vorgestellt wird, daß praktische Vorführungen und insbesondere eigene Übungen zur Hervorrufung bzw. Steigerung von Sensitivität und Intuition im Vordergrund stehen. Bei dem darauf folgenden Vortrag stehen hingegen eher die theoretischen Gesichtspunkte wie das theoretische Modell sowie Fallstudien im Vordergrund. Alexis Champion war einer der Direktoren des Institut Métapsychique International (IMI) und betreibt mittlerweile ein eigenes Unternehmen, in dem RV sowohl Interessierten gelehrt wird wie auch für bestimmte Aufträge praktisch zur Anwendung kommt.
Was den prophezeiten oder befürchteten Weltuntergang betrifft, so ist nun – nach der Sonnenfinsternis von August 1999 und der Jahrtausendwende 2000/2001 – mit dem ominösen Datum des Maya-Kalenders der dritte Termin im Kommen, der Veranlassung bietet, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen; im wesentlichen geht es bei meinem Vortrag um den Unterschied zwischen der „Prophezeiungsliteratur“ einerseits und andererseits dem Phänomen der Präkognition im Kontext parapsychologischer Forschung.
Vgl. auch <http://parapsychologie.info/endzeit/millenni.htm>.
Günther Fleck nimmt das Thema, wie weit paranormale Fähigkeit praktisch genutzt werden können, wieder auf und stellt schönfärbende, übertriebene Darstellungen der Realität gegenüber.
Vgl. zu diesem Thema auch meinen szt. Vortrag über die „verlorene Unschuld“ der Parapsychologie (RV und CIA)
<http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/mulacz/cia.htm> mit weiterführenden Links.
Den Abschluß des Semesters bildet wieder einmal ein kulturhistorisches Thema, und zwar die Ausführungen der Altgermanistin Christa A. Tuczay über (angebliche) Tierverwandlungen im historischen Kontext, insbesondere Werwolfsgeschichten.
==========================================
2. EXPERIMENT – TEILNEHMER(INNEN) GESUCHT
==========================================
In Kooperation mit unserer Gesellschaft ist an der Fachhochschule Technikum Wien unter der Leitung unseres Mitglieds Robert Pucher eine Replikation eines Experiments der bekannten seinerzeitigen PEAR-Gruppe (Princeton Engineering Anomalies Research) angelaufen. Es geht dabei um mikro-PK, konkret um die mentale Beeinflussung eines zufallsgemäßen Datenstroms, vgl. <http://www.princeton.edu/~pear/experiments.html>. Das Experiment wird von Thomas Ludwig durchgeführt, der auch die Software für die Bildschirmdarstellung – ganz ähnlich den PEAR-Versuchen, vgl. <http://www.princeton.edu/~pear/images/hm-reg.jpg> und <http://www.princeton.edu/~pear/images/single-operator-graph.jpg> – entwickelt hat. Allerdings beruht das Generieren der Zufallsfolge auf einem anderen Prinzip als dem in Princeton angewandten, nämlich auf dem Gerät „Quantis“ der Firma ID Quantique (IDQ), das auf optischer Basis arbeitet und eine erhöhte Sicherheit hinsichtlich nachhaltiger Zufälligkeit des Datenstroms gewährleistet.
Interessent(inn)en an der Teilnahme an diesem Experiment setzen sich zwecks Terminvereinbarung am besten direkt mit Herrn Ludwig ins Einvernehmen, der dazu die e-mail-Adresse <quantenzufall@gmx.at> eingerichtet hat; ein CC an die Adresse <zufallsexperiment@parapsychologie.ac.at> ist erbeten.
=============================================
3. KONFERENZEN UND INTERNATIONALE TAGUNGEN
=============================================
3.1 Bial-Symposium:
Das 9. Symposium "Behindand Beyond the Brain" der BIAL-FoundationistdemThema "Sleep and Dreams" gewidmet. Wie immer bei Bial werden höchstqualifizierte internationale Experten referieren.
28.-31. März 2012
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/9th_symposium_.83/%C2%93behind_and_beyond_the_brain%C2%94.a186.html>
(Vorsicht mit Zeilenumbruch innerhalb des Links!)
3.2
Zwei Wiederverlautbarungen (vgl. Newsletter 44, Pkt. 7):3.2.1
Body, Soul, Spirits and Supernatural Communication
18.-20. Mai 2012, Pecs, Ungarn
<http://ccwe.wordpress.com/2011/10/19/body-soul-spirits-supernatural-communication/>
3.2.2
PA Convention 2012
Die 55. Jahrestagung der Parapsychological Association wird vom 9.-12. August 2012 in Durham, NC stattfinden, in einem
Konferenzhotel nahe dem Rhine Research Center, das gemeinsam mit der Atlantic University
als Organisator fungiert.
<http://parapsych.org/articles/37/119/announcing_the_2012_pa_convention.aspx>
==============
4. PERSONALIA
==============
4.1 Bill ROLL
William George Roll II. (3. Juli 1926–9. Januar 2012). Sein Vater war US-amerikanischer Vizekonsul in Bremen, seine Mutter eine Dänin. Seit früher Jugend hatte er persönliche Erfahrungen von OBE (Außerkörperliche Erfahrung), was sein Leben prägte. Während des Zweiten Weltkriegs war Roll in der dänischen Widerstandsbewegung aktiv und nahm auch die dänische Staatsbürgerschaft an – er fühlte sich als „dänischer Junge“. Studiert hat er dann in Berkeley und Oxford; seinen PhD machte er viel später an der Universität von Lund (Schweden) bei Martin Johnson mit einer Arbeit zum Problem des „Überleben des physischen Todes“. Er war zwei Mal verheiratet und hinterläßt eine Witwe, Lydia, drei Kinder und sieben Enkelkinder.
Von 1957 bis 1964 (Rhine’s Emeritierung) war Roll am Parapsychology Laboratory an der Duke University, anschließend war er bis 1985 als Direktor der Psychical Research Foundation tätig, wo er insbesondere in den Bereichen ESP (Außersinnliche Erfahrung), OBE– und zwar OBE Tests mit Keith Harary und EEG-ESP Experimente mit Sean Harribance, unter Mitarbeit von Bob Morris, dem späteren Koestler-Professor in Edinburgh – und Psychokinese (PK) geforscht hat, vor allem aber – seit 1958 – im Bereich von Poltergeistfällen bzw. RSPK, wo er u.a. Wert auf die Messung physikalischer Parameter (geomagnetisches Feld etc.) legte. In diesem Bereich ergab sich insbesondere die Kooperation mit Hans Bender (Freiburg) und Dean Radin. Als theoretisches Modell für RSPK und verwandte Phänomene hat er mit dem „long body“sympathisiert, einer Chiffre für Wirkungen außerhalb der Körpersphäre.
Roll war „Professor of Psychology and Psychical Research“ an der University of West Georgia, verfaßte mehr als hundert wissenschaftliche Abhandlungen und Artikel in Sammelbänden, hat elf Bände der Reihe „Research in Parapsychology“ herausgegeben und vier Bücher publiziert, darunter zuletzt „Unleashed: Of Poltergeister und Murder: The Curious Story of Tina Resch“. Deutschsprachigen Lesern ist er durch sein Kapitel in dem von John Beloff herausgegebenen Band „Neue Wege der Parapsychologie“ (Walter-Verlag 1980) bekannt.
Die letzten Jahre seines Lebens war von fortschreitendem physischem Verfall gekennzeichnet; nun ist er nach langem Leiden erlöst worden.
Video von Bill Rolls Rede an der PRF 2007 <http://www.psychicalresearchfoundation.com/media2.html ab Minute 03:15>.
Einige seiner Aufsätze können von der Seite <http://www.psychicalresearchfoundation.com/papers.html> heruntergeladen werden.
4.2 Jeanne ACHTERBERG
Jeanne Achterberg, mit einigen Büchern über Imagination und Heilung auch deutschsprachigen Lesern bekannt, ehemals Mitarbeiterin von O. Carl Simonton, war eine Vertreterin der transpersonalen Psychologie mit besonderem Interesse an Komplementärmedizin; aufgrund der vielfachen Beziehungen zwischen der transpersonalen Psychologie und der Parapsychologie wie auch des Problems „geistiger Heilung“ sei ihr Ableben auch hier kurz erwähnt. Ich bin Jeanne Achterberg nur ein einziges Mal begegnet, bei der Konferenz Utrecht II; nun ist sie am 07.03.2012 – angesichts ihres Engagements für die Simonton-Methode muß man sagen: tragischerweise – ihrem Krebsleiden erlegen.
====================
5. LITERATURHINWEISE
====================
5.1 Clinical Parapsychology
Lang erwartet, ist dieser Tagungsband der ersten internationalen Konferenz von Experten in „Klinischer Parapsychologie“, die 2007 in Amsterdam stattgefunden hat, nun endlich erschienen, herausgegeben von Wim Kramer (der auch sowohl in unserer Gesellschaft wie auch an der SFU zu diesem Thema referiert hat) und Kollegen; der Band umfaßt 320 Seiten.
Das Thema ist ein sehr spezieller Ausschnitt aus dem gesamten Spektrum der Parapsychologie, aber ein durchaus wichtiger, mit engem Bezug zu Psychotherapie und Psychohygiene. Der Band enthält auch eine überaus umfassende Bibliographie.
Perspectives of Clinical Parapsychology.An Introductory Reader.Edited by Wim H. Kramer, Eberhard Bauer, Gerd H. Hövelmann.
320 Seiten
Verlag Stichting Het Johan Borgman Fonds (2012)
ISBN 9789081835701
(Inhalt und Bestelldetails: <http://parapsychologie.ac.at/Flyer_ClinicalParapsychology.pdf>)
5.2
Sodann zwei Bücher aus dem Bereich der Thanatologie, wobei es scheint, daß sich das Un-Wort „Nahtod“ nicht mehr ausrotten läßt; es handelt sich um eine schlechte deutsche Übersetzung des englischen „Near Death“ was besser mit Todesnähe wiederzugeben wäre (Near Death Experience, NDE = Todesnähe-Erfahrung). Überdies ist es, insbesondere akustisch, leicht mit „Nachtod“ zu verwechseln, z.B. Nachtod-Kontakte, NTK (After Death Communication, ADC), der anscheinende Begegnung mit Verstorbenen in verschiedenen Modalitäten.
Vom Sprachlichen einmal abgesehen – beide Bücher setzten sich, jeweils verschiedene Aspekte beleuchtend, mit dem Leib-Seele-Problem (oder Gehirn-Seele-Problem) auseinander, was impliziert, daß sie über den einzelwissenschaftlichen Bereich der Parapsychologie hinaus weisen.
5.2.1
Bei dem Titel „Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen“ von Günter Ewald hat mich der Untertitel neugierig gemacht, er stellt nämlich die Frage „Gibt es eine unsterbliche Seele?“. Nun ist die „unsterbliche Seele“ ein Begriff, den man heute selten hört, auch nicht in Kreisen der (röm.-kath.) Theologie. Das Buch ist, wie gleich beim ersten Aufschlagen deutlich wird, von einem pointiert christlichen Standpunkt aus verfaßt. Es resümiert zunächst durchaus Bekanntes, wie Berichte über Tunnelvision, Lichtwesen, Lebenspanorama etc., hat aber in diesem Teil besonderen Wert darin, daß eine ganze Reihe von Erlebnisberichten abgedruckt sind, die dem Autor von Lesern früherer Werke oder Hörern seiner Vorträge zugesandt worden sind. Wertvoll sind dabei so manche Details, wie die Aussage „[…] ich schwebte immer weiter von mir weg […] und jemanden hörte ich nach Sauerstoff schreien. Und in dem Moment, als ich beatmet wurde, musste ich in meinen Körper zurück“ oder die Tatsache, daß eine Person, die ein solches Erlebnis hatte, angibt, später mehrere Selbstmordversuche gemacht zu haben. Leider diskutiert der Autor beides nicht, obgleich er die Hypothese, außerkörperliche Erfahrung durch den Sauerstoffmangel im Gehirn zu erklären, klar ablehnt; allgemein wird ein derartiges Erlebnis als suizidpräventiv angesehen, was offenbar zu revidieren ist. Hingewiesen wird auf die Bedeutung von NDE in Fällen von Herzstillstand, allerdings läßt der Autor die noch interessanteren Fälle, wo eine Null-Linie des EEG geschrieben worden ist, unerwähnt. Interessant sind auch Fälle, die er (vielleicht nicht ganz glücklich) als „gemeinsame Nahtoderlebnisse“ bezeichnet. Einem kurzen Psi-Kapitel folgt eine populäre Darstellung der Quantenphysik, später auch folgerichtig der Hinweis auf Forschungen Dean Radin’s unter dem Gesichtspunkt der Verschränkung. Die Entstehung bzw. Funktion von Bewußtsein wird unter den Gesichtspunkten von Quantenphysik und Chaostheorie diskutiert. Die Seele wird als Ganzheit verstanden, welche alle für die Individualität eines Menschen mit charakteristischen, vom Körper trennbaren Eigenschaften umfaßt. Originellerweise hat für den Autor nun jeder Teil des Bewußtseins einen „Zwillingsbruder“ in der Seele, mit dem er durch eine nicht kausale Korrelation verbunden oder kurz „verschränkt“ ist. (Man fragt sich, wie weit diese Verdopplung mit dem Prinzip der Denkökonomie vereinbar ist.) Im Schlußkapitel „Unsterbliche Seele und christlicher Auferstehungsglaube“ diskutiert der Autor seine Seelenvorstellung gegenüber verschiedenen theologischen Positionen, wobei er insbesondere die Position von Gisbert Greshake einer „Auferstehung im Tod“ als hilfreich bezeichnet. Das geht freilich weit über jegliche Problemstellung der Parapsychologie hinaus, eigentlich könnte ich daher hier jetzt abbrechen. Trotzdem darf ich kurz anmerken, daß mir Greshakes Ausspruch, dessen ich Zeuge geworden bin, „wenn ich etwas von der ‚unsterblichen Seele’ höre, dann habe ich schon genug“ aus seiner Zeit, als er in Wien Professor war, noch sehr gut erinnerlich ist. Insofern erscheint der Untertitel etwas befremdlich, wenn auch durch das Fragezeichen gemildert.Günter Ewald:
Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen: Gibt es eine unsterbliche Seele?
176 Seiten
Verlag Butzon & Bercker (2011)
ISBN 9783766615442
5.2.2
Ein sehr interessantes und wichtiges Werk mit dem Titel „Wenn die Dunkelheit ein Ende findet“ hat Michael Nahm vorgelegt, der sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Aufsätzen zu verschiedenen Themen der Parapsychologie sehr profiliert hat und auf dessen früheres Buch „Evolution und Parapsychologie: als Grundlagen für eine neue Biologie und die Wiederbelebung des Vitalismus“ bereits im Newsletter N° 31 (Pkt. 4) hingewiesen worden ist.
Der Hauptteil dieses neuen Buches beschäftigt sich mit Fällen von „terminaler Geistesklarheit“, also mit dem merkwürdigen Phänomen, daß manche Patienten (Alzheimer-Patienten, Geisteskranke, Koma-Patienten) mehr oder minder kurz vor ihrem Tod wieder zu auffallender, wenn auch nur kurz anhaltender Geistesklarheit gelangen, was hirnphysiologisch kaum erklärbar ist. Der Autor hat das Verdienst, derartige Fälle, die sich in der einschlägigen, vor allem älteren Literatur weit verstreut finden, gesammelt und zusammengefaßt dargestellt zu haben.
Auch hinsichtlich eines weiteren, merkwürdigen Befundes – der Anencephalie bzw. Hydranecephalie – gilt, daß die vorgefunden Fakten mit dem gegenwärtigen theoretischen Erklärungshorizont kaum vereinbar sind, weshalb sie auch relativ unbekannt geblieben sind, bis der US-amerikanische Neurologe John Lorber sie ins Bewußtsein weiterer Kreise gerückt hat: Menschen, bei denen große Areale des Gehirns zerstört sind, die aber dennoch keine oder kaum Defizite aufweisen.
Der Autor stellt weiters Fälle von Inselbegabungen („Savants“) vor, häufig vergesellschaftet mit Autismus, und stellt (wiederum) die Frage, ob das Gehirn nicht am besten als ein „Filter“ zu betrachten ist, eine Idee, die sich ebenfalls bereits in der älteren Literatur findet.
Ein Kapitel über außerordentliche körperliche Phänomene faßt Erscheinungen wie die Heilungen von Lourdes, Spontanheilungen, insbesondere die wenig bekannten Spontanheilung im Kontext von Todesnäheerfahrungen, sowie religiöse Stigmatisation und suggestive Effekte, insbesondere in Hypnose, zusammen, bis hin zu Fällen von „psychogenem Tod“. Besonders interessant ist dabei der Zeitfaktor – Heilungen scheinen nicht prozeßhaft abzulaufen, sondern instantan zu erfolgen.
Außerkörperliche Erfahrungen (außerhalb von NDE) und diverse Sterbebettphänomene – Abholer, Musikwahrnehmung, Lichterscheinungen – sind weitere Kapitel.
Durchgängig ist es dem Autor ein Anliegen, die starre Korrelation zwischen Gehirn und psychischem Leben in Frage zu stellen; immer wieder greift er auf die Medizin und Psychologie der Romantik (insbesondere Justinus Kerner und Gotthilf Heinrich von Schubert) zurück, nicht nur, weil sich im medizinischen Schrifttum jener Zeit einschlägige Berichte häufiger fanden als heutzutage, wo das rein deskriptive Element des Geschehens rund um das Krankenbett oder Sterbelager in den Hintergrund getreten ist, sondern auch, weil der Autor auch im damaligen theoretischen Konzept (Lebenskraft, Nervengeist etc.) einen in nuce adäquateren Ansatz erkennt als im heutigen wissenschaftlichen d.h. weitestgehend materialistischen Weltbild. Das mag durchaus so sein, aber dennoch gilt festzuhalten, daß mit einer bloßen Zuordnung der Phänomene zu einer „Seele“ statt, wie heute, zur Physiologie des Zentralnervensystems noch nichts hinsichtlich ihres Zustandekommens erklärt ist. In der Tat war die Romantik – das „magnetische Zeitalter“ im Nachhang von Franz Anton Mesmer – die Blütezeit der Beschäftigung mit jenem Gebiet, das heute als Grenzgebiete der Psychologie bezeichnet wird. Man muß sich jedoch davor hüten – nicht, daß ich dies dem Autor unterstellen würde, sondern ganz allgemein gesagt –, deswegen in eine romantisierende Verklärung der Romantik zu verfallen. Jede Epoche, auch die Gegenwart, steht vor der Aufgabe, die Welt und ihre Phänomene mit dem Begriffsystem und der Terminologe des jeweiligen Standes der wissenschaftlichen Erkenntnis zu erklären; Rückgriffe sind zwar interessant, aber jedenfalls müssen alternative Erklärungsmodelle auf ihre argumentative Tragfähigkeit hin untersucht und gegeneinander abgewogen werden.
Zusammenfassend ist festzuhalten, daß Michael Nahm hier eine überaus wichtige Kompilation empirischer Daten vorgelegt hat, die in zweifacher Hinsicht interessant sind: sowohl, was Desiderata auf der einzelwissenschaftlichen Ebene (mögliche neue Forschungsprojekte) betrifft, wie auch, was die Bedeutung einer Gesamtschau der Phänomene für das individuelle Weltbild betrifft.Michael Nahm:
Wenn die Dunkelheit ein Ende findet: Terminale Geistesklarheit und andere ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe
288 Seiten
Verlag Crotona (2012)
ISBN 9783861910244
5.3
Bücher zur „historischen Parapsychologie“
5.3.1
Über den berühmten und gut dokumentierten Spukfall des Melchior Joller aus der Mitte des 19. Jhdts. und das (leider mittlerweile abgerissene) Spukhaus in Stans (Schweiz):Lukas Vogel:
Schreckliche Gesellschaft: Das Spukhaus zu Stans und das Leben von Melchior Joller
Verlag Hier+Jetzt (2011)
ISBN 97830391923735.3.2
Über die Parapsychologie in Frankreich während der sehr interessanten Periode von der Mitte des 19. Jhdts. bis in die Dreißiger-Jahre des 20. Jhdts. bzw. von Kardec bis Osty, also die Zeit der „großen Medien“ umfassend (in englischer Sprache):Sofie Lachapelle:
Investigating the Supernatural: From Spiritism and Occultism to Psychical Research and Metapsychics in France, 1853-1931
198 Seiten
Verlag Johns Hopkins University Press (2011)
ISBN 9781421400136
5.4
Parapsychologie und Kunst / Ausstellungskataloge
5.4.1
Ausstellungskatalog „Gespenster, Magie und Zauber in der Kunst“ der kürzlich zu Ende gegangenen Ausstellung im Staatlichen Museum für Kunst und Design in Nürnberg „neues museum“:
Der für die Parapsychologie relevante Anteil ist eher bescheiden; immerhin gibt es ein paar „Geisterphotographien“ sowie ein Kapitel über Gabriel Max und den Spiritismus.Melitta Kliege
Gespenster, Magie und Zauber in der Kunst: Konstruktionen des Irrationalen von Füssli bis heute
160 Seiten
Verlag für moderne Kunst (2012)
ISBN 97838698429295.4.2
Ausstellungskatalog „Wunder“ zur kürzlich zu Ende gegangenen Ausstellung in Hamburg, Deichtorhallen <http://deichtorhallen.de/index.php?id=213> bzw. <http://www.wunder-ausstellung.de/>:
Die Ausstellung beinhaltete eine Reihe von parapsychologisch relevanten Objekten, z.B. die bekannten Gipsabgüsse von Paraffinhohlformen, die in den Sitzungen mit dem Medium Franek Kluski erhalten wurden und im Institut Métapsychique International <http://metapsychique.org/>, Paris, aufbewahrt werden, Bilder von den Forschungen von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing und dergleichen. Leider ist jedoch der parapsychologische Anteil im Vergleich mit der Gesamtheit der Objekte eher bescheiden.Daniel Tyradellis, Beate Henschel, Dirk Luckow (Hrsg.):
Wunder. Ausstellung: Deichtorhallen Hamburg299 Seiten
Verlag Snoeck (September 2011)
ISBN 9783940953902
=============================================
6. JAMES RANDI UND DIE CHRONIQUE SCANDALEUSE
=============================================
James Randi <http://randi.org/>, bekanntlich die Galionsfigur der Skeptikerbewegung, sieht sich vor dem Problem (zu dem er, wie die gesamte Skeptiker-Gemeinschaft, vorderhand schweigt), daß laut Presseberichten sein Partner wegen des Verbrechens des Identitätsdiebstahls festgenommen und angezeigt worden ist.
Siehe <http://www.dailygrail.com/blogs/Steve-Volk/2012/3/top-10-developments-fringe-ology-5> (mit weiterführenden Links).
=====================
7. PROGRAMMVERSAND
=====================
Wenn Sie den elektronischen Versand unseres Vortragsprogramms (statt des traditionellen gedruckten Programms auf Papier) bevorzugen, senden Sie bitte eine mail an die Adresse <programmversand@parapsychologie.ac.at> (leere mail genügt).
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 44 – Wien, 17.12. 2011
INHALT:
=======
- Neues online-Experiment
- Literaturhinweise
- Gesellschaft für Anomalistik – „Studie des Monats“
- UFO-Informationen
- Personalia
- Vorträge und Veranstaltungen
- Konferenzen und internationale Tagungen
- Ausstellungen
- Stellenausschreibung
- Smartphone-Apps
- Trauminhalte gemessen
- Feiertagswünsche
1. NEUES ON-LINE-EXPERIMENT:
Dean Radin, Senior Scientist am Institute of Noetic Sciences, das 1973 vom Apollo 14 Astronauten Edgar D. Mitchell gegründet worden ist, hat ein neues online-Experiment ins Web gestellt (derzeit noch in der beta-Version, in Kürze final). Die Forschungsfrage ist die Interaktion zwischen Bewußtsein und Quantensystemen, wofür interessanterweise eine optische Doppelspalt-Anordnung verwendet wird.
Zum Experiment (in englischer Sprache) ==> http://www.ionsresearch.com/.
2. LITERATURHINWEISE:
2.1
Dieter HASSLER:
… früher da war ich mal groß. Und … – Indizienbeweise für ein Leben nach dem Tod und die Wiedergeburt
Shaker Media, Aachen, 2011
ISBN 978-3868586466
Das Buch unternimmt es, auf nahezu 500 Seiten alle Aspekte anscheinender Reinkarnation zu beleuchten; außer zahlreichen bereits aus Stevensons Standardwerken bekannten Fällen werden auch zwei neue Fallstudien aus Deutschland dokumentiert. Außer den immer wieder vorkommenden intellektuellen Leistungen („Erinnerungen“ an Namen, Orte; „Wiedererkennen“ von Personen) sind besonders „birthmarks“ von Interesse, welche eine Entsprechung zu Todeswunden der (postulierten) Vorexistenz aufweisen. Besonders merkwürdig sind „Erinnerungen“ an die Zeit zwischen dem Tod der „Vorexistenz“ und der Geburt. Der Verfasser, selbst auf dem Boden der Reinkarnationshypothese stehend, setzt sich sehr eingehend mit diversen Alternativhypothesen auseinander. Das Buch weist ein ausführliches Literaturverzeichnis auf und ist durch mehrere Indizes aufgeschlossen. Erlendur Haraldsson - den regelmäßigen Besuchern unserer Vorträge wohlbekannt - hat dem Buch ein Vorwort mitgegeben, das ein profundes Kompendium für diesen Fragenkomplex darstellt. (Ein weiterer Band ist in Planung.)
2.2
Gerhard MAYER und Michael SCHETSCHE:
N gleich 1: Methodologie und Methodik anomalistischer Einzelfallstudien. Mit einem Beitrag von Wolfgang Fach.
Gesellschaft für Anomalistik, 2011
ISBN 978-3937361116
Der Titel sagt alles (egal, ob man nun von Anomalistik oder von Parapsychologie sprechen möchte): es stellt sich die Frage nach dem methodischen Umgang mit spontan auftretenden Fällen außergewöhnlicher Erfahrung (AgE), die massiv genug erscheinen, daß man sie nicht unberücksichtigt lassen kann; weiters erinnert die Problemstellung an die „klinische Studie“ bzw. Fallbeschreibung und mag überdies zu einer grundsätzlichen Reflexion idiographischer vs. nomothetischer Ansätze innerhalb einer Disziplinen führen. Mehrere Fallberichte runden als praktische Beispiele den Band ab.
2.3
Lucius WERTHMÜLLER und Dieter HAGENBACH:
Albert Hofmann und sein LSD: Ein bewegtes Leben und eine bedeutende Entdeckung
AT Verlag, Baden, 2011
ISBN 978-3038005308
Das LSD des im Alter von über 100 Jahren verstorbenen Chemikers Hofmann ruft bekanntlich veränderte Bewußtseinszustände hervor; veränderte Bewußtseinszustände sind für das Auftreten paranormaler Phänomene von Bedeutung – auf diesem Umweg hat somit dies Buch über den Entdecker des LSD auch für uns eine gewisse Relevanz. Der Autor Werthmüller war mit Hofmann befreundet; Stan Grof hat das Vorwort verfaßt. Das reich illustrierte Buch ist ganz neu – ich habe es soeben erhalten und bin noch nicht zur Lektüre gekommen.
Bücher eignen sich bekanntlich besonders für Feiertagslektüre, ebenso auch als Weihnachtsgeschenke in letzter Minute …
À propos Buchgeschenke: von dem Buch unseres szt. Ehrenpräsidenten, Prof. Hofmann, PSI - die „andere Wirklichkeit“, sind noch Restexemplare verfügbar.
Noch zwei Hinweise auf englischsprachige Bücher:
2.4
Remo F. ROTH:
Return of the World Soul: Wolfgang Pauli, C.G. Jung and the Challenge of Psychophysical Reality
Pari Publishing, 2011
ISBN 978-8895604121
Der Jung zwar nahestehende, aber über ihn hinausgehende Schweizer Autor setzt sich in recht anspruchvoller Weise nicht nur mit Jungianischen Begriffen wie dem kollektiven Unbewußten oder den Archetypen auseinander, sondern auch mit dem Physiker Pauli und den von den beiden Denkern erarbeiteten Modellen wie der Synchronizität, wodurch der Bezug zur Parapsychologie gegeben ist. Ein noch tieferes Eingehen darauf, insbesondere, was man scherzhaft als Pauli-Effekt bezeichnet hat, ist für den Folgeband vorgesehen, der nächstes Jahr erscheinen soll.
2.5
Filippo BOTTAZZI:
Mediumistic Phenomena: Observed in a Series of Sessions with Eusapia Palladino
ICRL Press, 2011
ISBN 978-1936033058
Eine Beschreibung der berühmten, mehr als einhundert Jahre zurück liegenden Sitzungen, die von einem Untersucherkollegium mit Eusapia in Neapel abgehalten worden sind – auch heute noch von Bedeutung. Obwohl Eusapia eines von vielen physikalischen Medien war, waren manche ihrer Phänomene derart herausragend, sodaß sie als ein einmaliger Fall aufgefaßt werden kann (was sich mit der Fragestellung von Pkt. 2.2 berührt). Interessant auch der Verlag: ICRL Press - Consciousness Books gehört zu den ICRL - International Consciousness Laboratories, die ihrerseits die Nachfolge von PEAR (Princeton Engineering Anomalies Research) angetreten haben.
ICRL: <http://www.icrl.org/>
PEAR: <http://www.princeton.edu/~pear/>
3. GESELLSCHAFT FÜR ANOMALISTIK – „STUDIE DES MONATS“:
Die deutsche „Gesellschaft für Anomalistik e.V.“ pflegt jeweils eine „Studie des Monats“ vorzustellen, die im Web verfügbar ist (open access).
Derzeit sind über die Links auf der Seite <http://www.anomalistik.de/aktuell/sdm/> die aktuelle Studie „Sonderbares Tierverhalten im Vorfeld von Erdbeben“ sowie 14 weitere Studien zu verschiedenen Themen abrufbar, mit Themen wie „Haben spiritistische Medien eine Neigung zur dissoziativen Persönlichkeitsstörung?“, „Die Esoterik in der gegenwärtigen Forschung: Überblick und Positionsbestimmung“ oder „‚Pseudowissenschaft’ als Kampfbegriff – Reflexionen zum Demarkationsproblem“.
4. KRITISCHE DARSTELLUNG DES UFO-PHÄNOMENS:
Die neue Website <http://ufo-information.de/> ist ins Leben gerufen worden, um eine zusammenfassende kritische Darstellung der UFO-Problematik zu erlauben.
5. PERSONALIA:
Viktor Farkas (30. 05. 1945 - 01. 11. 2011)
Der bekannte Sachbuchautor Viktor Farkas, der in den 1990er-Jahren auch in unserer Gesellschaft (damals noch an der Technischen Universität) einen Vortrag gehalten hat, ist kürzlich verstorben. Farkas, primär international im PR-Bereich tätig, hat mit seinen Büchern verschiedene Themenkomplexe abgedeckt, außer den für uns relevanten Werken wie „Unerklärliche Phänomene jenseits des Vorstellbaren“, „Jenseits des Vorstellbaren. Ein Reiseführer durch unsere phantastische Wirklichkeit“, „Rätselhafte Wirklichkeit. Aus den Archiven des Unerklärlichen“ und „Neue unerklärliche Phänomene“, die sämtlich interessant zu lesende Kompilationen darstellen, auch Bücher über Science Fiction und, last not least, über konkrete gesellschaftliche und politische Entwicklungen. In diesem Genre hat er als einer der Erfolgsautoren des Kopp-Verlags Standpunkte vertreten, die man üblicherweise – ob zu Recht oder zu Unrecht sei hier dahingestellt – als „Verschwörungstheorien“ bezeichnet; darauf angesprochen pflegte er zu replizieren, er sei kein Verschwörungstheoretiker, sondern ein Verschwörungspraktiker. Farkas, äußerst belesen und auch an Zeitgeschichte interessiert, war ein höchst origineller, humorvoller Mensch, der nie mit dem Zeitgeist geschwommen ist und keiner Diskussion aus dem Weg ging. Er war auch ein führendes Mitglied der „Mensa“, der Vereinigung der Super-Intelligenten, und überdies war er auch graphisch sehr begabt.
Siehe auch die Gedenkseite der Wiener Science Fiction-Runde.
6. AUSBLICK AUF VORTRÄGE UND VERANSTALTUNGEN:
6.1
Unser nächster Vortrag – der erste im Jahr 2012 – findet plangemäß am 16. Jänner statt.
6.2
Vortrag „Zweieinhalb Jahrhunderte Forschung auf Grenzgebieten – Parapsychologie in Österreich“ am 26. Jänner 2012 in der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte mit der wir schon mehrfach Kooperationsveranstaltungen durchgeführt haben (z. B. 2006 das Mesmer-Symposium).
6.3
Veranstaltungen im Sommersemester 2012 und darüber hinaus:
unter anderem ist diesmal auch ein Workshop geplant (Samstag, 21. April), mit Alexis Champion (von IRIS I.C.) in englischer Sprache. Thema: Remote Viewing.
Darüber hinaus wird Alexis Champion am 23. 04. 2012 einen Vortrag zu demselben Thema halten; während beim Workshop die praktischen Elemente im Vordergrund stehen, wird sich der Vortrag mit der Theorie, den Resultaten von Remote Viewing und der geschichtlichen Entwicklung beschäftigen.
Vgl. dazu auch die Informationsbroschüre (pdf-Dokument in französischer Sprache).
Für voraussichtlich Juni 2012 ist ein Vortrag von Shulamit Kreitler (Universität Tel Aviv) geplant, deren letzter Vortrag bei uns schon lange zurück liegt.
In weiterer Folge möchten wir auch Dieter Hassler (vgl. Pkt. 2.1) zu einem (Doppel-)Vortrag (Mo/Di) über die Reinkarnationsproblematik einladen, aber das wird frühestens im Wintersemester 2012/13 möglich sein, und zwar aus Kostengründen.
Überhaupt gibt unsere finanzielle Situation – durchaus parallel zur gesamteuropäischen Entwicklung – Anlaß zu Besorgnis; wir suchen daher Sponsoren und freuen uns über jede Spende (heuer noch steuerlich absetzbar, ab 01. 01. 2012 aufgrund einer Gesetzesänderung nicht mehr, vgl. Hinweis auf unserer Website).
Eine aufwärts weisende Mitgliederentwicklung wäre auch finanziell positiv – daher unsere Bitte, potentielle Interessenten auf unsere Gesellschaft hinzuweisen bzw. neue Mitglieder für unsere Gesellschaft zu werben.
Und zwar „shortly – shortly, without von delay“ (copyright: Maria Fekter) ;-)
7. KONFERENZEN UND INTERNATIONALE TAGUNGEN:
7.1
Body, Soul, Spirits and Supernatural Communication:
A three day international conference at the headquarters of the Regional Committee of the Hungarian Academy of Sciences, Pécs, Hungary
18th-20th May 2012, Friday to Sunday
Organised by
the Department of Ethnology and Cultural Anthropology of Pécs University
the Folklore Department of the Hungarian Ethnographic Society
and the ISFNR Belief Narrative Research Network
7.2
PA Convention 2012
Die 55. Jahrestagung der Parapsychological Association wird vom 9.-12. August 2012 in Durham, NC stattfinden, in einem Konferenzhotel nahe dem Rhine Research Center, das gemeinsam mit der (relativ neuen) Atlantic University als Organisator fungiert.
8. AUSSTELLUNGEN:
8.1
Gespenster, Magie und Zauber. Konstruktionen des Irrationalen in der Kunst von Füssli bis heute
Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
(bis 26. Feb. 2012)
8.2
Geisterstunde – eine Ausstellung
Mühlerama – Mühle Tiefenbrunnen, Zürich
(nur noch bis Jahresende)
Kleiner Flyer zur Ausstellung
8.3
Die Geister Europas oder die Faszination für das Okkulte
Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Strassburg
(bis 12. Feb. 2012)
Illustrierte Informationsbroschüre
Besonders interessant ist, daß das weltweit einzige erhaltene Mesmersche Bacquet ausgestellt ist.
9. STELLENAUSSCHREIBUNG:
Doktorandenstelle an der Universität Fribourg / Schweiz, am Lehrstuhl für Vergleichende Religionsgeschichte und Interreligiösen Dialog
Im Rahmen eines DFG-Forschungsverbundes; Thema „Der Spiritismus und die modernen Medien (1770-1850)“, Inhalt: Die Geschichte der (technischen) Medien des 20. Jahrhunderts ist ohne den Spiritismus nicht zu verstehen, weil dessen ‚Geisterkommunikation‘ Strukturmerkmale (z.B. Fernwirkungen) besaß, die auch die technischen Medien denkmöglich machten. Dazu anthropologische Debatten, in denen psychische Wirkungen nicht mehr externen Faktoren („Geistern“), sondern internen Faktoren („Unterbewußtsein“, „übersinnliche Erkenntnis“) zugeschrieben wurden. Die Ursprünge dieser Transformation in den Jahrzehnten um 1800 sollen in der Dissertation untersucht werden.
Anforderungen: geschichtswissenschaftliche Ausbildung, Grundkenntnisse des Französischen und Lateinischen, Präsenz in Fribourg; Laufzeit drei Jahre, Beginn: ab Februar 2012.
Bewerbungen mit CV und einem Lettre de motivation bis Jahresende an: Helmut Zander.
10. SMARTPHONE-APPS:
10.1
iPhone-App für EVP
<http://soundcloud.com/groups/paranormal-recordings>
Das ist ein bloßer Hinweis darauf, was es in der Szene alles gibt, keineswegs eine Empfehlung, weder für die konkrete Application noch für die Beschäftigung mit „paranormalen“ Tonbandstimmen überhaupt, die durchaus gewisse psychische Risken mit sich bringt (Abhängigkeit, Suchtverhalten etc.).
10.2
ESP Trainer by Russell Targ – iPhoneApp für ESP-Tests
Ein Feedback-„Trainingsprogramm“ für iPhone bzw. iPod, das jeweils 4 Ratemöglichkeiten erlaubt; eine Version für Android-Handys ist in Vorbereitung.
Auf Targs Website <http://www.espresearch.com/> gibt es übrigens eine Seite mit zahlreichen interessanten Links (nota bene: „interessant“ bedeutet aber nicht notwendigerweise „verläßlich“ oder „wissenschaftlich abgesichert“ …).
10.3
Ghost Hunter M2 iPhone app, Ghost Séance, Ghost Radar, iOvilus etc.
The Wall Street Journal.
Das Interesse an der nicht unproblematische Tätigkeit der „Ghostbusters“ scheint zu boomen, sowohl bei Amateuren wie auch bei professionellen „medialen Dienstleistern“.
11. TRÄUME – TRAUMINHALTE:
„Wissenschaftler messen erstmals Trauminhalte“: Bericht der Max-Planck-Gesellschaft
mit weiterführenden Links.
12. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 43 – Wien, 03. 10. 2011
INHALT:
1. Vortragsprogramm Wintersemester 2011/12
2. Aktuelle Diskussionen
3. Forschungsprojekte
4. Esoterik kritisch hinterfragt
5. Personalia
6. Internationale Konferenzen
7. Digitale Bibliothek
8. Höllentore
9. Korrektur
1. VORTRAGSPROGRAMM:
10. Oktober 2011
Bernd Saletu
Schlaf und Traum
21. November 2011
Marco Bischof
Feldkonzepte in Physik, Biologie, Psi- und Bewusstseinsforschung
Di, 22. November 2011
Marco Bischof
Verbundenheit
05. Dezember 2011
Felix de Mendelssohn
Erkundungen über das Unheimliche
16. Jänner 2012
Peter Mulacz
Von der Telepathie zur non-lokalen Bewusstheit
Wie immer, ist das Programm auf unserer Internetpräsenz <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und ist bereits auch per Post an unsere Mitgliedern sowie registrierte Interessenten ausgesandt worden.
Die Beginnzeiten der Vorträge sind in diesem Semester unterschiedlich. Durch glückliche Umstände konnten wir dem Wunsch vieler Mitglieder nachkommen, bereits um 19:00h (pünktlich) zu beginnen, allerdings ist der eine Vortrag am Dienstag ein „Ausreißer“ und wir fangen erst um 20:00h mit akademischem Viertel an.
Wie üblich ein paar weiterführende Angaben zu den einzelnen Vorträgen:
Während über die Bedeutung der Träume im Rahmen der Parapsychologie bereits mehrfach vorgetragen worden ist, zuletzt von Stanley Krippner über experimentelle Traumtelepathie, wird Bernd Saletu das notwendige Hintergrundwissen dazu liefern, indem er über die Ergebnisse moderner Schlafforschung und Schlafmedizin referiert, schließlich ist der Traum ja ein Phänomen des Schlafes. Als szt. Leiter des Bereichs für Schlafforschung und Pharmakopsychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Wien, seit 1994 auch Leiter des Schlaflabors im Rudolfinerhaus in Wien, ist er prädestiniert, den aktuellen Forschungsstand zur Physiologie des Schlafes darzustellen.
Marco Bischof ist ein Wissenschaftsautor mit einem weit gestreuten Spektrum von Interessen, wobei er die Grenzgebiete der Natur- und Geisteswissenschaften von einem interdisziplinären Standpunkt aus betrachtet, wie seine Internetpräsenz <marcobischof.com> zeigt. Wie wir das oft bei ausländischen Referenten zwecks Kostenminimierung handhaben, wird er zwei Vorträge hintereinander halten; am Montag wird er die verschiedenen Konzepte von „Feldern“ analysieren und auf ihre argumentative Tragfähigkeit befragen. Da das Feld eines Magneten, mit Eisenfeilspänen sichtbar gemacht, dem Betrachter ein eindrucksvolles optisches Bild liefert, hat es sich angeboten, vielfach weitere „Felder“ zu postulieren, von den alten Vorstellungen eines „Seelenfeldes“ über ein „Fünftes Feld“ oder „Psi-Feld“ (Ervin László) bis zu den „morphischen Feldern“ (Rupert Sheldrake).
An Dienstag spricht Marco Bischof über „Verbundenheit“. Nun ist „Allverbundenheit“ ein altes Motiv in Okkultismus und Esoterik – man muß vorsichtig sein, daß man bei derartigen Überlegungen nicht ein unwillkommenes Etikett abbekommt. Immerhin weisen jedoch die Forschungen der Quantenphysik zu den Effekten miteinander verschränkter Teilchen in dieselbe Richtung, wie man auch die emotionale Verbindung von Individuen im Fall spontaner Telepathie als „entanglement“ beschreiben könnte. Unser Referent wird dieses „partizipative Weltbild“ mit der notwendigen Differenziertheit vortragen.
Der bekannte, an der Sigmund Freud PrivatUniversität, aber auch in Berlin, lehrende Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn wird in seinem Referat über das vordergründig Unheimliche insbesondere auf die Konvergenzen und Divergenzen zwischen Parapsychologie und Psychoanalyse zu sprechen kommen, ähnlich wie in seinem Buch (vgl. Newsletter 42, Pkt. 5.6). Während wir uns im Freud-Jahr 2006 zentral mit Freuds Beziehungen zur Parapsychologie beschäftigt haben, geht es diesmal auch um aktuelle Fallstudien.
Im letzten Vortrag des Semesters – nach dem Jahreswechsel – geht es um den Begriff der Telepathie, den ich im Kontext unterschiedlicher Erklärungskonzepte kritisch analysieren werde. Historisch spannt sich der Rahmen zumindest von der Gründung der SPR bis zur Gegenwart, wo versucht wird, Phänomene der Parapsychologie und der Quantenphysik in eine Zusammenschau zu bringen. Ich erinnere dabei an die beiden Vorträge („Synchronizitätserscheinungen“ bzw. „Geschichten“) von Hartmann Römer im Wintersemester 2009/10.
2. AKTUELLE DISKUSSION
2.1 Dem Pro und Contra hinsichtlich der Versuchsergebnisse von Daryl Bem zur Präkognition war bereits im letzten Newsletter ein Beitrag – ebenfalls Punkt 2.1 – gewidmet. Mittlerweile geht die Diskussion weiter; besonders ist auf einen Artikel von Bem gemeinsam mit der Statistikerin Jessica Utts u.a. hinzuweisen, in dem die Autoren auf die Einwände von Wagenmakers et al. antworten und insbesondere Fragen der Datenanlyse diskutieren.
2.2 The Top 5 Mad Scientists In The World
Hier firmieren Dean Radin, Daryl Bem und Rupert Sheldrake an der Spitze; man darf nicht an an der Überschrift hängen bleiben, zu lesen ist nämlich folgender Text, der mehr sein mag als bloß eine salvatorische Klausel: „We call them ‘mad scientists’ here not because they are crazy and share insane delusions, but because they pursue what most scientists would call ‘pseudosciences’“.
<http://beforeitsnews.com/story/549/799/The_Top_5_Mad_Scientists_In_The_World.html>
2.3 Ausstellung
Das Museum in der Mühle Tiefenbrunnen am Stadtrand von Zürich veranstaltet bis Jahresende die Ausstellung „Geisterstunde“.
<http://www.muehlerama.ch/index.php?id=11>
3. AKTUELLE FORSCHUNGPROJEKTE
3.1 Gesellschaftliche Innovation durch nichthegemoniale Wissensproduktion. Okkulte Phänomene zwischen Mediengeschichte, Kulturtransfer und Wissenschaft.
<http://gepris.dfg.de/gepris/OCTOPUS/;jsessionid=5BCFD52885DF7B310E1C64E8AFE1D0DC?module=gepris&task=showDetail&displayMode=print&context=projekt&id=182352275>
3.2 NDE-Umfrage:
Umfrage für Personen, die eine Todesnäheerfahrung hinter sich haben, ob sie irgendwelche Anomalien im elektromagnetischen Bereich erleben (ungewöhnliches Verhalten von Armbanduhren, von Glühlampen, von Computern …):
<https://www.surveymonkey.com/s/69QP5CM>
4. ESOTERIK KRITISCH HINTERFRAGT
Die Folien zu meinem Referat „Esoterik kritisch hinterfragt“ bei dem 1. Symposium „Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen“ in Vorau 2011 sind, für die Darstellung im Web als .pdf leicht modifiziert, on-line verfügbar: <http://www.organismicsystems.org/files/events/Vorau/eso-krit.pdf>.
5. PERSONALIA
5.1 Sathya Sai Baba
Sai Baba, indischer religiöser Führer („Guru“), geb. am 23. November 1926 in Puttaparthi, Andhra Pradesh, ist am 24. April 2011 verstorben.
Seine Relevanz in unserem Kontext besteht darin, daß er ein Gegenstand der Forschung von Karlis Osis und Erlendur Haraldsson gewesen ist, die sich für die Echtheit der an ihm beobachteten Phänomene ausgesprochen haben. Freilich sind auch gegen Sai Baba eine Reihe von Betrugsverdächtigungen geäußert worden, von Angriffen hinsichtlich seines Sexualverhaltens ganz abgesehen.
Dabei darf nicht vergessen werden, daß jegliche Feststellung, Phänomene seien im parapsychologischen Sinne „echt“, nur eine Momentanaufnahme ist – zu anderen Zeitpunkten mag vielleicht „nachgeholfen“ worden sein. So ist es bei den Medien, und es gibt keinen Grund, anzunehmen, daß es bei Sai Baba notwendigerweise anders gewesen sein sollte. Erlendur Haraldsson hat über Sai Baba bei uns referiert und dabei sehr überzeugende Details erwähnt; es sei auch auf sein Buch „Sai Baba, ein modernes Wunder“ hingewiesen.
5.2 Martin Johnson
Martin Johnson ist nach längerer Krankheit am 17. März 2011 verstorben.
Johnson, ein Schwede, war im Zuge der schwierigen Nachfolgeverhandlungen nach der Emeritierung Tenhaeffs einige Zeit Professor für Parapsychologie an der Universität Utrecht, Niederlande. Nach der Rückkehr in seine Heimat war er Professor emeritus in Lund, wo Bill Roll sein Doktorand war. Johnsons Motto war: „ich gebe niemals auf“.
Ein wichtiges Forschungsgebiet, in dem er selbst auch sehr erfolgreich war, war der Defence Mechanism Test. Seine Überzeugung von der Realität von psi beruhte teils auf eigenen präkognitiven Träumen, teils auf den paranormalen Erfahrungen der Sami, einem Volk in Lappland, wo Johnson aufgewachsen ist. Dennoch – oder vielleicht deshalb – trat er stets für größere Vorsicht beim Aufstellen von Behauptungen auf, und er hatte großes Verständnis für gewisse Skeptiker.
5.3 Helmut Schmidt
Helmut Schmidt, ursprünglich ein Deutscher wie sein Namensvetter, der seinerzeitige westdeutsche Bundeskanzler, ist am 21. Februar 1928 in Danzig geboren und am 18. August 2011 verstorben. 1965 in die USA ausgewandert, arbeitete er zunächst in seinem angestammten Beruf als Physiker bei Boeing, war dann ein enger Mitarbeiter von J. B. Rhine (1895 - 1980) und ab 1969 Direktor der Foundation for Research on the Nature of Man (FRNM) (bzw. ab 1995 Rhine Research Center). Weiters war er auch an der Mind Science Foundation in San Antonio, Texas, tätig.
Seine Hauptleistung war die Einführung von Zufallszahlengeneratoren in die Versuchsanordnung, womit er die Experimente zur Mensch-Maschine-Interaktion modernisiert hat.
5.4 Milan Rýzl
Während ich mit Martin Johnson und Helmut Schmidt nur eher oberflächlich bekannt war, kannte ich Milan Rýzl weit besser, und überdies gibt es eine Verknüpfung seiner Person zu unserer Gesellschaft. Auch Rýzl war ein Auswanderer: er ist am 22. Mai 1928 in Prag geboren, wo er auch Physik und Chemie studierte und nach seiner Promotion am Institut für Biologie der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften arbeitete. Gleichzeitig führte er sehr erfolgreiche parapsychologische Experimente durch, wobei es ihm darum ging, Hypnose als ein Vehikel für psi-Effekte zu verwenden. Aufsehen erregten seine Versuche mit dem von ihm entdeckten Sensitiven Pavel Stepanek, mit dem später auch viele andere Experimentatoren arbeiteten. Dabei fand Rýzl einen „Fokussierungseffekt“ Stepaneks. Ich danke John Palmer, daß er mir sein Manuskript für einen Nachruf im nächsten Newsletter der PA zur Verfügung gestellt hat und zitiere der Einfachheit daraus den folgenden Absatz:
Stepanek specialized in a particular type of forced-choice ESP test in which a thin card, white on one side and dark (usually green) on the other, was randomly placed white face up or down inside an opaque envelope. By touching the envelope, Stepanek could reliably guess the orientation of the card inside to a statistically significant degree. Later, it was discovered that Stepanek had a tendency to call particular envelopes green or white consistently. This “focusing effect” continued when the small envelopes were inserted in larger envelopes, making psi a viable explanation. This focusing soon supplanted the original simple effect as the focus of Stepanek’s psi. … Briefly, Stepanek was asked to repeatedly guess (50 times or trials) the orientation of the card inside each of 10 envelopes, with the orientation randomly reassigned for each trial. By calculating the “majority vote” (green or white facing up) for each envelope, and converting the votes to a numeric code, Ryzl was able to correctly identify a 3-digit target number, even though Stepanek’s hit rate on individual targets was only (a still impressive) 60%.Freilich geriet Rýzl immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit der kommunistischen Behörden, sodaß er sich zu einer Emigration in den Westen entschloß, die er sorgsam vorbereitete. Unser damaliger Präsident und späterer Ehrenpräsident, Prof. Hofmann, hat der Familie Rýzl bei ihrer Flucht sehr geholfen, die sie 1967 über Wien in die USA geführt hat, wo er zunächst mit Rhine und dann viel mit Pratt zusammen gearbeitet hat.
Rýzl hat über 100 wissenschaftliche Aufsätze und daneben 20 zumeist eher populäre Bücher publiziert. Er war ein Vertreter der Ansicht, daß jeder Mensch psi-Fähigkeiten besäße, mehr noch, daß diese trainierbar seien und daß sie in Hypnose mobilisiert werden könnten. Er pflegte sogar zu sagen, daß in tiefer Hypnose psi gesetzmäßig auftrete. Mit diesen Aussagen zur angeblichen Trainierbarkeit und zum gesetzmäßigen Auftreten in Hypnose blieb Rýzl innerhalb der parapsychologischen Gemeinschaft der Vertreter einer Minderheitenmeinung. In den psi-Phänomenen sah Rýzl eine Brücke zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität bzw. Religion.
In den 1970er-Jahren haben wir mit Rýzl in Wien und NÖ ein paar Vorträge und einen Workshop organisiert, woran ich nur die angenehmsten Erinnerungen habe.
Nun ist Milan Rýzl am 9. Juli 2011 in Sacramento verstorben.
5.5 Lech Emfazy Stefański
Wie erst jetzt bekannt geworden ist, ist Lech Stefański bereits Ende des vergangenen Jahres verstorben. In Warschau am 2. Juli 1928 geboren, war Stefańsky ein bekannter polnischer Schriftsteller, Essayist, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur – und eben auch (Teilzeit-) Parapsychologe. Er war auf diesem Gebiet sehr aktiv, insbesondere im Rahmen der Polnischen Gesellschaft für Psychotronik. Ein Schwerpunkt seines Interesses war das Werk des polnischen Arztes Jakub Jodko Narkiewicz (1848 - 1905), der menschliche Ausstrahlungen („Aura“) photographiert hat und somit als ein Vorläufer der Kirlian-Photographie gehandelt wird. Am 21. Dezember 2010 ist Stefański in Załubicach verstorben.
6. INTERNATIONALE KONFERENZEN
6.1 Rückblick:
6.1.1 54th Annual Convention of the Parapsychological Association
18.-21. August 2011, Curitiba, Brasilien
<http://www.parapsych.org/section/22/2011_convention.aspx>
6.1.2 35th ANNUAL International SPR Conference
2.-4. September 2011, University of Edinburgh, Schottland
<http://www.spr.ac.uk/main/civicrm/event/info?reset=1&id=29>
6.2 Vorschau:
6.2.1 Parapsychology and Consciousness Conference
14.-16. Oktober 2011
<http://atlanticuniversity.edublogs.org/2011/06/28/parapsychology-and-consciousness-the-2011-atlantic-university-annual-conference/>
6.2.2 Superstition
Dingwelten des Irrationalen
16. -19. November 2011
Volkskundemuseum, Joanneum Graz
<http://www.museum-joanneum.at/de/volkskundemuseum/veranstaltungen_17/superstition>
6.2.3 Angewandte Bewusstseinswissenschaften
Wissenschaftliches Symposium am 2. November 2011
im „Leeren Beutel“ in Regensburg
<http://www.stiftung.heiligenfeld.de/>
7. DIGITALE BIBLIOTHEK: E-rara
Stiftung der Werke von C. G.Jung, Zürich (Alchemie-Kollektion):
die Werke sind als .pdf downloadbar
<http://www.e-rara.ch/cgj/alch/nav/classification/1133851>
8. HÖLLENTORE
Ein wenig off topic:
Es gibt einen Mythos oder eine Legende, daß sich in Wien ein Tor zur Hölle oder gar mehrere Höllentore befinden. Ein Mitglied unserer Gesellschaft versucht, diesem Mythos historisch auf den Grund zu gehen und ist für Hinweise (über unsere Kontaktadresse <office@parapsychologie.ac.at>) dankbar.
9. KORREKTUR
Mehrere Links auf unserer Website – darunter peinlicherweise solche, die im letzten Newsletter angeführt worden sind –, die aufgrund eines Serverwechsels in Leere geführt haben, sind aktualisiert worden.
Prof. Peter Mulacz
--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 42 – Wien, 26. Februar 2011
INHALT:
1. Vortragsprogramm Sommersemester 2011
2. Aktuelle Diskussionen
3. Skeptiker-Bewegung
4. Personalia
5. Literaturhinweise
6. eBooks
7. Hinweise auf weitere Veranstaltungen
8. Internet
1. VORTRAGSPROGRAMM:
- 21. März 2011
Robert Pucher
Alles (kein) Zufall?
- 11. April 2011
Christa Tuczay
Berserkerwut - Mythos oder Kampftechnik?
- 30. Mai 2011
Stanley Krippner
Dream Telepathy
- Dienstag, 31. Mai 2011
Stanley Krippner
The Strange Case of Amyr Amyden
- 20. Juni 2011
Sigrid Vollmann
Parapsychologische Phänomene in der klassischen AntikeWie immer, ist das Programm auf unserer Internetpräsenz <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und wird unseren Mitgliedern sowie registrierten Interessenten auch per Post zugesandt. Wie bei der Aussendung für das Sommersemester üblich, wird ein Zahlschein dabei sein, für Mitglieder personalisiert (Mitgliedsbeitrag sowie allfälliger Rückstand, was wir zu begleichen bitten), und auch den Interessenten wird ein Zahlschein beigelegt, mit dem Aufdruck "Spende". Bei dieser Gelegenheit darf ich daran erinnern, daß unsere Gesellschaft als "gemeinnützig" anerkannt ist, daher können Zahlungen an die Gesellschaft gem. § 4 Abs 4 Z 5 ESTG 1988 steuerlich abgesetzt werden. (Bewahren Sie die Zahlungsbestätigung für die Einreichung anläßlich der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Steuererklärung auf.)
Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen, daß wir wegen notwendiger in Kürze fälliger Umstrukturierungen im Betrieb unserer Gesellschaft dringend potente Sponsoren oder Mäzene suchen. Während projektbezogene Förderungsmittel durchaus zur Verfügung stehen, gibt es überhaupt keine Basissubventionierung, die wir für notwendige Infrastruktur nicht zuletzt räumlicher Art dringend bräuchten.
Konkret: wir benötigen geeignete Räumlichkeiten - nach Möglichkeit zentral gelegen und zu erträglichen Kosten (!) - vor allem für die umfangreiche Bibliothek unserer Gesellschaft, weil wir bis Ende des Sommersemesters unseren bisherigen Raum an der Universität Wien aufgrund personeller Änderungen im Rahmen des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie räumen müssen. Dabei geht es nicht nur um die Aufbewahrung der Bücher, sondern auch um die Aufrechterhaltung des (in unseren Statuten verankerten) Bibliotheksbetriebs.
Nach diesem Exkurs zurück zum kommenden Vortragsprogramm, dazu - wie immer - ein paar weiterführende Angaben zu den einzelnen Vorträgen:
Robert Pucher, der schon mehrmals bei uns referiert hat, wird sich, von den bekannten PEAR-Experimenten in Princeton ausgehend, mit dem Problemkomplex der willentlichen Beeinflussung zufallsgemäßer Ereignisse auseinandersetzen und aufgrund neuerer konstruktiver Entwicklungen von Zufallsgeneratoren (auf Laser-Basis statt Diodenrauschen) eine aktuelle Versuchsplanung für die Weiterentwicklung der bisherigen Experimente diskutieren; ein besonderes Anliegen ist es ihm, zu hinterfragen, welche Relevanz diese Überlegungen für das tägliche Leben jedes einzelnen haben können.
Im Gegensatz zu diesem naturwissenschaftlich-experimentellen Ansatz bringt der nächste Vortrag, wie bei Christa Tuczay (ebenfalls von mehreren Vorträgen her bereits bekannt) zu erwarten, ein kulturhistorisches Thema: die (sprichwörtliche) Bersekerwut, wobei sich jenseits der kulturhistorischen Betrachtung die Frage erhebt, wie es in psychischen Ausnahmezuständen physiologisch zur Mobilisierung scheinbar unerklärlicher Körperkraft bzw. zu extremen physischen Leistungen kommt.
Stanley Krippner wird uns an zwei aufeinander folgenden Tagen zur Verfügung stehen und seine beiden Vorträge in englischer Sprache halten.
In "Dream Telepathy: Experiments in Nocturnal ESP" wird er über die klassische Versuchsreihe zur Traumtelepathie berichten, die im Maimonides Memorial Hospital von den beiden Experimentatoren Ullman und Krippner durchgeführt worden sind. Da Montague Ullman mittlerweile verstorben ist, ist Stanley Krippner sozusagen der letzte Zeitzeuge dieser Forschung.
Amyr Amiden, der Brasilianische Sensitive, der im Zentrum des zweiten Vortrags von Stanley Krippner steht, hat eine Reihe von Phänomenen aufgewiesen, darunter Stigmata und - höchst interessant - Apporte von Schmuckstücken und Medaillen.
Der letzte Vortrag des Semesters bringt wiederum ein kulturhistorisches Thema, Sigrid Vollmann wird paranormale Phänomene - und was damit zusammenhängt - in der Welt der alten Griechen und Römer darstellen: Orakelwesen und -sprüche, Hellsehen und Wahrsagerei, Liebeszauber und Mysterien. Während die Berichte über Erlebnisformen spontaner Phänomene, wie Hans Bender immer wieder betont hat, durch die Jahrhunderte hindurch ganz gleichförmig erscheinen, sind die konkreten Ausformungen der Orakel und Mysterien zeitbedingt - aber konstant ist der Versuch des Menschen, jenseits des "Normalen" Aufschluß über Zukünftiges zu erlangen oder andere Menschen bzw. das Schicksal auf eine solche Weise zu beeinflussen.
2. AKTUELLE DISKUSSION:
2.1 Daryl Bem
Der Gegenstand aktueller Diskussion ist weiterhin Daryl Bem’s Artikel über Präkognition, der ein überaus großes Echo - pro und contra - ausgelöst hat. Die essentiellen Links zu diesem Thema wiederhole ich hier kurz aus dem letzten Newsletter:
- Der Text von Bem's im Druck befindlicher Originalarbeit:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/FeelingFuture.pdf>
- Alcock's Kritik darauf: <http://www.csicop.org/specialarticles/show/back_from_the_future>
- Dean Radin's Erwiderung auf Alcock: <http://deanradin.blogspot.com/>
- Bem's eigene Replik auf Alcock: <http://dl.dropbox.com/u/8290411/ResponseToAlcock.pdf>
Über diese bekannten Artikel hinaus bringt "The World of Parapsychology" eine lange und laufend aktualisierte Link-Liste zu Publikationen aus aller Welt über Bem's Forschungen; wie nicht anders zu erwarten, werden nicht bloß unterschiedliche Positionen dazu bezogen, sondern die Darstellungen sind auch von höchst unterschiedlicher Qualität, so manche mit dem gewissen spöttischen Unterton, wie ihn die Journalisten bestimmter Blätter gerne im Zusammenhang mit Parapsychologie zu gebrauchen belieben …
Buzz of Bem’s paper: "Feeling the Future”: <http://www.thewop.org/?p=1325>
2.2 Luc Montagnier
Luc A. Montagnier ist 2008 gemeinsam mit zwei weiteren Personen mit dem Nobelpreis (für Physiologie oder Medizin) ausgezeichnet worden, der höchsten Ehre, die einem Gelehrten widerfahren kann. Nun hat Montagnier neue Forschungsergebnisse vorgelegt, die von der Zeitschrift in plakativer Manier wie folgt dargestellt worden sind: "Scorn over claim of teleported DNA". Es geht darum, daß unter bestimmten Bedingungen (schwaches elektromagnetisches Feld von 7 Hz) kurze DNS-Fragmente (einhundert Basen lang) aus einem wassergefüllten Testbehälter anscheinend im zuvor reinen Wasser eines anderen, benachbarten Behälters in Form von DNS-Spuren auftauchen. Natürlich wird mit "Teleportation" hier die Quantenteleportation (und nicht der parapsychologische Begriff) angesprochen, aber genauso natürlich darf die Garnierung mit Attributen wie "spooky" oder "ghostly" nicht fehlen. Die weiteren Assoziationen, die sich einstellen, sind die "mitogenetische Strahlung" Gurdiews und die Biophotonen von F. A. Popp, und weiters insbesondere das von Jacques Benveniste postulierte und mittlerweile von der Wissenschaft verworfene "Wassergedächtnis" (samt dessen Bezug zur Homöopathie), zumal die ursprüngliche Lösung ca. 10 x verdünnt werden mußte, um den Effekt zu erhalten.
Bezüge, wenn schon nicht zur Parapsychologie, so doch zu den Grenzbereichen der Wissenschaften sind vorhanden; man wird sehen, ob sich der Effekt reproduzieren läßt.
Sehr aufschlußreich ist vor allem die Reaktion des wissenschaftlichen "Establishments" auf die Mitteilung über Montagniers Resultate: ein Gary Schuster (Georgia Institute of Technology) sprach von "pathologischer Wissenschaft", und "The Quackometer" veräppelt Montagniers Forschung und schlägt ihn für einen "IgNoble Price" vor, ein nicht übersetzbares Wortspiel mit dem Nobel Preis (ignoble = gemein, unwürdig, schändlich).
Es geht mir derzeit, wo noch keine unabhängigen Replikationen vorliegen, nicht darum, zu fragen, ob Quantenprozesse (oder vielleicht die Verallgemeinerte Quantentheorie) eine Klammer zwischen Montagniers Effekten und den paranormalen Phänomenen darstellen könnten, sondern das tertium comparationis ist die Reaktionsweise der Kritiker, die geradezu reflexartig jene Resultate, die ihnen nicht genehm sind, a priori verwerfen, auch wenn es sich um äußerst renommierte Experimentatoren handelt.
Links dazu:
der Artikel im New Scientist <http://www.newscientist.com/article/mg20927952.900-scorn-over-claim-of-teleported-dna.html?full=true&print=true> ist leider nicht mehr im Volltext verfügbar.
Weitere Auseinandersetzung mit dem Thema: <http://www.newscientist.com/article/mg20927951.900-why-we-have-to-teleport-disbelief.html>
Montagniers Website: <http://montagnier.net/>
Montagniers Präsentation in Lindau 2010 "DNA between Physiscs and Biology" <http://montagnier.net/montagnier/index.php/download_file/view/17/>
Montagnier et al: DNA waves and water <http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1012/1012.5166v1.pdf>
"The Quackometer" (Verspottung) <http://www.quackometer.net/blog/2009/10/why-i-am-nominating-luc-montagnier-for.html>
2.3 "Teleportation in der Zeit" - neue Art von Verschränkung
Zwei Physiker der Universität Queensland melden, eine neue Art von "entanglement" gefunden zu haben, und zwar nicht räumlicher, sondern zeitlicher Natur: <http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/26270/?p1=A5>.
Nachdem bekanntlich die Generalisierte Quantentheorie (WQT) <http://www.psychophysik.com/html/re-071-quantentheorie.html> bzw. <http://www.psychophysik.com/html/re-0711_quantentheorie.html> in der Parapsychologie diskutiert wird, wird - sofern die Resultate der beiden Forscher unabhängig bestätigt werden - zu überlegen sein, wie weit diese neuen Gesichtspunkte Relevanz für die Parapsychologie (etwa im Bereich von Modellen für Präkognition bzw. Presentiment) besitzen.
3. ZUR SKEPTIKER-BEWEGUNG in Österreich:
Während die Szene der sogenannten "Skeptiker" in Österreich jahre- wenn nicht jahrzehntelang ruhig gewesen ist, wirbeln sie seit kurzem viel Staub auf. Neben Ulrich Berger, Mathematik-Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, handelt es sich vor allem das Team der "Science Busters" mit Heinz Oberhummer an der Spitze. Seit Oberhummer, vormals Professor für Theoretische Physik mit dem Spezialgebiet Astrophysik an der Technischen Universität Wien, in Pension ist, ist er in der Öffentlichkeit sehr aktiv geworden, nicht zuletzt auch als Vorsitzender des "Zentralrates der Konfessionsfreien". (Jetzt habe ich mich nochmals vergewissert, daß es "Zentralrat" heißt und nicht "Zentralkomitee".) Oberhummer, den ich nicht erst seit der etwas verunglückten Club 2-Sendung "Auf der Suche nach dem Übersinnlichen" vom 22.12.2010 kenne, vertritt einen undifferenzierten, somit "platten" Reduktionismus.
Offensichtlich besteht ein großes Engagement im Kampf gegen jegliche Religion oder Metaphysik - es handelt sich also keineswegs um ein wertfreies Vorgehen sine ira et studio, insofern ist auch die stete Berufung auf die Aufklärung verfehlt, weil bei dieser Gruppe gleichsam eine Ersatzreligion vorliegt.
Gleichzeitig ist natürlich auch das ökonomische Interesse nicht zu übersehen, die Auftritte der "Science Busters" zu bewerben.
Und schließlich fällt die verstärkte Präsenz dieser "Skeptiker" zeitlich zusammen mit dem Anlaufen des sehr erfolgreichen Films "Am Anfang war das Licht" von P. A. Straubinger. Es fehlt der Platz, und vor allem fehlt mir die Zeit, die pro- und contra-Argumente zu diesem Film hier aufzulisten und gegeneinander abzuwägen; ein wenig davon findet sich in meinem Kurzbericht über den Vortrag, den P.A. Straubinger zuletzt in unserer Gesellschaft gehalten hat (nota bene nicht über das Thema des Films, sehr wohl aber dadurch ausgelöst). Insbesondere haben Ulrich Berger und der Kabarettist Martin Puntigam Herrn Straubinger stark angegriffen; der ORF hat es zuwege gebracht, in der Sendung "Konkret" eine Psychologin gegen den eigenen ORF-Mann Straubinger auftreten zu lassen, welche den Film, um den es geht, gar nicht gesehen hatte, sondern über die Problematik der Magersucht besorgt war! (Im Bereich eines Deutsch-Aufsatzes würde man dazu "Themenverfehlung, nicht genügend!" sagen.) Vgl. <http://www.youtube.com/watch?v=7hNmwry_uGs> und Straubingers Richtigstellungen zu manchen Gegenargumenten.
Worum es mir hier geht, ist weder der Film selbst noch das Phänomen, das er zu dokumentieren unternimmt, sondern vielmehr, anhand der Diskussion um diesen Film jene Mechanismen aufzuzeigen, die seitens der sogenannten "Skeptiker" geradezu reflektorisch in Gang gesetzt werden, wenn es um Themen der "Grenzgebiete" geht, und zwar vielfach, ohne sich mit der Sache selbst auseinander gesetzt zu haben. Es zeigt sich immer wieder deutlich, daß es sich bei diesen "Skeptikern" nicht um eine zwar kritische aber ergebnisoffene Grundhaltung handelt, sondern um einen negativen Glauben. Schon vor Jahrzehnten hat Hans Bender darauf hingewiesen, daß es sich bei den "Esoterik"- oder Okkultgläubigen und bei den "Skeptikern" à la GWUP um Personen mit derselben Persönlichkeitsstruktur handelt: beide Gruppen sind rationaler Argumentation nicht zugänglich, weil sie überzeugte Gläubige sind - allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen.
4. PERSONALIA:
4.1 Theo Locher (26. 10. 1921 - 23. 11. 2010)
Hochbetagt ist Ende 2010 Theo Locher verstorben. Locher war von Beruf Gymnasialprofessor für Mathematik, Geographie und Geschichte, und er war von ganzem Herzen Lehrer. Im Jahr 1966 gründete er, aus seinen Volkshochschulkursen hervorgegangen, die "Schweizerische Vereinigung für Parapsychologie" (SVPP) in Brügg bei Biel/Bienne und war ihr langjähriger Präsident (ab 1991 Ehrenpräsident). Neben der SVPP gründete er 1985 auch die "Schweiz. Stiftung für Parapsychologie" (SSPP) und war deren Stiftungsratspräsident. Spontanfälle und insbesondere Spukerscheinungen haben Locher besonders interessiert, aber auch die "Gellerini", die in 1970er-Jahren auch in der Schweiz aufgetreten sind; er war eher ein Sympathisant der spiritistischen Interpretation. Locher war überaus rührig in der Öffentlichkeitsarbeit, er hat zahlreiche Vorträge gehalten, hat namens der SVPP ein Bulletin und "Orientierungsblätter" herausgegeben und ist auch mit einigen Buchpublikationen an die Öffentlichkeit getreten:
- Schweizer Spuk und Psychokinese. Kommentierte Fälle aus jüngster und früherer Zeit. Mit einem Geleitwort von Gerda Walther und einem Vorwort von C.A. Meier. (Gemeinsam mit Guido Lauper; Aurum 1977, Kamphausen 1983)
- Parapsychologie in der Schweiz gestern und heute zum 20jährigen Jubiläum. Selbstverlag der SVPP, 1986.
- Jenseitskontakte mit technischen Mitteln (gemeinsam mit Maggy Harsch), SVPP bzw. Ancient Mail, 2007. Von dem schmalen Band liegt auch eine englische Übersetzung vor.
Abgesehen von der Parapsychologie war Theo Locher auch humanitär stets sehr engagiert. So hat Locher in ihrem hohen Alter die Gräfin Wassilko, die eigentliche Gründerin unserer Gesellschaft, nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützt, indem er damals einen "Hilfsfonds für notleidende Parapsychologen" ins Leben gerufen hat (von dem mir allerdings später keine Aktivitäten bekannt sind, er dürfte nicht mehr existieren) und nach seiner Pensionierung hat Locher auch ein sehr bedeutendes humanitäres Hilfswerke für Afghanistan aufgebaut, das sogar in einem eigenen Buch dokumentiert ist. Vgl. auch die Würdigung Lochers durch V. J. Oehen.
4.2 Eckhard Etzold (14. 01. 1960 - 01. 01. 2011)
Am ersten Tag des neuen Jahres ist Eckhard Etzold nach langem Leiden viel zu früh verstorben. Von Beruf protestantischer Pfarrer, war auf dem Gebiet der Parapsychologie bzw. Anomalistik sehr eifrig tätig.
Ein Experiment und zahlreiche Publikationen sind on-line verfügbar, u.a. die folgenden Themen bzw. Titel:
- Lunar-magnetotail Encounters as Modulators of Mind-Matter Interaction Effects.
- Solar-periodic Full Moon Effect in the Fourmilab Retro-Psychokinesis Project Experiment Data: An Exploratory Study.
- Does Psi Exist and Can we Prove It? Belief and Disbelief in Psychokinesis Research.
- Wie zuverlässig sind die Ergebnisdaten des Global Consciousness Project?
- Sind die Daten der Fourmilab-Experimente mit der Mondphase korreliert?
- Solarperiodische und lunarperiodische Einflüsse in Psychokineseversuchen
- Kann Wasser bergauf fließen? Unglaubliche Behauptungen und die Schwierigkeit, diese zu widerlegen.
- Der heilige Atem - Physiologische und psychologische Begleiterscheinungen der Glossolalie.
Ein weiteres Interessensgebiet von ihm war Elektrotechnik, insbesondere historische Rundfunk- und Fernsehgeräte, von denen er eine beträchtliche Sammlung besaß und die er auch selbst instand gesetzt hat. Seine Websites
<http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/radio/radio.htm> und <http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/TV/tv.htm> unterrichten darüber.
Schließlich lag ihm auch Musik, insbesondere das Spielen der Gitarre, am Herzen.
Angesichts seiner zahlreichen und weit gestreuten Interessen und Aktivitäten kann man das bekannte Bonmot anwenden und sagen, daß er nicht dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben gegeben hat.
Im Rahmen unserer Gesellschaft hat er am "Tag der Parapsychologie", der 2004 der 47. Convention der Parapsychological Association vorgestaffelt war, eine Referat mit dem Titel "Schafft sich der Glaube die Wirklichkeit selbst?" gehalten, ein Thema, das ihn von der Parapsychologie (wie auch von der Theologie her) interessiert hat.
Trotzdem unsere persönliche Begegnung auf die kurze Zeit dieses Kongresses beschränkt war, ist mir Eckhard Etzold als ein besonders liebenswürdiger Kollege in Erinnerung geblieben.
4.3 Thorwald Dethlefsen (11. 12. 1946 - 01. 12. 2010)
Dethlefsen, "Esoteriker" und "Reinkarnationstherapeut", hat in den 1970er-Jahren viel zur Popularisierung der Reinkarnationsidee beigetragen. Er war ein blendender Rhetoriker - blendend im Doppelsinn des Wortes - und hat dann ein eigenes Institut "für außerordentliche Psychologie" in München etabliert. Sein Zugang zur Reinkarnationsproblematik war nicht der empirische Zugang, wie ihn der verstorbene Ian Stevenson und weiters Erlendur Haraldsson, Jim Tucker, Jürgen Keil, Antonia Mills und andere Parapsychologen vertreten, sondern vielmehr, seine Klienten in Hypnose in (angebliche) frühere Leben "zurückzuführen". Ob die dabei auftretenden "Erinnerungen" sich durch historische Recherchen als wahr erweisen würden, hat ihn nicht interessiert; seine Tätigkeit war ausschließlich klientenzentriert und am Erfolg orientiert, so hat er auch nicht weiter darüber reflektiert, ob die "Erinnerungen" nicht eher als Phantasieprodukte anzusprechen wären, die freilich einen Einblick in die psychische Situation der Klienten erlauben. Weiters war Dethlefsen an den alten Arkandisziplinen interessiert und hat an den von "Frater Albertus" (d.i. Albert Riedel, 1911-1984) in der Schweiz gehaltenen Alchemie-Kursen teilgenommen. 1996/99 hat Dethlefsen dann sogar eine eigene Kirche namens "Kawwana. Die 'Kirche des Neuen Aeon'" (sic) gegründet, die man wohl besser als eine esoterische Sekte bezeichnen sollte, die aber über ein beachtliches, von einer goldfarbenen Kuppel bekröntes Gebäude, den "Tempel des Höchsten Gottes", am Gärtnerplatz in München verfügt hat. Das Bauwerk, das Dethlefsen 1998 hat errichten lassen, hat er 2009 wieder abreißen lassen: "weil seine Sekte eine höhere Bewußtseinsstufe erlangt habe, brauche sie den Tempel nicht mehr." Seine letzten Lebensjahre hat Dethlefsen zurückgezogen in Wien verbracht.
Am Beispiel von Dethlefsen, anhand der Auseinandersetzung mit der Frage der Reinkarnation, wird wieder die Bedeutung des Satzes "Wissenschaft ist Methodenfrage" deutlich. Die wissenschaftlich saubere, empirische Feldforschung ist der eine Weg, die unexakte, oft von Wunschdenken keineswegs freie Praxis der "Rückführungen" ist der andere. Dethlefsen hat als "Esoteriker" sich für den zweiten entschieden.
5. LITERATURHINWEISE:
5.1 European Journal of Parapsychology
Das European Journal of Parapsychology (EJP) stellt mit dem soeben erschienenen Heft 2 des Jahrgangs 2010 sein Erscheinen vorderhand ein. Das ist - nach 35 Jahren und 25 Bänden - eine sehr bedauerliche Entwicklung. Ob es, wie man hofft, in der Zukunft zu einem Wieder-Aufleben dieser Zeitschrift kommen wird, kann jetzt noch nicht abgeschätzt werden.
5.2 Autobiographie von Stewart Alexander
Stewart Alexander ist ein britisches "physikalisches" Medium, zumeist als das "letzte europäische Materialisationsmedium" apostrophiert; er ist über 40 Jahre in dieser Art und Weise aktiv. Ich habe ihn vor einigen Jahren in der Schweiz kennengelernt und hatte auch die Gelegenheit, eine öffentliche Sitzung (allerdings keine physikalische) mit ihm zu besuchen. Ich habe in ihm bei mehreren Gesprächen einen außerordentlich liebenswürdigen Gentleman kennengelernt, der sich, was physikalische Phänomene und Mediumismus sowie Spiritismus betrifft, als historisch überaus gut informiert erwiesen hat.
Bekanntlich ist der physikalische Mediumismus, was die "Echtheit" seiner Phänomene betrifft, überaus umstritten, nicht nur bei den "Skeptikern", sondern auch innerhalb der parapsychologischen Gemeinschaft. Am ehesten noch auf dem Boden der historischen Beschäftigung können sich Befürworter, Zweifler und Gegner treffen. Ähnliches gilt für das spiritistische Weltbild, das sich wissenschaftlich natürlich nicht "beweisen" läßt, während die Auseinandersetzung damit durchaus legitim ist; es darf daran erinnert werden, daß die Parapsychologie vor mehr als einem Jahrhundert angetreten ist, um sich u.a. gerade mit diesen Problem wissenschaftlich, d.h. methodisch auseinander zu setzen.
Auch dort, wo grundsätzlich Einigkeit über die anzuwendenden Methoden sowie die Reichweite der Folgerungen besteht, gibt es immer noch Auffassungsunterschiede, inwiefern die Methodik korrekt implementiert worden ist, praktisch also in Hinblick auf die Rigorosität der angewandten Kontrollen. Der "Scole Report" von 1999 zeigt, welch ein Riß zwischen Befürwortern und Gegnern durch die SPR gegangen ist, wo es beinahe zu einer Spaltung gekommen wäre (wie in den 1920er-Jahren bei der ASPR im Kontext der Margery-Kontroverse). Nicht nur, daß der physikalische Mediumismus mit den Kontrollbedingungen steht und fällt, sondern bekanntlich lauert der Teufel im Detail und es ist demnach sehr schwer bis unmöglich, sich allein aus den literarischen Quellen ein Bild zu machen.
Zurück zu Mr. Alexander, über den bereits von dritter Seite (Katie Halliwell) publiziert worden ist und der mittlerweile keine öffentlichen Sitzungen mehr gibt, sondern nur mehr in seinem Home Circle aktiv ist. Er hat nun seine mit zahlreichen Berichten dritter Personen ergänzte Autobiographie herausgebracht: "An Extraordinary Journey: The Memoirs of a Physical Medium". Unter Beachtung der oben angeführten Caveats ist das ein interessantes Buch.
Stewart Alexander ist auch kurz in diesem Video (Vorschau) zu sehen: <http://www.veoh.com/browse/videos/category/lifestyle/watch/v18531696NnTW2aNc>.
5.3 Gabriel von Max und Albert von Keller
Albrecht Frh. v. Schrenck-Notzing, der die deutsche Parapsychologie im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus dominiert hat, war mit mehreren Künstlern befreundet, darunter die beiden Maler Albert von Keller und Gabriel von Max. Beide haben unter anderem auch Sujets aus dem Bereich des Okkulten, der Parapsychologie und der psychischen Grenzbereiche dargestellt. Gabriel von Max war sowohl Darwinist wie auch Spiritist und stand zumindest zeitweilig der Theosophie nahe; Evolutionstheorie und Spiritismus sind keineswegs unvereinbar, auch Carl du Prel war ein Anhänger beider Richtungen. Besucher meines kürzlich gehaltenen Vortrags über Stigmatisation mögen sich erinnern, daß ich ein Bild von Gabriel von Max gezeigt habe, nämlich Anna Katharina Emmerick (vulgo Emmerich). Erwähnt sei auch, daß Schrenck Albert von Keller in seinem Nekrolog als "Malerpsychologe und Metapsychiker" bezeichnet hat. Am letzten WGFP-Workshop hat Andreas Fischer über die beiden Künstler referiert.
Zu beider Künstler Werk gab es kürzlich bzw. gibt es derzeit Ausstellungen und dementsprechend aktuelle Publikationen.
5.3.1 Gabriel von Max
Ausstellung im Lenbach-Haus, München
Vgl. dazu auch die Berichte <http://www.br-online.de/bayern2/bayerisches-feuilleton/affenliebe-und-geistersuche-der-maler-gabriel-von-max-und-die-spiritisten-ID1288862766248.xml> sowie <http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id221199-/news_detail.html?_q=> und <http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id225156-/ausstellungen_berichtdetail.html?_q=>.
Karin Althaus und Helmut Friedel (Hrsg.): "Gabriel von Max: Malerstar, Darwinist, Spiritist".
Einer der Beiträge in diesem Buch - über den Spiritismus und Okkultismus seiner Zeit - stammt von Eberhard Bauer, führender Mitarbeiter am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg i.Br.
5.3.2 Albert von Keller
Jo-Anne B. Danzker und Gian C. Bott (Hrsg.): "Seance. Albert Von Keller and the Occult"
bzw. günstiger <http://www.amazon.de/Seance-Albert-Von-Keller-Occult/dp/0295990821/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1296425820&sr=1-1>.
5.4 Werke von Stanley Krippner
Aufgrund seiner kommenden Vorträge bei uns und anderen Veranstaltern sei auf seine Bücher hingewiesen; die komplette Bibliographie dieses überaus fruchtbaren Autors und Herausgebers umfaßt unglaubliche rund 1.200 Einträge.
5.5 PEAR
Im Kontext des ersten Vortrags ist (wieder einmal) von der PEAR Group die Rede. Dazu gibt es nun von Robert G Jahn und Brenda J. Dunne eine ganz neue Publikation: "Consciousness and the Source of Reality: The PEAR Odyssey".
5.6 Felix de Mendelssohn: "Die Gegenbewegung der Engel. Psychoanalytische Schriften zu Kunst und Gesellschaft"
In diesem Band legt der bekannte, u. a. an der Sigmund Freud PrivatUniversität lehrende Psychoanalytiker Aufsätze zu verschiedenen Themen vor, darunter Musik, Theater, Literatur, Buddhismus, Judentum, Leben nach der Verfolgung und Ökologiebewegung. Für uns relevant ist ein fast 50 Seiten umfassendes Kapitel über Parapsychologie unter dem Titel "Erkundungen über das Unheimliche", das sich mit Freud und seiner Stellung zur Parapsychologie bzw. mit der Frühzeit der Psychoanalyse auseinandersetzt. Dabei weist der Verfasser auch darauf hin, daß Johannes Mischo (später der Nachfolger von Hans Bender) schon 1963 aufgezeigt hat, wie tiefgehend das Interesse Freuds am Okkulten bzw. an der Parapsychologie gewesen ist.
5.7 Richard Wiseman: "Paranormality. Why we see what isn’t there"
Wiseman ist einer der prominentesten Vertreter des skeptischen Flügels der Parapsychologie, der überdies durch seine Massenexperimente eine große Popularität besitzt. Während mir das Buch selbst nicht vorliegt, gibt es zwei Auszüge im WWW, nämlich <http://www.guardian.co.uk/science/2011/feb/22/future-paranormality-richard-wiseman?commentpage=all#start-of-comments> und <http://www.guardian.co.uk/science/interactive/2011/feb/22/paranormality-extract-richard-wiseman>. Wiseman versucht, alle als parapsychologisch erfahrenen Phänomene "weg zu erklären", und beim oberflächlichen Leser wird dieser Versuch auch erfolgreich sein. Bei genauerer Betrachtung werden die Schwächen seiner Argumentation deutlich; dennoch ist es wertvoll, die in Rede stehenden Phänomene immer wieder darauf abzuklopfen, wie weit sie sich "normal" erklären lassen - oder eben nicht. Ein rationaler Zugang tut not, damit man sich nicht von Wunschdenken beeinflussen läßt, egal, in welche Richtung dieser Wunsch dann im Einzelfall tendiert.
6. E-BOOKS
Ein für persönliche, nicht kommerzielle Zwecke kostenloser Download umfangreichen Materials in Form von .pdf-Dateien ist möglich im Internet-Archiv (Texts), in den Google-Books sowie in der Open Library.
Insbesondere Google-Books beinhaltet insbesondere viele alte und seltene Bücher, die teilweise auch in Bibliotheken nur schwer auffindbar sind bzw. im Antiquariatsbuchhandel, wenn sie überhaupt je angeboten werden, überaus kostspielig sind. So ist z.B. der Themenkomplex Mesmerismus - Somnambulismus - Magnetismus mit zahlreichen Werken, die als "Vollständige Ansicht" gescannt sind, vertreten; manche Bücher dieser virtuellen Bibliothek sind - wie in einer realen Bibliothek - sogar in mehreren Exemplaren vertreten und ein Vergleich lohnt sich, denn die Scans sind von unterschiedlicher Qualität. (Ein kleiner Schönheitsfehler ist, daß aufgrund des Einscannens die Suchfunktion im .pdf nicht so wie sonst funktioniert.)
Im Internet-Archiv hat man die Wahl zwischen .txt und .pdf. Zumindest bei in gebrochener Schrift (Schwabacher oder Fraktur) gesetzten Werken ist dem .pdf unbedingt der Vorzug zu geben, weil die OCR-Software weder Ligaturen erkennt noch das "lange s", welches als "f" wiedergegeben wird, sodaß insgesamt der Text nahezu unbrauchbar wird.
Daß es sich gerade um alte Bücher handelt, die hier kostenlos heruntergeladen werden können, erklärt sich aus den ausgelaufenen Urheberrechten. Jedenfalls ist die Digitalisierung der älteren Fachliteratur für die Interessenten ein großer Schritt vorwärts!
7. HINWEISE AUF WEITERE VERANSTALTUNGEN:
7.1 Symposium "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen"
Die "Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie", mit der wir schon im Zuge des Koestler-Symposiums kooperiert hatten, veranstaltet vom 15.-17. April 2011 im Stift Vorau (Stmk.) ein Symposium mit dem Titel "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen" wobei die Parapsychologie - unter dem Titel "Esoterik kritisch hinterfragt" - nur eines von mehreren Themen darstellt. Es geht mir darum, den Wissenschaftscharakter der Parapsychologie, die ja in der Öffentlichkeit vielfach mißinterpretiert wird, herauszuarbeiten und aufzuzeigen, daß ein rationaler Zugang auch gegenüber außergewöhnlichen Phänomenen und Erfahrungen möglich ist; damit verbunden werde ich einen kurzen Überblick über das Gesamtgebiet der Parapsychologie geben.
7.2 Am Mittwoch, 01. Juni 2011 wird Stanley Krippner im "Institut für Bewußtseins- und Traumforschung" ein Referat "Dreaming and Creativity" halten. (In englischer Sprache, weitere Informationen über die Website des Instituts oder 0699 10199042.)
7.3 Für Freitag, 03. Juni 2011 ist ein Vortrag von Stanley Krippner an der Sigmund Freud PrivatUniversität geplant, der Titel lautet: "Terror in the Night. Working with Post-Traumatic Stress Disorder Nightmares". Als Exponent der "Humanistischen Psychologie" wird der Referent möglicherweise auch einen Bezug zur Parapsychologie einbauen. (In englischer Sprache)
7.4 Am Samstag, 04. Juni 2011, findet, ebenfalls von der oben erwähnten Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie veranstaltet, ein Tages-Symposium zum Thema "Consciousness and Healing" mit mehreren Referenten, darunter wiederum Stanley Krippner, statt - ebenfalls in englischer Sprache. Sein Referat hat den Titel "Trance and the Trickster. Hypnotic-like Effects in Shamanic Healing Rituals". Weiters ist auch die ungarische Hypnose-Spezialistin Éva Bányai eingeladen. Das Detailprogramm liegt derzeit noch nicht vor; der Veranstaltungsort ist jedenfalls der Vortragssaal des Naturhistorischen Museums in Wien.
7.5 Bruno Gröning & Gröning-Film
Das Thema "Geistige Heilung" ist ein Dauerbrenner. In den anglophonen Ländern wird diesem Thema mehr Gewicht eingeräumt, als bei uns; so gibt es in den USA sogar Parapsychologen, die den Phänomen- bzw. Forschungsbereich der Parapsychologie in die folgenden drei Gebiete gliedern: ESP - PK - Healing. Ich kann dem nicht folgen, sondern halte Heilungseffekte, falls es sie gibt, für einen Aspekt von PK, nämlich Bio-PK. Sei dem aber wie immer, gewiß ist eines: die Forschung auf diesem Gebiet ist überaus schwierig, erstens bietet sich vom theoretischen Konzept her immer der Placebo-Aspekt als Alternative, zweitens bestehen ethische Restriktionen - Komplikationen, denen sich auch die Komplementärmedizin gegenüber sieht. Trotzdem gibt es, leider nur sehr vereinzelt, interessante Forschungsergebnisse, wie z.B. vor einigen Jahren die Studie von E. Targ und F. Sicher mit AIDS-Patienten, freilich mit nachfolgender Kontroverse (vgl. Newsletter N° 5 vom 18 03 2002).
Ein Dauerbrenner sei die Geistheilung, sagte ich; W.H.C. Tenhaeff hat darüber schon vor Jahrzehnten publiziert ("Außergewöhnliche Heilkräfte: Magnetiseure, Sensitive, Gesundbeter") und Hans Bender hat den damals, Mitte der 1950er-Jahre, sehr bekannten Heiler Dr. jur. Trampler in Kooperation mit der Universitäts-Poliklinik untersucht. Noch ein wenig weiter zurück in der Geschichte und wir begegnen dem Heiler Bruno Gröning (1906-1959). Auch heute, ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod, florieren die diversen "Freundeskreise" und können einen beachtlichen Anhang aufweisen, vgl. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno-Gröning-Freundeskreis>. Es handelt sich dabei um einen teils sektenartig strukturierten okkulten Untergrund, von dessen Ausmaß man sich, solange man ihm nicht begegnet ist, kaum eine Vorstellung machen kann, vgl. auch <http://www.agpf.de/Groening.htm>. Seit einigen Jahren wird Grönings Erbe propagandistisch auch durch einen Film "Das Phänomen Bruno Gröning: Auf den Spuren des 'Wunderheilers'" vermarktet. Dieser Film, der inklusiver zweier (durchaus notwendiger) Pausen rund fünf Stunden dauert, ist durchaus interessant, erstens zeigt er Gröning in Originalaufnahmen, hat also dokumentarischen Wert, und zweitens bildet er gut das Milieu ab, in dem die Gröning-Verehrung, kombiniert mit der Gröning-Vermarktung sich abspielt. Wer sich für die Soziologie der Esoterik- und Okkultgläubigen interessiert, wird mit diesem Film gut bedient sein; für eine Erhellung der causa prima, ob "Geistige Heilung" funktioniert, ist er freilich völlig unergiebig. Der Film läuft in aller Welt; in Wien seit Jahren (!) ca. ein Mal im Monat (an Sonntagen, im Bellaria-Kino, sonst bekannt als ein Nostalgie-Kino) und er scheint ein Stammpublikum zu besitzen, das ihn mehrfach zu konsumieren pflegt - auch dies bereits eine bemerkenswerte Tatsache.
Natürlich ist die Soziologie dieser "Gläubigen" an sich kein Gegenstand der Parapsychologie, aber als ein Epiphänomen verdient sie allemal Beachtung; nicht zuletzt kommt hier auch wieder einmal der psychohygienische Aspekt ins Spiel, durch entsprechende seriöse Aufklärung Erscheinungen wie "Wunderheilern" die ihnen zunächst inhärente Faszination zu nehmen und alle diese Fragen, wie Hans Bender es mit seiner unnachahmlichen Formulierungsgabe gefordert hat, in einen "Raum der Besonnenheit" zu stellen.
8. INTERNET
8.1 Parapsychological Association:
Die Internetpräsenz der PA ist einem Relaunch unterzogen worden: <http://parapsych.org/>. (Dort auch Information über die Jahrestagung der PA, die heuer in Brasilien stattfinden wird.)
8.2 Sheldrake-Vortrag
Ein Vortrag (Perrott-Warrick Lecture) von Rupert Sheldrake, "The Evolution of Telepathy", ist nunmehr mit unterlegten Folien verfügbar: <http://www.youtube.com/watch?v=2MOzlSF0a8M>.
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 41 - Wien, 20. Dezember 2010
INHALT:
1. Aktuelles
2. Personalia
3. Neue parapsychologische Organisation
4. Zeitschriften
5. Literaturhinweise
6. Hinweis auf Fernsehsendung
7. Aviso auf zukünftige Veranstaltungen
8. Feiertagswünsche
1. AKTUELLES:
1.1 Zur Situation der "Bibliotheca Philosophica Hermetica" (Ritman Library) in Amsterdam
Diese Bibliothek ist eine überaus bedeutende, in Qualität und Umfang geradezu einzigartige Institution, deren Sammelgebiet die okkulte und esoterische Tradition darstellt - Esoterik aber nicht verstanden wie der Esoterik-Laden an der nächsten Ecke, sondern etwa im Sinne der Renaissance-Gelehrten, mit dem Schwerpunkt auf den Rosenkreuzern und Alchemisten, beinhaltend auch eine Reihe mittelalterlicher Manuskripte. Ich kenne diese für die einschlägige kulturwissenschaftliche Forschung unverzichtbare Bibliothek aus eigenem Augenschein. Der Referent unseres Vortrags vom 18. Mai 2009 <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss-09.htm> über den "okkulten" Schriftsteller Gustav Meyrink, Theodor Harmsen, war der Bibliothekar dieser Sammlung.
Nunmehr steht diese Bibliothek, die momentan geschlossen ist, vor existentiellen Problemen, die hier darzustellen zu weit führen würde; nähere Information findet sich unter diesem Link: <http://heterodoxology.wordpress.com/2010/11/24/save-the-bibliotheca-philosophica-hermetica/>.
Dort ist auch die Möglichkeit gegeben, eine Petition zu unterschreiben, die bisher von 5730 Personen unterzeichnet worden ist. Wenn auch die Wirkung solcher Petitionen gering sein mag, so zeigt sie doch das Interesse tausender Menschen und übt dadurch vielleicht einen gewissen Druck bei den Verhandlungen aus. Da dies für den Unterzeichner weder Mühe noch Kosten bedeutet, erlaube ich mir, Sie einzuladen, sich dieser Petition anzuschließen (direkt auf <http://www.ipetitions.com/petition/ritmanlibrary/>).
1.2 Daryl BEM und seine Präkognitionsexperimente
Daryl Bem ist ein prominenter US-amerikanischer Sozialpsychologe (Cornell University), nebenbei auch ein ausgezeichneter Zauberkünstler. Seit Jahren ist er erfolgreich damit, Standardexperimente der Psychologie für parapsychologische Fragestellungen zu adaptieren, wobei er sich insbesondere mit "priming" und "habituation" befaßt. (Priming ist die Beeinflussung der Reizverarbeitung durch die Aktivierung impliziter Gedächtnisinhalte durch einen vorangegangenen Reiz; Habituation ist die Gewöhnung an einen Reiz und eine dadurch erlernte Verhaltensunterdrückung.)
Nun hat ein Bericht über Bem's aktuelle Resultate in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Psychology Today" unter dem Titel "Have Scientists Finally Discovered Evidence for Psychic Phenomena?" viel Staub aufgewirbelt und unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen; die Zeitschrift "New Scientist" fragt sich: "Is this evidence that we can see the future?".
Von der populärwissenschaftlichen Aufbereitung abgesehen, hier die Links zu dieser Debatte (sämtliche Teile in englischer Sprache):
Der Text von Bem's im Druck befindlicher Originalarbeit, die im "Journal of Personality and Social Psychology (JPSP)", der Zeitschrift der prestigeträchtigen "American Psychological Association" erscheinen wird:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/FeelingFuture.pdf>
Alcock's Kritik darauf:
<http://www.csicop.org/specialarticles/show/back_from_the_future>
Dean Radin's Erwiderung auf Alcock:
<http://deanradin.blogspot.com/>
Bem's eigene Replik auf Alcock:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/ResponseToAlcock.pdf>
1.3 "Psychologie in Österreich"
Diese Fachzeitschrift ist das Organ des "Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen" (BÖP). Die aktuelle Ausgabe 4 ist dem Themenschwerpunkt "Parapsychologie und Grenzwissenschaften" gewidmet. Die Abstracts der Artikel sind unter <http://www.boep.or.at/Aktuelle-Ausgabe.441.0.html> on-line abrufbar.
1.4 Voodoo-Photo-Ausstellung in Fischamend
Im (privaten, von Herrn Erwin Schwab betriebenen) Photomuseum in Fischamend, das auch sonst sehenswert ist, läuft seit Herbst eine Photoausstellung über Voodoo; einen Vorgeschmack erhält man auf der Unterseite <http://members.chello.at/wolfgang.blecha/voodoo.htm>. Dazu wird im Museum auch ein 45-minütiger Film gezeigt, der die Riten sehr anschaulich festgehalten hat. Im Moment ist zwar Winterpause, aber irgendwann wird die zu Ausflügen animierende wärmere Jahreszeit ja doch zurückkommen …
2. PERSONALIA:
Am 18. Oktober 2010 ist David Fontana im 75. Lebensjahr verstorben. Er war ein britischer Psychologe (Professor an der Universität Cardiff), von 1995-98 Präsident der 1882 gegründeten Society for Psychical Research in London und bis zu seinem Tod einer deren Vizepräsidenten. Seine zahlreichen, zum Teil auch ins Deutsche übersetzten Bücher hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen; sie haben die Themen von einerseits Meditation und Spiritualität und andererseits der Frage des Lebens nach dem Tod zum Gegenstand. David Fontana vertrat dabei den spiritistischen Standpunkt einer Fortexistenz; er war ein ausgezeichneter Anwalt seiner Sache, wenn mich auch seine Argumentation angesichts der Komplexität der Problemlage nicht hat überzeugen können.
3. NEUE ORGANISATION:
The World of Parapsychology
4. ZEITSCHRIFTEN:
4.1 neu:
Paranthropology Journal
4.2 Erinnerung:
PsyPioneer
5. LITERATURHINWEISE:
Wie bereits avisiert, ein paar Worte zu einschlägigen Büchern, die in letzter Zeit erschienen sind. Bücher eignen sich bekanntlich auch für Weihnachtsgeschenke in letzter Minute …
5.1 Bücher in deutscher Sprache:
Hartmut BINDER:
Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie
Vitalis-Verlag, Prag, 2009
ISBN 978-3899190786
Auf nahezu 800 Seiten breitet der Verfasser, ein profilierten Literaturwissenschaftler, mit großer Liebe zum Detail die Biographie Meyrinks, mit zahlreichen Illustrationen versehen, vor dem Leser aus. Der Schwerpunkt liegt auf dem jungen Meyrink, insbesondere dem Meyrink der Prager Jahre, was auch berechtigt ist, weil dies die prägenden Jahre waren. Je mehr Meyrinks Leben voranschreitet, desto weniger hält der Autor es durch, in gleichem Maße auf Einzelheiten einzugehen - man fragt sich, ob in Meyrinks späteren Jahren die Quellenlage dünner ist oder ob der Verfasser es hat vermeiden wollen, eine 1000-Seiten-Grenze zu überschreiten. Das Werk ist interessant und spannend zu lesen und durch einen ausführlichen Index erschlossen; es stellt gleichsam ein Gegenstück zu dem ebenfalls sehr interessanten, jedoch ganz anders angelegten Werk des unter Pkt. 1.1 genannten Theodor Harmsen, "Der Magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk", Brill 2008, dar (wobei Binder auch gewisse Kritik übt). In Meyrinks Leben gab es gewisse Schlüsselerlebnisse, eines davon zwar zweifellos der Spukfall von Levico, der natürlich als parapsychologisches Phänomen für uns von besonderem Interesse sein muß, über den jedoch leider keine Details bekannt sind. Leider bringt der Autor Hartmut Binder in diese Frage, welche schon den verstorbenen Meyrink-Sammler Lambert Binder überaus interessiert hatte, auch nicht viel Licht. Trotz gewisser Desiderata hinsichtlich Meyrinks letzten Jahren (z.B. bzgl. des Todes seines Sohnes) ist dieses sorgfältig recherchierte und aufwendig gestaltete Buch das definitive Werk zum Entwicklungsgang des (okkulten) Schriftstellers Gustav Meyrink, insbesondere seiner Prager Zeit.
Melvyn WILLIN:
Geister. Unglaubliche Bilder auf dem Prüfstand. Fotografien des Übersinnlichen
Stocker Verlag, Graz, 2010
ISBN 978-3853652435
Melvyn Willin, ein qualifizierter Musikwissenschaftler mit besonderem Interesse am Hexenwesen, ist Vorstandsmitglied der SPR und als solcher für deren Archive in London und Cambridge verantwortlich. In diesem Buch beschäftigt sich der Verfasser jedoch nicht mit dem akustischen, sondern mit dem optischen Bereich: er legt eine Sammlung von 80 (angeblich) paranormalen Photos vor, die sich über die Spanne eines Jahrhunderts erstrecken - also ein Zeitraum, der teilweise vor den manipulativen Möglichkeiten, die heute mit Photoshop oder Gimp gegeben sind, gelegen ist. Das soll nicht notwendigerweise bedeuten, daß all diese Photos "echt" im Sinne eines paranormalen Phänomens (oder gar einer Bewirkung durch einen "Geist") wären oder als solche dargestellt würden, es finden sich auch berühmte "Hoaxes" wie das Bild der "Elfen" von Cottingley oder eine "Aura"-Photographie darunter. Die einzelnen Bilder sind natürlich recht ungleichwertig, zeigen damit aber gut das weite Spektrum des Themas "Photographie des (vordergründig) Paranormalen" auf - daß der Verlag vom "Übersinnlichen" spricht, mag bei einer Publikation, die sich an das breite Publikum wendet, angehen, obwohl dies Wort natürlich innerhalb der Parapsychologie Anathema ist. Ein wenig verwirrend mag es für manche sein, daß die Fokusperson des Rosenheimer Spukfalles, deren Realnamen mehrfach veröffentlicht ist, hier wieder mit einem Decknamen versehen ist. Das Buch, in einem originellen Querformat gehalten, ist ein interessantes "Photobuch der anderen Art", wobei man sich bei jedem einzelnen Bild seine eigenen Gedanken machen kann …
Heinrich und Ingrid KUSCH:
Tore zur Unterwelt: Das Geheimnis der unterirdischen Gänge aus uralter Zeit.
Auf dieses, ebenfalls bei Stocker (ISBN 9783853652374) erschienene Buch sei, ohne näher darauf einzugehen, aus zwei Gründen hingewiesen: erstens ist der Verfasser ein ehemaliger Referent in unserer Gesellschaft, und zweitens wird er im Rahmenprogramm des Vorauer Symposiums (Pkt. 7.1.1) tätig sein.
5.2 Bücher in englischer Sprache:
Heather WOLFFRAM:
The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, c. 1870-1939
Ein flüssig zu lesendes Buch, das demjenigen, der mit den Primärquellen nicht vertraut ist (sei es aus sprachlichen Gründen, wie beim englischen Publikum, an das sich das Werk ja primär wendet, sei es überhaupt), ein Zeitgemälde der parapsychologischen Szene im Zweiten Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in den Jahren des Dritten Reiches bis zum Kriegsausbruch bietet. Interessant ist es, Konstanten und Entwicklungen über all diese Jahrzehnte zu verfolgen und sie mit der gegenwärtigen Situation zu vergleichen - abgesehen davon, daß heute andere Forschungsfragen im Vordergrund stehen, waren jene Jahrzehnte von einer Heftigkeit der Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern geprägt, die heute nicht mehr nachvollziehbar ist. (Das kann als Indiz dafür genommen werden, daß das Paranormale mittlerweile weitgehend "normal" geworden ist, wenn ich das so ausdrücken darf, somit eine sehr positive Entwicklung.) Ein paar Details freilich sind es, denen ich nicht zustimmen kann, z.B., wenn Schrenck-Notzing in der betreffenden Kapitelüberschrift als "Geisterbaron" bezeichnet wird, was - bei allem Verständnis für griffige Formulierungen - grob irreführend ist, denn genau das war er nicht, hat er sich doch deutlich gegen die spiritistische Interpretation ausgesprochen. Natürlich perpetuiert die Autorin damit nur ein Epitheton Schrencks aus der zeitgenössischen Presse, gleichzeitig bedeutet dies aber aufgrund der Einprägsamkeit des Titels das Weiterschreiben dieser unzutreffenden Charakteristik und erscheint mir somit als kontraproduktiv. Weiters wird ein (bekanntes) Bild veröffentlicht, bei dem der nicht informierte Betrachter einen Fehler in der photographischen Platte leicht mit der abgebildeten (in Diskussion stehenden) Materialisation verwechseln könnte, ohne daß auf diese Problematik gebührend hingewiesen würde. Das tut aber dem zutreffenden Gesamtbild der Parapsychologie während der genannten Zeitspanne, das gut recherchiert ist, keinen Abbruch.
Frans W.J.J. SNEL:
Aspects of the paranormal healing phenomenon: the narrative approach, Amersfoort, 2010.
Frans Snel setzt sich in dieser Studie (Master Thesis an der University of Edinburgh) mit CAM (= "Complementary, Alternative, and Integrative Medicine") unter Einbeziehung möglicher paranormaler Effekte auseinander, wobei fünf Heiler im Vordergrund stehen, deren Aktivitäten teilweise in Form von Videostudien analysiert worden sind, was weitgehend innovativ ist. Diese detailreiche Arbeit ist, ebenso wie der Tagungsband "Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology", aufgrund einer Schenkung des Johan Borgman Funds, der die Herausgabe auch unterstützt hat, in der Bibliothek unserer Gesellschaft vorhanden und von Mitgliedern entlehnbar.
6. FERNSEHSENDUNG
Mi, 22. Dez. 2010, 23:00h, Club 2: "Auf der Suche nach dem Übersinnlichen"
Hinweis: Club 2-Sendungen sind auch "post festum" über die ORF TVThek abrufbar.
7. AVISO VON VERANSTALTUNGEN
7.1 Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie
7.1.1 Die Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie, mit der wir in der Vergangenheit bereits kooperiert haben (Symposium "Arthur Koestler - Jenseits von Reduktionismus und Zufall") führt vom 15.-17. April 2011 im Stift Vorau ein interdisziplinäres Symposium "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen" durch, in dem auch die Parapsychologie zu Wort kommt.
7.1.2 Dieselbe Gesellschaft führt am 4. Juni ein eintägiges Symposium "Consciousness and Healing" (in englischer Sprache) durch, Ort ist voraussichtlich das Naturhistorische Museum Wien. Das Programm steht noch nicht im Detail fest, der "Stargast" der Veranstaltung wird Stanley Krippner sein, der uns auch in unserer Gesellschaft für zwei Vorträge (Mo, 30. 05. und Di, 31. 05. 2011) zur Verfügung stehen und am 03. 06. 2011 auch an der Sigmund Freud PrivatUniversität sprechen wird.
7.2 Braunauer Zeitgeschichte-Tage
Für die Braunauer Zeitgeschichte-Tage 2013 ist das Thema "'Okkulte Erlebnisse': Rudi Schneider und Willi Schneider" in Aussicht genommen, also zwei Österreicher, die unter den wichtigsten medialen Versuchspersonen aller Zeiten einzuordnen sind. (Bzgl. Rudi Schneider vgl. meinen Beitrag "Im Rotlicht erhebt sich ein Taschentuch - und 'Fragwürdigstes' geschieht im 'Zauberberg'. Thomas Mann und die Parapsychologie" in: Christa Tuczay und Wolfgang Müller-Funk (Hrsg.): Faszination des Okkulten. Tübingen: A. Francke-Verlag, 2008.)
8. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters - Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern - EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 40 – Wien, 12. Oktober 2010
INHALT:
1. Vortragsprogramm Wintersemester 2010/11
2. Personalia
3. BIAL-Symposium
4. IGPP-Tätigkeitsbericht
5. Literaturhinweise
6. Internet
7. Neu im Kino
1. VORTRAGSPROGRAMM:
• Mo, 18. Okt. 2010
Erich Neuwirth
Zufall und Vorhersagbarkeit
• Mo, 15. Nov. 2010
Erlendur Haraldsson
Nordische „physikalische Medien“
• Di, 16. Nov. 2010
Erlendur Haraldsson
Leben nach dem Tod und Wiedergeburt
• Mo, 13. Dez. 2010
Peter Mulacz
Träger der Wundmale Christi
• Mo, 17. Jänner 2011
P. A. Straubinger
Aspekte der internationalen Parapsychologie
Achtung: geänderte Beginnzeit, 20 Uhr c.t.!
Das gedruckte Programm ist bereits versandt; wie immer ist das Programm unter <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> on-line abrufbar.
Der erste Vortrag (Erich Neuwirth) setzt sich mit Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie auseinander: von den Rhine’schen Kartenexperimenten bis zur aktuellen Methode der Metaanalyse, von der Schwierigkeit, Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen und, last not least, von der Problematik synchronistischer Erfahrungen.
Erlendur Haraldsson wird über verschiedene Medien aus dem skandinavischen Raum berichten, wobei der physikalische Mediumismus im Vordergrund steht. Bei Einar Nielsen hatte auch der längst verstorbene österreichische Parapsychologe P. Peter Hohenwarter Sitzungen mitgemacht; auch bei Nielsen gilt es, das pro und contra sorgfältig abzuwägen.
In seinem zweiten Vortrag, am darauffolgenden Dienstag, wird der Referent den Glauben an Leben nach dem Tod und Wiedergeburt thematisieren, und zwar auf der Basis großangelegter soziologischer Untersuchungen („European Human Values Survey“ bzw. „World Human Values Survey“).
Der Titel meines eigenen Vortrags, „Träger der Wundmale Christi“, spiegelt die populäre und unkritische Rezeption der Stigmata wider. Bei allen Stigmatisierten ist die Stigmatisation mit paranormalen Phänomenen (insbesondere außersinnlicher Erfahrung) und vielfach auch mit physiologischen Anomalien (z.B. Nahrungslosigkeit) vergesellschaftet, insofern spricht man vom „Stigmatisationssyndrom“.
Im letzten Vortrag im Semester wird P. A. Straubinger eine Reihe von Video-Clips (in englischer Originalversion) vorführen, die im Zuge der Interviews mit verschiedenen Parapsychologen rund um die Welt entstanden sind, welche er für seinen Film (vgl. Pkt. 7) befragt hat. Es handelt sich sozusagen parapsychologisch relevantes „Überschußmaterial“, das thematisch oder umfangmäßig nicht mehr in den Film hineingepaßt hat.
2. PERSONALIA:
2.a Michael Thalbourne:
Der australische Parapsychologe Michael Thalborne, geb. 24.03.1955, ist am 04.05.2010 verstorben. Er war der Präsident des „Australian Institute for Parapsychological Research“ und der Herausgeber des „Australian Journal of Parapsychology“. Zu seinen Büchern zählen „A Glossary of Terms used in Parapsychology“ und, gemeinsam mit Lance Storm, „Parapsychology in the Twenty-First Century: Essays on the future of Psychical Research” sowie „The survival of human consciousness: Essays on the possibility of life after death”. Interessant ist auch sein Konzept der „Transliminalität“. Ähnlich dem Pianisten Friedrich Gulda hatte auch Thalbourne bereits früher eine Falschmeldung hinsichtlich seines eigenen Todes lanciert.
Siehe auch <http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Thalbourne>, sein reiches Oevre <http://www.parapsych.org/members/m_thalbourne.html> sowie seinen Artikel über die Praktiken des sattsam bekannten Varietézauberers und Berufsentlarvers Randi <http://www.aiprinc.org/para-c05_Thalbourne_1995.pdf>.
2.b Martin Gardner:
Wenige Tage nach Thalbourne, nämlich am 22.05.2010, verstarb in biblischem Alter der am 21.10.1914 geborene Martin Gardner. Als Wissenschaftsjournalist hatte er mehrere Schwerpunkte, darunter Mathematik und Pseudowissenschaften. Gardner war ein Gründungsmitglied des Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP), heute umbenannt in Committee for Skeptical Inquiry (CSI), und ein Exponent der „Skeptiker“-Bewegung. Siehe auch <http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Gardner> sowie Nachrufe <http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=profile-of-martin-gardner>
und <http://www.nytimes.com/2010/05/24/us/24gardner.html>.
2.c Berthold E. Schwarz:
Mit 85 Jahren ebenfalls hoch betagt ist der Psychiater Dr. Berthold Eric Schwarz am 16.09.2010 in Vero Beach gestorben. Ein Klassiker ist sein Buch über Telepathie zwischen Kindern und Eltern: „Parent-child telepathy: five hundred and five possible episodes in a family;: A study of the telepathy of everyday life“ (1971). Was Psychokinese anlangt, stand Schwarz William E. Cox (gest. 1994) nahe, der – in der Tradition von J. G. Neidhardt bzw. SORRAT (Society for Research in Rapport and Telekinesis <http://www.metamind.net/sorrat.html>) – mit einem „Minilab“ experimentierte, einem geschlossenen Behälter, in dessen Inneren kleine Objekte psychokinetisch bewegt werden sollte, wobei diese Ortsveränderungen automatisch gefilmt worden sind. Allerdings sind diese Resultate stark in Zweifel gezogen worden, was ihre angeblich paranormale Verursachung betrifft.
De mortuis nihil nisi bene – trotzdem kann ich den Kommentar nicht unterdrücken, daß die beiden soeben Genannten zu extreme Positionen vertreten haben, Gardner einen über das Ziel schießenden Skeptizismus, während Schwarz es wohl vielfach an der nötigen kritischen Einstellung hat mangeln lassen. (Die Assoziation zu den beiden Fehlertypen liegt nahe, „false positive“ und „false negative“ bzw. Typ I und Typ II Fehler.)
2.d Pam Reynolds:
Als „Pam Reynolds“ wurde die US-amerikanische Sängerin Pam Reynolds Lowery (geb. 1956) bekannt, die im Alter von 35 Jahren eine Todesnähe-Erfahrung während einer Gehirnoperation gehabt hat. Während dieser Fall von manchen Autoren etwas voreilig als „beweisend“ für eine (im weitesten Sinne) transzendentale Interpretation angesehen worden ist, zeigt eine eingehendere Analyse, daß diese Interpretation keineswegs zwingend ist und daß alternative Erklärungen möglich sind. Eine kurze tabellarische Zusammenfassung dieser NDE findet sich auf <http://en.wikipedia.org/wiki/Pam_Reynolds#Timeline>. Nun ist „Pam Reynolds“ am 22.05.2010 verstorben.
3. BIAL-SYMPOSIUM:
Das gesamte 8. Bial-Symposium, das – wie immer unter dem Gesamttitel „Beyond and Behind the Brain“ – vom 07.-10.04.2010 stattgefunden hat, ist von der Universität Porto aufgezeichnet worden und über das Webportal TVU abrufbar:
<http://tv.up.pt/channels/conferencias?set_locale=en>
4. IGPP-TÄTIGKEITSBERICHT:
Der Tätigkeitsbericht 2008/2009 des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg i.Br. <http://igpp.de> ist erschienen. Der Bericht wird jedem Interessenten kostenlos zugesandt, eine Mail an Dipl.-Psych. Eberhard Bauer <bauer@igpp.de> mit Adreßangabe genügt.
5. LITERATURHINWEISE:
5.a Neuerwerbungen unserer Bibliothek:
• Dr. Christa A. Tuczay
„Ekstase im Kontext: Mittelalterliche und neuere Diskurse einer Entgrenzungserfahrung“
Hrsg. Peter Dinzelbacher
Peter Lang Verlag, Frankfurt 2009 <http://www.peterlang.com/index.cfm?event=cmp.cst.ebooks.datasheet&id=51356&concordeid=57194>
Frau Doz. Tuczay hat bei uns bekanntlich mehrere Vorträge gehalten; sie ist auch – gemeinsam mit Wolfgang Müller-Funk – die Herausgeberin der im selben Verlag 2008 erschienen Anthologie „Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen“ <http://www.narr.de/details.php?catp=&p_id=38259>.• Editors: Chris Roe, Wim Kramer and Lisette Coly
„Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology“
Utrecht, 2008
Diesen Band habe ich bereits im Newsletter N° 38 avisiert.
Vgl. <http://www.pflyceum.org/266.html> bzw. <http://www.pflyceum.org/451.html>.• Frans W.J.J. Snel
„Aspects of the paranormal healing phenomenon: the narrative approach“
Amersfoort, 2010
Die beiden letztgenannten Bücher sind Schenkungen des Johan Borgman Funds an unsere Bibliothek, wofür sich unsere Gesellschaft hiermit herzlich bedankt.
5.b Weitere interessante Neuerscheinungen:
• Heather Wolffram
The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, c. 1870-1939
<http://www.rodopi.nl/functions/search.asp?BookId=CLIO+88>• Hartmut Binder
Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie
<http://www.vitalis-verlag.com/prag.php#binder_meyrink>• Melvyn Willin
Geister
Unglaubliche Bilder auf dem Prüfstand
Fotografien des Übersinnlichen
<http://www.buecherquelle.at/Buchshop/Neuerscheinungen/Geister::2448.html>Auf diese Werke beabsichtige ich im nächsten Newsletter näher einzugehen, der noch rechtzeitig vor Weihnachten erscheinen soll.
5.c „Psychologie in Österreich“:
Die aktuelle Nummer der Zeitschrift „Psychologie in Österreich“ (PIÖ) hat den Themenschwerpunkt „Parapsychologie und Grenzwissenschaften“. Die Zeitschrift wird an alle Mitglieder des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) verteilt. Zum Inhaltsverzeichnis: <http://www.boep.eu/Aktuelle-Ausgabe.441.0.html>.
6. INTERNET:
6.a Diverse Wikis:
Die Polemik zwischen seriösen Forschern im Bereich der Grenzgebiete und der sogenannten „Skeptiker“-Bewegung geht weiter. Der Gegenstandsbereich geht dabei über die Parapsychologie weit hinaus, es geht vielfach um „Glaubenskämpfe“ (von „Nullpunkt-Energie“ bis zu den Impfgegnern), wobei medizinische Themen über den Umweg der „Germanischen Neuen Medizin“ <http://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Neue_Medizin> in politische Ideologie münden, detto für umstrittene psychotherapeutische Verfahren (z.B. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger>).
Neuerdings werden – pro und contra – Seiten ins Web gestellt, die in ihrer äußeren Aufmachung an die Web-Enzyklopädie „Wikipedia“ <http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia> erinnern.
Ein besonders pikanter Vertreter dieses Genres ist die Seite „EsoWatch“ <http://esowatch.com/ge/index.php?title=Hauptseite> bzw. (Information darüber) <http://de.wikipedia.org/wiki/Esowatch>. Das den gesetzlichen Vorgaben nicht entsprechende Impressum von EsoWatch sowie die zahlreichen Urheberrechtsverletzungen entziehen sich durch Webhosting im Ausland jeglichen Sanktionen; allerdings brandmarken diese Rechtsverletzungen die ganze Website eindeutig als unseriös, sodaß von vornherein auch bei den Inhalten Seriosität nicht erwartet werden kann.
Gegen EsoWatch tritt – in ähnlicher Aufmachung – „Eselwatch“ <http://eselwatch.com/index.php?title=Hauptseite> auf.
Um der Skeptiker-Vereinigung „GWUP“ – das deutschsprachige Pendant des oben unter Pkt. 2.b erwähnten CSI – entgegenzuwirken, gibt es jetzt auch „GWUP Watch“ <http://gwup-skeptiker.blogspot.com/>.
Weitere Seiten, die sich mit „Skeptiker“-Organisationen auseinandersetzen:
• Skeptizimus <http://www.skeptizismus.de/>
• Skepticalinvestigations <http://www.skepticalinvestigations.org/homepage.html>
• Debunkingskeptics <http://www.debunkingskeptics.com/>
• Psi v Sigh <http://sites.google.com/site/psivsigh/>
6.b Charles Tart auf Youtube:
Von dem bedeutenden Psychologen und Bewußtseinsforscher Charles Tart sind auf dem Videoportal Youtube <http://youtube.com> zahlreiche Vorträge eingestellt, u.a. zu folgenden Themen:
• Questions of Consciousness
- Altered States of Consciousness
- Cosmic Consciousness
- Consciousness and Survival
• Reflections on Meditation
• Science, Religion, and Spirituality
• Evolving Science
• The Assumptions of Western Psychology
7. NEU IM KINO:
Zwei Filme sind angelaufen, die einen entfernten bzw. weit entfernten Bezug zur Parapsychologie haben; ein Konnex zu „Grenzgebieten der Wissenschaft“ ist auf jeden Fall gegeben.
7.a „Am Anfang war das Licht“
Die Dokumentation „Am Anfang war das Licht“ <http://amanfangwardaslicht.at/> von P.A. Straubinger setzt sich mit dem (angeblichen?) Phänomen von Nahrungslosigkeit bzw. „Lichtnahrung“ auseinander. Nahrungslosigkeit (Inedie, auch Asitie) wird von mehreren Heiligen (z.B. Nikolaus von der Flüe) bzw. betont religiösen Personen (z.B. die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth), aber auch bei anderen (z.B. die „Wassertrinkerin Maria Furtner“ aus dem 19. Jhdt. berichtet. In Amalgamierung mit fernöstlichen Ideen von „Prana“ und dem Auftreten von Jasmuheen <http://de.wikipedia.org/wiki/Jasmuheen> ist die Idee der „Lichtnahrung“ in den Vordergrund getreten, die auch bei der Namensgebung für diesen Film Pate gestanden ist. Wenn auch durchaus verständlich ist, daß ein Film einen griffigen Titel braucht, so ist doch festzuhalten, daß mit diesem Titel bereits eine Erklärungshypothese transportiert wird. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sollte zuerst die Faktizität (das „ob“) zweifelsfrei festgestellt sein, bevor man sich an die Formulierung von Hypothesen über das „wie“ macht. Auf der Basis der über Therese Neumann vorliegenden Daten hat seinerzeit der Parapsychologe und Arzt Walther Kröner hypothetisch einen Apport von Nährstoffen direkt in den Körper der Stigmatisierten postuliert, womit der oben angesprochene Konnex zur Parapsychologie definitiv gegeben ist.
Die Frage der Erklärungshypothesen hintanstellend und daher auch das Etikett „Lichtnahrung“ vermeidend, könnte man ohne Präjudiz von (angeblichen) ernährungsphysiologischen Anomalien sprechen, die in diesem Film eindruckvoll vor Augen geführt werden. Es stellt sich die Frage nach der Gewichtung der Evidenz für nahrungsloses Leben bei den im Film vorstellten Fällen. Der „Alpenyogi“ und die wohlbeleibte Russin sind ein buntes, belebendes Element, steuern aber argumentativ nichts bei. Interessant sind der Chemiker Dr. Michael Werner und der „Guru“ Prahlad Jani, die beide jeweils in einer Klinik für eine bestimmte Zeit 24 Stunden am Tag überwacht worden sind, wobei die Resultate im Film referiert werden. Die beiden Fälle liegen etwas unterschiedlich. Bei Michael Werner ist ein gewisser Gewichtsverlust und (nicht überraschend) ein physiologischer Hungerzustand des Organismus festgestellt worden; im Alltagsleben nimmt Werner gemäß Selbstbekundung keine feste Nahrung zu sich, trinkt aber (kalorien- und vitaminhaltige) Fruchtsäfte, d.h., er lebt nicht wirklich nahrungslos, sondern nahrungsreduziert. Prahlad Jani hingegen hat sich während der Untersuchungsperiode <http://www.sudhirneuro.org/files/mataji_case_study.pdf> jeglicher Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsaufnahme enthalten; es gab auch keine Ausscheidungen, wobei die untersuchenden Ärzte auf den unterschiedlichen Füllungsgrad der Harnblase hinweisen und eine mögliche Resorption des Urins diskutieren. Nun haben Kritiker (z.B. <http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/09/am-anfang-war-das-licht.php>) darauf hingewiesen, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß Prahlad Jani während des Badens unbemerkt sowohl Flüssigkeit aufgenommen wie auch Urin abgegeben hätte. Dies müßte anhand der Videobänder nochmals überprüft werden.
Jedenfalls hat Straubinger mit diesem Film eine sehr interessante Dokumentation geschaffen und eine in der öffentlichen Diskussion, auch und insbesondere innerhalb der „scientific community“, bisher weitgehend ausgeblendete Problemstellung thematisiert. Ob die vorgelegte Evidenz gut genug ist, bewährte wissenschaftliche Grundsätze gleich über Bord zu werfen, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden, aber ganz gewiß ist sie massiv genug, daß sich Physiologen dieses Themas intensiver annehmen sollten. Vor allem die im Film gezeigten Untersuchungen des indischen Ärzteteams an Prahlad Jani sind äußerst interessant.
Dazu noch eine Anmerkung zu Kritik und Skepsis: Kritik ist in der Parapsychologie und benachbarten Grenzgebieten durchaus willkommen (bzw. sollte es sein), weil sie Schwachstellen aufzeigt und somit ein brauchbares Regulativ ist, Forschungsresultate zu verbessern. Was hingegen durchaus verzichtbar ist, ist „Skepsis“ im Sinne einer aprioristischen Haltung, die der Dichter Christian Morgenstern so schön mit den Worten „weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf“ charakterisiert hat. Leider ist genau das die Grundhaltung der diversen negativen Stellungnahmen zu diesem Film.
7.b „Next Exit Nirvana“
Dieser Film von Walter Größbauer <http://www.fortuna-media.com/portfolio/portfolio_nirvana/portfolio_nirvana.php> hat viel geringere Ansprüche: hier geht es nicht um Wissenschaft, sondern der Zuseher nimmt an der Kumbh Mela, dem größten Pilgerfest der Welt, das nur alle 12 Jahre in Indien stattfindet, teil. Es ist ein höchst farbenfrohes Bild, ein buntes Panoptikum von argem Kitsch, mit 5.000 Gurus, 200.000 Sadhus und Millionen von Pilgern und Bettlern, die sich am Ganges sammeln. Manche der in diesem Film dokumentierten Skurrilitäten sind kaum zu überbieten. Hier wird das klassische Wunderland Indien durchaus entzaubert, und auch von echter Spiritualität (die von manchen Leuten – zu recht oder zu unrecht – in die Nähe der Parapsychologie gerückt wird) kann die Rede nicht sein.
Von beiden Filmen gibt es Trailer auf den zitierten Internetpräsenzen.
Prof. Peter Mulacz
--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 39 – Wien, 24. März 2010
INHALT:
- Programm
- Forschungsmittel
- Veranstaltungen in den nächsten Monaten (Erinnerung)
- Film
- Literaturhinweise
Wie üblich vor Beginn des Semesters bzw. der Vortragssaison ein Newsletter, der diesmal kurz ausfällt.
1. VORTRAGSPROGRAMM:
- Fr. 26. März 2010
Alejandro Parra
Counselling Service on Clinical Parapsychology in Argentina
- Mo. 26. April 2010
Wim Kramer
Gerard Croiset – his Life and Work
- Mi. 28. April 2010 (SFU)
Wim Kramer
Paranormal Phenomena & Clinical Practice: Experiences in Counselling
- Mo. 10. Mai 2010
Walter Meyer zu Erpen
Ektoplasma: Mythos oder Realität?
- Di. 11. Mai 2010
Walter Meyer zu Erpen
Schwebende Tische
- Mo. 07. Juni 2010
Peter Mulacz
Physikalischer Mediumismus heuteUnser Vortragsprogramm für dieses Semester <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> hat zwei Schwerpunkte, der eine liegt auf „Klinischer Parapsychologie“ und Beratung, der andere auf Problemen des sogenannten „Physikalischen Mediumismus“ (wobei es um die Phänomene geht und nicht um den interpretativen Kontext, in welchem sie üblicherweise auftreten).
Alejandro Parra vom „Institute of Paranormal Psychology“ in Buenos Aires, Argentinien, wird über die zugrundeliegenden Modelle und die theoretischen Ansätze der dortigen Beratungsaktivitäten referieren, wobei er auch mehrere Fallberichte bringen wird. Der Vortrag findet ausnahmsweise an einem Freitag statt; der Referent wird englisch sprechen, die dazugehörigen PPT-Folien sind jedoch ins Deutsche übersetzt.
Wim Kramer aus Utrecht wird zunächst bei uns über Leben und Werk des bekannten niederländischen Paragnosten Croiset (und dabei auch über das Werk von W. H. C. Tenhaeff) sprechen und dazu ein 25-minütiges Filmdokument zeigen. Auch dieser Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, die Diskussion mag aber auf Deutsch stattfinden.
Am darauffolgenden Mittwoch wird Wim Kramer, der der Gründer und jahrelanger Leiter des „Parapsychologisch Adviesbureau“ in Utrecht gewesen ist, an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) <http://sfu.ac.at/> einen Vortrag „Paranormal Phenomena & Clinical Practice: Experiences in Counseling“ halten, der eine Kooperationsveranstaltung unserer Gesellschaft mit der SFU darstellt. (Ebenfalls Englisch/Deutsch). Details: <http://sfu.ac.at/data/Kramer_SFU.pdf>
Walter Meyer zu Erpen wird seine beiden Vorträge gleich auf Deutsch halten. Im ersten Vortrag diskutiert er das umstrittene Thema des „Ektoplasma“ anhand der Forschungen von Thomas Glendenning Hamilton, dessen riesiges Bildarchiv an der Universität von Manitoba kürzlich auch digital zugänglich gemacht worden ist.
In seinem zweiten Vortrag (am Dienstag, ausnahmsweise im Hörsaal III) fokussiert Walter Meyer zu Erpen auf das „Urphänomen“ des Physikalischen Mediumismus, das Tischrücken, das er in einen weiten historischen (von der Mitte des 19. Jhdts bis zur Gegenwart) und einen breiten thematischen Kontext (von der spiritistischen Kommunikation bis zu „Sittergroups“ à la Batcheldor <http://video.google.com/videoplay?docid=6629513578993479726#>) stellt.
Der letzte Vortrag im Semester, mein eigener, bleibt beim Thema des „Physikalischen Mediumismus“. Vor einigen Jahren hat der Scole-Report für Aufruhr in der Welt der Parapsychologie gesorgt; nun, wo die „Scole Group“ nicht mehr aktiv ist, liegt der Fokus des Interesses auf einer deutschen Gruppe, dem „Felix Circle“, von dem bemerkenswerte Phänomene berichtet werden und der auch mittels eines weblogs <http://felixcircle.blogspot.com/> selbst an die Öffentlichkeit geht. In dem Vortrag beabsichtige ich, über meine eigenen Beobachtungen in diesem Zirkel zu berichten und die Mitteilungen anderer Besucher des Zirkels zusammenfassend zu referieren.
2. FORSCHUNGSMITTEL:
Der „Helene Reeder Memorial Fund for Research into Life after Death (HRF)“, eine Stiftung in Schweden lobt Forschungsmittel für kleine oder mittlere wissenschaftliche Projekte aus, die, wie der Name der Organisation sagt, für Forschung über ein Leben nach dem Tod zweckgebunden sind. Wie ich schon vor langer Zeit in einem Aufsatz „Der sogenannte wissenschaftliche Spiritismus als parapsychologisches Problem“, erschienen in einem längst vergriffenen Band „Parapsychologie. Ein Handbuch“ (Hrsg. Oskar Schatz, Styria 1976) ausführlich dargelegt habe, halte ich derartige Forschung aus grundsätzlichen Erwägungen heraus für aussichtslos. Aber natürlich kann ich mich – errare humanum ist – in dieser meiner Beurteilung auch irren, und so komme ich gerne dem Wunsch nach, diese Information weiterzugeben. Nähere Details: HRF c/o <edgar.muller@comhem.se>
3. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
(Wiederverlautbarung aus dem vorigen Newsletter zur Erinnerung)
3.1
Tagung „Klartraum – Wahrtraum“. Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
3.2
8th BIAL-Symposium „Behind and Beyond the Brain“
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
3.3
53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
4. KINOFILM
Ein Film „Männer, die auf Ziegen starren“ ist in den Kinos angelaufen – es handelt sich dabei um einen Klamauk, den ich nur deshalb hier erwähne, weil am Rande parapsychologische Themen angesprochen werden. Darüber unterrichtet die Wikipedia: <http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nner,_die_auf_Ziegen_starren> mit einem Link zum Lemma „First Earth Battalion“ <http://en.wikipedia.org/wiki/First_Earth_Battalion> (englisch), dort in den Absätzen „The Warrior Monk Ethos“ und „New directions“ weitere Links zu den parapsychologischen relevanten Themen, z. B. dem remote viewing program am SRI. (Vgl. zu dieser Thematik auch <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/mulacz/cia.htm>.)
5. LITERATURHINWEISE:
5.1
Hartmut Binder: „Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie“. Vitalis Verlag, 2009, ISBN 978-3899190786. Es handelt sich um einen gewichtigen Band von fast 800 Seiten mit ebenso gewichtigem Inhalt, der unbedingt eine ausführlichere Rezension verdient, die allerdings erst im nächsten Newsletter erscheinen wird.
5.2
Heather Wolffram: „The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939“ – die angekündigte Rezension muß umständehalber ebenfalls auf den nächsten Newsletter verschoben werden.
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 38 – Wien, 23. Dez. 2009
INHALT:
1. Parapsychological Association
2. Interessante Veranstaltungen in den nächsten Monaten
3. Rückblick auf das vergangene Semester
4. Literaturhinweise
5. Personalia
6. Feiertagswünsche
1. NEUES VON DER PARAPSYCHOLOGICAL ASSOCIATION:
Einladung zum Beitritt
Die Parapsychological Association (kurz: PA), 1957 in Durham gegründet, versteht sich als die Berufsvereinigung der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen. Vor nunmehr 40 Jahren ist die PA in die prestigeträchtige American Association for the Advancement of Science (AAAS) aufgenommen worden, die wohl die weltweit wichtigste Wissenschaftsorganisation ist. Damit muß – zumindest formal – der säkulare Streit um den Wissenschaftscharakter der Parapsychologie als beendet angesehen werden.
Gegenwärtig führt die PA eine Werbeaktion durch, in deren Zug die Bedingungen für die Mitgliedschaft geändert worden sind. Während früher für einen Beitrittskandidaten u.a. Empfehlungsschreiben zweier Mitglieder nötig waren, ist diese Hürde bei der Mitgliedskategorie "Affiliate" jetzt gefallen und das einzige Kriterium für einen Beitritt stellt – wie auch in unserer Gesellschaft – das Interesse am Forschungsgebiet der Parapsychologie dar (von der Selbstverständlichkeit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages abgesehen).
Nähere Information unter <http://parapsych.org/breaking-news.html#10>.
2. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
2.1 Tagung "Klartraum – Wahrtraum". Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
2.2 8th BIAL-Symposium "Behind and Beyond the Brain"
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
2.3 53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
3. RÜCKBLICK:
3.1 Paradis-Symposium und Konzert
Am 2./3. Dez. 2009 fand an der Universität Mozarteum in Salzburg das Symposium "Maria Theresia Paradis" sowie ein Konzert aus Anlaß des 250. Geburtstags der Künstlerin statt:
<http://www.moz.ac.at/pdf/allgemein/paradis.pdf>
und <http://www.moz.ac.at/intern/hp/userfiles/51057/files/2_12_%20Paradis%20Symposion+Konzerte.pdf>
Während für die Musikwissenschaftler die magnetische Kur an der blinden Pianistin nur eine Episode in ihrem Leben darstellt, stellt reziprok Mesmers Behandlung dieser Prestigepatientin nur eine, wenn auch wichtige, Episode in seiner Karriere dar – und Mesmer ist schließlich in der Vorgeschichte der Parapsychologie eine ganz zentrale Persönlichkeit (vgl. <http://mesmer.parapsychologie.info/> und <http://parapsychologie.info/wirkung.htm>)
Marion Fürst, Autorin einer umfassenden Paradis-Monographie (Maria Theresia Paradis: Mozarts berühmte Zeitgenossin, Böhlau-Verlag) und ich haben bei diesem schönen Symposion über das Leben der Paradis bzw. ihre Krankheit und ihre schlußendlich erfolglose Behandlung sowie die heutige Beurteilung derselben referiert.
3.2 Die letzten Vorträge unserer Gesellschaft
Von den drei besonders interessanten Vorträgen (Hartmann Römer [2 x] und Stefan Procházka) werde ich jeweils Zusammenfassungen auf unsere Website stellen; das will ich über die Feiertage erledigen, sodaß spätestens mit dem Jahreswechsel diese Inhalte zugänglich sein werden.
4. LITERATURHINWEISE:
4.1 Bereits mehrfach habe ich auf die von der Parapsychological Foundation (kurz: PF) gesponserte Tagung "Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology" <http://www.pflyceum.org/266.html> bzw. <http://www.pflyceum.org/451.html> verwiesen. Nunmehr ist der betreffende Tagungsband, der rund 600 Seiten stark ist, erschienen. Der Band ist so brandneu, daß er auf der Internetpräsenz der PF noch gar nicht aufscheint – aber wenn es so weit sein wird, findet man ihn unter den Publikationen <http://www.parapsychology.org/dynamic/070202.html> bzw. <http://www.psi-mart.com/search.php?Id=4&PreformQuery=30&PreformTitle=All+Proceedings>
(Übrigens gibt es auch den Band "Utrecht I" aus 1953: <http://www.psi-mart.com/details.php?Id=&IdArt=294>).
Selbstverständlich wird auch in der Bibliothek unserer Gesellschaft ein Exemplar dieses wichtigen Werks vorhanden sein, entlehnbar (nur für Mitglieder) ab dem Beginn des Sommersemesters 2010.
4.2 Von Annekatrin Puhle, die bereits 2005 das schöne Buch "Mit Goethe durch die Welt der Geister. Geisterbegegnungen aus vielen Jahrhunderten" vorgelegt hat, gibt es jetzt in der gleichen Ausstattung "Mit Shakespeare durch die Welt der Geister: Geisterberichte aus England, Schottland, Irland, Wales und Cornwall".
Freilich kein "wissenschaftliches" Werk, aber sehr interessant und unterhaltsam zu lesen, und ein "refresher" hinsichtlich der literarischen Bildung ;-), somit empfehlenswert (und im Gegensatz zum nächsten Buch auch durchaus erschwinglich) …
Verlag O. Reichl, St. Goar, 2009
ISBN-10: 3876672708
ISBN-13: 978-3876672700
4.3 Heather Wolffram: "The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939", ebenfalls neu erschienen, verdient, weil es sich auf die Geschichte der Parapsychologie im deutschen Sprachraum bezieht, eine eingehendere Darstellung, obwohl das Buch leider sehr teuer ist. Eine ausführliche Rezension folgt im nächsten Newsletter.
Verlag Rodopi, Amsterdam, 2009
Sprache: Englisch
ISBN-10: 9042027282
ISBN-13: 978-9042027282
5. PERSONALIA:
Univ.-Prof. Dr. Helmuth E. Grössing, Historiker an der Universität Wien, bis vor kurzem Direktor des Instituts "österreichisches Biographisches Lexikon und Biographische Dokumentation" (öBL) der österreichischen Akademie der Wissenschaften, feiert anfangs des kommenden Jahres ein "rundes" Jubiläum: seinen 70. Geburtstag. Helmuth Grössing, langjähriger Präsident der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte (öGW) ist dem Gegenstand Parapsychologie und besonders unserer Gesellschaft sehr verbunden, war er doch durch einige Jahre hindurch unser Vizepräsident, bis er dann auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Einschlägige Dissertationen, die er betreut hat, wurden z.B. von Heindl und Löcker vorgelegt (darauf beruhende Publikationen: siehe unten).
Der Verlag Erasmus-Wien beabsichtigt, eine Subskription auf eine spezielle Publikation zur Würdigung Prof. Grössings (mit einer tabula gratulatoria der Subskribenten) aufzulegen. Anfragen von Interessenten bitte direkt beim Verlag Erasmus-Wien bzw. e-mail <office@erasmuswien.at>.
Jedenfalls schließt sich unsere Gesellschaft der Schar der Gratulanten an und wünscht dem Jubilar alles Gute "ad multos annos".
[Gerhard Heindl: Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften: 1927-1963 mit einem statistischen Anhang bis 1997. Frankfurt, Peter Lang Verlag, 1998.
Martina Löcker: Parapsychologie und Hexenwesen. In: "Mensch – Wissenschaft – Magie" -
Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte, Wien, Band 26, pp. 45-74.
6. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz--
=================================================
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 37 – Wien, 15. Okt. 2009
INHALT:
- Prof. H. Hofmann, unser Ehrenpräsident, kürzlich verstorben
- Vortragsprogramm Winteresemester 2009/10 (mit Änderung!)
- In memoriam Gertrude R. Schmeidler, 1912-2009
- Nachlaß von Montague Ullman ist an die ASPR gegangen
- Zwei Jubiläen im Kontext des Spiritismus:
- A.R. Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)
- A. Conan Doyle
- Interessanter Aufsatz zur Wissenschaftstheorie und -soziologie
- On-line Umfragen
1. HELLMUT HOFMANN (1921-2009)
Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften trauert um ihren Ehrenpräsidenten, em. o. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Hellmut Hofmann, der am 3. Oktober hochbetagt verstorben ist.
Nachruf: <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/nachruf.htm>
Partezettel: <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/partezettel.pdf>
2. PROGRAMM
- 19. Oktober 2009
Erich Neuwirth
Zufall und Vorhersagbarkeit
Was können Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik zum Verständnis beitragen?
Wegen Erkrankung des Referenten muß dieser Vortrag leider abgesagt werden. Da wir nicht alle potentiellen Besucher von dem Ausfall benachrichtigen können, wird der Termin gewahrt und es findet statt dessen eine andere Veranstaltung (allgemeine Diskussion über parapsychologische Themen) statt.
Das wichtige und interessante Statistik-Thema wird zu einem späteren Zeitpunkt (nächstes oder übernächstes Semester) nachgeholt werden.
- 30. November 2009
Hartmann Römer
Synchronizitätserscheinungen als Verschränkungskorrelationen in einer verallgemeinerten Quantentheorie – Paranormales ohne Einwirkungen
- 01. Dezember 2009
Hartmann Römer
Konsistente und inkonsistente Geschichten – Weltverständnis als Erzählung
- 07. Dezember 2009
Stephan Procházka
Der „Zar“ – Ein orientalisches Trance-, Besessenheits- und Heilungsritual
- 18. Jänner 2010
Peter Mulacz
Ein aktuelles Telepathie-ExperimentWie immer ist das Programm auch on-line auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und bereits versandt worden. Ebenfalls wie immer bemühen wir uns, unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm zu bieten:
Der theoretische Physiker Hartmann Römer aus Freiburg i. Br. ist durch seine – gemeinsam mit Harald Atmanspacher und Harald Walach erfolgte – Verallgemeinerung quantenphysikalischer Formalismen bekannt geworden. Er wird – in gemeinverständlicher Sprache – zunächst über diese Verallgemeinerung sprechen (WQT, Weak Quantum Theory), und in einem zweiten Vortrag am Dienstag, den ersten Vortrag exemplifizierend, über konsistente und inkonsistente Geschichten, wobei wiederum die Quantentheorie in Bezug auf diese „Geschichten“ im Mittelpunkt steht („Geschichte“ dabei im Sinne von „history“, nicht von „story“). Insbesondere erscheinen inkonsistente Geschichten als eine Verallgemeinerung des Begriffes der quantentheoretischen Komplementarität.
Stephan Procházka wird uns in eine ganz andere Welt einführen, in ein islamisches Besessenheitsritual, genannt „Zar“ (was trotz des zufälligen Gleichklangs im Deutschen nichts mit dem Titel der seinerzeitigen russischen etc. Herrscher zu tun hat), das bemerkenswerte Parallelen zu spiritistischen Vorstellungen aufweist und daher für die Parapsychologie von Relevanz ist.
Zu Semesterende, im Jänner 2010, werde ich die Ergebnisse eines größeren Telepathieexperiments vorstellen, das im Rahmen unserer Gesellschaft bereits mehrfach erwähnt worden war, mittlerweile aber abgeschlossen ist.
3. IN MEMORIAM GERTRUDE SCHMEIDLER
Gertrude Raffel Schmeidler <http://parapsych.org/members/g_schmeidler.html>, Professor Emerita der Psychologie am City University of New York, ist am 9. März 2009 im Alter von 96 Jahren friedlich im Schlaf verstorben. Sie hat sich insbesondere dadurch einen Ehrenplatz in der Geschichte der Parapsychologie verdient, als sie den Vergleich von Persönlichkeitsvariablen mit psi-Leistungen eingeführt hat. Für den Komplex von Einstellungen gegenüber der Parapsychologie bzw. Glauben an die Realität des Paranormalen hat sie die sprechenden Bezeichnungen „sheep“ und „goats“ („Schafe“ und „Böcke“) geprägt. Wenn „Böcke“ (= „Ungläubige“) psi-begabt sind, scheinen sie das Zielobjekt besonders häufig zu vermeiden statt zu treffen („psi-missing“).
In hohem Alter hat Gertrude Schmeidler noch eine hochherzige Stiftung im Rahmen der Parapsychological Association (PA) <http://parapsychlology.org/> begründet, „Parapsychological Association Research Endowment“ (PARE) <http://www.parapsych.org/grants.html> genannt, womit parapsychologische Forschung, von allem von Studenten, teilfinanziert werden kann.
4. NACHLASS VON M. ULLMAN AN DIE ASPR
Wie erst kürzlich bekannt wurde, ist der wissenschaftliche Nachlaß des bereits 2008 im Alter von 91 Jahren verstorbenen Psychoanalytikers und Parapsychologen Montague Ullman an die American Society for Psychical Research (ASPR) <http://www.aspr.com/> in New York gegangen und wird dort archiviert.
Ullman, <http://en.wikipedia.org/wiki/Montague_Ullman>, <http://siivola.org/monte/> und <http://dreamtalk.hypermart.net/member/files/montague_ullman.html>, ist vor allem durch seine gemeinsam mit Stanley Krippner am Maimonides Memorial Hospital durchgeführten Experimente zur Traumtelepathie berühmt geworden. Vgl. Montague Ullman, Stanley Krippner und Alan Vaughan: Traumtelepathie. Telepathische Experimente im Schlaf. Verlag J. Kamphausen, 1982 (und andere Ausgaben): <http://www.amazon.de/Traumtelepathie-Telepathische-Experimente-im-Schlaf/dp/3591080454>.
5. ZWEI JUBILÄEN IM KONTEXT DES SPIRITISMUS
5.1 Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)
Alle Welt feiert heuer Charles Darwin. Dabei wird manchmal auch des Alfred Russel Wallace und dessen viel zu wenig gewürdigter Rolle in der Frühgeschichte der Evolutionstheorie gedacht. Noch viel weniger wird allgemein erwähnt – was hier hervorgehoben sei –, daß Wallace auch ein Vorkämpfer des Spiritismus gewesen ist. (Bekanntlich ist eine der historischen Wurzeln der Parapsychologie die, daß sie angetreten ist, die Behauptungen des Spiritismus zu überprüfen. Insofern haben Spiritismus und Parapsychologie ein Stück gemeinsamer Geschichte.) Immerhin wird Wallace’ Beschäftigung mit dem Spiritismus auf Wikipedia <http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Russel_Wallace> korrekt reflektiert (dort als „Spiritualismus“ bezeichnet, wie zu Wallace’ Zeiten teilweise üblich, um sich vom frankophonen Spiritismus von Alain Kardec abzugrenzen, aber mit dem Problem belastet, daß eine Verwechslung mit der philosophischen Richtung „Spiritualismus“ passiert.)
5.2 Sir Arthur Conan Doyle
Vor 150 Jahren wurde der Arzt und Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geboren, der sich ebenfalls dem Spiritismus zuwandte – ganz im Gegensatz zu seiner scharfsinnigen Romanfigur Sherlock Holmes jedoch in eher unkritischer Weise. Insbesondere ist er der Düpierung durch zwei junge Mädchen auf den Leim gegangen, die Fotos von „Feen“ gefälscht haben (die „Feen von Cottingley“). Die Darstellung dieses Aspekts in Conan Doyle’s Leben ist in der englischsprachigen Wikipedia <http://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Conan_Doyle> weit ausführlicher als in der deutschsprachigen <http://de.wikipedia.org/wiki/Conan_Doyle >.
6. INTERESSANTER AUFSATZ ZUR WISSENSCHAFTSTHEORIE UND -SOZIOLOGIE
Ein insbesondere für die „Grenzgebiete“ relevanter Aufsatz „How to Reject Any Scientific Manuscript“ von Prof. DDr. Dieter Gernert (TUM), im Journal of Scientific Exploration erschienen, kann jetzt heruntergeladen werden: <http://vixra.org/pdf/0907.0020v1.pdf>.
7. NEUE UMFRAGE
Rosemarie Breen hat ein weiteres Umfrage-Projekt im WWW laufen (in englischer Sprache):
<http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=9um2Ui2VCxA0pU5TKzfQ5w_3d_3d> bzw. (für paranormale Dienstleister) <http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=lXOIQtz8HzMU_2bnfKob12iA_3d_3d>.
Prof. Peter Mulacz
--
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 36 – Wien, 04 05 2009
INHALT:
=======
1. Rupert Sheldrake in Wien – Vortrag morgen!
2. „Skeptiker“-Organisationen
3. Interessantes in der Wissenschaftssendung „Einstein“
4. Mirin Dajo-Filme aufgetaucht
5. Hans Holzer verstorben
6. Neuer Film (auf DVD) über Parapsychologie
7. Versuchsteilnehmer gesucht
1. RUPERT SHELDRAKE IN WIEN – VORTRAG MORGEN!
Der Biologe und Forscher auf dem Gebiet des Paranormalen – ursprünglich bekannt geworden durch seine Hypothese der „Morphogenetischen Felder“ – hält, wie leider erst sehr kurzfristig bekannt geworden ist, morgen in Wien einen Vortrag mit dem Titel „A New Science of Life: Morphic Resonance and the Memory of Nature” (ein Amalgam aus den Titeln der UK- und der US-Ausgabe seines neuen Buches).
Ort & Zeit: Universität für Bodenkultur Wien, HS XX, 1190 Wien, Muthgasse 18
Di, 05. Mai 09, 19:30 h
<http://www.boku.ac.at/7757.html?&tx_bokuverkal_pi2%5bid%5d=2529>
<http://www.chemie.boku.ac.at/fileadmin/_/H77/LVA/Vortraege/Sheldrake_050509.pdf>
Sheldrake ist einer der originellsten und innovativsten Denker auf diesem Gebiet, freilich nicht unumstritten, sowohl was seinen theoretischen Ansatz einer „morphischen Resonanz“ betrifft, wie auch, was seine experimentelle Resultate anlangt, die sich vielfach nicht haben replizieren lassen. So waren z.B. Sheldrake’s Ergebnisse hinsichtlich „Telephontelepathie“ (= beim Läuten des Telephons spontan zu wissen, wer gerade anruft) sehr beeindruckend, hatten jedoch gewisse methodische Schwächen, während dann die Freiburger Replikation, die klinisch sauber, sozusagen „aseptisch“, durchgeführt worden ist, keine signifikanten Ergebnisse geliefert hat. Damit ist freilich Sheldrake nicht gleich „widerlegt“, denn es mag durchaus sein, daß die rigiden Versuchsbedingungen in Freiburg waren, die psi-Phänomene nicht haben aufkommen lassen. Weitere Forschung ist angesagt, und es ist die Kunst des Experimentators, die Bedingungen so zu gestalten, daß eine entsprechende Kontrolle und Dokumentation gegeben ist und dennoch eine Atmosphäre herrscht, die „psi-conducive“ (psi-förderlich) ist …
Übrigens kann man auf Sheldrake’s Website auch an on-line-Experimenten teilnehmen.
2. „SKEPTIKER“-ORGANISATIONEN
Kürzlich war in der „Presse“, der „Wiener Zeitung“ und vielleicht auch noch anderen Printmedien, die mir entgangen sein mögen, zu lesen, daß der emeritierte Univ.-Prof. Dr. Heinz Oberhummer, bekannt als Wissenschaftskabarettist, das Präsidium einer „Gesellschaft für kritisches Denken“, der Wiener Regionalgruppe der sattsam bekannten GWUP , übernommen hat.
Aus diesem Anlaß:
mehr über die diversen „Skeptiker“-Organisationen auf „Skeptizimus.de“ (leider schon lange nicht mehr aktualisiert) sowie auf der englischen Partnerseite „Skepticalinvestigations.org“.
Erinnert sei auch an das schöne Wort von Hans Bender, der – als Gegenpol zu den „Esoterikern“ als einer Gemeinschaft von „Gläubigen“ – die Skeptiker als „Negativ-Gläubige“ bezeichnet hat; viele von ihnen erweisen sich sogar als „Fundamental-Negativ-Gläubige“.
Ein instruktives Beispiel dafür, wie „Skeptiker“ sich gegenüber andersdenkenden Wissenschaftlern benehmen, beschreibt der oben genannte Rupert Sheldrake hinsichtlich der Aufnahme einer TV-Diskussion zwischen ihm und Richard Dawkins (ebenfalls Biologe, Autor von „Der Gotteswahn“) auf seiner Website <http://www.sheldrake.org/D&C/controversies/Dawkins.html> bzw. auf deren deutscher Ausgabe <http://www.sheldrake.org/Deutsch/Dialog/dawkins.html>.
3. WISSENSCHAFTSSENDUNG „EINSTEIN“
Die Wissenschaftssendung „Einstein“ des Schweizer Fernsehens, deren Ausgaben auch im WWW abrufbar sowie als Podcast speicherbar sind, hat in ihrer letzten Folge (23.04.2009) zwei Berichte gebracht, die beide für den Bereich der Parapsychologie von Interesse sind, vorausgesetzt, man versteht Schweizerdeutsch …
<http://tvprogramm.sf.tv/details/12c1a82b-4f48-4992-910e-407755ef3994> (mit Kurzbeschreibungen) bzw. SF-Videoplayer <http://www.sf.tv/videoplayer/sa_player.php?videouuid=D10A7990-A86D-47BA-9580-5C04F4F86D66&skinid=popup>; Download als Podcast <http://podcastsource.sf.tv/media/sf/podcast/einstein/2009/04/einstein_20090423_210822_526k.m4v>.
Im SF-Videoplayer könne die einzelnen Beiträge ausgewählt werden, davon relevant
- „Das Wunder Mirin Dajo“ mit der Anmerkung „Nichts für schwache Nerven“ ;-) sowie
- „Der Glaube ans Übersinnliche“ über die Forschungen von Peter Brugger, Neuropsychologe an der Universität Zürich.
3.1 Die kürzlich wieder aufgetauchten Filme über Mirin Dajo (mehr zu ihm gleich unter Punkt 4) waren Veranlassung für dieses knapp acht Minuten dauernde Feature, wobei es der journalistischen Übertreibung entspringt, Mirin Dajo als „Wunder“ zu klassifizieren. Interessant sind die kontroversiellen Stellungnahmen befragter Wissenschafter: für den Chirurgie-Oberarzt Gregor Szöllozy vom Waidspital Zürich sind die Darbietungen Mirin Dajos nicht nur sehr eindrücklich, erstaunlich und auf jeden Fall etwas Außergewöhnliches (was ja auf der Hand liegt), sondern er glaubt, daß man bei derartigen Durchstechungen mit schweren Verletzungen rechnen (!) müßte, während der Medizinhistoriker Christoph Mörgeli, welcher den Nachlaß des Mirin Dajo-Untersuchers Prof. Brunner, Zürcher Chirurgie-Professor, studiert hat, zu dem Resultat kommt, daß alles hinreichend erklärbar sei.
3.2 Im fünfminütigen Beitrag über Brugger geht es darum, welche Menschen eher an das „Übersinnliche“ glauben und welche nicht – es geht hingegen nicht darum, zu hinterfragen, ob es „Übersinnliches“ (oder auch paranormale Phänomene) überhaupt gibt. Die Einstellung der Forschergruppe dazu kommt klar heraus. – Was immer man unter „Übersinnliches“ verstehen mag, das Wort ist denkbar ungeeignet, paranormale Phänomene zu kennzeichnen.
4. MIRIN DAJO FILMDOKUMENTE
Der Schweizer Journalist Luc Bürgin – auf dessen Buch über Mirin Dajo ich bereits im Newsletter N° 16 vom 01. 08. 2004 hingewiesen habe – hat die alten Filme aus den 1940er Jahren über die Schweizer Vorführungen von bzw. Untersuchungen an Mirin Dajo aufgefunden, zusammengestellt und im dankenswerterweise im Web öffentlich zugänglich gemacht. Diese gesamte Mirin Dajo-Filmdokumentation mit einer Laufzeit von 15:11 Minuten ist kostenlos auf <http://mirin-dajo.com/mirindajo.html> bzw. <http://mysteries-magazin.com/index.php?op=page&id=10> abrufbar.
Analoge Beobachtungen wie bei Mirin Dajo – keine Blutung und offenbar keine Folgeschäden – lassen sich bei den rituellen Durchstechungen beobachten, die in manchen Sufi-Schulen, also im Rahmen islamischer Mystik, durchgeführt werden, wie ich sie im Nahen Osten aus nächster Nähe sehen und dokumentieren habe können [Vgl. Mulacz, P. (1998): Deliberately Caused Bodily Damage (DCBD) Phenomena: A Different Perspective. In: Journal of the Society for Psychical Research 62: 434 – 444]. Auch wenn der Kontext der Durchstechungen bei Miri Dajo und diesen Sufis ein völlig anderer ist, ein isolierter Einzelfall ist Mirin Dajo keineswegs.
5. HANS HOLZER VERSTORBEN
Der bekannte Schriftsteller und Sachbuchautor auf dem Gebiet der Parapsychologie, Hans Holzer, ist am 26. April im 89. Lebensjahr verstorben. Ein gebürtiger Wiener, emigrierte er 1938 und erwarb er seinen PhD am London College of Applied Science; in den USA hat er dann eine Karriere als überaus fruchtbarer Autor (insgesamt knapp 150 Bücher) gemacht. Bekannt als „Ghost Hunter“ (auch Buchtitel, 1963), legte er eine einfache spiritistische Grundeinstellung an den Tag, glaubte auch an Reinkarnation und hat sich selbst eine gewisse Sensitivität zugeschrieben. Seine Bücher auf dem Gebiet der Parapsychologie sind spannend zu lesen, lassen jedoch jegliche kritische Distanz zum Gegenstand vermissen. Wenn man auch Holzer demnach nicht mit den seriösen Wissenschaftlern auf diesem Gebiet in einem Atemzug nennen kann, so war er doch (nicht zuletzt aufgrund seiner Kontakte mit Eileen Garrett und Lisette Coly von der Parapsychology Foundation) eine bekannte Figur in unserem Gebiet und hat sich als Popularisierer das Verdienst erworben, das Interesse für Fragen der Parapsychologie in weiten Kreise des Lese- (und auch des US-amerikanischen TV-)publikums geweckt und aufrecht erhalten zu haben.
Vgl. <http://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Holzer>
Ferner: <http://www.ghostvillage.com/legends/2005/legends35_02072005.shtml>
<http://www.merrynjose.com/artman/publish/article_320.shtml>
(Holzers Tochter Alexandra: <http://www.spectralreview.com/2008/03/14/
growing-up-haunted-a-ghostly-memoir/>)
6. NEUER FILM (AUF DVD) ÜBER PARAPSYCHOLOGIE:
„Something Unknown Is Doing We Don’t Know What”
In diesem von dem Niederländer Renée Scheltema, der jetzt in Südafrika lebt, gestalteten Film (Laufzeit 104 Minuten) treten u. a. die folgenden Wissenschaftler auf:
Charles Tart, Dean Radin, Gary Schwartz, Roger Nelson, Rupert Sheldrake, Hal Puthoff, Larry Dossey, Edgar Mitchell, Jack Houck, sowie viele andere, die außerhalb der USA recht unbekannt sind. Ich habe die DVD, die brandneu ist, selbst noch nicht gesehen, aber ich habe angesichts dieser Liste „gemischte Gefühle“, da ich gegen einige der Genannten (Schwartz, Dossey u.a.) gewisse Vorbehalte nicht unterdrücken kann. Andererseits wird die DVD überaus gelobt … Wie auch immer das endgültige Urteil ausfallen mag, als aktuelle Aktivität auf dem Gebiet der Parapsychologie ist der Hinweis auf den Film auf jeden Fall angebracht. Die Website dazu: <http://www.somethingunknown.com/>.
7. VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT
Nach wie vor werden Versuchsteilnehmer für das laufende Telepathie-Experiment gesucht. Besonders willkommen wären Elternteil/Kind sowie Geschwister (insbesondere Zwillinge).
Näheres auf <http://experiment.parapsychologie.info/>.
Prof. Peter Mulacz
--
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 750
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 35 – Wien, 14 03 2009
INHALT:
=======
1. Programm
2. Gemeinnützigkeitsstatus
3. Experiment – Versuchspersonen gesucht
4. Internationale Konferenzen
5. Nachruf (Otto Prokop)
6. Literaturhinweise
7. Video-Clips
1. PROGRAMM
- Alfons Steiner:
Präkognition?
Von der Antike bis zu den bayrischen Waldpropheten
- Hans Peter Weidinger:
"Holotropes Atmen"
Die heilende Kraft veränderter Bewusstseinszustände
- Theodor Harmsen:
Gustav Meyrink – ein "okkulter" Schriftsteller
Leben und Werk
- Günther Fleck:
Anatomie einer mediumistischen Psychose
Der "Fall Ludwig Staudenmaier"
- Christa A. Tuczay:
"Magier – Zauberkünstler – Illusionist"
Von Simon Magus bis Chris AngelWie immer bieten wir unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm.
Alfons Steiner wird über Voraussagen sprechen, wobei das Wort "Präkognition" im Titel bewußt von einem Fragezeichen gefolgt ist. Zu den "bayrischen Waldpropheten" vgl. auch den Essay "Lust an der Apokalypse – 'Die Welt steht auf kan' Fall mehr lang'" auf <http://parapsychologie.info/endzeit/millenni.htm>.
Dr. Hans Peter Weidinger <http://holotrop.at/>, Psychotherapeut und FA für Psychiatrie und Neurologie, befaßt sich mit den Auswirkungen des Atmens auf den Bewußtseinszustand und stellt dabei mit dem "Holotropen Atmen" eine Methode vor, veränderte Bewußtseinszustände zu erlangen. Diese Technik ist von dem tschechisch/US-amerikanischen Psychiater Stan Grof entwickelt worden, neben Charles Tart u.a. einem der Begründer der aus der Humanistischen Psychologie hervorgegangenen Transpersonalen Psychologie. Bekanntlich integrieren diese beiden Schulen der Psychologie auch das Paranormale. Somit spannt sich der Bogen von der Physiologie bis zur Spiritualität.
Dr. Theodor Harmsen, an der "Bibliotheca Philosophica Hermetica" in Amsterdam tätiger Kulturwissenschaftler, stellt Leben und Werk des "okkulten" Schriftstellers Gustav Meyrink dar, der – ein spirituell Suchender und parapsychologisch Forschender – durch selbsterlebte Spukphänomene in einem Haus in Levico von der Tatsächlichkeit der paranormalen Phänomenik überzeugt worden ist und auch sonst eine interessante Biographie aufweist. Neben seinem literarischen Schaffen hat Meyrink auch ein Büchlein über Parapsychologie ("An der Grenze des Jenseits") sowie eine Fallsammlung zu (angeblichen) alchemistischen Transmutationen ("Goldmachergeschichten") publiziert. Das Buch, das unser Referent über Meyrink verfaßt hat und das ich bereits im Newsletter N° 33 angekündigt habe, ist mittlerweile erschienen.
Unsere beiden weiteren Referenten, Dr. Günther Fleck und Univ.-Doz. Dr. Christa Tuczay, haben bereits mehrfach bei uns vorgetragen, wobei Günther Fleck auch unserem Vorstand angehört.
Der Begriff "Mediumistische Psychose" wurde von dem deutschen Psychiater Richard Henneberg geprägt und später von Hans Bender weitergeführt (siehe Bender, H. (1959): Mediumistische Psychosen. Ein Beitrag zur Pathologie spiritistischer Praktiken. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 2: 173-201; ähnlich in "Neue Wissenschaft" und in "Ärztliche Praxis"). Noch heute ist der Fall des Theologen und Professors der Experimentalchemie am kgl. Lyzeum in Freising, Ludwig Staudenmaier – Selbstversuche zur Dissoziation der Persönlichkeit, deren Kontrolle ihm entglitten ist, worüber er mehrfach publiziert hat – ist nach wie vor faszinierend und lehrreich. Der Text, ursprünglich in Ostwalds "Annalen der Naturphilosophie" (1910) erschienen, dann in zwei zeitgenössischen Auflagen als Buch, ist im Web verfügbar: <http://www.geocities.com/ariadnesrope/Staudenmaier.pdf>.
Die Figur des "Magiers" ist schillernd, wie die des Tricksters. Auch Uri Geller ist eine Persönlichkeit, die sich kaum in traditionelle Kategorien einordnen läßt, scheint er doch echte paranormale Phänomene gezeigt zu haben und dennoch greift er unverschämt in die Trickkiste, wie ich beides aus eigenem Augenschein bezeugen kann. Christa Tuczay setzt sich mit dem Bild des "Magiers" von der Antike bis heute auseinander.
2. GEMEINNÜTZIGKEITSSTATUS
Von der Generalversammlung (19. Jänner 2009) ist eine Adaptation des Wortlauts einiger Punkte unserer Statuten an die Vorgaben des Finanzamtes beschlossen worden, nota bene ohne inhaltliche Änderung mit sich zu bringen. Nach Erfüllung aller bürokratischen Erfordernisse ist unserer Gesellschaft nunmehr mit Bescheid vom 3. März 2009 der Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt worden, d. h., Zahlungen an die Gesellschaft (Mitgliedsbeiträge ebenso wie Spenden) können gem. § 4 Abs 4 Z 5 ESTG 1988 steuerlich abgesetzt werden. Bewahren Sie daher die Zahlungsbestätigung für die Einreichung anläßlich der Arbeitnehmerveranlagung (bzw. was immer für Sie zutreffen mag) auf.
3. EXPERIMENT – VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT
Nochmals: Einladung zur Teilnahme an einer parapsychologischen Experimentalreihe zur Telepathie.
Als Probanden werden weiterhin laufend gesucht:
emotional miteinander verbundene Teams bzw. Paare, z.B. Ehepaare, Freund/Freundin, Elternteil/Kind (Kinder erst ab ca. 10 Jahren) oder sonstige Bezugspersonen, Geschwister (sehr gerne Zwillinge) etc., egal ob gegen- oder gleichgeschlechtlich.
Information und Anmeldung: <http://experiment.parapsychologie.info/>
4. INTERNATIONALE KONFERENZEN
4.1 Unbegreifliche Zeiten. Wunder im 20. Jahrhundert
Zur Erinnerung – wie bereits im Newsletter N° 32 avisiert, findet in Kürze diese internationale Konferenz statt, und zwar von Mittwoch, 18. März, bis Samstag, 21. März 2009, in Essen (Bildungshotel im Bfz, Karolingerstraße 92). Sie wird von Alexander C.T. Geppert und Till Kössler geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI), der Gerda Henkel Stiftung und dem Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T) veranstaltet.
<www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-191.html>
<www.geschichte-und-theorie.de/Aktuelles/aktuelles.html>
Zusätzliche Teilnahme nach Anmeldung per e-Mail bei den Veranstaltern begrenzt möglich.
Alexander C.T. Geppert (Harvard University/Freie Universität Berlin)
<alexander.geppert@fu-berlin.de>
Till Kössler (Ludwig-Maximilians-Universität München)
<till.koessler@lmu.de>
(Alexander Geppert war einer der Herausgeber des Heftes "Orte des Okkulten", 14. Jg., Heft 4 (2003) der österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, vgl. Newsletter N° 16; im Newsletter N° 30 habe ich bereits darauf hingewiesen, daß dieses Heft im Volltext on-line verfügbar ist auf <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/oezg03-4.pdf>)
4.2 Konferenz über Albert Moll (1862-1939)
05/06.11.2009 in der Durham University, Queen's Campus, Stockton-on-Tees (UK), im Wolfson Research Institute. Albert Moll, Nervenarzt, bedeutender Hypnose- und Sexualforscher, spielt in der Geschichte der Parapsychologie eine Rolle als erbitterter Gegner von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing. Im Programm der Konferenz ist auch eine Podiumsdiskussion über Moll und die Parapsychologie unter Beteiligung von Heather Wolffram, Barbara Wolf-Braun und Andreas Sommer vorgesehen.
<http://www.dur.ac.uk/chmd/research/mollproject/>
<http://www.dur.ac.uk/chmd/news/mollconference/>
Nähere Information: <katherine.smith@durham.ac.uk>
5. NACHRUF
Am 20. Jänner 2009 ist Otto Prokop verstorben (1921 in St. Pölten geboren, einer der Brüder des bekannten Sportarztes Ludwig Prokop, Wien). Otto Prokop studierte in Bonn und habilitierte sich für Gerichtliche Medizin; er nahm eine Berufung auf den Lehrstuhl im damaligen Ost-Berlin an und wirkte durch 30 Jahre als Direktor des Institutes für Gerichtliche Medizin der Humboldt-Universität in (Ost-) Berlin. Während all dieser Zeit und auch nach seiner Emeritierung (1987) hat die Parapsychologie wie ein dunkler Schatten begleitet, wobei er gleichermaßen die Parapsychologie (unter dem Rubrum "Okkultismus") bekämpfte wie auch außerschulische Heilmethoden; insbesondere zielten seine Angriffe auf Hans Bender. Seine dabei angewandten Methoden waren keineswegs "fair" zu nennen; viele seiner Attacken auf die Parapsychologie entlarven sich selbst. Trotz des altehrwürdigen Grundsatzes "de mortuis nihil nisi bene" kann zur Charakterisierung Prokops und zum Steuer der Wahrheit das folgende nicht unterschlagen werden: Bekanntlich war 1933 der "Hellseher" Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider) ermordet worden. Lange war der Verbleib der polizeilichen Ermittlungsakten und der sichergestellten Gegenstände unbekannt, bis endlich eine Spur zum "Institut für Gerichtliche Medizin" der Ostberliner "Humboldt-Universität" führte. Prokop selbst hat in Zeitschriftenbeiträgen auf das Asservatenbuch hingewiesen etc. Auch machte ein Journalist bekannt, daß eine Kiste mit den originalen Asservaten Hanussens im Institut vorhanden sei, u.a. der 1933 auf Nahschußzeichen untersuchte Anzug mit Einschußlöchern. Nach Auskunft von Prokops Nachfolger als Institutsdirektor, Prof. Geserick, an Wilfried Kugel (Verfasser einer wissenschaftlich fundierten Hanussen-Biographie), habe Prokop das Asservatenbuch an sich genommen und man könne es dem verehrten Emeritus nicht einfach wieder wegnehmen. Nun, nach Prokops Tod, schreibt der nunmehrige Institutsdirektor, Prof. Tsokos, in einem Brief, von dem ein Scan vorliegt, an Kugel: "Ich selbst habe vor zwei Wochen seinen gesamten Nachlaß, der von seiner Familie dem Institut … überlassen wurde, gesichtet. Leider fanden sich die von Ihnen erwähnten drei Objekte aus 1933 (Akte 'Leichensache Steinschneider', Asservatenbuch der Charité und eigentliche Asservate) nicht." Und Tsokos schließt mit der Aussage, "dass sich der Verbleib dieser Gegenstände sicher niemals mehr aufklären lassen wird." Also, kurzgefaßt: Prokop nimmt als Emeritus Archivbestände an sich, und nach seinem Tod sind diese aus dem Nachlaß verschwunden. Man beurteile dies, wie man wolle; Wilfried Kugel, dessen Darstellung des Fakten ich hier gefolgt bin, schließt die Überlegung an: "Private Sammler, von denen es viele gibt, zahlen manchmal horrende Summen für Devotionalien berühmter Zauberkünstler, insbesondere in den USA." Man beurteile dies, sagte ich, wie man wolle, und man beurteile im Lichte dessen Prokop als "Ehrenmann" und als "aufrechten Kämpfer" gegen die Parapsychologie …
6. LITERATURHINWEISE
6.1 Meyrink-Buch
Wie bereits im Kontext des Vortragsprogramms erwähnt, ist das – reich illustrierte -- Buch unseres Referenten über Meyrink bereits erschienen:
Theodor Harmsen: "Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman." Amsterdam, In de Pelikaan, 2008 <http://www.ritmanlibrary.nl/c/p/h/bel_41p.html>.
6.2 UFO-Buch
Illobrand von Ludwiger: "UFOs - die unerwünschte Wahrheit"
496 Seiten, einige Farbtafeln, umfassendes Literaturverzeichnis, Personen-, Orts- und Sachregister
KOPP-Verlag, 2009
Den einen oder anderen Leser mag befremden, hier einen Hinweis auf ein UFO-Buch zu finden, schließlich ist das UFO-Problem in der "scientific community" eher anrüchig, und manche mögen auch ob anderer Produkte dieses Verlages die Nase rümpfen. Aber allemal ist Wissenschaft nicht eine Frage des Gegenstandes, sondern eine der Methode, und wenn sich zu den UFOs Persönlichkeiten wie Carl Gustav Jung ("Von Dingen, die am Himmel gesehen werden") und Hans Bender geäußert haben, dann möchte ich nicht päpstlicher als der Papst sein.
Zwei Kapitel in diesem Buch veranlassen mich, auf es hinzuweisen: "Die wissenschaftliche Arbeitsweise und Anomalien der Wissenschaft" (103 Seiten) und "Paranormale Fähigkeiten von Menschen mit UFO-Kontakten" (30 Seiten). Zu den "eigentlichen" UFO-Kapiteln will ich aus Kompetenzgründen gar keine Stellung nehmen, aber das erstgenannte, lange Kapitel über der Herangehen der Wissenschaft an auftretende Anomalien ist auch vom Standpunkt der Parapsychologie aus relevant. Der Verfasser zitiert dabei aus älteren und neueren Arbeiten, aus solchen, die dem "mainstream" angehören und aus solchen, die sich eher kritisch verstehen, und liefert ein umfassendes Bild der Problemlage. Das soll nicht heißen, daß ich ihm in allem und jedem zustimmen würde, aber weder meine Zeit noch der Raum in diesem Newsletter erlauben es, auf Details einzugehen, obwohl dies durchaus der Mühe wert wäre.
Was das Kapitel über die paranormalen Fähigkeiten von Kontaktlern betrifft, wird man sich bei der Lektüre oft fragen, wie es um die Faktenlage steht: ist das alles, was der Verfasser hier zitiert und kompiliert, auch wahr? Die Verantwortung dafür liegt natürlich bei den Erstautoren, z.B. Berthold Schwartz, und damit ist der Ball im Lager der Parapsychologie … Angesichts dieser Probleme lobe ich mir die Tatsache, daß die Parapsychologie zu einem bedeutenden Anteil eine experimentelle Wissenschaft ist, womit wir (unter Inkaufnahme von minder spektakulären Resultaten) vieler Probleme von Zeugenaussagen (Wahrnehmungs- und Erinnerungstäuschungen etc.) überhoben sind.
Der Verfasser läßt an seinen Positionen keinen Zweifel, Positionen, die man teilen kann oder auch nicht (und ich kann nicht verhehlen, daß ich da gewisse Reserven habe). Alles in allem stellt das Buch jedoch spannende Lektüre dar, wobei aber mehr neue Fragen (nach der Faktizität ebenso wie nach der Interpretation) auftauchen, als beantwortet werden, was angesichts der schwierigen Materie auch nicht anders zu erwarten ist.
6.3 "Trancemedien und Neue Medien um 1900"
Ein anderer Blick auf die Moderne
Herausgeber: Marcus Hahn, Erhard Schüttpelz
Das im Februar 2009 erschienene und mit zahlreichen Abbildungen versehene Buch befaßt sich u.a. mit Trance, Medien, Trancemedien, Neue Medien, Spiritismus und Medientheorie. Ich leite gemäß diesen Schlagworten nur den Hinweis weiter; das Buch selbst liegt mir (noch) nicht vor.
<http://www.transcript-verlag.de/ts1098/ts1098.php>
6.4 Von Martina Löcker stammt ein Aufsatz "Parapsychologie und Hexenwesen" im soeben erschienen Band 26 der Zeitschrift "Mensch – Wissenschaft – Magie" (Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte) im Verlag Erasmus, Wien. Vermutlich erinnern sich noch viele an ihr Referat über dasselbe Thema im Rahmen unserer Gesellschaft im Oktober 2004.
7. Video-Clips auf YouTube:
7.1 Eleonore Zugun (von besonderer Relevanz für die Vorgeschichte unserer Gesellschaft)
<http://www.youtube.com/watch?v=vwcmjmaE7fs>
(www.GeisterNet.com schreibt dieses Filmmaterial Harry Price zu, das ist eindeutig falsch, in Wirklichkeit wurde der Film von der deutschen EMELKA gedreht)
7.2 Harry Price-Interview
<http://www.youtube.com/watch?v=Jdue2DqxFkw>
7.3 Houdini
<http://www.youtube.com/watch?v=QKdYxO63E58&feature=PlayList&p=61F0505E506F84B3&index=0>
(Vorsicht mit am Seitenrand umgebrochenen Links!)
Übrigens, mit dem Freeware-Programm "ClipFinder” von Ashampoo lassen sich Videos der bekannten Portale YouTube, Video Google, ClipFish, metacafe, MySpace, veoh etc. leicht finden und, was besonders praktisch ist, auch gleich auf den eigenen Rechner herunterladen. <http://www.ashampoo.com/frontend/products/php/product.php?session_langid=1&idstring=0055>
Prof. Peter Mulacz–
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit knapp 750
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005. Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 34 – Wien, 21 12 2008
INHALT:
=======
1. Rückblick auf die Tagung „Utrecht II“
2. Klinische Parapsychologie
3. Ausstellung „Goodbye and Hello“ in Bern
4. Neues On-line-Experiment (Rupert Sheldrake)
5. Versuchspersonen gesucht
6. IGPP-Praktika und Stellenausschreibung
7. Literaturhinweise
8. Generalversammlung
9. Sonstiges
10. Feiertagswünsche
1. RÜCKBLICK AUF DIE TAGUNG „UTRECHT II“:
Die Parapsychology Foundation hat nunmehr als ihren Blog #27 ihren zusammenfassenden Bericht über die Tagung auf <http://www.pflyceum.org/10.html> on-line gestellt (in englischer Sprache), mit vielen Bildern und zahllosen weiterführenden Links.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich zwei Korrekturen anbringen: „Utrecht II“ hat natürlich 55 Jahre nach „Utrecht I“ stattgefunden, und nicht, wie irrtümlich geschrieben, 50, und Wim Kramer hat seine sehr verdienstvolle organisatorische Tätigkeit nicht etwa als Privatmann ausgeübt, sondern namens des „Het Johann Borgman Fonds“ (HJBF), einer Organisation, deren wichtigstes Tätigkeitsfeld die Interaktion zwischen „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“ (einschließlich „Geistiger Heilung“) ist und die zwar mit zahlreichen Publikationen, jedoch nicht mit einer Internet-Präsenz an die öffentlichkeit getreten ist.
2. KLINISCHE PARAPSYCHOLOGIE:
Die oben erwähnte Stiftung HJBF hat 2007 eine Expertentagung zum Themenkreis Außergewöhnliche Erfahrungen/Parapsychologie und Psychohygiene/Psychotherapie veranstaltet. Der Tagungsband, „Clinical Aspects of Exeptional Human Experience. An Introductional Reader”, herausgegeben von Wim H. Kramer, Eberhard Bauer und Gerd H. Hövelmann, sollte in Kürze erscheinen.
Von Martina Belz ist gerade eine einschlägige Publikation erschienen:
<http://www.hogrefe.de/?mod=detail&ISBN=978-3-8017-1985-2>
Der hier auftretende Terminus „Klinische Parapsychologie“ scheint mir ambivalent. Einerseits assoziiert er eine Anbindung an die Klinische Psychologie und bringt somit die Parapsychologie näher an traditionelle akademische Fächer heran, was nur positiv sein kann, andererseits befürchte ich, daß er zu einer Stigmatisation der Rat- und Hilfesuchenden als „klinische Fälle“ führen kann; auch Personen, deren Anliege bloße Informationssuche ist, werden sich eher an einer „Parapsychologischen Beratungsstelle“ orientieren wollen.
Die bereits seit 2005 geplante Parapsychologische Beratungsstelle an der Ambulanz der SFU <http://sfu.ac.at/> Wien (vgl. Newsletter N° 23) ist bisher noch nicht realisiert. Das Projekt ist nach wie vor auf der Agenda für die Zukunft, aber doch ein wenig auf die „lange Bank“ geschoben.
Ein paar Links zum Thema:
Parapsychologische Beratungsstelle (mit neu gestylter Website)
Abteilung „Beratung und Information“ am IGPP, Website ebenfalls überarbeitet
Abstracts einschlägiger Publikationen:
<http://www.parapsych.org/papers/32.pdf>
<http://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/ppmp/doi/10.1055/s-2004-834682>
Weiters findet am IGPP am 13./14. März 2009 ein Theorie- und am 18./19. September 2009 ein Praxisseminar zum Thema „Psychotherapie und Beratung für Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen“ statt, das sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut(inn)en und Berater(inn) in der psychosozialen Versorgung sowie Kandidat(inn)en in psychotherapeutischer Ausbildung wendet.
Info und Anmeldung unter <http://www.igpp.de/german/counsel/pdf/flyer_seminar_2009.pdf>.
3. AUSSTELLUNG „GOODBYE AND HELLO“ IN BERN:
Noch bis zum 5. Juli 2009 läuft im Museum für Kommunikation, Bern, die Ausstellung „«Goodbye & Hello» Im Dialog mit dem Jenseits“ <http://www.mfk.ch/ghwechselausstellung.html>, die von seiten der Veranstalter folgendermaßen charakterisiert wird: „Ein spannender, manchmal auch irritierender Rundgang durch die faszinierende Welt der Kommunikation mit dem Jenseits, in deren Zentrum Menschen und ihre Begegnungen mit dem Jenseits stehen.“
4. NEUES ON-LINE-EXPERIMENT VON RUPERT SHELDRAKE:
<http://www.sheldrake.org/experiments/jammuspic/>
5. EINLADUNG ZUR TEILNAHME AN EINEM EXPERIMENT – VERSUCHSPERSONEN GESUCHT:
Für eine Reihe von Telepathieversuchen werden in Wien ab der zweiten Jännerhälfte Versuchsteilnehmer gesucht, und zwar ausschließlich Paare, keine Einzelpersonen. „Paare“ können sein: Ehepartner, Freund/Freundin, Mutter/Kind, Geschwister (sehr gerne auch Zwillinge) – jedenfalls Personen, die miteinander emotional verbunden sind.
Nähere Details auf <http://experiment.parapsychologie.info> (Website noch in Arbeit, wird laufend aktualisiert.)
6. IGPP-PRAKTIKA UND STELLENAUSSCHREIBUNG:
Die „highlights“ der Seite <http://www.igpp.de/german/es/Aktuelles.htm>:
6.1 Versuchspersonen:
„Wir suchen immer wieder Personen, die gerne an einem psychophysiologischen Experiment teilnehmen möchten.“ Kontakt: <vp@igpp.de>
6.2 Praktikum:
„Dieses Angebot richtet sich an Psychologiestudenten/-innen mit abgeschlossenem Vordiplom (oder B.Sc.). Ein mindestens sechswöchiges Forschungspraktikum kann nach Absprache hier im Labor stattfinden; empfohlen wird eine Dauer ab 8 Wochen. Im Rahmen eines 6-Monatspraktikums ist auch die Durchführung eines eigenen Projekts möglich.“
6.3 Diplomarbeiten:
„Diplomarbeiten zu den thematischen Schwerpunkten des Psychophysiologischen Labors können in Kooperation mit der Universität Freiburg vergeben und am IGPP durchgeführt werden. Aktuell kann eine Diplomarbeit zum Thema ‚Psychophysiologie von Wahrheit und Unwahrheit’ jederzeit vergeben werden.“
6.4 HiWi – Stelle:
„Eine Stelle für eine wissenschaftliche Hilfskraft ist derzeit frei. Studierende der Psychologie mit Interesse an der psychophysiologischen Forschung können sich gerne bewerben.“
7. LITERATURHINWEISE:
7.1 Zoe Beloff, die Tochter des 2006 verstorbenen John Beloff, hat ein Buch „The Somnambulists. A Compendium of Source Material“ herausgebracht, dem auch eine DVD mit sechs Quick-Time Videoclips ihrer künstlerischer Installationen, teilweise unter Verwendung klassischen Filmmaterials, beiliegt. Das Buch von 110 Seiten reproduziert Text und viele Bilder von Janet, Myers, Breton und anderen. Der im Vordergrund stehende künstlerische Aspekt macht das Buch zu einem „artist’s book“.
Christine Burgin, New York, 2008.
7.2 Der Wissenschaftsjournalist und –autor Marco Bischof hat mit seinem neuen Buch „Der Kristallplanet. Globale Netze, platonische Körper und die Musik der Erde“ ein Buch verfaßt, daß zwar nichts mit Parapsychologie, sehr wohl aber mit Grenzbereichen der Wissenschaften zu tun hat, spannt es doch einen Bogen von den postulierten Gittersystemen der Erde, wie sie etwa aus der Radiästhesie bekannt sind, über die pythagoräische Tradition und das harmonikale Denken bis zum „Global Scaling“ und der Frage eines „universellen Hintergrundfeldes“. Obwohl viele dieser Themen traditionellerweise von der „Esoterik“ besetzt sind, legt der Autor hier eine gründliche, mit vielen Literaturangaben gestützte und gut illustrierte Recherche vor. Wenn auch nicht jeder Leser* für jeden Aspekt des reichhaltigen Buches (307 Seiten) das gleiche Interesse aufbringen wird, so mag man es doch mit Altmeister Goethe halten: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“
Drachen-Verlag, Klein-Jasedow, 2008.
*) Selbstverständlich sind mit einem Begriff im generischen Maskulinum stets die individuellen Vertreter beider Geschlechter gemeint. (Dies gilt für jeglichen meiner Texte, auch zukünftige.)
7.3 Von eher speziellem Interesse ist der folgende Band, dessen Relevanz für die Parapsychologie darin liegt, daß er einen Aufsatz von Ulrich Gruber über seinen Onkel, den Zoologen Karl Gruber enthält, und dessen Beziehungen zu Thomas Mann. Der Beitrag, der 52 Seiten umfaßt, trägt den etwas umständlichen Titel „’Okkulte Erlebnisse’ Der Arzt, Zoologe, Skipionier und Bergsteiger sowie Parapsychologe Professor Dr. Karl Gruber als Nachbar Thomas Manns“.
Karl Gruber war seinerzeit der engste Mitarbeiter von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing und dessen „Kronprinz“, der dereinst seine Arbeit hätte weiterführen (und aufgrund seiner akademischen Verankerung auf eine wissenschaftssoziologisch akzeptablere Basis stellen) sollen, ist aber selbst tragischerweise noch zwei Jahre vor Schrenck gestorben.
Dirk Heißerer (Hg.): Thomas Mann in München IV. Vortragsreihe Sommer 2006.
Verlag peniope, München, 2008.
7.4 In der im Auftrag des IGPP von Eberhard Bauer und Michael Schetsche herausgegebenen und im Ergon-Verlag erscheinenden Buchreihe „Grenzüberschreitungen. Beiträge zur wissenschaftlichen Erforschung außergewöhnlicher Erfahrungen und Phänomene“, von der ich einzelne Bände bereits früher vorgestellt habe, sind mittlerweile sieben Bände erschienen, auf die hier nachdrücklich hingewiesen sei:
<http://www.igpp.de/german/eks/buchreihe.htm> bzw.
<http://www.ergon-verlag.de/de/start.htm?psychologie_grenzueberschreitungen.htm>.
7.5 Ebenfalls im Zusammenhang mit dem IGPP, nämlich durch die Person von Harald Atmanspacher, dem Leiter der Abteilung Theorie und Datenanalyse, steht der folgende, 340 Seiten starke Band – gerade rechtzeitig zum 50. Todestag des österreichischen Nobelpreisträgers erschienen:
H. Atmanspacher und H. Primas (Hrsg.):
„Recasting Reality: Wolfgang Pauli's Philosophical Ideas and Contemporary Science.“
Springer-Verlag.
Vgl. dazu auch eine Sendung, die kürzlich auf ö1 ausgestrahlt worden ist.
Die beiden Herausgeber Atmanspacher und Primas haben bereits 1995, ebenfalls im Springer-Verlag, ein einschlägiges Werk miteinander herausgebracht, das 2001 neu aufgelegt worden ist:
„Der Pauli-Jung-Dialog und seine Bedeutung für die moderne Wissenschaft.“
7.6 Das Buch „Außergewöhnliche Erfahrungen“ von Martina Belz wurde bereits unter Pkt. 2 erwähnt, sei aber hier im Kontext der Literaturhinweise nochmals aufgelistet.
8. GENERALVERSAMMLUNG:
Die Generalversammlung unserer Gesellschaft am 19. Jänner 2009 wird – außer den vereinsgesetzlich festgelegten Fixpunkten – vor allem einen Punkt zu behandeln haben: geringfügige Adaptationen des Wortlauts unserer Statuten, damit diese mit den Vorgaben des Finanzamts kompatibel sind, mit dem Ziel, daß wir in Zukunft „abgabenrechtliche Begünstigungen“, wie es im Amtsdeutsch heißt, erhalten, was sich auf finanzielle Zuwendungen, insbesondere auf die Spendenbegünstigung auswirkt:
„Spenderinnen und Spender haben bei Zuwendungen an Wissenschaftsvereine … die Möglichkeit, Spenden bis zu 10% des Vorjahresgewinnes als Betriebsausgaben bzw. darüber hinaus bis zu 10% der Vorjahreseinkünfte als Sonderausgaben abzuziehen“ (Quelle: „Vereine und Steuern. Tips für Vereine und ihre Mitglieder“ <http://www.bmf.gv.at/Publikationen/Downloads/BroschrenundRatgeber/
Vereine_u_Steuern2007__fin.pdf>)
Wenn wir die Tagesordnung abgearbeitet haben, wollen wir es natürlich nicht mit den administrativen Belangen bewenden lassen und gleich heimgehen, sondern wir wollen den Rest der im Hörsaal zur Verfügung stehenden Zeit für einen Diskussionsabend verwenden, dessen Thema jedoch nicht vorgegeben ist, sondern den Wünschen der Anwesenden entsprechen soll. Während an der Generalversammlung nur Mitglieder teilnehmen dürfen, sind beim anschließenden Diskussionsabend (von dem wir rechnen, daß er ca. um 20:30h beginnen wird) auch Gäste willkommen.
9. SONSTIGES:
Die Ausstrahlung der für rund um Allerseelen/Allerheiligen angekündigten Fernsehproduktion für die Sendereihe „Kreuz und Quer“, in der es um Tod, Sterben, Jenseits, aber – damit verbunden – auch um das Leib-Seele-Problem an sich geht, hat nicht stattgefunden und ist seither mehrfach verschoben worden. Ein neues Datum steht noch nicht fest.
10. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
–
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit knapp 750
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005. Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 33 – Wien, 12 10 2008
INHALT:
=======
1. Veranstaltungsprogramm für das Wintersemester
2. Symposien und Kongresse
3. Meyrink-Ausstellung
4. Personalia
5. Literaturhinweise
6. Sonstiges
1. VORTRÄGE und Symposium:
Unser nächster Vortrag – der erste im Wintersemester – findet am 20. Oktober statt; die Programmaussendung an unsere Mitglieder und eingetragene Interessenten ist bereits erfolgt. Wie immer ist unser Vortragsprogramm auch im Web <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar.
Programm:
- Montag, 20. Oktober
Hubert Zeinar, Wien:
Vom „Zauber” der Montur
Militärische Uniformen, Fahnen, Feldzeichen etc. in kulturhistorischer Sicht: Aspekte der Magie – apotropäische Funktion, glückbringende Symbole, Machtsymbole …
- Samstag, 08./Sonntag 09. November
Zweitägiges Symposion über Literatur und Okkultismus mit internationalen Referenten:
„FASZINATION DES OKKULTEN“
- Montag, 17. November
Wilfried Kugel, Berlin:
Albert Einstein und die Parapsychologie
- Dienstag (!), 18. November
Wilfried Kugel, Berlin:
Präkognition – Informationen aus der Zukunft.
20 Jahre experimentelle Forschung zur Entwicklung eines Verstärkers für Präkognition
- Montag, 19. Jänner 2009
Generalversammlung (nur für Mitglieder)
anschließend (ca. 20:30h)
Freie Diskussion über aktuelle Probleme der Parapsychologie
(offen für Mitglieder und Gäste)Ein paar Worte zu den einzelnen Veranstaltungen:
Der „Zauber“ der Montur
Dort, wo es um Entscheidendes geht - Sieg oder Niederlage in der Schlacht, mehr noch: Leben oder Tod – haben sich die Menschen immer schon magischer Hilfsmittel zu versichern gesucht. Daher kein Wunder, daß (in historischer Zeit, nicht in unserer nüchterneren Gegenwart) Uniformen, militärische Embleme, Waffen, Fahnen, Ehrenzeichen etc. voll sind mit „magischen“ Symbolismen, was der Referent anhand der Armeen Alt-österreichs aufzeigt. Dr. Zeinar, nicht nur Offizier i.R., sondern ausgewiesener Volkskundler (jetzt nennt man dies Fach gerne Europäische Ethnologie) und Kulturwissenschaftler, hat zum Thema ein gleichnamiges Buch publiziert und zuvor schon ein weiteres über Wiener Wallfahrten.
Das zweitägiges Symposion „Faszination des Okkulten“ wird gemeinsam mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet - siehe nächster Abschnitt.
Wilfried Kugel, Berlin, wird, wie wir es bei ausländischen Referenten zur Spesenminimierung meistens machen, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu uns sprechen. Dr. Kugel, eigentlich Physiker, hat schon Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin eine studentische Forschungsgruppe für Parapsychologie geleitet. Später ist er mit einigen Buchpublikationen hervorgetreten, zunächst über den „Hellseher“ Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider), eine Arbeit, die vom IGPP gefördert worden ist, sodann über den Reichstagsbrand (wenn man die Biographie Hanussens kennt, ist der thematische Zusammenhang klar), und zuvor schon über den Schriftsteller Hanns Heinz Ewers. Sein erster Vortrag wird über Einstein und die Parapsychologie sein (nota bene: über Einstein, nicht über Relativitätstheorie und Parapsychologie), sein zweiter über Präkognition, insbesondere im Kontext des „Zufallsgenerators“ Roulette.
Im Jänner des kommenden Jahres müssen wir aus vereinsrechtlichen Gründen die periodische Generalversammlung abhalten. Wir rechnen mit einer Dauer von einer halben Stunde; nachdem es unfair wäre, einem Referenten eine verkürzte Redezeit zuzuweisen, und nachdem es andererseits nicht sehr sinnvoll wäre, wenn man sich schon einen Abend frei genommen hat, nach einer halben Stunde wieder heimzugehen, haben wir uns – wie schon bei der letzten Generalversammlung – dazu entschlossen, den Rest der Zeit einer Diskussion über aktuelle Fragen der Parapsychologie zu widmen, ohne daß ein bestimmtes Thema vorgegeben ist.
2. SYMPOSIEN und Kongresse:2.1 „Faszination des Okkulten“
Das Symposion „Faszination des Okkulten“, das einen Teil unseres Semesterprogramms darstellt, wird von unserer Gesellschaft in Kooperation mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet, welche ihrerseits (Müller-Funk) im Institut für Germanistik der Universität Wien bzw. (Tuczay) darüber hinaus auch an der Akademie der Wissenschaften verankert sind. Beide Persönlichkeiten waren bereits Referenten im Rahmen unserer Veranstaltungen, Müller-Funk beim Mesmer-Symposium auf Schloß Rothmühle und Tuczay mehrmals mit verschiedenen Themen, von antiker Divination bis zu den magischen Vorstellungen der Gauner und Verbrecher zu den Zeiten der k.u.k. Monarchie.
Das unserer Aussendung beigelegte Programm des Symposions hat mittlerweile einige Detailänderungen erfahren; eine immer aktuell gehaltene Version des Programms findet sich immer unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/faszination_d_okkulten.pdf>. Weiters können unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-1.pdf> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-2.pdf> die Vorder- und Rückseite des Programm-Flugblattes heruntergeladen werden.
Der Untertitel des Buches, „Diskurse zum Übersinnlichen“, ist vom parapsychologischen Standpunkt aus wenig glücklich gewählt, sprechen wir doch vom „Außersinnlichen“, um die mit dem Begriff „übersinnlich“ einhergehende Assoziation einer ins Metaphysische weisenden Schichtenontologie zu vermeiden. Daher habe ich für das Symposium den Untertitel „Literatur und Okkultismus“ gewählt, der zumindest thematisch zutreffend ist.
Die bibliographischen Daten des dem Symposium zugrundeliegenden Sammelbandes lauten:Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen.
Hrsg. Wolfgang Müller-Funk und Christa A. Tuczay.
Francke-Verlag, 2008.Allerdings muß angemerkt werden, daß sich das Werk mit einem Verkaufspreis von ¤ 68,– eher an Bibliotheken als an Privatinteressenden wendet.
2.2 „Utrecht II“
Im Jahr 1953 hielt die kurz zuvor (1951) gegründete Parapsychology Foundation (kurz PF) ihren ersten internationalen Kongreß in Utrecht, Niederlande, ab: „First International Utrecht Conference on Parapsychology“. Heuer, fünfzig Jahre später, findet demnach nunmehr „Utrecht II“ statt, unter dem Titel: „Parapsychology Foundation International Conferences. Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology” (15.-18. Oktober). Die Konferenz findet aufgrund einer Anregung des rührigen niederländischen Parapsychologen Wim Kramer statt und wird von der PF unter Federführung der bewährten Carlos Alvarado und Nancy Zingrone organisiert. Weiterführende Informationen lassen erkennen, in welche Richtung sich die einzelnen Referenten die Zukunft der Parapsychologie vorstellen, auch wenn die sehr beschränkte Teilnehmerzahl (mittlerweile völlig ausgebucht) weitere Partizipierende nicht zuläßt.2.3 Basler Psi-Tage
Die bekannten „Psi-Tage“ in Basel – an denen vielfach Mitglieder unserer Gesellschaft teilgenommen haben und über die auch neue Mitglieder zu uns gefunden haben – werden nicht mehr fortgesetzt. Das thematische Abdriften von Fragen der Parapsychologie immer mehr in Richtung „Esoterik“ macht den Abschied von Psi-Tagen leicht, auch wenn mir der Aufenthalt in der schönen Stadt Basel immer viel Freude bereitet hat.
Eine authentische Stellungnahme zu den Gründen für das endgültige Aus gibt Lucius Werthmüller hier.
3. MEYRINK-Ausstellung in Amsterdam
Die „Library of Hermetic Philosophy“ (Ritman-Library) in Amsterdam bereitet eine Ausstellung über Gustav Meyrink vor. Die Ausstellung läuft vom 21. Nov. 2008 bis 29. Mai 2009; die feierliche Eröffnung wird in der Westerkirche stattfinden – was die Bedeutung und den Rahmen der Ausstellung unterstreichen möge – und es werden dazu vier Vorträge stattfinden.
Als Begleitpublikation wird folgendes Buch erscheinen:Theodor Harmsen: Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman.
Amsterdam, Verlag: In de Pelikaan, 2008.(Der Titel zeigt, daß das Buch in deutscher Sprache verfaßt ist, es ist überaus reich illustriert.)
4. PERSONALIA:
4.1 Editha Hörandner
Gexi Tostmann ist der „Seitenblicke“-Gesellschaft als Designerin von Trachtenmode bekannt; weniger bekannt ist, daß sie absolvierte Volkskundlerin ist und, vom magischen Volksglauben ausgehend, Interesse an den „Grenzgebieten“ hat. Als sie noch ihr Geschäft in Wien betrieben hat, war sie die rührige Obfrau des „Kulturvereins Mölkerstiege“, der damals im Souterrain ihrer Räumlichkeiten eine einschlägige Vortragsreihe veranstaltet hat. Dieses „damals“ mit einer Jahreszahl zu versehen, ist mir nicht möglich, jedenfalls ist es schon sehr lange her. Seit „damals“ also kannte ich Editha Hörandner, die dort, ebenso wie der mittlerweile längst verstorbenen Otto König (Stichwort „Wilheminenberg“) und ich selbst, ein Referat gehalten hat. Damals war sie noch Dozentin, später ist sie auf den Lehrstuhl nach Graz berufen worden. Den Plan, daß sie im Rahmen unserer Gesellschaft einen Vortrag halten möge, haben wir seit langem ventiliert und mehrfach verschoben, teilweise wegen ihrer gesundheitlicher Turbulenzen, teilweise auch, weil sie meinte, nach ihrer Emeritierung mehr Zeit dafür zu finden. Nun ist sie nicht bloß von ihrer Universität emeritiert, sondern leider auch aus dem Leben geschieden – während eines Spitalsaufenthaltes ist sie, trotz schwerer chronischer Krankheit plötzlich und unerwartet, am 20. Juni 2008 verstorben. Meines Erinnerns ist es in unserer Gesellschaft das erste Mal, daß ein bereits vorangekündigter Vortrag aufgrund des Todes des Referenten nicht stattfinden kann.
4.2 Ernst Meckelburg
Ernst Meckelburg, am 29. August 2008 im Alter von 81 Jahren verstorben, war ein überaus fruchtbarer „Sachbuch“-Autor auf dem Gebiet der Grenzwissenschaften. Zu seiner Produktivität: eine Suche mit dem Suchbegriff „meckelburg, ernst“ listet auf http://amazon.de nicht weniger als 40 Bücher auf. Von der Frage der Quantität zu der der Qualität übergehend, so ist ganz allgemein das Genre „Sachbuch“ mit anderen Maßstäben zu messen als man sie bei wissenschaftlichen Büchern anlegen würde. Insofern sollte man mit Meckelburg vielleicht nicht so streng ins Gericht gehen, wie ein bekannter deutscher Parapsychologe, der ihn als einen „Sensationsautor“ bezeichnet hat. Ich denke, daß schon ein gewisses Verdienst darin besteht, einschlägige Fragen in einer Form aufzubereiten, die sie für weiteste Kreise interessant macht. Dennoch habe ich mich veranlaßt gesehen, mich anläßlich einer Rezension eines seiner Bücher („Geheimwaffe PSI“) eher negativ zu äußern, wobei mir Hans Bender nachher vorgehalten hat, zu milde gewesen zu sein, er hätte eher einen völligen Verriß geschrieben. Wie dem auch sei, nun kann Meckelburg das Jenseits, an das er geglaubt hat, selber in Augenschein nehmen (oder auch nicht); jedenfalls sei noch festgehalten, daß ich den Menschen Ernst Meckelburg als eine liebenswürdige Persönlichkeit in Erinnerung habe.
5. LITERATURHINWEISE:
5.1 Thalassa
Die in Budapest erscheinende psychoanalytische Zeitschrift Thalassa (ISNN 0865-9362) hat soeben (2008/2) in einer Spezialnummer die Publikation des Briefwechsels Sándor Ferenczi – Ernest Jones gebracht, herausgegeben und mit interessanten Anmerkungen versehen von Melinda Friedrich. Es handelt sich um Dokumente, die vielfach Bezüge zur Frage der Telepathie enthalten und deshalb nicht bloß für die Analytiker, sondern auch für die Parapsychologen von Relevanz sind – zugegebenermaßen mehr von historischem als von inhaltlichem Interesse, weil dieser Punkt nicht gerade tiefschürfend abgehandelt wird. Die Korrespondenz hat von seiten Ferenczis in Deutsch, von seiten Jones’ in Englisch stattgefunden. Jedenfalls eine interessante Lektüre auch zur Geschichte der Psychoanalyse.
5.2 Hier seien, falls jemand direkt zu diesem Punkt 5 gesprungen ist, nochmals die bereits an verschiedenen Stellen des Textes erwähnten Bücher (sofern nicht vergriffen) zusammengefaßt:
- Ältere Publikationen:
- Wilfried Kugel: Hanussen.
Die wahre Geschichte des Hermann Steinschneider.
Düsseldorf, Grupello Verlag, 1998.- Hubert Zeinar: Vom Zauber der Montur:
Symbole und Abwehrzeichen auf Uniformen, Fahnen und Waffen österreichischer Heere.
Wien, Infothek - Verlag und Literaturwerkstatt, 2005.
- Neuerscheinung:
- Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen.
Hrsg. Wolfgang Müller-Funk und Christa A. Tuczay.
Francke-Verlag, 2008.
(Die Website der Verlagsgruppe Narr Francke Attempto ist im Umbau und derzeit nicht zugänglich, daher statt dessen ein Link zu amazon.)
- Erscheint in Kürze:
- Theodor Harmsen: Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen.
Amsterdam, Verlag: In de Pelikaan, 2008.
6. SONSTIGES:
6.1 Bekanntlich ist das World Wide Web geradezu unerschöpflich. Heute möchte ich darauf hinweisen, daß auf „Google Videos“ mehrere Vorträge und Diskussionen von Rupert Sheldrake abrufbar sind.
6.2 Aviso:
Für den Zeitraum Allerseelen/Allerheiligen ist im österreichischen Fernsehen im Rahmen der Sendereihe „Kreuz und Quer“ ein Beitrag geplant, der sich u.a. mit Todesnäheerfahrung, Außerkörperlicher Erfahrung („Seelenreisen“) und dem Seelenbegriff überhaupt – natürlich im jahreszeitlich bedingten Kontext der Frage „Was geschieht nach dem Tod?“ – befaßt; vorgesehen ist ein Film mit zahlreichen Interviews und eine anschließende Live-Diskussion.
Prof. Peter Mulacz
–
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 750
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005. Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 32 – Wien, 25 05 2008
INHALT:
=======
1. Erinnerung: Koestler-Symposium
2. einschlägige Tagungen etc.
3. Personalia
4. Literaturhinweise etc.
5. Sonstiges
1. ARTHUR KOESTLER-SYMPOSIUM:
Das von uns gemeinsam mit der "österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie" veranstaltete Symposium "Arthur Koestler – Jenseits von Reduktionismus und Zufall" findet am Samstag, 31. Mai 2008, im Vortragssaal des Naturhistorischen Museums Wien statt (ganztägig, Beginn 09:30h).
Programm: siehe <http://koestler.parapsychologie.ac.at>
2. KONGRESSE, TAGUNGEN etc.:
2.1 Rückblick:
2.1.1 Bial-Symposium:
Im März fand in Porto (Portugal) das siebente Bial Symposium, wie immer unter dem Generaltitel "Behind and Beyond the Brain" statt, diesmal zum Thema "Emotionen" <http://www.bial.com/fotos/gca/programa_definitivo_1203624067.pdf>. Die Bial Symposia sind ein Ort der Begegnung zwischen "Schulwissenschaftlern" (vor allem Neurowissenschaftlern) und Parapsychologen, wobei stets neben einigen Hauptreferaten auch Projekte, die von der Bial Foundation (gegründet 1994) gefördert worden sind, kurz zur Darstellung kommen. Von Seiten der Parapsychologie gab es Referate von Daryl Bem, der die seltene Gabe besitzt, auch komplexe Zusammenhänge einfach darzustellen, Dick Bierman, Etzel Cardeña, Roger Nelson, dessen Darstellung seines Global Consiousness Projects dem größten Widerstand der Nicht-Parapsychologen begegnete, Dean Radin, Stefan Schmidt und Caroline Watt. Von den Angehörigen des "main streams" seien die Psychologen Nico Frijda, der bei der Eröffnung vorgetragen hat, und Paul Ekman, der über emotionale Gesichtsausdrücke referiert hat, genannt, und innerhalb der Neurowissenschaftler exemplarisch Christian Keysers, der einen ausgezeichneten Vortrag zum Thema Spiegelneuronen und Empathie gehalten hat. Die Begegnung war fruchtbar, resümierte doch der berühmte Paul Ekman, er sei nach dieser Tagung hinsichtlich der Parapsychologie sozusagen vom Atheisten zum Agnostiker konvertiert. Von unserer Gesellschaft hat außer mir noch Alexander Batthyány an einem Teil des Symposiums teilgenommen.
2.2 Vorschau:
2.2.1 Unbegreifliche Zeiten. Wunder im 20. Jahrhundert
19. bis 21. März 2009
Essen
Siehe: <http://www.kulturwissenschaften.de/home/callforpapers.html> und
<http://www.geschichte-und-theorie.de/Aktuelles/aktuelles.html>.
Achtung: Einsendeschluß für Vortragsvorschläge: bereits 30. Mai 2008
Leitung: Alexander C.T. Geppert und Till Kössler in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T) und dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI).
(Alexander Geppert war einer der Herausgeber des Heftes "Orte des Okkulten", 14. Jg., Heft 4 (2003) der österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/>, vgl. Newsletter N° 16; im Newsletter N° 30 habe ich bereits darauf hingewiesen, daß dieses Heft im Volltext on-line verfügbar ist auf <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/oezg03-4.pdf>)
2.2.2 SSE-Konferenz:
27. Jahrestagung der SSE (Society for Scientific Exploration)
25. – 28. Juni 2008
Boulder, Colorado, USA (Millenium Harvest House)
Thema: Emerging Paradigms at the Frontiers of Consciousness & UFO Research
Siehe: <www.scientificexploration.org>
Programm: siehe <http://www.scientificexploration.org/SSE_2008_Meeting/Posters/
Text_Poster_2008_Boulder_Meeting.pdf>
Aus der Selbstdarstellung: The SSE is a professional organization with 800 members in 45 countries. It publishes a peer-reviewed journal: The Journal of Scientific Exploration.
The conference is open to the public. Registration fee is $170 and $80 for students. There is a special SSE hotel rate of $99 if reservations are made before May 27.
2.2.3 Gemeinsame PA und SPR Konferenz:
Wie bereits zuvor, z.B. Brighton 1997, wird auch 2008 die Jahrestagung der Parapsychological Association gemeinsam mit der der Society for Psychical Research abgehalten.
13. – 17. August 2008
Winchester, England
Details: siehe <http://parapsych.org/PA_2008_info.html>
Die PA-Konferenz ist die wohl wichtigste Konferenz!
2.2.4 European Association for the Study of Religion (EASR)
Thema: Time of Decline, Time of Hope: Scientific, Cultural and Political Engagement of the Study of Religions
7. – 11. September 2008
Brno (Brünn), Tschechische Republik
Siehe: <http://www.phil.muni.cz/relig/easr2008/>
Achtung: Einsendeschluß für Vortragsvorschläge: bereits 31. Mai 2008
Das Thema geht natürlich weit über "Grenzgebiete" hinaus, ist aber für einen interdisziplinären Ansatz durchaus interessant, darum habe ich diese Konferenz hier aufgenommen, und natürlich auch aufgrund der geographischen Nähe des Tagungsortes und der vielfachen kulturellen Verflechtungen in Jahrhunderten gemeinsamer Geschichte.
2.2.5 Für eine Reihe weiterer Tagungen, deren Themen jedoch weiter vom Graviationszentrum unserer Thematik entfernt sind, liste ich einfach die diesbezüglichen Webseiten auf:
"Esotericism, Religion, and Nature" <http://www.cofc.edu/ase//index.html>
"Trance-Medien und Neue Medien um 1900" <http://www.esswe.org/agenda_detail.php?agenda_id=46>
und schließlich eine ganze Liste, beinhaltend Vergangenes und auch kommendes in bunter Folge, auf der Website des Cambridge Centre for the Study of Western Esotericism <http://ccwe.wordpress.com/>.
Siehe schließlich auch <http://www.esswe.org> und <http://www.amsterdamhermetica.nl>.
2.2.6 In Hinblick auf den Themenkreis "okkulte Literatur" möchte ich auf die kommende Ausstellung über Gustav Meyrink in der Bibliotheca Philosophica Hermetica (BPH) in Amsterdam hinweisen: <http://www.ritmanlibrary.nl/c/p/h/bel_41.html>. Dazu wird es auch einen Katalog geben.
3. PERSONALIA:
3.1 Hubert Larcher (1921 – 2008):
Am 5. April ist Dr. Hubert Larcher, vormals Direktor des Institut Métapsychique International, Paris, für fast 20 Jahre und langjähriger Herausgeber der Revue métapsychique, hochbetagt verstorben. Ich habe ihn 1975 beim II. Internationalen Kongreß für Psychotronische Forschung in Monte Carlo kennengelernt und später bei verschiedenen Gelegenheiten wieder getroffen. 1990, bei einer Durchreise durch Paris, hat er mir liebenswürdigerweise die Sammlung von Wachshandschuhen bzw. Gipsausgüssen des Mediums Franek Kluski gezeigt, die am IMI verwahrt wird.
Nachrufe mit Bibliographie: <http://metapsychique.blogspot.com/2008/04/une-bibliothque-brl-hommage-hubert.html> und <http://www.metapsychique.org/Hubert-Larcher.html>.
3.2 Prof. Albert Hofmann, der "Vater des LSD" (1906 – 2008):
Die Problemstellung "Bewußtseinserweiternde Drogen und Außersinnliche Erfahrung" ist ein "Dauerbrenner". Daher sei hier auch Albert Hofmanns gedacht, obwohl seine Forschung keine direkten Bezug zur Parapsychologie hatte.
Ein Nachruf: <http://www.nytimes.com/2008/04/30/world/europe/30hofmann.html?_r=1&oref=slogin>; siehe auch den Wikipedia-Eintrag: <http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Hofmann>.
Für ein Video Albert Hofmanns anläßlich des Kongresses zu seinem 100. Geburtstag in Basel siehe <http://de.youtube.com/watch?v=dCZDwTQtbDk#>; auf youtube finden sich noch weitere Videos mit ihm.
3.3 Mitglieder unserer Gesellschaft, die kürzlich verstorben sind:
Während wir üblicherweise keine Todesanzeigen von Mitgliedern verlautbaren, sehe ich mich diesmal zu zwei Ausnahmen veranlaßt.
3.3.1 Dipl.-Innen-Arch. Emmerich Schöffel (1924 – 2007):
Erst jetzt wurde bekannt, daß Emmerich Schöffel bereits im Herbst des Vorjahres verstorben ist. Seit 1922 hatte sein Vater, Rittmeister a.D. Franz Vinzenz Schöffel (1884 – 1959), die Zeitschrift "Das neue Licht" herausgegeben, eine Publikation, das zunächst als Organ des Deutschen Neugeistbundes in österreich erschienen ist, dann den Untertitel auf "Zeitschrift für die Probleme der Seele" bzw. "Fach-Monatsschrift für Parapsychologie" geändert hat. Schöffel sen. versuchte vergeblich, seine Zeitschrift zum offiziellen Organ der österreichischen Gesellschaft für Psychische Forschung (Name unserer Gesellschaft vor 1971) zu machen; der Vorstand der Gesellschaft empfand sie zu "populär" und zu wenig wissenschaftlich. Nun, unbestritten hatte sie eher eine weltanschauliche als eine wissenschaftliche Ausrichtung, sie hat jedoch gut über aktuelle Entwicklungen informiert und es haben aber auch Autoren von unzweifelhafter wissenschaftlicher Reputation wie Gerda Walther darin publiziert. Von 1941 – 1946 war das Erscheinen unterbrochen; für die letzten Jahrgänge (bis 1960) zeichnete dann Schöffel jun. – der nunmehr Verstorbene – verantwortlich. Somit ist mit Emmerich Schöffel nicht nur ein langjähriges Mitglied unserer Gesellschaft von uns gegangen, sondern auch das letzte lebende Bindeglied zur Vorkriegsgeschichte unserer Gesellschaft.
3.3.2 Dkfm. Georg J. E. Mautner Markhof (1926 – 2008):
Anders als bei Schöffel ist es bei Georg Mautner Markhof nicht eine spezifisch parapsychologische Aktivität, die mich veranlaßt, hier seiner zu gedenken, sondern die Tatsache, daß er sowohl als Unternehmer wie zeitweise auch als Abgeordneter zum Nationalrat eine bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens gewesen ist. Bei seinen vielfachen Verpflichtungen war es verständlich, daß er nur selten unsere Vorträge besucht hat. Im Rahmen der Parapsychologie war er – aufgrund eigenen Erlebens – besonders an Spontanphänomenen interessiert. Neben seinen bereits genannten Aktivitäten war auch schriftstellerisch tätig; von seinen sehr gut recherchierten Büchern über verschiedene Themen sei nur "Das unbequeme Wunder – Kirchenstreit um Philomena 1802–1981" genannt.
3.4 Messerattentat auf Rupert Sheldrake
Auf den bekannten, nicht unumstrittenen Forscher Rupert Sheldrake wurde am 2. April im Anschluß an einen Vortrag, den er in Santa Fe hielt, von einem (vermutlich geistesgestörten) Japaner ein Messerattentat verübt, das glücklicherweise glimpflich ausgegangen ist.
Details: siehe <http://www.sheldrake.org/About/biography/SantaFe.html> und Bericht der lokalen Zeitung <http://www.lcsun-news.com/ci_8798203>.
4. LITERATURHINWEISE:
4.1 Frauke Zahradnik, Mitarbeiterin von Walter von Lucadou an der Parapsychologischen Beratungsstelle Freiburg i. Br. <http://parapsychologische-beratungsstelle.de/>:
Irritation der Wirklichkeit. Eine qualitative und quantitative
Analyse der Briefsammlung der Parapsychologischen Beratungsstelle in
Freiburg.
Psychologie des Bewußtseins, Bd. 8
Lit-Verlag, Hamburg 2007
ISBN 978-3-8258-0721-4
Hier liegt ein wichtiges und hochinteressantes Buch vor, dem die wenigen Zeilen, die der Platz hier erlaubt, keine Gerechtigkeit widerfahren lassen. Man kann es gleichsam auf zwei unterschiedliche Weisen lesen, "naiv", indem man erfährt, was für verschiedene Erlebnisse die Ratsuchenden zu Papier gebracht haben, und "systematisch", indem man sich mit "Grounded Theory", verschiedenen wissenschaftlichen Analyseverfahren, Clusterbildung etc. auseinandersetzt - auf beide Arten wird man großen Gewinn aus der Lektüre ziehen.
4.2 Paola Giovetti:
Roberto Assagioli. Leben und Werk des Begründers der Psychosynthese.
Nawo Verlag, Rümlang 2007
ISBN 978-3-9522591-2-2
Obwohl nicht Gegenstand der Parapsychologie, weise ich dennoch auf dies Buch hin, weil seine Autorin früher öfters in unserer Gesellschaft Vorträge gehalten hat und die älteren Mitglieder sie alle kennen.
"Psychosynthese" ist eine psychotherapeutische Methode, die schon in der Wahl des Namens die Konträrposition zur Psychoanalyse betont; über Assagioli siehe: <http://de.wikipedia.org/wiki/Assagioli>.
4.3 Marco Bischof, bekannter Wissenschaftsautor und -journalist (bedeutend ist sein Werk über die Biophotonen), hat 20 Jahre nach dessen Erscheinen seinen Erstling in einer aktualisierten Ausgabe neu herausgebracht:
Unsere Seele kann fliegen.
Über Nikola Tesla, Außerkörperlichkeit, heilige Orte im magischen
Klangfeld, biologische und kosmischen Zyklen, Gesichter der
Steinzeit, UFOs, keltisches Christentum und Geomantie.
Drachen Verlag, Klein Jasedow 2008
ISBN 978-3-927369-19-1
Der lange Untertitel ist Programm des schmalen Bandes, dessen "buntes Allerlei" durchaus interessant zu lesen ist.
4.4 Tomas Kaiser: "Zwischen Philosophie und Spiritismus. (Bildwissenschaftliche) Quellen zum Leben und Werk des Carl du Prel", gefördert vom IGPP <http://igpp.de/> Universität Lüneburg, 2008, kann aus dem Web heruntergeladen werden: <http://kirke.ub.uni-lueneburg.de/volltexte/2008/11084/pdf/CarlduPrel_1.pdf>.
Eine detailreiche, sehr empfehlenswerte Arbeit. Bloß das Vokabel "bildwissenschaftlich" wundert mich in diesem Kontext – vielleicht deshalb auch vom Autor in Klammer gesetzt. (Vlg. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bildwissenschaft>)
4.5 Zwei Neuerscheinungen aus den USA:
4.5.1 Robert M. Schoch & Logan Yonavjak (Hrsg.):
The Parapsychology Revolution. A Concise Anthology of Paranormal and
Psychical Research.
Jeremy P. Tarcher/Penguin, New York 2008
ISBN 978-1585426164
Wie der Untertitel feststellt, eine Anthologie, gegliedert in Spontanfälle, Experimentelle Arbeiten, praktische Anwendungen von Studien und Reflexionen zum Thema.
4.5.2 Allan J. Hamilton:
The Scalpel and the Soul: Encounters with Surgery, the Supernatural,
and the Healing Power of Hope.
Jeremy P. Tarcher/Putnam, New York 2008
ISBN 978-1585426157
Eines der zahlreichen Bücher, die auf der aktuellen "Welle" der Todesnähe-Phänomene schwimmen. Sehr flott – um nicht zu sagen: reißerisch – geschrieben, nicht sehr tiefschürfend, dennoch ein paar interessante Details bei den Fällen.
Vgl. Videos <http://de.youtube.com/watch?v=rlfYnuNR3lI#> sowie <http://de.youtube.com/watch?v=ru1cZtaBv6I#> plus weitere Folgen.
4.6 JSE-Download
Habe ich oben auf die SSE verwiesen, so folgt hier der Hinweis, daß ältere Nummern des Periodikums dieser Organisation, Journal for Scientific Exploration, zu großen Teilen aus dem Web heruntergeladen werden können: <http://www.scientificexploration.org/jse/abstracts.php>.
4.7 Auf die CD "Okkulte Stimmen" habe ich bereits im Newsletter N° 30 hingewiesen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Rezensionen dazu, z.B. im Deutschlandfunk <www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/>; für eine Zusammenstellung siehe: <http://www.suppose.de/texte/okkult.html>. Möglicherweise können wir den Herausgeber dieser CD, die in Kooperation mit dem IGPP <http://igpp.de/> erschienen ist, auch einmal zu einem Vortragsabend bei uns begrüßen.
5. SONSTIGES:
Aktivitäten der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien (SFU) <http://sfu.ac.at/>
5.1 PSY-Seniorenstudium:
<http://sfu.ac.at/index.php?page=6&article=194>.
5.2 2008 International Summer School in Psychotherapy:
<http://www.sfu.ac.at/english/index.php?id=66>.
Prof. Peter Mulacz
–
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit rd. 750
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005. Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 31 - Wien, 23 03 2008
INHALT:
=======
1. Veranstaltungsprogramm für das Sommersemester
2. Personalia
3. Kongresse und Symposien
4. Literaturhinweis
1. VORTRÄGE und Symposium:
Unser nächster Vortrag – der erste im Sommersemester – findet am 07. April statt; die Programmaussendung an unsere Mitglieder und eingetragene Interessenten erfolgt kurz vorher.
Programm:
- Montag, 07. April
Albrecht Götz von Olenhusen, Freiburg i. Br.
Karl May und der Spiritismus
Weltanschauung, Weltbewältigung, Wissenschaft
- Montag, 21. April
Erlendur Haraldsson, Reykjavik
Parapsychologie und Religion
- Dienstag (!), 22. April
Erlendur Haraldsson, Reykjavik
„Paranormale Erlebnisse“ – Ergebnisse einer neuen Umfrage in Europa
- Samstag (!), 31. Mai
Arthur Koestler-Symposium im Naturhistorischen Museum
„Arthur Koestler – Jenseits von Reduktionismus und Zufall“
Zur 25. Wiederkehr des Todestages (3. März 1983) Arthur Koestlers
- Montag, 16. Juni
Gerhard Kubik, Wien/Klagenfurt
Mahamba – Afrikanische Vorstellungen transzendenter Kräfte
Neue Feldforschung in OstangolaEin paar Worte zu den einzelnen Veranstaltungen:
Karl May und seine spiritistische (bzw. christlich-spiritistische) Einstellung ist der eine Aspekt dieses Themas, der andere ist die ungeheure schriftstellerische Produktivität dieses Autors, die weit über die allseits bekannten Themenkreise Orient bzw. Indianer hinausgeht und die Frage stellen läßt, wie weit wir es dabei mit „automatischen“ Produktionen zu tun haben, wie sie von spiritistischen Medien bekannt sind. Außerdem wird die Entwicklung des Spiritismus im Königreich Sachsen beleuchtet. Unser Referent, Albrecht Götz von Olenhusen , hat sich mit dieser Thematik eingehend befaßt und auch mehrfach über May – im Karl May-Jahrbuch, im Band „Karl May und Freiburg“ usw. – publiziert.
Auch das Thema Parapsychologie und Religion hat (zumindest) zwei Aspekte: der eine sind außergewöhnliche Phänomene bei religiösen Persönlichkeiten, die dann systemintern vielfach als „Wunder“ aufgefaßt werden; auch die Stigmatisation – selbst kein parapsychologisches Phänomen, aber vielfach mit solchen vergesellschaftet – gehört in diese Gruppe (vgl. <http://stigmatisation.parapsychologie.info>. Der andere Aspekt ist die metatheoretische Frage, was von dem vielfach erhobenen Postulat zu halten sei, die Parapsychologie sei eine Brücke zwischen Wissenschaft und Religion.
Unser Referent, Erlendur Haraldsson, vielen unserer Mitglieder und Gäste wohlbekannt, steht uns auch am nächsten Tag, Dienstag, zur Verfügung, wo er die Ergebnisse einer neuen europaweiten Umfrage über paranormale Erlebnisse – d.h., subjektiv als paranormal empfundene Erlebnisse – präsentieren wird. Es wird spannend sein, diese aktuellen Umfragewerte mit denen der früheren Umfrage zu vergleichen.
Das bereits früher angekündigte Arthur Koestler-Symposium veranstalten wir – an einem Samstag – in Kooperation mit der österreichischen Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie; der Veranstaltungsort ist der Vortragssaal im Naturhistorischen Museum, Wien. Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos, der Zutritt ist jedoch an den Erwerb einer Eintrittskarte für das Naturhistorische Museum gebunden. Was den Programmablauf betrifft, können sich kurzfristig noch Änderungen ergeben. Der jeweils aktuelle Stand ist auf <http://koestler.parapsychologie.ac.at/> ersichtlich.
Mit dem letzten Vortrag nehmen wir wieder unsere übliche Montags-Routine auf. Was „Mahamba“ betrifft, so ist dies nach längerer Zeit wieder einmal ein Thema aus dem Bereich der Ethnoparapsychologie. Ein ähnlicher Vortrag war schon einmal auf dem Programm <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss1999/kubik/kubik.htm>. Diesmal geht es um neuere Forschungen unseres Referenten zu diesem Thema. Gerhard Kubik ist sowohl Ethnologe wie auch Psychoanalytiker, als solcher ist er auch an der Sigmund Freud Privatuniversität <http://sfu.ac.at/> tätig; überdies ist er, was in unserem Rahmen nicht zum Tragen kommt, Musikwissenschaftler und als solcher eine weltweite Kapazität auf dem Sektor afrikanischer Musik.
Das gesamte aktuelle Programm unserer Veranstaltungen ist wie immer im Web verfügbar: <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>.
2. PERSONALIA:
Dipl.-Psych. Fidelio Köberle, 1975 gemeinsam mit Hanna Buschbeck Gründer des „Vereins für Tonbandstimmenforschung“ und später dessen langjähriger Vorsitzender, ist laut einer Meldung von G. Helzel am 24. Jänner 2007 im Alter von 92 Jahren verstorben.
(Eine Todesnachricht ist weder der Ort, das Tonbandstimmenphänomen als solches kritisch zu hinterfragen, noch, in eine Diskussion über die Interna der miteinander konkurrierenden Stimmenforschervereinigungen einzutreten.)
3. KONGRESSE und SYMPOSIEN:
3.1 Bial Foundation
7th Symposium, 26. - 29. März 2008, Porto, Portugal
Der Titel lautet, wie immer, „Behind and Beyond the Brain“, und Thema ist diesmal „Emotions“.
Programm und nähere Details auf <http://www.bial.com/gca/index.php?id=504>.
3.2 Parapsychological Association Convention 2008
Gemeinsame Konferenz der PA mit der SPR (Society for Psychical Research, London), 13. - 17. Aug. 2008, Winchester, UK.
<http://parapsych.org/PA_2008_info.html>
Es hat bereits mehrmals derartige gemeinsam veranstaltete Konferenzen gegeben, zuletzt in 1997 in Brighton, und dieses Schema hat sich sehr bewährt.
4. LITERATURHINWEIS:
Michael Nahm: Evolution und Parapsychologie
als Grundlagen für eine neue Biologie und die Wiederbelebung des Vitalismus.
Books on Demand GmbH, 2007. ISBN-10: 3837005283, ISBN-13: 978-3837005288.
Der Versuch, Parapsychologie mit Biologie (insbesondere Entwicklungsbiologie) in Beziehung zu setzen, läßt Assoziationen an das Buch von John L. Randall aufkommen, welches in seiner englischen Originalausgabe vor über 30 Jahren erschienen ist: „Parapsychologie und die Natur des Lebendigen. PSI-Phänomene und ihre Verbindung zur Biologie.“ Nahms Werk ist eine Herausforderung, die sich, von der Parapsychologie ausgehend, an die Biologie richtet, stellt aber gleichzeitig auch einen durchaus lesenswerten Überblick über die Parapsychologie dar. Was die Genese des Lebendigen betrifft, wundert ein wenig, daß der Autor sich nur mit dem konventionellen Konzept der „Ursuppe“ auseinander setzt, ohne Wächtershäusers alternatives Konzept der Eisen-Schwefel-Welt zu erwähnen (vgl. z.B. <http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4chtersh%C3%A4user>). Die Selbstorganisation der Materie wird diskutiert, allerdings ohne jeden Bezug auf Synergetik bzw. Hermann Haken. Der vielfach fast vergessene Wallace findet beim Autor seine gerechte Würdigung. Daß die Vertreter des Neovitalismus ausführlich diskutiert werden, versteht sich von selbst. Erich Bechers Hypothese eines „überindividuellen Seelischen“, ein sehr fruchtbarer Gedanke, spiegelt sich leider nur in einem kurzen Absatz wider, allerdings mit dem Zusatz, daß Bechers Abhandlung heute noch lesenswert ist. In einem gleichnamigen Epilog versucht der Autor, „eine Lanze für den Vitalismus“ zu brechen. Würde ich nun gefragt, ob ihm dies überzeugend gelungen sei, würde ich antworten, dies zwar nicht, aber er hat immerhin sehr fundiert argumentieren können, daß der vitalistische Standpunkt keineswegs absurd ist. Insofern ruft das Buch zu einer Neubewertung der verschiedenen traditionellen Positionen auf, es regt auf und zum Nachdenken an – was will man denn mehr?
So viel für diesmal.
„Frohe Ostern“ kann ich nicht mehr wünschen, dafür ist es bereits zu spät, aber wie wär’s mit „Frohe Rest-Ostern!“?
Prof. Peter Mulacz
–
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 750
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005. Weiters finden
die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 30 - Wien, 23 12 2007
INHALT:
=======1. Unsere nächsten Vorträge
2. Literaturhinweise
3. Interessantes im Web
4. Feiertagsgrüße
1. VORTRÄGE:
Unser nächster Vortrag – der letzte in diesem Semester und gleichzeitig der erste im neuen Kalenderjahr – ist über Harry Potter: wiederum ein kulturhistorisches Thema, Aspekte traditioneller Magie in moderner Aufmachung.
Wie immer: <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>Für das Sommersemester sind schon einige Veranstaltungen festgelegt worden, die besonderen Höhepunkte werden die Vorträge „Karl May und der Spiritismus“ sowie „Parapsychologie und Religion“ sein.
2. LITERATURHINWEISE etc.:
Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist vielleicht besonders als „Lesezeit“ prädestiniert …
Wiederum möchte ich betonen, daß ich das Folgende als Information anbiete und nicht als Werbung verstanden wissen möchte (weder unsere Gesellschaft noch ich erhalten dafür eine Provision ;-) ).
Von den Neuerscheinungen der letzten Zeit möchte ich die folgenden herausgreifen:2.1 Bücher in Deutsch:
- Christa A. Tuczay: „Die Herzesser. Dämonische Verbrechen in der Donaumonarchie“
Gebunden, 160 Seiten
Verlag: Seifert, Wien
ISBN-10: 3902406283
ISBN-13: 978-3902406286
Die „dämonischen Verbrechen“ scheinen zunächst wenig mit Parapsychologie zu tun zu haben; es geht jedoch, wie die Autorin auch in ihrem Vortrag „Okkulttäter, Charlatane und Zauberkünstler – ein diachroner Streifzug durch die Schattenbereiche des angeblich Paranormalen“ bei uns am 18. Juni 2007 ausgeführt hat, um die magischen Vorstellungen und dementsprechenden Aktionen der Verbrecher. In diesem Sinne schreibt sich das Thema der mittelalterlichen Magie – kulturhistorisch auch für uns von Relevanz – in die Neuzeit fort.
- Annektrin Puhle: „Mit Goethe durch die Welt der Geister. Kurzfassung. Geisterbegegnungen aus vielen Jahrhunderten“
Gebunden, 384 Seiten
Verlag: Reichl, St. Goar
ISBN-10: 3876672686
ISBN-13: 978-3876672687
Das Wort „Kurzfassung“ bezieht sich darauf, daß auch eine lange Version – in vier Bänden – in Vorbereitung ist. Das Buch geht auf ein IGPP-Projekt zurück, das in der Goethezeit ansetzte, und Goethe ist auch gleichsam der Schutzheilige dieser Arbeit und führt, wie weiland Beatrice, durch das Buch, indem jedes Kapitel von einem Goethe-Zitat eingeleitet wird.
(Von Annekatrin Puhle ist auch das „Lexikon der Geister“ erschienen, worauf ich vor genau einem Jahr hingewiesen habe, siehe <http://parapsychologie.ac.at/newslttr/newsltr2.htm#27>).
- The Message. Kunst und Okkultismus, Art and Occultism.
Von Hans Günter Golinski (Vorwort), Sepp Hiekisch-Picard (Vorwort), André Breton (Autor), Andreas Fischer (Autor), Peter Gorsen (Autor), Claudia Dichter (Herausgeber), Michael Krajewski (Herausgeber), Susanne Zander (Herausgeber).
Gebunden, 192 Seiten
Verlag: Kunstmuseum Bochum/Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln
Sprachen: Deutsch/Englisch
ISBN-10: 3865603424
ISBN-13: 978-3865603425
Ein sehr gut ausgestattetes Buch mit vielen Illustrationen: von Bildern von „Malmedien“ wie Heinrich Nüsslein und anderen künstlerischen Produktionen bis hin zu den kontrapunktisch gegenübergestellten bekannten Photos von Materialisationen aus dem Labor Schrenck-Notzings (ohne damit in eine Diskussion über die Echtheit dieser Phänomenik einsteigen zu wollen). Seit André Breton sind „automatische“ Produktionen in den Fokus des Interesses geraten. Wenn ich auch eingangs die reiche Illustration hervorgehoben habe, möge dies aber die interessanten Texte keineswegs in den Hintergrund treten lassen.
- Übrigens, von dem Buch unseres Ehrenpräsidenten gibt es noch Restexemplare (z. B. über unsere Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/buch/hofmbuch.htm> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/feedback.htm>).
2.2 Buch in englischer Sprache:
- Stephan Braude: „The Gold Leaf Lady and Other Parapsychological Investigations “
Gebunden, 232 Seiten
Verlag: University of Chicago Press
ISBN-10: 0226071529
ISBN-13: 978-0226071527
Dieses dem Andenken John Beloff’s gewidmete Buch beinhaltet Kapitel über bekannte „Medien“ der Gegenwart (wie z. B. Joe Nuzum) und der Vergangenheit (D. D. Home, Eusapia Paladino), die „Gedankenphotographie“ Ted Serios’ und interessante Überlegungen zum Thema „Synchronizität“. Ein Epilog zur Astrologie – zwar nicht zur Parapsychologie gehörig, aber vielleicht unter Anomalistik subsumierbar – beschließt den Band.
2.3 Nicht nur zum Lesen, auch zum Hören gibt es Interessantes:
- „Okkulte Stimmen - Mediale Musik“
Recordings of unseen Intelligences 1905-2007
Herausgegeben von Andreas Fischer und Thomas Knoefel
Supposé
Box mit 3 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 192 min
Booklet: 40 Seiten (deutsch/englisch)
ISBN 13: 978-3-932513-81-7
Das Plattenlabel supposé hat einen Schwerpunkt auf Wissenschaftsgeschichte. Hier wird ein neuer Weg beschritten: nicht Wissenschaftler kommen zu Wort, sondern akustische Phänomene aus unterschiedlichen Epochen der Parapsychologie zwischen 1905 und 2007 sind aufgezeichnet worden.
Statt einer eingehenden Beschreibung verweise ich auf die Website, die nähere Details bringt.
3. INTERESSANTES IM WWW:
Noch mehr Lesestoff über die Feiertage und auch sonst:
eine kleine Blütenlese interessanter Seiten aus dem World Wide Web, allerdings mit Ausnahme des ersten Links alle in englischer Sprache. Betont sei vorweg: wenn ich Inhalte als „interessant“ klassifiziere, heißt das noch lange nicht, daß ich mich mit ihnen auch identifizieren würde. Das gilt z.B. explizit für die für die Vorgeschichte der Parapsychologie relevante Entwicklungsgeschichte spiritistischer Ideen, u.v.a.m. Eigentlich ist es ja selbstverständlich, daß eine Beschäftigung mit ideengeschichtlichen Entwicklungen nicht notwendigerweise auch eine Akzeptanz der betreffenden Ideen beinhaltet, dennoch möchte ich dies im gegebenen Kontext besonders betonen.
(Vorsicht bei am Seitenrand umgebrochenen URLs!)
- Das 2003 erschienene Heft der österr. Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, „Orte des Okkulten“, ist im Volltext verfügbar
- Biographien von Forschern und Medien
- European Society for the Study of Western Esotericism
- Verschiedene Texte auf <http://www.archive.org/details/texts>
z. B. mit dem Suchbegriff „Parapsychologie“
<http://www.archive.org/search.php?query=parapsychology%20AND%20mediatype%3Atexts>
- Kanadische Forscher: Survival Research Institute of Canada
insbesondere Glen Hamilton, siehe auch dessen überaus reichhaltige Bildersammlung unter
<http://imgserver.lib.umanitoba.ca/BrowserInsight/
BrowserInsight?cmd=start&cid=28&iia=0&isl=1&language=0>
Achtung, die umfangreiche Seite lädt dementsprechend sehr langsam!
- Bibliographien:
- Bibliographie zu Out-of-Body-Experiences
<http://obebibliography.info/>
- Adam Crabtree’s bekannte Bibliographie über Animalen Magnetismus, frühen Hypnotismus und Psychische Forschung jetzt on-line
dazu passend ein Aufsatz von Carlos Alvarado über „Menschliche Ausstrahlungen“ – die Vorstellungen von Kraft in Mesmerismus, Spiritualismus und Psychischer Forschung
- Psi-Pionier bzw. PysPioneer:
Darin sei besonders hingewiesen auf die reichhaltige Bibliographie von Carlos Alvarado in <http://www.woodlandway.org/pdf/pp3.5may07..pdf>, was sich alles, insbesondere an historischer Literatur, zu unserer Thematik auf <http://books.google.com>, einer geradezu unerschöpflichen Quelle, findet …
4. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
–
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit an über 740
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 29 - Wien, 14 10 2007
INHALT:
=======
- Präambel
- Vortragsprogramm
- Diverse Veranstaltungen
- Experimentelle Arbeitsgruppe
- "Nachrufe" auf verdiente Parapsychologen, ein Labor, usw.
- CSICOP
1. PRÄAMBELÜblicherweise sende ich diesen Newsletter zumindest jeweils vor Semesterbeginn bzw. vor Beginn der Vortragssaison aus. Diesmal bin ich sehr knapp damit, und im vergangenen Semester hat er ganz entfallen müssen. Bevor mich jemand deshalb zu schelten im Begriff ist, möge er oder sie bedenken, daß ich all dies in karger Freizeit, unbezahlt, aus freien Stücken mache …
Obwohl sich jetzt natürlich mehr Material angesammelt hat, werde ich mich diesmal bei den einzelnen Punkten umso kürzer halten, um den Gesamtumfang nicht ungebührlich zu erhöhen.
2. VORTRAGSPROGRAMM für das WINTERSEMESTER 2007/08
Unser Vortragsprogramm für das laufende Semester ist wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> online zugänglich; an unsere Mitglieder ist es auch per Post ausgesandt worden.
- 15. Oktober
Ron Kreitler, Tel Aviv:
Quantum-Physical, and psychological aspects of the “Out of Body Experience” and the “Near Death Experience”
Vortrag in englischer Sprache mit deutscher Präsentation und deutschen Kommentaren
- 22. Oktober
Günter Hebenstreit, Wien:
Wilhelm Reich und sein Werk 50 Jahre nach seinem Tod
Von der Behandlung der Neurosen zur kosmischen Orgon-Energie
- 19. November
Peter Mulacz, Wien:
Vom Gestern ins Heute und Morgen
80 Jahre österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
50 Jahre Parapsychological Association –
Bericht über den „Jubiläumskongreß“ der PA
- 03. Dezember
Albrecht Götz von Olenhusen, Freiburg i. Br.:
Okkultismus und Nationalsozialismus.
Das Beispiel des Grenzgängers Rudolf von Sebottendorf (1875 - 1945?)
- 21. Jänner 2008
Christa Tuczay
Harry Potter:
Vom mittelalterlichen Teufelsbündler zum „Zauberlehrling“ in der Jugendliteratur
Ein reiches Programm – herausgreifen möchte ich die Vorträge über Wilhelm Reich, der eine sowohl faszinierende wie auch äußerst umstrittene Persönlichkeit war, über Sebottendorf (Pseudonym), der sowohl im Vorfeld der NS-Machtergreifung eine Rolle gespielt hat wie auch aufgrund seiner „okkulten“ Interessen für unser Gebiet eine gewisse Relevanz besitzt und zu dessen Biographie es neue Forschungsresultate gibt, sowie über Harry Potter, wobei es natürlich nicht um die Trivialliteratur an sich geht, sondern um die darin verwobenen Motive der traditionellen Magie.
3. DIVERSE VERANSTALTUNGEN – Vorschau auf eigene und Rückblick auf fremde:
3.1 eigenes Koestler-Symposium:
Unsere Gesellschaft plant wieder eine Kooperationsveranstaltung, und zwar diesmal mit der „österreichischen Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie“ ein voraussichtlich zweitägiges Symposium mit dem Titel „Arthur Koestler - Jenseits von Reduktionismus und Zufall“. Der Veranstaltungsort ist voraussichtlich der Vortragssaal des NHM Wien; der Termin ist noch nicht fixiert – eigentlich hatten wir an den Herbst gedacht, mußten aber umständehalber unsere Pläne modifizieren und haben jetzt das Frühjahr 2008 – etwa nach Ostern – im Auge.
3.2 Internationales Koestler-Symposium an der Universität von Auburn, Alabama:
Vom 22. – 24. März hat diese Veranstaltung <http://media.cla.auburn.edu/forlang/events/Symposium/index.cfm> stattgefunden; ich war, wie aus dem Programm ersichtlich, eingeladen, über „Arthur Koestler – Coincidence, Synchronicity, and Parapsychology“ zu referieren, bloß ist meine Teilnahme aufgrund einer Verkettung unglückseliger Umstände schlußendlich leider ins Wasser gefallen. Es wird jedoch ein Tagungsband über das Symposium erscheinen, allerdings ohne meinen Beitrag.
3.3 Festakt zum 100en Geburtstag von Hans Bender
Am 21. April 2007 fand im Historischen Kaufhaus am Münsterplatz in Freiburg i. Br. ein Festakt zum 100-jährigen Geburtstag des IGPP-Gründers Professor Hans Bender (1907-1991) statt, und zu seiner Würdigung auch eine Ringvorlesung: <http://www.igpp.de/german/varia/bender100.pdf> bzw. <http://www.igpp.de/common/events.htm#jub>.
3.4 Konferenz über „Wolfgang Pauli's Philosophical Ideas and Contemporary Science“
Organisiert u. a. von Harald Atmanspacher, Leiter der Abteilung Theorie und Datenanalyse am IGPP und (Mit-)Herausgeber des Pauli-Jung-Dialogs in Ascona, vom 20.-25. Mai 2007.
< http://www.solid.ethz.ch/pauli-conference/index.htm> Ich selbst habe leider umständehalber meine bereits approbierte Anmeldung zurückziehen müssen.
3.5 Society for Scientific Exploration (SSE)
Vom 31. 05. – 02. 06. 2007 fand die 26. Jahrestagung der SSE statt, und zwar in Michigan, siehe <http://www.scientificexploration.org/meetings/annualmeeting2007.php>. Vom 17. – 19. 09. hat in Norwegen eine weitere Konferenz der SSE stattgefunden <http://www.scientificexploration.org/meetings/7thbiennial.php>.
3.6 Quantum Mind
Eine weitere interessante Konferenz scheint „Quantum Mind“ gewesen zu sein, die vom 17. – 20. Juli 2007 in Salzburg stattfand.
3.7 Die 50. Jahrestagung der PA
Die wohl für uns wichtigste Konferenz war die „Annual Convention“ der Parapsychological Association, heuer als 50. solche Veranstaltung ein Jubiläum: <http://parapsych.org/PA_2007_info.html>. (Siehe Vortragsprogramm)
4. EXPERIMENTELLE ARBEITSGRUPPE:
Wie aus dem letzten Vortragsprogramm erinnerlich, hat Dr. Alexander Batthyány ein (übrigens sehr interessantes) Referat über Experimente zur Präkognitiven Habituation gehalten. Die Experimente, über die er berichtet hat, sollen in veränderter Form weitergeführt werden, insbesondere interessiert sich eine Gruppe von Studenten seiner Lehrveranstaltung im Rahmen des dem „Cognitive Science Master”-Studiengangs MEi:CogSci der Universität Wien dafür. Es ist daher eine gewisse Kooperation vereinbart worden, in deren Zusammenhang ich zunächst wunschgemäß einen Aufruf verlautbare:
gesucht werden für diese Experimente weiterhin sowohl Versuchspersonen wie auch freiwillige Helfer.
Alles Nähere ist der website <http://www.univie.ac.at/Wissenschaftstheorie/batthyany/prkt.htm> zu entnehmen.
Ferner ist zur Vereinfachung der Kommunikation – primär für die Teilnehmer dieses Projekts, aber ggf. auch für andere experimentelle Vorhaben – eine Mailing List eingerichtet worden: <http://de.groups.yahoo.com/group/experim_arbeitsgruppe/>.
5. NACHRUFE AUF VERDIENTE PARAPSYCHOLOGEN UND EIN LABOR
5.1 Ian Stevenson (31. 10. 1918 – 08. 02. 2007) war eine derart bekannte Persönlichkeit im Rahmen der Parapsychologie, daß es wohl keiner ausführlichen Würdigung seiner Verdienste bedarf. Berühmt geworden ist er als der Doyen der Reinkarnationsforschung, jedoch wäre es eine schlimme Verkürzung, ihn darauf reduzieren zu wollen. Die deutsche Übersetzung eines seiner Werke, „Twenty Cases Suggestive of Reincarnation“, in frühen Auflagen wiedergegeben als „Beweise …“, vergröbert seine feinen Analysen unzulässigerweise. Sein „magnum opus“ auf diesem Gebiet ist das zweibändige, leider sehr teure Werk „Reincarnation and Biology“, hochinteressant auch die Reihe „Cases of the Reincarnation Type“, was nunmehr auch als Abkürzung „CORT“ gebraucht wird. Stevenson hat auch einen Beitrag in der Ossowiecki-Monographie „The World in a Grain of Sand“ verfaßt.
Siehe auch <http://www.pflyceum.org/178.html> (mit Abb., englischer Text).
5.2 Rhea A. White (06. 05. 1931 - 24. 02. 2007). In weiten Kreisen weit weniger bekannt war Rhea White, langjährige Herausgeberin des JASPR. Sie gründete und betrieb das sehr verdienstvolle „Parapsychology Sources of Information Center“, dessen Publikationen eine unerschöpfliche Fundgrube darstellen, sowie das „Exceptional Human Experience Network“ (EHEN). Der von ihr geprägte Begriff „Exceptional Human Experiences“ beginnt auch im Deutschen als „Außergewöhnliche Erfahrungen“ (AgE) zu greifen und ist seiner Natur nach weiter gefaßt als etwa „paranomale Erfahrungen“. Auch das ist ein sehr umfangreiches Thema, sodaß ich mich mit dem Hinweis auf die Website des EHEN beschränken muß (alles in englischer Sprache).
Siehe auch <http://parapsych.org/members/r_white.html> sowie <http://www.pflyceum.org/187.html>.
Rhea White’s Werk wird in Teilen von Parapsychology Foundation (PF) weitergeführt werden.
5.3 Das PEAR-Laboratorium in Princeton hat nun, wie mehrfach avisiert, endgültig seine Pforten geschlossen.
5.4 Prof. Tollmann, eher unrühmlich bekannt durch sein Buch „Das Weltenjahr geht zur Neige“, in dem er sich auf diverse Prophezeiungen bezieht (wodurch eine Nähe zu einem Forschungsobjekt der Parapsychologie gegeben ist), ist am 8. August 2007 gestorben. Siehe auch <http://parapsychologie.info/endzeit/tollman2.htm>.
6. CSICOP
Die Skeptikervereinigung CSICOP – das „Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal“ hat sich umbenannt und heißt jetzt „CSI” = „Committee for Skeptical Inquiry”, die Webadresse lautet allerdings unverändert <http://www.csicop.org/>. Interessant ist, daß in Namen der Bezug auf Wissenschaftlichkeit herausgefallen ist, was immer für Erklärung geliefert wird <http://www.csicop.org/about/csi.html>.
Lesenswerte Information über „Skeptiker“-Vereinigungen: deutsche Seite „Skeptizismus“ sowie eine englische Seite „Skeptical Investigations“.
Prof. Peter Mulacz
–
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 700
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 28 - Wien, 20 01 2007
INHALT:
=======
1. Ergänzungen auf der öGPP-Website
2. Veranstaltungen
3. Parapsychologie in den Niederlanden
4. Todesmeldungen
5. Literaturhinweis
1. ERGÄNZUNGEN AUF DER öGPP-WEBSITE:
1.1 Mesmer-Symposium:
wie avisiert, sind (nebst einem Kurzbericht) ein paar Bilder hochgeladen worden <http://parapsychologie.ac.at/Mesmer-Symposium/bericht.htm>.
1.2 Vortragszusammenfassungen:
Wenn ich mich auch bemühe, nach unseren Vorträgen eine kurze Zusammenfassung on-line zu stellen, so ist das umständehalber öfters nicht möglich. Heute kann ich jedoch eine „Erfolgsmeldung“ verbuchen: der Vortrag von Andreas Hergovich („Illusionen in Magie und Parapsychologie“) aus dem vorigen Wintersemester ist nachgetragen worden <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200506/hergov/hergov-1.htm>.
2. VERANSTALTUNGEN:
2.1 Erstes Klagenfurter Colloquium zu Grenzgebieten der Psychologie (KCGP):
Unser Mitglied Ronald Weigl, Absolvent des „Summer Study Program“ am Rhine Research Center (worüber er auch bei uns einen Vortrag gehalten hat <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200203/weigl/rrc.htm>), führt kommende Woche gemeinsam mit Gottfried Süssenbacher eine Veranstaltung durch und hat mich, leider sehr kurzfristig, gebeten, sie auch im Rahmen dieses Newsletters bekannt zu machen. Dieser Bitte komme ich gerne nach und lasse seinen vollen Text folgen:S. g. Universitätsmenschen,
Hiermit dürfen wir, Ass.-Prof. Dr. Gottfried Süssenbacher und Ronald Weigl vom Institut für Psychologie, Abteilung für Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung, Sie alle zu den Vorträgen, Workshops und zu der Filmvorführung im Rahmen des Klagenfurter Colloquiums zu Grenzgebieten der Psychologie (KCGP) I: "Paranormale Erfahrungen" einladen.
Das Programm vom 22. bis zum 24.01.07 lautet wie folgt:
Montag, 22.01.07, 19:00 Uhr c.t., HS C
VORTRAG und DISKUSSION: "Prof. Hans Bender und das IGPP: Geschichte und Gegenwart - Forschung, Beratung und Information" von Dipl.-Psych. Eberhard Bauer* und Dr. Martina Belz**
Dienstag, 23.01.07, 16:00 bis 18:30 Uhr, Z 1.29 (Oman Saal)
WORKSHOP: "Vom Umgang mit Außergewöhnlichen ('paranormalen') Erfahrungen: Phänomenologie und Beratungskonzepte" von Dipl.-Psych. Eberhard Bauer* und Dr. Martina Belz** (Bei dieser Veranstaltung herrscht Anmeldepflicht! Max. TeilnehmerInnenzahl: 50! Details siehe "Beschreibung der Veranstaltungen" weiter unten!)
Dienstag, 23.01.07, 19:00 Uhr c.t., HS A
VORTRAG und DISKUSSION: "'Geister' unter der wissenschaftlichen Lupe - Von der spiritistischen Séance ins Psi-Labor: Einführung in die parapsychologische Forschung" von Dipl.-Psych. Eberhard Bauer* und Dr. Martina Belz**
Mittwoch, 24.01.07, 18:30 Uhr s.t., HS B
FILMVORFÜHRUNG: "Das Spukhaus" (2003) und "Philip: The Imaginary Ghost" (1974)
Beschreibung der Veranstaltungen:
VORTRAG und DISKUSSION: "Prof. Hans Bender und das IGPP: Geschichte und Gegenwart - Forschung, Beratung und Information"
Die dominierende und populärste Figur der deutschen Parapsychologie nach dem Zweiten Weltkrieg war der Psychologe und Arzt Professor Hans Bender, der 1950 in Freiburg im Breisgau das "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP)" gründete, es bis zu seinem Tode leitete und zwischen 1954 und 1975 als Professor für Grenzgebiete der Psychologie das Fach Parapsychologie jahrzehntelang in Forschung und Lehre an der Universität Freiburg i. Br. vertrat. Das IGPP beschäftigt sich mit der systematischen und interdisziplinären Erforschung von bisher unzureichend verstandenen Phänomenen und Anomalien an den Grenzen unseres Wissens, worunter Kernbereiche der Parapsychologe, zum Beispiel Telepathie, Hellsehen oder Psychokinese, fallen. Zu Forschungsthemen des IGPP zählen ferner veränderte Bewußtseinszustände und Erfahrungen, psychophysische Beziehungen sowie deren soziale, kulturelle und historische Kontexte aus den Perspektiven von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Das IGPP unterhält ein breit angelegtes Informations-, Aufklärungs- und Beratungsprogramm für Menschen mit außergewöhnlichen ("paranormalen") Erfahrungen, eine umfangreiche Spezialbibliothek sowie ein Forschungsarchiv für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie. Seit 1957 existiert die von Prof. Bender gegründete "Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie", die das einzige Fachorgan für parapsychologische Forschung in Deutschland darstellt. Sie wendet sich sowohl an Wissenschaftler und Studierende wie auch an eine interessierte öffentlichkeit. Seit 2003 gibt das Institut zusätzlich "Mind and Matter - An International Interdisciplinary Journal for Mind-Matter Research" und die Schriftenreihe "Grenzüberschreitungen" heraus. Als gemeinnütziger Verein wird das IGPP vorwiegend durch private Stiftungsmittel finanziert, die noch einer Initiative Prof. Benders zu verdanken sind. Der Vortrag gibt in Form einer Retrospektive einen Überblick über wichtige Forschungsthemen des Instituts, die mit dem Namen Prof. Benders verbunden sind und stellt das Beratungsangebot des Instituts für Menschen vor, die angesichts beunruhigender oder belastender "okkulter", "übersinnlicher" oder paranormaler Erfahrungen Bewältigungs- und Verarbeitungshilfen suchen ("Psychohygiene").
WORKSHOP: "Vom Umgang mit Außergewöhnlichen ('paranormalen') Erfahrungen: Phänomenologie und Beratungskonzepte"
Seit seiner Gründung 1950 wenden sich jährlich hunderte von Ratsuchenden an das "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V." (IGPP) in Freiburg im Breisgau, die über "Außergewöhnliche Erfahrungen" (AgE) berichten. Diese Erfahrungen werden ja nach Denktradition oder weltanschaulicher Ausrichtung auch mit zahlreichen anderen Begriffen wie 'übersinnlich', 'paranormal', 'spirituell' oder 'mystisch' bezeichnet. Soziologisch gesehen, sind AgE weit verbreitet und in allen Kulturen bekannt. Aufgrund empirischer Untersuchungen am Freiburger Institut lassen sich folgende phänomenologische AgE-Gruppen unterscheiden, die beratungsrelevant sind: Außersinnliche Wahrnehmung; Wahrträume; Spuk; Erscheinungen; Beeinflussungserlebnisse; Mediumismus. Außergewöhnliche Erfahrungen können spontan, d. h. unerwartet und ohne erkennbare Ursache auftreten. Sie können auch durch Techniken wie Gläserrücken, automatisches Schreiben oder meditative Praktiken selbst induziert werden. Ferner berichten Ratsuchende, daß sich AgE nach Kontakten mit Heilern, Hellsehern oder nach Teilnahme an Veranstaltungen der Esoterikszene, quasi fremdinduziert, eingestellt haben. Viele Menschen erleben ihre AgE positiv und können sie gut in ihre Alltagswelt integrieren. Unter bestimmten Umständen können solche Erfahrungen auch Verunsicherungen und Ängste auslösen, die nicht ohne weiteres zu bewältigen sind. Menschen, die in dieser Weise betroffen sind, fühlen sich von ihrer Umwelt häufig stigmatisiert oder pathologisiert und suchen vergeblich nach Erklärungen und konkreter Hilfe im psychosozialen Versorgungsnetz. Der Workshop gibt einen Einblick in die Praxis der Beratung am IGPP und stellt einige Fallvignetten vor, die AgE-Beratungsstrategien z. B. unter Rückgriff auf das methodische Vorgehen von "Plananalysen" illustrieren sollen.
ACHTUNG: Anmeldung per E-Mail an Ronald.Weigl@uni-klu.ac.at!
Diese Veranstaltung richtet sich an (Klinische- und Gesundheits) PsychologInnen sowie PsychotherapeutInnen und andere im sozialen Feld tätige PraktikerInnen; DiplomandInnen und DissertandInnen der Psychologie werden gegen Nachweis ebenfalls aufgenommen. Die Reihung erfolgt nach dem Eingang der Anmeldungen.
VORTRAG und DISKUSSION: "‘Geister‘ unter der wissenschaftlichen Lupe - Von der spiritistischen Séance ins Psi-Labor: Einführung in die parapsychologische Forschung"
Der Begriff "Parapsychologie" wurde zuerst 1889 von dem Berliner Philosophen und Psychologen Max Dessoir geprägt, der ihn aus "para" (griech. = "neben") und "Psychologie" zusammensetzte. Dessoir wollte mit der - provisorischen! - Bezeichnung eine Gruppe außergewöhnlicher (jedoch nicht pathologischer oder psychisch abnormer) Vorgänge und Ereignisse kennzeichnen, die in der Kulturgeschichte immer wieder berichtet werden, deren Existenz aber seit jeher umstritten ist: Gemeint sind in der Bevölkerung verbreitete Phänomene wie Gedankenübertragung, 'Zweites Gesicht', Wahrträume, Ahnungen, Prophetien, Spuk- oder Geistererscheinungen, die von den Betroffenen zumeist als nicht-alltäglich und emotional besonders bedeutsam eingestuft werden. Im angloamerikanischen Sprachraum ist auch der Begriff "Psychical Research" (= Psychische Forschung) üblich, benannt nach der 1882 in London gegründeten und heute noch aktiven "Society for Psychical Research" (SPR). Angesichts ihres "unorthodoxen" Forschungsbereiches befindet sich die Parapsychologie als methodisches Unternehmen seit ihren Anfängen in einem Zwiespalt: Auf der einen Seite hat sie sich mit notorisch "Okkultgläubigen" auseinanderzusetzen, die hinter jedem angeblich "okkulten" Phänomen etwas Übersinnliches, Übernatürliches, gar Transzendentes wittern und jeden Versuch einer nüchternen Erforschung des "Wunderbaren" mit herkömmlichen Methoden als Sakrileg ablehnen. Auf der anderen Seite gibt es die Gruppe der notorisch Anti-Okkultgläubigen, die hinter dem Gesamtkomplex des Paranormalen (oder 'Okkulten') a priori Täuschung, Betrug, Aberglaube oder Leichtgläubigkeit der "Wundersüchtigen" vermuten. Beide Einstellungen wurzeln - wie die Geschichte parapsychologischer Kontroversen zeigt - in emotional bzw. weltanschaulich fixierten Grundpositionen, die nur selten hinterfragt werden und kaum durch empirische Befunde korrigierbar sind. Die Entwicklung der Parapsychologie vollzieht sich über die Massenbewegung des Spiritismus seit Mitte des 19. Jahrhunderts über die Gründung von Fachgesellschaften Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur Etablierung von Psi-Labors an vereinzelten Universitäten Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der heutigen parapsychologischen Forschung steht die methodische und systematische Untersuchung 'außergewöhnlich' anmutender Erlebnisformen und Phänomengruppen, die unter dem neutralen Oberbegriff 'Psi-Phänomene' zusammengefaßt werden. Diese werden üblicherweise als Psi-Kognition ('Außersinnliche Wahrnehmung' in den Formen Telepathie, Hellsehen und Präkognition) bzw. Psi-Aktion ('Psychokinese') bezeichnet. Die Aufgabe der Parapsychologie besteht letztlich darin, Erklärungsansätze für behauptete Psi-Phänomene zu finden, worunter auch herkömmliche ("konventionelle") Erklärungen z. B. in Form subjektiver Täuschungen oder die Aufdeckung "natürlicher" Ursachen für ein angebliches Psi-Phänomen fallen können. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit außergewöhnlichen oder Psi-Erfahrungen setzt also nicht die Annahme der Existenz "paranormaler" oder "übersinnlicher" Faktoren, Prozesse oder Kräfte voraus, die angeblich im Widerspruch zu jeweiligen (natur-)wissenschaftlichen Weltbild stehen sollen. Der Vortrag wird auf diesem Hintergrund die gängigen Methoden, Ergebnisse und Probleme der parapsychologischen Forschung überblicksartig darstellen.
FILMVORFÜHRUNG: "Das Spukhaus" (2003) und "Philip: The Imaginary Ghost" (1974)
Der erste Film, "Das Spukhaus" von Volker Anding (2003), ist eine Dokumentation, die nach Angaben des Regisseurs einen der "rätselhaftesten Spukfälle der Geschichte untersucht".
Gemeint ist der Fall der Familie Joller aus der Schweiz, die ihre "selbsterlebten mystischen Erscheinungen" in einem Buch niederschrieben, welches wiederum von Fanny Moser in ihrem Buch "Spuk. Irrglaube oder Wahrglaube? Eine Frage der Menschheit" (1950) ausführlich behandelt wird.
Melchior Joller, der Vater der Familie, schildert rätselhafte Phänomene wie Klopfgeräusche, verschobenes Mobiliar, Schritte, Steinregen und ähnliche Anomalitäten, die heutzutage als "Außergewöhnliche Erfahrungen" (AgE) bezeichnet werden. Das Filmteam begibt sich auf eine Spurensuche und lädt mehrere Experten dazu ein, zu den Geschehnissen Stellung zu nehmen.
Der zweite an diesem Abend gezeigte Film "Philip: the Imaginary Ghost" (1974) handelt von einem als "Philip Experiment" bekannt gewordenen Versuch von Dr. A.R.G. Owen, welcher in den 1970'ern in Toronto ein sehr spannendes Gruppenexperiment wagte: aufbauend auf den historischen Berichten über Séancen und "Geisterbeschwörungen" versuchte die Experimentalgruppe, sich eine Art "Gruppengeist" oder "manifestes kollektives Gruppen-Unbewusstes" zu schaffen, mit dem sie interagieren konnte. Diese Entität erhielt den Namen "Philip", eine fiktive Gestalt, deren Geschichte und "Persönlichkeit" von den Gruppenmitgliedern erfunden wurde. Die Ergebnisse dieses Experimentes wurden von Dr. Owen und Margaret Sparrow 1976 unter dem Titel "Conjuring Up Philip" publiziert.
Abschließend laden wir die ZuschauerInnen zu einer kritischen Diskussion über die beiden Filme ein.
Zu den Referenten:
* Dipl.-Psych. Eberhard Bauer ist langjähriger Mitarbeiter am "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V." (IGPP), an dem er die Abteilungen "Beratung und Information" sowie "Historische Studien/Archiv und Bibliothek" leitet, die "Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie" mit herausgibt und einen Lehrauftrag für Parapsychologie an der Universität Freiburg i. Br. wahrnimmt.
** Dr. phil. Martina Belz ist Klinische Psychologin und Psychotherapeutin und supervidiert die Beratungsgruppe am IGPP; sie leitete in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut an der Universität Freiburg ein mehrjähriges Forschungsprojekt "Beratung und Hilfe für Menschen mit Außergewöhnlichen Erfahrungen" und ist Verfasserin einer 2007 in der Reihe "Fortschritte der Psychotherapie" erscheinenden Monografie "Außergewöhnliche Erfahrungen" (Huber-Verlag, Bern).
Mit "außergewöhnlich" freundlichen Grüßen,
Ronald Weigl i. A. Ass.-Prof. Dr. Gottfried Süssenbacher
––––––––––––––––––––––––––
Ronald Weigl
Institut für Psychologie
Abteilung für Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
T: ++43(0)463/2700-1605 (Fr. Grimschitz)
F: ++43(0)463/2700-1697 (Fr. Grimschitz)
E: ronald.weigl@uni-klu.ac.at
W: www.uni-klu.ac.at/psy/cognition
Universitätsstraße 65-67
A 9020 Klagenfurt, Austria
––––––––––––––––––––––––––2.2 Vortrag in Salzburg:
Auch an der Universität Salzburg war von der "Gesellschaft für Psychologie" eine Veranstaltung angekündigt, deren Thema allerdings nur im Umfeld der Parapsychologie angesiedelt war:Von Schafen und von Ziegenböcken, und ihren kleinen bio-psychologischen Unterschieden
Univ.-Prof. Dr. Günter Schulter
Institut für Psychologie der Universität Graz, Arbeitsgruppe Biologische PsychologieEin Abstract steht unter <http://www.uni-salzburg.at/pls/portal/docs/1/363016.pdf> im Web.
Wenn der Referent in seinem Abstract auch die Astrologie unter paranormale Phänomen subsumiert, so spricht das entweder für ein krasses Manko an Sachinformation, oder für den Versuch im Stile Prokops, die Parapsychologie dadurch "anzupatzen", daß sie in die Nähe eines Glaubenssystems gerückt wird, oder aber – wie ich am ehesten meine – für eine gewisse Schludrigkeit, denn wie könnte sonst ein ganzes Lehrgebäude wie die Astrologie unter Phänomenen eingereiht werden. Gegen die im selben Satz genannten "guten und bösen Geister" habe ich, obwohl sich die Parapsychologie seit den Tagen eines Eduard v. Hartmann vom Geisterglauben emanzipiert hat, weniger einzuwenden, denn man kann diese Formulierung als einen Versuch ansehen, eine gewisse Pointe zu landen. Es geht in dem Vortrag also im wesentlich um Einstellungsfragen von "Gläubigen" und "Nicht-Gläubigen" und deren neurophysiologischen Korrelate – grundsätzlich eine interessante Fragestellung.
Aber erstens wäre es überaus interessant, dabei auch die "Negativ-Gläubigen" in die Untersuchung mit einzubeziehen, also diejenigen, die in einer fundamentalistischen Geisteshaltung von vornherein daran glauben, daß am Forschungsgegenstand der Parapsychologie "nichts dran ist" und sich weigern, ihren Standpunkt durch Auseinandersetzung mit der Evidenz zu gefährden. Menschen vom Schlage des Aristotelikers, der sich weigerte, durch Galileis Teleskop zu blicken, sind noch nicht ausgestorben (vgl. L. Fleck, Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv), und ein rezentes Beispiel dazu gibt es hier auf englisch zu hören: <http://www.sheldrake.org/realaudio/atkins_sheldrake.mp3>.
Zweitens wäre es ein schlimmer reduktionistischer Fehlschluß, wenn jemand meint, dadurch, daß der Glaube bestimmter Individuen an eine bestimmte Sache neurophysiologisch erklärt werden kann, wäre man der in Rede stehenden Sache selbst näher gekommen bzw. könnte man sie vielleicht als einen "bloßen Glauben" beiseite schieben.
Von diesen Vorbehalten, die sich aufdrängen, abgesehen, ist es von parapsychologischer Seite natürlich durchaus relevant, sich über die "belief systems" aktiver Forscher klar zu sein, weil diese zu einem bestimmten "bias" (Voreingenommenheit) führen können, während die Glaubensüberzeugungen von "Esoterikern" eher für die Soziologen als für die Parapsychologen interessant sein mögen.
Im übrigen hat der auf <http://www.uni-salzburg.at/portal/page?_pageid=138,457519&_dad=portal&_schema=PORTAL> für den 17. 01. 2007 angekündigte Vortrag verschoben werden müssen, ein neuer Termin ist zur Zeit noch nicht bekanntgegeben.
3. PARAPSYCHOLOGIE IN DEN NIEDERLANDEN:
Der bisher an der Universität Utrecht befindliche Lehrstuhl für Parapsychologie, den Dick Bierman innehat, ist nunmehr, ohne Änderung in der Person des Lehrstuhlinhabers, an die "Humanistic University in Utrecht" verlegt worden, die genaue Bezeichnung lautet jetzt "Heymans Chair of Extraordinary Experiences".
Gerard Heymans (1857-1930) war Psychologe und Philosoph <http://www.philosophenlexikon.de/heymans.htm> an der Universität Groningen (1909 Rektor) und Gründer der "Studienvereinigung für Parapsychologie". Insbesondere sind die Telepathie-Experimente von Brugmans und Heymans in Groningen erinnerlich, bei denen die Bewegung der Hand des Perzipienten sozusagen "ferngesteuert" werden sollte und die hochsignifikante Ergebnisse brachten.
4. TODESMELDUNGEN:
4.1 Ted Serios – bekannt durch Jule Eisenbuds Untersuchungen über seine "Psychophotos" – ist am 30. Dezember 2006 im Alter von 88 Jahren an einem Krebsleiden verstorben. Eisenbud war ihm bereits am 10. März 1999, 90 Jahre alt, im Tod vorausgegangen.
Übrigens beinhaltet auch das Buch "The Spirit of Dr. Bindelof" von Rosemarie Pilkington, auf das ich im letzten Newsletter hingewiesen habe, ein Kapitel über die Serios-Phänomenik. Die Verfasserin war mit Eisenbud befreundet. Eine Bemerkung von Bill Roll in einer Rezension dieses Buches im Journal for Scientific Exploration hat eine neue Welle der Diskussion um die Echtheit dieser Phänomene ausgelöst, wobei man wieder ein ganz typisches Ablaufmuster beobachten kann: je intensiver einzelne Untersucher die Details analysiert haben, desto überzeugter sind sie von der Echtheit.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf Michael Prescott’s Blog zu diesem Thema hinweisen: <http://michaelprescott.typepad.com/michael_prescotts_blog/2006/08/lets_get_serios.html> (natürlich in englischer Sprache).
Es sei auch an die Fernsehdokumentation erinnert, die das ZDF im Mai 1967 mit Ted Serios u. a. im "Museum of Natural History" und anderswo in Denver, Colorado, aufgenommen hat und die Hans Bender bei Vorträgen in Wien gezeigt hat. Zuletzt war diese Doku in österreich im Jahr 1998 zu sehen, als Eberhard Bauer sie im Rahmen der Begleitvorträge zu der Ausstellung "Im Reich der Phantome. Fotografie des Unsichtbaren" in der Kunsthalle Krems vorgeführt hat, zu der auch ein ausführlicher Katalog <http://www.amazon.de/Im-Reich-Phantome-Fotografie-Unsichtbaren/dp/3893229426/sr=11-1/qid=1167743200/ref=sr_11_1/303-6376674-0156206> erschienen war.
4.2 Laurie A. Monroe, geb. 1951, ist ebenfalls im Dezember des Vorjahrs verstorben, sie war die Tochter von Robert A. Monroe (1915-1995), bekannt als Autor mehrerer populärer Bücher über Außerkörperliche Erfahrung und Gründer des Monroe-Instituts <http://www.monroeinstitute.com/> sowie von Hemi-Sync (einer bestimmten Trainingsmethode). Freilich ist dort längst die Forschung zugunsten kommerzieller Vermarktung in den Hintergrund getreten.
5. LITERATURHINWEIS:
Die avisierte ausführliche Besprechung vonFrank-Rutger Hausmann: HANS BENDER (1907-1991) UND DAS „INSTITUT FÜR PSYCHOLOGIE UND KLINISCHE PSYCHOLOGIE“ AN DER REICHSUNIVERSITÄT STRASSBURG 1941-1944
muß noch bis zum nächsten Newsletter warten und wird ihrer Ausführlichkeit wegen auf einer eigenen Seite ausgelagert sein.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 700
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 27 - Wien, 23 12 2006
INHALT:
=======
1. Rückblick auf das Mesmer-Symposium
2. Literaturhinweise
3. Feiertagsgrüße
1. MESMER-SYMPOSIUM
Unser Symposium über Leben und Wirkung von Franz Anton Mesmer, abgehalten am 18. 11. 2006 im Festsaal von Schloß Rothmühle – gleichsam im ehemaligen Wohnzimmer der Familie Mesmer – war ein voller Erfolg. Die Teilnehmer waren alle gut informiert und sehr kompetent, einige davon sind extra aus dem Ausland angereist. Über die Feiertage werde ich ein paar Bilder auf die Website des Symposiums stellen. Die auf der Glasharmonika – Mesmers Lieblingsinstrument – vorgetragenen Musikstücke haben alle Anwesenden begeistert. Jedenfalls war das Echo überaus positiv und ich bin gefragt worden, ob die Vorträge als Buch erscheinen würden. Aufgrund dieses Interesses haben wir das nunmehr ins Auge gefaßt; ob sich der Plan realisieren läßt, hängt davon ab, ob wir eine entsprechende Subvention für die Herstellungskosten erhalten werden, denn anders läßt sich so ein Nischenprodukt nicht realisieren.
2. LITERATURHINWEISE
Bleiben wir gleich bei Büchern – die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist vielleicht besonders als „Lesezeit“ prädestiniert … Freilich möchte ich betonen, daß ich das Folgende als Information anbiete und nicht als Werbung verstanden wissen möchte (weder unsere Gesellschaft noch ich erhalten dafür eine Provision ;-) ).
Von den Neuerscheinungen der letzten Zeit möchte die folgenden herausgreifen:2.1 Bücher in deutscher Sprache:
Annekatrin Puhle: DAS LEXIKON DER GEISTER. Über 1000 Stichwörter aus Mythologie, Volksweisheit, Religion und Wissenschaft.
Bereits 2004 erschienen (und von mir somit etwas vernachlässigt); ein Lexikon, das – etwa im Gegensatz zum „Bonin“ – die „Geister“ als Schwerpunkt hat, mit vielen S/W-Illustrationen und auch einigen Farbtafeln. Wenn es auch naturgemäß viele Überschneidungen mit anderen einschlägigen Werken gibt, so findet man hier auch vieles, was ich sonst so ausführlich nicht gefunden habe …
<http://www.amazon.de/Das-Lexikon-Geister-Annekatrin-Puhle/dp/3865330118/sr=11-
1/qid=1166975122/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Brigitte Felderer und Ernst Strouhal: RARE KÜNSTE. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst.
Ein opulent ausgestattetes, sehr informatives Werk mit Beiträgen vieler Autoren, darunter ein Kapitel über den Spiritismus. Wenn auch die „Zauberkunst“ kein Gegenstand der Parapsychologie ist, so sind Grundkenntnisse darin notwendig, wenn man gewisse (angebliche) Phänomene studieren bzw. beurteilen will.
<http://www.amazon.de/Rare-K%C3%BCnste-Kultur-Mediengeschichte-
Zauberkunst/dp/3211333851/sr=11-1/qid=1166975467/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Last not least weise ich auf eine Neuerscheinung der letzten Tage hin:
Frank-Rutger Hausmann: HANS BENDER (1907-1991) UND DAS „INSTITUT FÜR PSYCHOLOGIE UND KLINISCHE PSYCHOLOGIE“ AN DER REICHSUNIVERSITÄT STRASSBURG 1941-1944
Dieses Buch habe ich gestern erhalten und, soviel ich gesehen habe, verdient es eine ausführliche Würdigung, keinen „Schnellschuß“, sodaß ich jeglichen Kommentar dazu auf meinen nächsten Newsletter vertagen muß.
<http://www.amazon.de/1907-1991-Psychologie-Klinische-Reichsuniversit%C3%A4t-Stra%C3%9
Fburg/dp/389913530X/sr=11-1/qid=1166975544/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Übrigens, von dem Buch unseres Ehrenpräsidenten gibt es noch Restexemplare (z. B. über unsere Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/buch/hofmbuch.htm> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/feedback.htm>).
2.2 Bücher in englischer Sprache:
Nicht bloß ist die Sprache der Wissenschaft heute Englisch (wie sie bis Mitte des 19. Jhdts Latein gewesen ist), der angloamerikanische Sprachraum ist auch viel größer, daher verwundert es keinesfalls, daß auch auf „unserem“ Gebiet mehr relevante Werke in Englisch erscheinen als in Deutsch. Dennoch will ich mich in diesem Abschnitt kurz fassen.
Martyn Jolly: FACES OF THE LIVING DEAD. The Belief in Spirit Photography.
Der Titel sagt alles – ein weiteres (und hervorragend illustriertes) Buch, das sich mit der Photographie des Paranormalen im weitesten Sinne auseinandersetzt: „Geisterphotos“, Phantome, Séancen, Ektoplasma … <http://www.amazon.de/Faces-Living-Dead-Belief-Photography/
dp/0977282732/sr=1-2/qid=1166972288/ref=sr_1_2/303-2576489-5972258?ie=UTF8&s=books-intl-de>Deborah Blum: GHOST HUNTERS. William James and the Search for Scientific Proof of Life After Death.
Die Pulitzer-Preisträgerin Blum bringt hier keine neuen wissenschaftsgeschichtlichen Forschungsresultate, aber ein flüssig geschriebenes Buch, das vor allem jene interessieren wird, denen das Werk des Philosophen und Psychologen W. James wohlbekannt ist.
<http://www.amazon.de/Ghost-Hunters-William-Search-Scientific/dp/1594200904/sr=1-4/qid=
1166971764/ref=sr_1_4/303-2576489-5972258?ie=UTF8&s=books-intl-de> Auch als Taschenbuch.(Edited by) Lance Storm and Michael A. Thalbourne: Essays on the Possibility of Life after Death. THE SURVIVAL OF HUMAN CONSCIOUSNESS. Foreword by James Houran.
Wie der Titel sagt, eine Essay-Sammlung, und zwar mit Beiträgen von William Braud, David Fontana, William Roll, Stanley Krippner, Erlendur Haraldsson und vielen anderen.
<http://www.amazon.de/Survival-Human-Consciousness-Possibility-Possibilities/dp/0786427728/sr=1-1/
qid=1166972619/ref=sr_1_1/303-2576489-5972258?ie=UTF8&s=books-intl-de>Dean Radin: ENTANGLED MINDS. Extrasensory Perception in a Quantum Reality.
Ein leicht verständlicher Überblick mit Betonung auf der aktuellen experimentellen Parapsychologie und den aktuellen Theorieansätzen. Titel und Untertitel weisen schon darauf hin, daß innerhalb des Theorie-Kapitels der Schwerpunkt auf jenen Theorien liegt, die auf einem quantenphysikalischen Ansatz beruhen.
<http://www.amazon.de/Entangled-Minds-Extrasensory-Experiences-Quantum/dp/
1416516778/sr=11-1/qid=1166973187/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Zu diesen quantenphysikalischen Ansätzen eine kurze Abschweifung: worum es dabei geht, wird sehr schön z.B. in einem Buchkapitel von Harald Walach (früher Freiburg i. Br., jetzt Northampton) dargestellt <http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf> (nota bene: in deutscher Sprache).
Als letztes Buch in englischer Sprache stelle ich vor:
Rosemarie Pilkington: THE SPIRIT OF DR. BINDELOF. The Enigma of Séance Phenomena.
Der erste Teil des Buches bringt sehr interessantes, bisher unpubliziertes Material von Gil Roller (dessen Mutter übrigens aus Wien stammt) über Sitzungen einer Gruppe von jungen Leuten (darunter auch der später sehr berühmt gewordene Montague Ullman), in deren Verlauf sich eine „Entität“ mit dem Namen „Dr. Bindelof“ geäußert hat. Der andere Teil des Buches bringt eine tour d’horizon über den Physikalischen Mediumismus vom 19. Jhdt. bis in unsere Gegenwart, wobei ich es für sehr wichtig erachte, daß dieses große Gebiet nicht angesichts der Fortschritte in anderen Bereichen (z.B. Ganzfeld, Presentiment, Metaanalyse, WQT) völlig in Vergessenheit gerät.
<http://www.amazon.de/Spirit-Dr-Bindelof-Enigma-Phenomena/dp/1933665130/sr=11-1/qid=1166975171/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>
3. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen Jahr!Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 700
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 26 - Wien, 08 10 2006
INHALT:
=======
1. Vortrags-/Veranstaltungsprogramm
2. "Phylogenic Memory" auf Radio Orange
3. Lehrgang Parapsychologie
4. Datenbank Reinkarnation
5. Literaturhinweise
6. On-line Experiment/Fragebogen
1. VORTRAGSPROGRAMM für das WINTERSEMESTER 2006/07
Unser Vortragsprogramm für das soeben begonnene Semester ist bereits online gestellt - wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> zugänglich - und wird gerade ausgesandt.
Statt wie sonst fünf Vorträge haben wir diesmal vier Vorträge und ein ganztägiges Symposium.
- 23. Oktober 2006
Erlendur Haraldsson: Parapsychologische Medien aus Island
- 13. November 2006
Alexander Batthyány: Vorahnungseffekte zukünftiger emotionaler Reaktionen auf positive und negative Stimuli
Die Wiener Replikationsstudie zur Präkognitiven Habituation
- 18. November 2006 (ganztags)
MESMER-Symposium
- 04. Dezember 2006
Alfred Pritz: Sigmund Freud und die Parapsychologie
- 22. Jänner 2007
Günther Fleck: Paranormale Menschenkenntnis?
Kritische Reflexion eines verblüffenden PhänomensDer unseren Mitgliedern und ständigen Gästen von mehreren früheren Vorträgen wohlbekannte isländische Parapsychologe Erlendur Haraldsson führt uns mit diesem Vortrag nicht nur in sein Heimatland, wir machen auch eine Zeitreise in die Epoche der "großen Medien" mit deren spektakulären Phänomenen.
Alexander Batthyány hat mit einer Gruppe seiner Studenten eine konzeptuelle Replikation von Daryl Bems Experimenten zum PH-Effekt unternommen - seit längerem wieder ein Vortrag über aktuelle parapsychologische Experimentalstudien.
MESMER-Symposium: dazu ist eine eigene Website <http://parapsychologie.ac.at/Mesmer-Symposium/symposium.htm> eingerichtet.
Das Referat von Alfred Pritz, Rektor (und Spiritus rector) der Sigmund Freud Privatuniversität, über Sigmund Freud und seine Einstellung zur Parapsychologie bildet für unsere Gesellschaft einen würdigen Abschluß des Freud-Jubiläumsjahres.
Unser Vorstandsmitglied Günther Fleck setzt sich in seinem Referat mit Barnum Statements, Cold Reading, Fishing und ähnlichen Techniken und deren für den Laien oft verblüffenden Resultaten auseinander.
Es sei abschließend noch darauf hingewiesen, daß unsere Vorträge in diesem Semester im Hörsaal III (Nachbarhörsaal des bisherigen) stattfinden und statt um 20h s.t. nunmehr um 20h c.t. beginnen werden.
2. "PHYLOGENIC MEMORY" auf RADIO ORANGE
Im letzten Newsletter habe ich auf die internationale Konferenz "Phylogenetisches Gedächtnis" mit dem Schwerpunkt zur Frage der Telepathie <http://homepage.univie.ac.at/Martin.Potschka/phylogenic-memory.htm> hingewiesen. Darüber gibt es in Kürze eine zusammenfassende Live-Rundfunksendung (im Gegensatz zum Workshop auf Deutsch), und zwar am Sa., 28. Oktober 2006, von 13:00 - 14:00 h auf Radio Orange <http://o94.at/>, zu empfangen im Raum Wien auf UKW 94.0, über Telekabel auf 92.7 und im Internet. Später sollen die Referate und Diskussionen des Workshops auch als ein Buch (wiederum in englischer Sprache) herausgegeben werden.
3. Zweisemestriger LEHRGANG PARAPSYCHOLOGIE
An der VHS Ottakring <http://ottakring.vhs.at/> beginnt am 10. Okt. 2006 ein für zwei Semester konzipierter "Lehrgang Parapsychologie" <http://ottakring.vhs.at/cgi-bin/TCgi.cgi?target=home&P_Txt=294>, den ich unter Beiziehung von Kollegen für die Darstellung von Spezialfragen (z. B. Josef Schwaiger zur Reinkarnation) abhalten werde. Wöchentlich Di., 19:30 – 21:00 h.
4. DATENBANK zur REINKARNATIONSFORSCHUNG
Dieter Hassler, der Betreiber der Website <http://reinkarnationsforschung.de>, untersucht Fälle von Spontanerinnerungen kleiner Kinder an ihre (anscheinenden) früheren Leben. Er steht mit dem bekannten Reinkarnationsforscher und Autor mehrerer einschlägiger Standardwerke, Ian Stevenson, in Verbindung und bringt die ihm mitgeteilten Fälle auch in Stevensons Datenbank an der University of Virginia ein.
5. LITERATURHINWEISE
Elektronische Kommunikation wird im heutigen Leben immer wichtiger.
Wenn von digitalisierten Druckwerken auf einem entsprechenden Datenträger (CD) die Rede ist, denkt man im Rahmen der Parapsychologie wohl zunächst an die zehn Jahrgänge des "International Journal of Parapsychology" (1959-1968), die es seit einiger Zeit auf CD <http://parapsychology.org/dynamic/070106.html> gibt.
Jetzt ist auch ein klassisches Werk als e-book erschienen, und zwar Sir Oliver Lodge's "Raymond or Life and Death" in einer komprimierten deutschen Übersetzung <http://www.b-r-verlag.de/4682.html>. Man mag zum Spiritismus stehen, wie man will, aber "Raymond" war zu seinem Erscheinungsdatum mitten im Ersten Weltkrieg ein Werk, das im Kontext der zahlreichen Kriegsgefallenen für die Ausbreitung des spiritistischen Gedankengutes instrumental war und daher auch heute noch Interesse beanspruchen darf.
Auch Myers' klassisches Werk "Human Personality and Ist Survival of Bodily Death" von 1903 gibt es auf CD, aber nicht alleine, sondern als Beigabe zu dem Band "Irreducible Mind: Toward a Psychology for the 21st Century" von Edward F. Kelly, Emily Williams Kelly, Adam Crabtree, Alan Gauld, Michael Grosso, and Bruce Greyson <http://www.rowmanlittlefield.com/Catalog/SingleBook.shtml?
command=Search&db=^DB/CATALOG.db&eqSKUdata=0742547922>.
Ein Randbemerkung:
zu Myers <http://en.wikipedia.org/wiki/Frederic_William_Henry_Myers> assoziiere ich natürlich seinen Begriff "subliminal self", eine Art Unbewußtes, und das bringt mich zu dem Philosophen Eduard von Hartmann <http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_von_Hartmann>, dem Autor der "Philosophie des Unbewußten", dessen hundertsten Todestages wir heuer gedenken, was aber trotz unserer "Eventkultur" weitestgehend unbeachtet geblieben ist.
6. ON-LINE EXPERIMENTE / FRAGEBOGENUNTERSUCHUNGEN
In meinem letzten Newsletter ist die Kapitelüberschrift "On-line Experimente" irrtümlicherweise ohne hinzugefügten Text verblieben, ein Versehen, das allerdings nur ein einziger aufmerksamer Leser moniert hat, wofür ich aber trotzdem um Entschuldigung bitte.
Heute also dazu zwei Links, allerdings sind beides keine Experimente sensu stricto, sondern Umfragen; beide in englischer Sprache.
6.1 Fragebogen zur Einstellung zur Parapsychologie und über eventuelle eigene Erfahrungen:
<http://community.education.monash.edu.au/projects/paranormal/>
6.2 "Wasserkristalle" à la Emoto:
40 Bilder solcher Kristalle sollen beurteilt werden, wobei ein Teil von "behandeltem" und der andere Teil von unbehandeltem Wasser stammt.
<http://www.psiarcade.com/crystal/intro.html>
Es gibt bei den beiden Fragen jeweils eine Auswahl von sieben Antworten. Allerdings ist die Art und Weise, wie die Antworten in Listenfeldern dargeboten werden, nicht sehr glücklich gewählt …
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 700
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 25 - Wien, 19 09 2006
INHALT:
=======
1. Aktuelles – Workshop „Phylogenic Memory“
2. Vorschau zu Mesmer-Veranstaltungen
3. Zwei Nachrufe – John Beloff und Evan Harris Walker
4. Internationale Konferenzen – ein Rückblick
5. Literaturhinweise
6. On-line ExperimenteÜblicherweise ist der erste Punkt eines Newsletters, der um diese Jahreszeit versandt wird, unser Vortragsprogramm für das Herbstsemester. Diesmal sind jedoch noch ein paar Details offen, sodaß das Programm noch nicht finalisiert ist – dennoch kann ich mit dem Newsletter nicht zuwarten, weil ich auf eine ganz aktuelle Veranstaltung hinweisen möchte. Die Aussendung mit unserem Vortragsprogramm kommt daher extra, bis dahin muß ich um Geduld bitten.
1. AKTUELL: WORKSHOP „PHYLOGENIC MEMORY“
Einladung zu einer Konferenz
„Phylogenetisches Gedächtnis“ mit dem Schwerpunkt zur Frage der Telepathie
Ort und Zeit: Wien, IWK, 21.-24. Sept. 2006
Konferenzsprache: Englisch
Im Detail:
Das Workshop wird von Martin Potschka, Univ. Wien, organisiert und findet in den Räumen des Instituts für Wissenschaft und Kunst (IWK) <http://www.univie.ac.at/iwk/>, 1090 Wien, Berggasse 17 (gleich neben dem Sigmund Freud-Haus) statt, das heuer sein 60-jähriges Jubiläum feiert.
Zeitplan (unterschiedliche Zeiten an den einzelnen Tagen):
Thursday 21. Sept. 2006 from 18:00 to 21:00
Friday 22. Sept. 2006 from 17:00 to 21:00
Saturday 23. Sept. 2006 from 9:00 to 13:00 and from 15:00 to 18:00
Sunday 24. Sept. 2006 from 10:00 to 12:00 and from 14:00 to 17:30
Das genaue Programm mit Themen und Referenten findet sich auf <http://homepage.univie.ac.at/Martin.Potschka/phylogenic-memory.htm>
Es handelt sich übrigens um die Fortsetzung einer früheren Veranstaltung "Types of phylogenic memory" im Rahmen der 9th Conference of the International Society for the Study of European Ideas (ISSEI) “The Narrative of Modernity: - Co-Existence of Differences” in Pamplona (Spanien) im August 2004.
2. RUND UM FRANZ ANTON MESMER
Bereits im letzten Newsletter avisierte Veranstaltungen haben sich mittlerweile konkretisiert.2.1 Naturhistorisches Museum Wien:
Themenschwerpunkt zum Mozartjahr – Naturforscher um Mozart
25. 9. 2006, 19:00h: Festpremiere zum Schwerpunkt „Naturforscher um Mozart“: „EPISODEN ZUR GLASHARMONIKA“:
Die österreichischen Virtuosen Christa und Gerald Schönfeldinger werden diesem Instrument feinste Klangeffekte und Bearbeitungen großer Melodien entlocken.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Start des flugfähigen Modells des ersten Heißluftballons der Brüder Montgolfier (1784), eine der größten wissenschaftlichen Leistungen zur Zeit Mozarts.
Anmeldung unter waswannwo@nhm-wien.ac.at.
27. 9. 2006, 19:00h: Vortrag FRANZ ANTON MESMER – Scharlatan oder Genie, ein Opfer überschießender Aufklärung?“ Referent: Reinhard Werner (deutschen Mediziner und Fachmann für Biomagnetismus und Magnetoresonanz)
Details im Monatsprogramm des NHM für September 2006 <http://www.nhm-wien.ac.at/d/Monatsprogramm/2006/Monatsprogramm%200609.pdf>.
2.2 MESMER-Symposium 18. 11. 2006, Schloß Rothmühle:
Gemeinsam mit der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte führt unsere Gesellschaft dieses eintägige Symposium am seinerzeitigen Sommersitz der Familie Mesmer (wo auch Mozart einmal zu Besuch war) durch.
Sämtliche Details sind der für dieses Symposium eingerichteten Internetpräsenz zu entnehmen:
<http://wissenschaftsgeschichte.ac.at/files/tagungen/Mesmer-Symposium/symposium.htm>
bzw.
<http://parapsychologie.ac.at/Mesmer-Symposium/symposium.htm>
(Bis auf die Reihenfolge der Nennung der beiden veranstaltenden Gesellschaften sind diese Seiten identisch.)
3. ZWEI NACHRUFE
3.1 John BELOFF
<http://parapsychologie.ac.at/john_beloff.htm>
< http://parapsych.org/members/j_beloff.html>
Ich glaube, es ist nicht zu viel gesagt, John Beloff als „Doyen“ der europäischen Parapsychologie zu bezeichnen. Er hat durch Jahrzehnte hindurch Parapsychologie-Vorlesungen an der Universität Edinburgh gehalten, war Präsident der Society for Psychical Research (SPR) <http://www.spr.ac.uk/> und durch viele Jahre hindurch Herausgeber des „Journal“ dieser Gesellschaft. Schließlich war er auch einer der Testamentsvollstrecker des bekannten Schriftstellers Arthur Koestler (1905-1983, Altösterreicher aus Ungarn, in der Zwischenkriegszeit wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner kommunistischen Überzeugung emigriert <http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Koestler>) und als solcher war John Beloff instrumental bei der Gründung des Koestler-Lehrstuhls für Parapsychologie <http://www.koestler-parapsychology.psy.ed.ac.uk/> an der Universität Edinburgh und bei der Bestellung des ersten Lehrstuhlinhabers, Prof. Robert Morris (der tragischerweise noch vor ihm verstorben ist, kurz nach der Teilnahme an der Konferenz der Parapsychological Association in Wien 2004 <http://www.parapsych.org/members/r_morris_obit_hovelmann.html>). Aus diesem Koestler-Lehrstuhl sind mittlerweile, wie durch Zellteilung, parapsychologische Forschungseinrichtungen an mehreren britischen Universitäten entstanden.
John Beloff ist im 87. Lebensjahr nach einem längeren Krebsleiden sanft entschlafen – da war Zeit genug für uns Überlebende, sich auf den unvermeidlichen Abschied gefaßt zu machen. John selbst hat mit diesem schrittweisen Abschied begonnen – ich erinnere mich, wie er uns rund um seinen 80. Geburtstag (Bilder dazu auf <http://www.parapsychologie.ac.at/programm/ss2000/fleck/kpu/beloff/beloff.html>) an ein Fenster seines schönen, reich mit Kunstwerken eingerichteten Hauses geführt und ein wenig wehmütig gesagt hat, schaut, da unten steht mein Auto, irgendwann gibt es für alles ein Ende, und ich habe mich entschlossen, jetzt mit dem Autofahren aufzuhören. John war Mitglied einer der in Großbritannien populären Vereinigungen für Euthanasie, hat aber selbst (anders als Koestler) von der Möglichkeit dieses „Notausstiegs“ keinen Gebrauch gemacht. Er hat ein rationales Ende wollen und deshalb auch seinen Körper dem Anatomischen Institut seiner Universität vermacht.
Für uns alle lebt John in seinen Werken weiter, davon in deutscher Sprache erschienen:
die von ihm herausgegebene Anthologie „Neue Wege der Parapsychologie.“ Aus dem Engl. übers. von Klaus Kornwachs, mit Beiträgen von: Hans Bender, Charles Honorton, Arthur Koestler, John L. Randall, K. Ramakrishna Rao, William G. Roll, J. Gaither Pratt u. Helmut Schmidt. (Freiburg i. Br., 1980, 1983) sowie seine Beiträge in dem von Hans Peter Duerr herausgegebenen 2-bändigen Werk „Der Wissenschaftler und das Irrationale“ (Frankfurt a/M, 1981) und der von Eberhard Bauer und Walter v. Lucadou herausgegebenen Festschrift „Spektrum der Parspsychologie. Hans Bender zum 75. Geburtstag“ (Freiburg i. Br., 1983).
Sein vielleicht wichtiges Werk ist der gemeinsam mit J. R. Smythies 1989 herausgegebene Band „The Case for Dualism“ (Charlottesville, VA, University Press of Virginia)
In seiner 1993 erschienenen prägnanten Parapsychologie-Geschichte „Parapsychology: A Concise History” (London, Athlone bzw. New York, St. Martin's Press) hat er sich auch mit bedeutenden österreichischen Medien auseinandergesetzt.
Ich möchte auch auf einen (englischsprachigen) Sammelband hinweisen, der 2002 von Fiona Steinkamp herausgegeben worden ist und sich mit dem Lebenswerk John Beloffs auseinandersetzt: Parapsychology, Philosophy and the Mind. Essays honoring John Beloff (McFarland & Company, Jefferson, North Carolina, and London) auch mit bedeutenden österreichischen Medien auseinandergesetzt.
John Beloffs eigene, von seinem Sohn Bruno gestaltete Website ist nach wie vor im Internet verfügbar: <http://www.newdualism.org/sites/moebius.psy.ed.ac.uk-dualism/john/index.htm> und es ist zu hoffen, daß dies auch so bleibt.3.2 Evan Harris WALKER
<http://parapsych.org/members/e_h_walker.html>
<http://en.wikipedia.org/wiki/Evan_Harris_Walker>
Evan Harris Walker (1936-2006) ist aus einem nach wie vor tätigen Leben herausgerissen worden, sein Tod kam für die parapsychologische Gemeinschaft überraschend. EHW war ein US-amerikanischer Physiker, der als ein der ersten eine Beziehung zwischen Physik (genau gesagt: Quantenphysik) und Parapsychologie (im Rahmen von Bewußtseinsforschung) zu etablieren versucht hat (vgl. „Quantum Physics and Parapsychology”, Proceedings of the International Conference of the Parapsychology Foundatiuon, held in Geneva, Switzerland in 1974, edited by Laura Oteri, 1975) und somit einer der Exponenten der “Observational Theories” geworden ist.
EHW war ein sprühender Geist, ein origineller Denker und ein liebenswürdiger Kollege. Sein Buch „The Physics of Consciousness: The Quantum Mind and the Meaning of Life“ (Perseus Press: Boston, MA.) ist 2000 erschienen, im Folgejahr gab es auch eine Taschenbuchausgabe. Von Parapsychologie einmal abgesehen, war EHW Gründer und Leiter von „Walker Cancer Research“ <http://walkercri.org/>.
Seine wichtigsten Erkenntnisse faßt EHW selbst wie folgt zusammen (ich zitiere das im englischen Originaltext):
Proofs of Quantum Observer Theory and Quantum Consciousness Theory:
CONSCIOUSNESS THEORY
1. Synaptic cleft thickness.
2. Morphology of synapses.
3. Characteristic time.
4. Characteristic length.
5. Intersynaptic tunneling constraint.
6. Consciousness onset mechanism.
7. Consciousness data rate.
8. Sleep onset (16 hour constraints).
9. Melanin role in brain functioning.
10. Libet's 500 ms cortical stimulation delay.
SYNAPSE THEORY
11. Unified theory of synapse-ephapse junctions.
12. Cleft thickness of ephapse; conductivity of the ephapse.
13. Energy involved in spontaneous vesicle release in mammalian synapses.
14. Energy involved in spontaneous vesicle release in amphibian synapses.
15. Miniature end-plate potential (MEPP) frequency as a function of hyperpolarization and depolarization.
16. MEPP frequency variability.
17. Osmotic pressure effects.
18. Functional relationship between vesicle release probability and delay time.
19. Temperature effect on time delay for vesicle release.
THEORY OF PSI PHENOMENA
20. Telepathic coupling of observers.
21. Clairvoyance phenomena.
22. Precognition phenomena.
23. PK phenomena.
24. Stochastic character of psi phenomena.
25. Psi effect „penetration“ of Faraday shields.
26. Psi effect „penetration“ of magnetic field shields
27. Spatial independence in psi experiments.
28. Goal-directed character of psi phenomena.
29. Improvement in PK dice experimentswith increasing numbers of dice.
30. Distribution of psi ability in the population.
31. Forwald placement experiments.
32. Sheep-goat effect.
33. Magnetometer experiments at Stanford University.
34. Equivalence of ESP and PK.
PREDICTED RESULTS
35. Feedback not necessary.
36. Signal-to-noise ratio; RNG experiments.
37. Retro-PK.
38. Pseudo-RNG tests.
39. Future observer effects.
40. Decrease in scoring with increasing feedback rates.
41. Linear increase in scoring with increased time(repetition) of observation.
42. Measurement of psi channel data rate.
4. INTERNATIONALE KONFERENZEN – ein Rückblick
4.1 Die 6. BIAL Konferenz in Porto (Portugal), 29. März - 1. April 2006
<http://www.bial.com/gca/index.php?id=309>
Die Bial-Konferenzen haben es sich unter dem Motto „behind and beyond the brain“ zum Ziel gesetzt, eine Brücke zwischen Neurowissenschaften und Parapsychologie zu schlagen. So weit ist es freilich noch nicht, aber man hat einander interessiert zugehört. Zahlreiche Referenten waren aufgeboten, so hat z. B. Rupert Sheldrake (jetzt zum Professor berufen) über seine bekannten Experimente berichtet. Das umstrittenste Referat war das des US-amerikanischen Philosphieprofessors Stephen Braude, der (durchaus wittgensteinisch und recht provokant) dahingehend argumentiert hat, daß das Gedächtnis keine Speicherfunktion des Hirns sei.
4.2 Die 1. Sommer-Psi-Tage in Rheinfelden, 23. – 25. Juni 2006
<http://www.psi-tage.ch/rheinfelden/Index2.htm>
In der Art der bekannten Basler Psi Tage fand diesmal ein gleichartiger Publikumskongreß im Sommer statt, bei schönstem Wetter im Schweizerischen Rheinfelden.
Die Veranstaltung hatte trotz offizieller „Neutralität“ der Veranstalter eine deutliche spiritistische Schlagseite. Eberhard Bauer vom IGPP <http://www.igpp.de/german/welcome.htm> und ich haben versucht, eine kritische Alternative dazu einzubringen. Interessant war für mich die Begegnung mit Stewart Alexander, der als das „letzte Materialisationsmedium“ gilt. Ich habe in ihm einen über die Geschichte und Problemstellungen der Parapsychologie bestens informierten Gentleman kennengelernt. Freilich, eine Materialisationssitzung mit ihm habe ich umständehalber nicht besuchen können, und die Tranceséance, an der ich teilnehmen konnte, hat sich durchaus im Bereich des Üblichen bewegt.
4.3 Die 49. Jahreskonferenz der Parapsychology Foundation, Stockholm, 4. – 6. August 2006
<http://parapsychology.se/PA-stockholm/>
Die Konferenz war diesmal in jeder Hinsicht bescheidener als sonst, nur drei Tage statt, wie üblich, vier, und nur ca. 70 Teilnehmer. Dennoch ist – wie immer – ein sehr interessantes und vor allem vielseitiges Programm aus allen Bereicht der Parapsychologie geboten worden, dessen Abstracts unter <http://parapsych.org/pa_abstracts_2006.html> on-line verfügbar sind. Eine von mir organisierte Podiumsdiskussion „Importance of Survival Research“ (welche die Wichtigkeit des Themas analysierte, ohne jedoch irgendeine Stellungnahme „pro“ oder „contra“ zu beziehen) hat dazu geführt, daß Stanley Krippner eine Revision des seinerzeitigen Positionspapiers der PA ins Auge gefaßt hat, in welches diese Frage nicht aufgenommen gewesen war.
Merkwürdig hat berührt, daß diesmal kein einziger Vertreter des IGPP <http://www.igpp.de/german/welcome.htm> anwesend war, das üblicherweise bei den PA-Konferenzen besonders stark vertreten zu sein pflegt. Aus den USA waren auch relativ wenige Teilnehmer angereist, sodaß die britischen Kollegen zahlenmäßig dominiert haben. Außerdem war die Konferenz gekennzeichnet von dem mit einer gewissen Spannung erwarteten „ersten öffentlichen Auftreten“ des Inhabers des neuen Lehrstuhls in Lund, Schweden, Etzel Cardeña (den ich schon in Porto kennengelernt hatte). Wie üblich, sind – nicht zuletzt aufgrund persönlicher Bedingtheiten – die Meinungen darüber geteilt gewesen; ich kann nur für mich sprechen und mir haben seine Beiträge gut gefallen.
Ansonsten ist zu vermerken, daß wir mit dem Wetter Glück hatten (unübliche 29° C) und daß der Tagungsort Stockholm eine überraschend schöne Stadt ist, die mich sehr beeindruckt hat. Ich muß mich beherrschen, beim Thema „Parapsychologie“ zu bleiben und nicht ins Schwärmen über die Schönheiten des „Venedig des Nordens“ zu verfallen …
5. NEUE ERSCHIENENE LITERATUR
Für diesmal mag es bei dem Hinweis auf ein einziges Buch sein Bewenden haben, das sich mit Parapsychologie und Literatur befaßt:
Priska Pytlik, die schon 2005 den Band „Okkultismus und Moderne“ herausgebracht hatte, hat nunmehr den Band „Spiritismus und ästhetische Moderne - Berlin und München um 1900. Dokumente und Kommentare“ publiziert (Verlag Franke, 2006), einen Riesen-Wälzer von 723 Seiten, der zwar sehr viel interessantes Material bringt, sich aber aufgrund seines stolzen Preises wohl eher an wissenschaftliche Bibliotheken als an private Käufer wendet.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 700
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 24 - Wien, 18 03 2006
INHALT:
=======
1. Vortragsprogramm Sommersemester 2006
2. Mehr zu Mesmer
3. Rückblick und Vorschau …
4. Literaturhinweise
5. On-line Experimente und mehr
6. kleine Korrektur zum letzten Newsletter
7. anläßlich der Änderung des Telekommunikationsgesetzes …
8. ein Wort unseres Kassiers …
1. VORTRAGSPROGRAMM für das SOMMERSEMESTER 2006
Unser Vortragsprogramm für das kommende Semester ist bereits online gestellt – wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> zugänglich – und wird in den nächsten Tagen ausgesandt.
- 03. April 2006
Generalversammlung (nur für Mitglieder!)
anschließend (ca. 20:45h): Offene Diskussion über aktuelle Fragen der Parapsychologie (Gäste willkommen)
Diskussionsleitung: Peter Mulacz
- 24. April 2006
Michael Engel: Die Phänomenologie von Ayahuasca-Erfahrungen
Konstitution von Wirklichkeiten während Ayahuasca-Ritualen (Peru)
- 08. Mai 2006
Peter Mulacz: Mozart — Mesmer — Freud
Franz Anton Mesmer und seine Beziehungen zu den beiden "kulturellen Jahresregenten 2006"
- 22. Mai 2006
Friedrich Bestenreiner, München: Intelligent Design (ID) contra Zufall
Kreationismus und Darwinismus im Lichte parapsychologischer Versuchsergebnisse
- 12. Juni 2006
Heinrich Kusch, Graz: Vom Zufluchtsort zur Kultstätte
Die kulturgeschichtliche Bedeutung der Höhle in der Menschheitsgeschichte
(Mit Lichtbildern)Der erste Termin ist der vereinsrechtlich vorgeschriebenen, periodisch abzuhaltenden Generalversammlung vorbehalten, wobei wohl alle hoffen, daß diese zügig über die Bühne geht. Um den Abend über das Administrative hinaus sinnvoll zu gestalten, haben wir anschließend an die GV eine Diskussion geplant, ohne jedoch ein Thema fix vorzugeben.
Die Ausführungen von Michael Engel schließen thematisch an die beiden letzten Semester an (Rudolf Kapellner bzw. Stanley Krippner und José Sulla über Ayahuasca).
Mein Vortrag beleuchtet Mesmer – einen der Ahnherrn der Parapsychologie – einerseits in seinen persönlichen Beziehungen zur Familie Mozart, andererseits geht es mir um die Wirkungsgeschichte Mesmers <http://parapsychologie.info/wirkung.htm>, denn ohne ihn wäre auch Sigmund Freud (dessen Geburtstag wir mit diesem Datum gerade um zwei Tage verfehlen) nicht denkbar. Zu Mesmer weiter unten mehr.
Bekanntlich war es der Wiener Kardinal Schönborn, der mit je einem Gastkommentar in der New York Times bzw. in der International Herald Tribune "Finding Design in Nature" bzw. "… in Evolution" eine Diskussion losgetreten hat, welche Fragen neu aufrollt, die längst ausdiskutiert schienen. Friedrich Bestenreiner untersucht in seinem Vortrag, ob parapsychologische Gesichtspunkte in dieser Diskussion eine Rolle spielen könnten.
Der Prähistoriker Heinrich Kusch zeigt in seinem von zahllosen Bildern unterstützten Vortrag nicht nur kultische Elemente in Höhlen von der Vorzeit bis zur Gegenwart auf und stellt somit "die Höhle" in einen groß angelegten interdisziplinären Zusammenhang.
Auf jeden Fall haben wir, wie ich glaube, wieder ein vielseitiges und interessantes Programm zu bieten und ich hoffe auf zahlreichen Besuch.
2. MEHR ZU FRANZ ANTON MESMER
Auch auf Mesmer läßt sich Schillers viel zitiertes Wort "Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte" mit Fug und Recht anwenden. Daher sei von vornherein betont, daß keinerlei Mesmer-Hagiographie geplant ist. Für den Herbst sind zwei Veranstaltungen in Aussicht genommen, in welchen Mesmer eine Rolle spielt, einmal eine bloße Nebenrolle, einmal die Hauptrolle:
2.1 Das Naturhistorische Museum Wien <http://www.nhm-wien.ac.at/> – in dessen Kuppelsaal 2004 das Bankett anläßlich des Kongresses der Parapsychological Association <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004/> stattgefunden hat – plant eine Ausstellung mit dem (Arbeits-)Titel "Naturforscher um Mozart". In diese Epoche fällt natürlich Mesmer, ebenso wie auch van Swieten, der Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia, oder P. Maximilian Hell, der berühmte Astronom, hinein.
2.2 In Kooperation mit der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte <http://wissenschaftsgeschichte.ac.at/> und vielleicht noch anderen Organisationen ist ein kleines Mesmer-Symposium mit Vorträgen und passender musikalischer Umrahmung <http://www.glasharmonika.at/> geplant, als dessen Veranstaltungsort das Schlößchen Rothmühle <http://www.rothmuehle.at/> in Schwechat bei Wien ins Auge gefaßt ist (die Rothmühle war seinerzeit im Besitz der Familie Mesmer, auch Vater und Sohn Mozart waren dort zu Gast).
3. RÜCKBLICK UND VORSCHAU …
3.1 Wieder einmal heißt es, von verdienten Parapsychologen Abschied zu nehmen – blicken wir kurz auf ihr erfülltes Leben zurück:
3.1.1 Am 12. Jänner 2006 ist Werner SCHIEBELER von uns gegangen.
Dr. Werner Schiebeler, am 17. März 1923 in Bremen geboren, war Physiker und in dieser Eigenschaft zunächst in der Industrie tätig, dann ab 1965 als Dozent, später Professor an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten, wo er auch Vorlesungen über "Parapsychologie und Parapsychophysik" gehalten hat. Schon vor Jahrzehnten, als der Computer noch nicht Einzug in jeden Haushalt genommen hatte, hat er (für einen Elektroniker naheliegend) einen "elektronischen Würfel" zur Herstellung von Zufallsfolgen konstruiert, welche in einem PK-Experiment beeinflußt werden können. Besonders interessant habe ich seine Anordnung zur experimentellen Untersuchung der bekannten "Hebeversuche" gefunden, bei denen vier Personen nach einem kurzen "Ritual" eine fünfte, auf einem Sessel sitzende, bloß mit je einem Finger hochheben können. Den Versuchsaufbau habe ich seinerzeit in seinem Labor an der FH sehen können, die Resultate sind in der Zeitschrift "Grenzgebiete der Wissenschaft", 20/21. Jg., 1971/72, unter dem Titel "Physikalische Untersuchungen bei Hebeversuchen" publiziert worden. Damit hat Schiebeler einen wichtigen Beitrag zur "Entzauberung" und Rationalisierung geleistet.
In derselben Zeitschrift findet sich später (47. Jg., 1998) ein weiterer Beitrag aus seiner Feder, den ich herausgreifen möchte, "Der Kampf um die Materialisationsphänomene" <http://www.menetekel.de/downloads/pdf/kampf.pdf>. Ich finde es außerordentlich wichtig, diesen (durchaus kontroversiellen) Bereich der Parapsychologie nicht so einfach unter den Tisch fallen zu lassen, denn sonst landen wir bei einer defizienten Parapsychologie – siehe auch weiter unten. Schließlich gehört zum Wissenschaftsbetrieb gleich welcher Disziplin nicht nur die Erforschung des Neuen, sondern auch die Bewahrung des Fundus.
Schiebeler hat stets einen Zweifronten-Krieg geführt: einerseits gegen die Gegner der Parapsychologie, anderseits gegen den übermächtigen Schatten des die Parapsychologie seiner Ära dominierenden Freiburger Psychologie-Ordinarius Hans Bender – wobei Schiebeler in dieser letzteren Auseinandersetzung von vornherein zum Scheitern verurteilt war, allein schon dann, wenn man das Prestige der angesehenen, jahrhundertealten Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem der FH Ravensburg vergleicht, von der charismatischen Persönlichkeit Hans Benders einmal ganz abgesehen. (Anmerkung: die Universität in Freiburg i. Br. – das damals zu "Vorderösterreich" gehörte – wurde 1457 gegründet, sie ist somit nach Wien [1365] die zweite Habsburgische Universität). Vor allem war dieser Antagonismus zwischen Schiebeler und Bender freilich von den gegensätzlichen Positionen im Rahmen der Parapsychologie geprägt, welche die beiden Kontrahenten vertraten. Schiebeler war ein Anhänger der spiritistischen Richtung, die er mit seiner christlichen Grundeinstellung verbunden hat, während Bender nicht müde wurde, immer wieder darauf hinzuweisen, daß man das Psychische empirisch nur in physischer Bindung kenne (und das war nicht nur zu Benders Zeiten so, daran hat sich auch bis jetzt nichts geändert).
Es ist auffallend, daß es vielfach Physiker und Techniker sind, die bei der Auseinandersetzung mit parapsychologischer Phänomenik im spiritistischen Lager landen – mir kommen da von berühmten Persönlichkeiten der Flugpionier Igo Etrich, Konstrukteur der legendären, später unter anderen Namen nachgebauten "Etrich-Taube" (den ich als Jugendlicher noch persönlich kennengelernt habe) <http://de.wikipedia.org/wiki/Igo_Etrich>, sowie der Raketenpionier und "Vater der Weltraumfahrt" Hermann Oberth <http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Oberth> in den Sinn – und Schiebeler ist da keine Ausnahme.
Was den in der Parapsychologie so notwendigen kritischen Zugang betrifft, so wird man Schiebeler immerhin zugute halten müssen, daß er seinerzeit in Camp Silver Belle (USA) betrügerische Medien mittels eines Nachtsichtgeräts entlarvt hat – also völlig unkritisch war er nicht. In der Diskussion um die philippinischen "Geistheiler" fanden sich Schiebeler und Bender wiederum in den gegensätzlichen Lagern; Schiebeler hat über diese Phänomene auch zwei Filme veröffentlicht.
Mit seinem christlich gefärbten Spiritismus hat sich Schiebeler besonders in interessierten Laienkreisen einer großen Beliebtheit erfreut und seine zahlreichen, teils im Selbstverlag erschienen Bücher werden gerne gelesen. Eine Liste seiner Bücher findet sich im Anhang zu einem Interview <http://www.weihenstephan.org/~lubitzlo/transwelten/Interviews_Schiebeler.htm>. Zahlreiche seiner Artikel stehen auch auf diversen download-Seiten zur Verfügung, z. B. <http://www.wegbegleiter.ch/wegbeg/wegbeg.htm#startpunkt> sowie <http://www.menetekel.de/schiebeler/schiebdl.htm>. In der Zeitschrift "Wegbegleiter" ist auch ein Nachruf erschienen <http://www.wegbegleiter.ch/wegbeg/schiebel.htm>, der ganz ähnlich vom Geist eines christlichen Spirit(ual)ismus getragen ist.
Schiebeler war – zumindest von dem Konstanzer Kongreß her – mit Gräfin Wassilko bekannt und hat auch gelegentlich über Eleonore Zugun publiziert. Ein besonderes Nahverhältnis hatte er zu Hans Gerloff, dessen Hauptinteresse in den Materialisationsphänomenen gelegen war (aber nicht, wie bei Schrenck-Notzing, von einem psychodynamisch-"animistischen" Ansatz ausgehend, sondern auf spiritistischer Basis). Überhaupt war Schiebeler in der älteren Parapsychologie, insbesondere, was den "physikalischen Mediumismus" betrifft, bestens informiert. Ich halte es, wie schon oben erwähnt, gerade in der Parapsychologie für ungeheuer wichtig, daß dieser Fundus von Wissen tradiert wird, auch wenn aufgrund der Seltenheit des Auftretens solcher Phänomene aktuell keine Versuchspersonen zur Verfügung stehen mögen. Andernfalls droht dieses Wissen, um es mit den Worten von Jules Eisenbud zu sagen, "zu verdampfen". Auch jetzt schon haben leider viele der in der PA zusammengeschlossenen Parapsychologen von den historischen Experimenten nicht viel Ahnung. Insofern hat Schiebeler in Wort und Schrift sehr viel geleistet, was auch dann sein bleibendes Verdienst ist, wenn man (so wie ich dies eingestandenermaßen tue) sein vom Geisterglauben bestimmtes Weltbild sehr in Frage stellt. Schiebeler ist der Einbau parapsychologischer Erkenntnisse in ein bestimmtes Weltbild bzw. in eine bestimmte Weltanschauung am Herzen gelegen, während ich glaube, daß die Priorität auf dem Fortschritt der positivistisch vorgehenden Einzelwissenschaft "Parapsychologie" liegen sollte, nicht zuletzt darum, um nicht all jene, die eventuell das eigene Weltbild nicht teilen, von vornherein abzustoßen. Zumindest sollten m. E. klare Grenzen gezogen sein.
Somit war meine Position gegenüber Schiebeler von einer starken Ambivalenz gekennzeichnet, die ich auch bei Worten des Gedenkens nicht unterschlagen will: die Literatur hat er bestens gekannt und in der experimentellen Forschung hat er sich innovativer Methodologie bedient – was hingegen seine Interpretation mediumistischer Phänomene betrifft, so haben sich unsere Wege notwendigerweise trennen müssen. Gewiß steht aber das Gemeinsame gegenüber dem Trennenden im Vordergrund.
Was mir aber im Rahmen eine solchen Würdigung noch weit wichtiger ist als all diese Fragen, seien sie fachwissenschaftlich oder fachübergreifend: persönlich habe ich Schiebeler als einen hoch anständigen, absolut verläßlichen und stets hilfsbereiten Menschen kennen gelernt, und in diesem Sinne werde ich ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.3.1.2 Am 11. Februar 2006 verstarb Martin EBON <http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_Ebon> und <http://www.newpara.com/Martin_Ebon_biography.htm>.
Martin Ebon, im Mai 1917 in Hamburg geboren, ist 1938 in die USA emigriert.
Er war ein fruchtbarer Schriftsteller auf verschiedenen Gebieten, nicht zuletzt auf dem der Parapsychologie, wobei er auch durch zwölf Jahre als Sekretär der Parapsychology Foundation <http://parapsychology.org/> tätig gewesen ist – in dieser Eigenschaft habe ich ihn per Korrespondenz kennen gelernt. Sein besonderes Interesse galt der Sowjetunion, sowohl in politischer Hinsicht (einschließlich Studien über den KGB) wie auch in Hinsicht auf parapsychologische Forschung im Ostblock.
Ingo Swann sagt über ihn:"Martin Ebon is a well-known figure in parapsychology circles. From 1953 to 1965 he was administrative assistant of the Parapsychology Association in New York set up by the world-famous medium and clairvoyant, Eileen Garrett. While occupying this post, he had more than adequate opportunity to meet the outstanding personalities in psychical research and parapsychology. He traveled extensively on behalf of the Association's research endeavors. His lectures, reviews, research reports, articles in magazines, and his books (over sixty of them) all reflect serious treatment of the field. His expertise, historical and otherwise, of the official and unofficial aspects of the field is enormous."
Und weiters
"In my long-term experience of him, Martin has never been pro or con political enthusiast of any kind. He has always been a non-emotional documentarian of the first water, aided by a dignified, penetrating mind and vast experience in world, European and East European affairs".
Vgl. auch den Nachruf der PF <http://parapsychology.org/dynamic/050100.html#Ebon>.
Ebon war Mitglied der AAAS und der ASPR. Einige seiner Buchtitel, die in deutscher Übersetzung vorliegen:
"Die Titanic wird untergehen und Kennedy getötet werden …"
"Erfahrungen mit dem Leben nach dem Tod. Schon-einmal-tot-Gewesene berichten über ihre Erfahrungen mit dem eigenen Sterben und Totsein"
"Können wir in die Zukunft sehen? Prophezeiungen wurden wahr"
"Neue Beweise der ASW Forschung"
"PSI in der UdSSR - Religion ohne Kreuz. PSI-Forschung und ihre Anwendung in der UdSSR in Augenzeugenberichten"
Alle anderen liegen nur auf Englisch vor, darunter besonders erwähnenswert "Psychic Warfare: Threat or Illusion" und "Reincarnation in the Twentieth Century".
Persönlich habe ich Martin Ebon nie kennengelernt, aber bei Gelegenheit eines Aufenthaltes in New York habe ich 1990 ein stundenlanges Telephonat mit ihm geführt (er war gerade wegen der Rekonvaleszenz seiner Frau an einem Treffen verhindert), das ich bis heute nicht vergessen habe, so hat mich seine Freundlichkeit, sein Entgegenkommen, aber auch sein Interesse an der Situation der Parapsychologie in österreich beeindruckt.3.2 Werfen wir aber auch den Blick voraus auf eine fröhliche Geburtstagsfeier:
Am 3. April feiert Mrs. Eileen Coly, seit 1970 die Präsidentin der Parapsychology Foundation <http://parapsychology.org/> in New York City und Tochter deren Gründerin Eileen Garrett, ihren 90. Geburtstag. Mögen ihr noch viele gute Jahre beschieden sein! Ein paar Ansichtskarten aus aller Welt würden die Jubilarin sicher freuen ;-) Die PF veranstaltet dazu einen "Card blitz" … mehr dazu auf der Website unter <http://parapsychology.org/dynamic/050100.html#MrsC>.
(Übrigens ist der 3. April auch der Geburtstag von Carl du Prel <http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_du_Prel> sowie <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/sommer-1/du_prel.htm> und von Rudolf Tischner <http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Tischner>.)
4. LITERATURHINWEISE
Diesmal nichts Gedrucktes, sondern über Quellen im Web:
Auf LexScien <http://www.lexscien.org/lexscien/>, einer Initiative des "Centre for Fundamental and Anomalies Research (C-FAR) <http://www.c-far.org/>" (David and Julie Rousseau) sind die wichtigsten internationalen Zeitschriften (in englischer Sprache) on-line abrufbar. Dieser Service ist kostenpflichtig, aber für Mitglieder der wichtigsten internationalen Gesellschaften gibt es eine stark ermäßigte "Affiliate Subscription". Für alle, die sich registrieren lassen, gibt es eine einwöchige kostenlose "Trial Subscription".
In meinem Newsletter N° 12 hatte ich bereits auf die Möglichkeit hingewiesen, on-line auf Bestände der Bibliothek der SPR zuzugreifen <http://www.spr.ac.uk/index.php3?page=onlinelibrary>, und in N° 22 auf die Digitalisierung von Beständen des IGPP <http://www.ub.uni-freiburg.de/dipro/igpp/>.
LexScien erweitert diese Möglichkeiten nun abermals beträchtlich!
5. ON-LINE EXPERIMENTE UND MEHR
5.1 Auf der Seite "GotPsi On-line Psi Tests" <http://www.gotpsi.org/bi/gotpsi.htm> des Boundary-Instituts <http://www.boundary.org/> gibt es eine Reihe von On-line Experimenten (in englischer Sprache). Vor der Teilnahme muß man sich registrieren.
5.2 Ferner möchte ich auf zwei Internetpräsenzen hinweisen, die zwar keineswegs als parapsychologisch relevant zu bezeichnen sind, aber dennoch vielleicht in weiterem Sinne ein gewisses Interesse beanspruchen mögen (beide in englischer Sprache): "European Society for the Study of Western Esotericism" <http://www.esswe.org/> und "The Association for the Study of Esotericism" <http://www.aseweb.org/>.
6. KORREKTUR
In meinem letzten Newsletter habe ich, als von der Besetzung eines Lehrstuhls in Schweden die Rede war, den Stifter, Paul Thorsen, im "Eifer des Gefechts" wider besseres Wissen auch gleich zu einem Schweden gemacht. Das war freilich falsch, Thorsen war Däne, er besaß in Kopenhagen eine Margarinefabrik. Zwei aufmerksame Abonnenten dieses Newsletters (aus Island bzw. aus den USA) haben meinen Fehler gleich moniert, ich habe ihnen versprochen, selbstverständlich eine Richtigstellung anzubringen, was hiermit geschehen ist.
Ich komme gerne auf Thorsen zurück, weil es mir erlaubt, angesichts der nicht so günstigen ökonomischen Lage der Parapsychologie den Gedanken zu ventilieren, ob sich nicht auch in unseren Tagen Mäzene finden ließen …
7. DIE ÄNDERUNG DES TELEKOMMUNIKATIONSGESETZES
Es ist derzeit in aller Munde, daß der § 107 des TKG geändert worden ist, um die Flut von Spam zu bekämpfen. Für diesen Newsletter ändert sich dadurch nichts, denn auch bisher ist er nur an Personen ausgesandt worden, die entweder unsere Mitglieder sind, oder sich ausdrücklich für das Abonnement des Newsletters eingetragen haben oder in sonstiger Form (elektronisch) mit uns Verbindung aufgenommen haben (z. B. Buchbestellung <http://parapsychologie.ac.at/feedback.htm>). Die Aussendung erfolgte also schon bisher so, wie es jetzt die Änderung des TKG vorschreibt. Dennoch sei aus diesem aktuellem Anlaß darauf hingewiesen, daß Sie sich, wie es auch jedes Mal im Signaturblock verlautbart wird, jederzeit vom Bezug dieses Newsletters abmelden können, wenn Sie ihn nicht mehr erhalten wollen – eine Rücksendung mit "Nein" in der Betreffzeile genügt. Wenn keine Abmeldung erfolgt, erachten wir dies als eine Zustimmung zum weiteren Bezug und freuen uns über Ihr Interesse.
8. EIN WORT UNSERES KASSIERS …
An unsere Mitglieder – als eine Ermahnung wegen der schlechten Zahlungsmoral eines Teils derselben – richtet unser Kassier die folgenden Zeilen:
"Der laufende Betrieb unserer Gesellschaft verursacht eine Reihe beträchtlicher Kosten (Hörsaalkosten, Vortragsspesen, Bibliothek, nicht zuletzt die postalischen Aussendungen etc.), die in erster Linie aus den Mitgliedsbeiträgen gedeckt werden müssen.
Mit Bezahlung des Jahresbeitrages von dzt. EUR 20,00, dessen Höhe seit langem unverändert geblieben ist, können Sie das reiche Vortragsangebot sowie die umfangreiche Bibliothek der Gesellschaft nutzen. Im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Gesellschaften ist der derzeitige Mitgliedsbeitrag sehr niedrig angesetzt und es ist auch nicht daran gedacht, in absehbarer Zeit eine Erhöhung vorzunehmen, sofern uns nicht unerwartete Kostensteigerungen treffen.
In diesem Sinne ersuchen wir um Bezahlung des Mitgliedsbeitrages sowie etwaiger Rückstände, die auf dem unserer Postaussendung beiliegenden Zahlschein ausgewiesen sind, bis zum Beginn unserer Veranstaltungen.
Nehmen Sie den Einzahlungsbeleg bitte zu den Vorträgen mit, da bei offenen Beitragszahlungen für den Besuch der Vorträge der Kauf einer Hörerkarte an der Abendkassa erforderlich wäre. (Über Beitragszahlungen mittels Telebanking ist man an der Abendkassa informiert.)
Bei Fragen zu offenen Mitgliedsbeiträgen bzw. Rückständen setzen Sie sich bitte direkt mit Mag. Gerhard Holischka (e-mail: <g-h@chello.at>) in Verbindung."
Vielleicht mögen diese ökonomischen Überlegungen hinsichtlich der Notwendigkeit, den laufenden Aufwand abzudecken, auch manche unserer Interessenten veranlassen, unserer Gesellschaft als Mitglieder beizutreten …
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 700
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 23 - Wien, 23 12 2005
INHALT:
=======1. Parapsychologische Lehrstühle in Europa
2. Parapsychologische Beratungsstelle an der SFU
3. PEAR DVD/CD-Set
4. Katalog "The Perfect Medium" zur Ausstellung am Metropolitan Museum of Art
5. Feiertagsgrüße
1. PARAPSYCHOLOGISCHE LEHRSTÜHLE IN EUROPA
Derzeit sorgt die erfolgte bzw. noch nicht erfolgte Neubesetzung zweier Lehrstühle für Aufregung in der Welt der Parapsychologie.
An der Universität von Lund (Schweden) wurde Etzel Cardeña auf den Lehrstuhl berufen, der szt. von Paul Thorsen (+ 1962) geplant worden ist; gegen diese Berufung ist ein Einspruch erhoben worden.
Paul Thorsen, mit der Gründerin unserer Gesellschaft, Gräfin Wassilko, sehr befreundet (ich besitze einige Briefe aus der Korrespondenz der beiden in meinem Archiv) war ein reicher schwedischer Geschäftsmann, Hobby-Hypnotiseur und sehr an Parapsychologie interessiert. Gemäß seinem Testament soll dieser erst jetzt realisierte Stiftungslehrstuhl "a professorship in parapsychology committed to the teaching of hypnology" (vgl. "Conflict of Wills" <http://www.psy.gu.se/PDF/WillsAP.pdf>) sein.
Etzel Cardeña ist vor allem durch die Anthologie "Varieties of Anomalous Experience: Examining the Scientific Evidence" bekannt geworden, die er im Jahre 2000 gemeinsam mit Stanley Krippner u. a. herausgegeben hat.
Die sehr vehement geführte Diskussion geht nun vor allem darum, wie weit der Begriff der "Anomalen Erfahrungen" mit parapsychologischen Phänomenen parallel läuft oder nicht und ob es durch die Person des Lehrstuhlinhabers nicht zu einer "Verwässerung" der Parapsychologie einerseits und andererseits zu einer Minderbeachtung moderner experimenteller Methoden wie Ganzfeld kommt. Man wird sehen, wie der Rekurs des Mitbewerbers ausgeht.
Wie erinnerlich ist der Inhaber des Koestler-Lehrstuhls für Parapsychologie an der Universität Edinburg <http://www.koestler-parapsychology.psy.ed.ac.uk/>, Robert ("Bob") Morris <http://www.parapsychologie.ac.at/pa-2004/pictures/gallery/morris/morris_reception-800x600.jpg>, kurz nach seiner Rückkehr von der in Wien im August 2004 abgehaltenen PA-Convention plötzlich verstorben. Der Lehrstuhl ist bis heute nicht nachbesetzt, wobei die Posse zunächst damit beginnt, daß der "Koestler Chair of Parapsychology zum Andenken an seinen ersten Inhaber in "Robert Morris Chair of Parapsychology" umbenannt worden ist, während nach einer anderen Lesart dieser "Morris Chair" <http://www.aaps.ed.ac.uk/Committees/APC/Meetings/2004-05/Vacation/V3RobertMorrisChairParapsych.pdf> eine neu geschaffene Position darstellt, sodaß dann an der Universität von Edinburgh zwei (allerdings geringer-wertige) Posten nebeneinander bestünden. Die Mittel für den Morris Chair würden für die ersten beiden Jahre von einem portugiesischen Sponsor aufgebracht, dann sollte wieder auf den Koestler-Nachlaß zurückgegriffen werden. Jedenfalls hat sich die Berufungskommission auf keinen der vier in die engere Wahl kommenden Kandidaten einigen können, sodaß es fraglich ist, ob dieser Robert Morris-Lehrstuhl überhaupt zustande kommt.
Das ist alles sehr, sehr verworren und unübersichtlich.
Wenn Postenrangeleien eines der Kriterien einer etablierten Wissenschaft sind, dann hat demnach die Parapsychologie in diesem Punkt ihr Soll erfüllt ;-).
Den österreichischen Lesern dieses Newsletters wird die Situation nicht unbekannt vorkommen, erleben wir doch gerade jetzt eine ähnliche Posse hinsichtlich der Neubesetzung des Direktors des Heeresgeschichtlichen Museums, wobei die fachlich nicht qualifizierte, jedoch erst-gereihte Kandidatin dann auf öffentlichen Druck ihre Bewerbung zurückgezogen hat, während der fachlich bestqualifizierte Bewerber politisch minder willkommen ist und nunmehr eine Ausflucht in einer Umbenennung des Museums mit nachfolgender Neuausschreibung des vakanten Postens angedacht ist …
2. PARAPSYCHOLOGISCHE BERATUNGSSTELLE AN DER SFU
Seit in österreich Privatuniversitäten zugelassen sind, ist es zu mehreren Neugründungen gekommen. Die jüngst akkreditierte davon ist die "Sigmund Freud PrivatUniversität" für Psychotherapiewissenschaft (SFU) <http://www.sfu.ac.at/> sowie <http://sfu.at/> in Wien. Es besteht die Absicht, im Rahmen der an der SFU aufzubauenden psychotherapeutischen Ambulanz auch eine "Parapsychologische Beratungsstelle" nach dem Muster der beiden Institutionen in Freiburg aufzubauen ("Parapsychologische Beratungsstelle der WGFP" <http://parapsychologische-beratungsstelle.de/> bzw. Servicebereich "Information und Beratung für Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen" des IGPP <http://www.igpp.de/german/counsel/info.htm>). Mit der Einrichtung einer solchen Beratungsstelle wird in Wien eine wichtige Lücke geschlossen werden, denn bisher haben Menschen, welche paranormalen oder auch nur scheinbar paranormalen Phänomen desorientiert und hilfesuchend gegenüberstehen, keine kompetente Anlaufstelle - unsere Gesellschaft kann diese Leistung aus personellen und organisatorischen Gründen nicht erbringen. Im übrigen bin ich schon vor mehr als zehn Jahren an den Psychosozialen Dienst der Stadt Wien mit dem Vorschlag herangetreten, in Wien eine den Freiburger Institutionen analoge Einrichtung zu schaffen, habe aber auf wiederholte Anschreiben nicht einmal eine Antwort erhalten. Die nunmehrige Absichtserklärung des Rektors der SFU, Hon.-Prof. Pritz, der gleichzeitig auch der Leiter der Abteilung Universitätsambulanz ist, bedeutet demnach einen großen Durchbruch. Allerdings wird der Aufbau dieser Beratungsstelle noch etwas dauern, weil er erst erfolgen soll, sobald die Ambulanz den vollen Betrieb aufgenommen hat.
3. DVD/CD-Set des PEAR-Labors
Wie bereits im letzten Newsletter erwähnt, wird PEAR <http://www.princeton.edu/~pear/> in Kürze seine Aktivitäten einstellen. Um dennoch eine gewisse Kontinuität zu wahren, ist bereits vor einige Zeit die Organisation "International Consciousness Research Laboratories" <http://www.icrl.org/> gegründet worden, über welche ein DVD/CD-Set, "The PEAR Proposition" bestellt werden kann (<http://www.icrl.org/contributions.php>). Dieses Set stellt gleichsam das Legat von PEAR dar. Da seine Sprache natürlich Englisch ist, füge ich hier die Beschreibung als Originaltext ein, ohne sie zu übersetzen:
- - - Zitat (Brenda Dunne) Anfang - - -
As for the DVD/CD set, we had that made as part of PEAR's archiving enterprise. Since we will be closing our facilities at the university in a year or so, we felt it was of the highest importance to create a comprehensive archive of our accomplishments over the past quarter century. To that end we have been scanning old publications and technical reports to create electronic copies; converting old data disks to CDs and DVDs; etc. But none of that technical documentation captured the living essence of the PEAR laboratory, as experienced by the many hundreds of people who have visited us over the years and commented so favorably on its warmth and friendliness. So we decided to create a virtual visit to PEAR for those who will not have the option of visiting in person after we close. Consistent with ICRL's stated purpose of advancing anomalies research and encouraging the interest and involvement of a new generation of scholars, we prepared this educational DVD/CD set to give people a sense of the spirit and substance of the PEAR program. As our letter indicated, the package contains a wide range of PEAR-related material, some of it formal, some informal, to give the viewer the sense of who we are, what we do, and how we do it. The two DVDs contain a synopsis of the program's history; an extensive tour of the laboratory; four lectures by Bob Jahn to an undergraduate class; a lecture by York Dobyns to the SSE; informal commentaries by staff members, interns, operators, and friends; an assortment of archival publications; and sundry interstitial material, such as a selection of PEAR publications, PowerPoint images, and a photo album. The CD records a conversation between Bob and myself, in which we talk about the interpersonal dynamics that have characterized the program, and share our perspectives on the interpretations and implications of the research results.
- - - Zitat Ende - - -Eine große Anzahl von PEAR-Publikationen steht übrigens auf der Internetpräsenz von PEAR zum Download zur Verfügung: <http://www.princeton.edu/~pear/5.html>.
4. AUSSTELLUNGSKATALOG "THE PERFECT MEDIUM"
Ebenfalls bereits im letzten Newsletter habe ich auf die Ausstellung parapsychologisch relevanter Photographie im New Yorker "Metropolitan Museum of Art" hingewiesen: <http://www.metmuseum.org/special/se_event.asp?OccurrenceId={B927CD20-71AD-4986-B346-66AE99B96BA4}>. Dazu kann ich mittlerweile den Hinweis nachtragen, daß der zwar wunderschöne, aber doch sündteure Katalog wesentlich günstiger über amazon zu beiziehen ist: <http://www.amazon.com/gp/product/0300111363/qid=1134600137/sr=8-1/ref=pd_bbs_1/002-5649031-0324047?n=507846&s=books&v=glance>, wobei man sich ausrechnen muß, ob dies mit Versand und Zoll günstiger kommt als amazon.de <http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-form/ref=sr_sp_go_qs/028-4438796-3133336>.
Und zum Thema Photographie in unserem Kontext noch ein Hinweis auf eine reichhaltige Website mit vielen Bildern und weiterführenden Links: <http://www.spirithistory.com/photos.html>.
Und zum Thema Bücher noch ein "ceterum censeo": wir haben noch eine Reihe von Exemplaren des Buches "Psi – die "andere Wirklichkeit" aus der Feder unseres Ehrenpräsidenten, Prof. Hofmann, vorrätig, ein Buch, das vielleicht auch nach den Feiertagen als Geschenk bzw. als Lesestoff willkommen sein dürfte …
<http://parapsychologie.info/buch/hofmbuch.htm> bzw. <http://vabene.at/collect/parapsy/111_2.htm>.
5. ANLÄßLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 730
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 22 - Wien, 28 09 2005
INHALT:
=======1. Vortragsprogramm Wintersemester 2005/06
2. TV-Nachlese "Mystery"
3. Nachruf auf Piero Cassoli
4. PEAR wird 2006 enden
5. Ausstellung am Metropolitan Museum of Art, New York
6. Digitalisierung älterer Zeitschriften am IGPP
7. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt
1. VORTRAGSPROGRAMM für das WINTERSEMESTER 2005/06Unser Vortragsprogramm für das kommende Semester ist ausgesandt bzw. online gestellt – wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> zugänglich.
- 03. Oktober 2005
R. Kapellner: Psychoaktive Pflanzen und heilige Rauschmittel
Über Gebrauch, Rituale und Erleben mit pflanzlichen psychoaktiven Substanzen- 07. November 2005
P. Mulacz: Neuere Spukfälle aus österreich- 21. November 2005
Ch. Tuczay: Das magnetische Zeitalter
Mesmerismus in der Literatur der Romantik und darüber hinaus- 12. Dezember 2005
A. Hergovich: Illusionen in Magie und Parapsychologie
Zur möglichen Erklärung von Wundern- 23. Jänner 2006 (ausnahmsweise im Hörsaal III)
J. Schwaiger: Reinkarnation - eine "Marmeladenhypothese"?
Die Reinkarnationshypothese als Herausforderung der naturalistischen Sicht des TodesDie Ausführungen von Rudolf Kapellner <http://focus.at/> schließen thematisch an die letzte Veranstaltung im Wintersemester an, wo Stanley Krippner und José Sulla über Ayahuasca referiert haben.
Meinem eigenen Vortrag über Spukfälle liegt das Material zugrunde, das mir während des letzten Jahres oder so zugetragen worden ist. Wenn eine Zusage, welche mir gemacht worden ist, hält, kann ich zu diesem Thema auch Videomaterial zeigen.
Christa Tuczay, die ebenfalls schon öfters in unserer Gesellschaft referiert hat, Autorin von "Magie und Magier im Mittelalter", wird hier über einen anderen Schwerpunkte ihrer literarischen Forschungen – das 19. Jahrhundert – sprechen; sie ist auch Vizepräsidenten der Hebbel-Gesellschaft <http://hebbel.at/hebbel-gesellschaft.htm>.
Andreas Hergovich, der übrigens kürzlich ein Buch zur Psychologie der Astrologie publiziert hat, ist für das Thema der Illusionen in Magie und Parapsychologie besonders prädestiniert, als er selbst auch Amateurmagier ist.
Der Jänner-Vortrag, Josef Schwaiger über Reinkarnation, wird besonders spannend, denn der Referent ist nicht nur ein ausgezeichneter Kenner der Reinkarnationskasuistik und -problematik, sondern er verfolgt auch einen neuartigen und interessanten theoretischen Ansatz.Auf jeden Fall haben wir wieder ein vielseitiges und interessantes Programm zu bieten und ich hoffe auf zahlreichen Besuch.
2. NACHLESE ZUR ORF-SERIE "MYSTERY"
Der Ausstrahlung der ersten Folge war ein Interview mit mir in der Sendung "Willkommen österreich" <http://tv.orf.at/program/orf2/20050909/349328101/218362/> vorgestaffelt. Nun ja, "Willkommen österreich" ist ein Potpourri, wo halt auch einmal die Parapsychologie zu Wort hat kommen dürfen …
2.1 Der Zugun-Beitrag – die erste Episode der ersten Folge
Hinsichtlich dieses Films bin ich natürlich parteiisch. Dennoch möchte ich zum Ausdruck bringen, daß ich die hier realisierte Lösung, die im Fernsehen offenbar unvermeidliche Dramatisierung formal deutlich zu machen (schwarz-weiß-Aufnahmen etc.) als recht brauchbar empfunden habe. Bedauerlich ist, daß der kurze zeitliche Rahmen es nicht erlaubt hat, den Widerspruch zwischen der Darstellung der Ursprungslegende von 1925 (Fund der Münze, "Teufelsgeld", Streit der Mädchen, Fluch der Großmutter mit den Folgen Internalisierung des Teufelskomplexes und Selbstbestrafungstendenz) und der Darstellung des Neffen Marcel Zugun (Perlenkette der Großmutter, welche nicht hat sterben können, Steine, die sich am Weg bewegt haben, etc.) zu analysieren. Insbesondere wäre dabei auf den Teufelsglauben der Landbevölkerung einzugehen, welcher jedes bloße Erwähnen des "Gottseibeiuns" zu vermeiden trachtet und daher vermutlich die Ursache für die Mutation der Ursprungslegende darstellt.Mehr dazu auf der Zugun-Website <http://zugun.parapsychologie.info/>.
2.2 Die weiteren Episoden der ersten FolgeDer zweite Beitrag ist in zwei inhaltlich völlig heterogene Teile zerfallen, nämlich einen Bericht über Experimente an der TU Graz, einen Roboter mittels (verstärkter und per Funk übertragener) Gehirnströme zu steuern, und ein (gestelltes) Ganzfeld-Experiment an der Universität Klagenfurt.
Der erste Teil hat nichts, aber auch gar nichts mit Parapsychologie zu tun; anzumerken ist übrigens, daß die Absicht, die von Hans Berger entdeckten Gehirnströme für Steuerungen zu benutzen, bereits gegen Ende des 2. Weltkriegs verfolgt worden ist, wobei es um schnelle Jagdflugzeuge ging (natürlich konnte dies damals technisch nicht realisiert werden). Die abschließenden Bemerkungen von Hermann Maurer über "die Gesellschaft für Parapsychologie in Berlin" etc. waren inkorrekt; offensichtlich war die GWUP gemeint, diese hat aber ihren Sitz in Roßdorf bei Darmstadt und ist keine parapsychologische Organisation, sondern eine der Parapsychologie-Gegner. Mehr darüber auf <http://www.gwup.org/> sowie auf <http://www.skeptizismus.de/>. Und der von Randi <http://www.randi.org/> (und nicht von der GWUP oder dem IGPP) ausgelobte Preis kann schlicht und einfach gar nicht gewonnen werden, weil die vorgeschriebenen Bedingungen inadäquat sind.Was das Ganzfeld-Experiment an der Universität Klagenfurt im zweiten Teil betrifft, so waren dies gestellte Szenen, weil sich das Experiment noch im Vorbereitungsstadium betrifft. Ronald Weigl, ein Absolvent des "Summer Study Program" des RRC (= Rhine Research Center), der darüber auch einmal im Rahmen unserer Gesellschaft referiert hat <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200203/weigl/rrc.htm>, hat mir folgendes Exposé über sein geplantes Experiment zur Verfügung gestellt:
"Bei dem erst in diesem Wintersemester an der Universität Klagenfurt anlaufenden Versuch geht es um eine Korrelation von dichotomen Ergebnissen eines gemischten Ganzfeld-Remote Staring-Experimentes mit den Zahlwerten eines in Freiburg entwickelten Fragebogens zur Einschätzung der Beziehungsnähe zweier Menschen. Die Hypothese ist eine erhöhte Trefferquote, je "näher" (laut Ergebnis des Fragebogens) sich zwei Versuchspersonen sind. Das Setting dieses Experiments ist analog zu dem eines klassischen Ganzfeld-Experimentes, doch statt Bilder zu senden lautet die Aufgabe des Senders den Empfänger entweder zu kontaktieren bzw. zu aktivieren (zur Unterstützung dieses Effektes kann der Sender den Empfänger per Video beobachten), oder ihn bewusst nicht "anzusprechen". Der Ablauf ist vergleichbar den Remote Staring-Experimenten von Rupert Sheldrake, somit ist die Zufallserwartung eine 50-prozentige Trefferquote, gesucht wird nach einer Erhöhung dieser Trefferquote in Korrelation mit der Nähe der Probanden."
(Diplomarbeitsbetreuer: Ass.-Prof. Dr. Süssenbacher)Schließlich zur Selbstdarstellung des "Mediums" Frau Wohlgemuth: solche unüberprüften Aussagen sind immer dubios, nicht zuletzt auch, weil sie bei den "Gläubigen" Hoffnungen erwecken, welche in der Regel nicht erfüllt werden können.
Der dritte Beitrag hat den vermeintlichen "Fluch des ötzi" zum Gegenstand gehabt und war bestenfalls low-level Boulevard … Daher weiter kein Kommentar dazu.
Die TV-Rezensionen in den Printmedien gingen m. E. am Thema vorbei.
Zur Rezension ("'Mystery' Holterdipolter: Geisterstunde!") in der online-Version der Zeitung "Die Presse" (Ausgabe vom 09. 09. 2005) <http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=c&ressort=uk&id=505138> ist zu sagen:
Isabella Wallnöfer schreibt zunächst von "kaum nachprüfbarer Historie (Eleonore ist tot und die Rumänen neigen zu Schauermärchen)" was in dieser Form wohl nicht unwidersprochen stehen gelassen werden kann.
Wieso soll Historie nicht nachprüfbar sein - diese globale Feststellung rüttelt am Fundament aller historischer Methodik, und wenn gleichsam als Erklärung in der Klammer hinzugefügt wird, daß die Hauptperson tot ist, so sagt deren Ableben ja wohl nichts über die Quellenlage aus. Sich darüber zu informieren, welches historische Material über den Fall Zugun vorhanden ist (z. B. auf <http://zugun.parapsychologie.info>), scheint der Rezensentin nicht notwendig gewesen zu sein, ihr Urteil stand ja schon fest. Über zahlreiche geschichtliche Persönlichkeiten erscheinen Jahr für Jahr wissenschaftliche Abhandlungen, obwohl diese auch bereits tot sind, und vielfach weit länger tot sind als Eleonore! Der zweite Satz, "die Rumänen neigen zu Schauermärchen" disqualifiziert sich ob seines klischeehaften Pauschalurteils über ein ganzes Volk wohl selbst und ist einer Qualitätszeitung wie der "Presse" einfach nicht würdig.
Weiters schreibt die Rezensentin "Doch bei 'Mystery' stehen die TU-Experten gleichwertig neben den Parapsychologen" womit offenbar insinuiert ist, daß diese "Gleichwertigkeit" nicht gegeben sei. Vielleicht ist die Rezensentin dem weit verbreiteten Irrtum anheim gefallen, wissenschaftlich tätige Parapsychologen mit Medien, Hellsehern und Wahrsagern zu verwechseln, welche vielfach das Wort "Parapsychologie" für ihre fragwürdigen Dienstleistungen usurpiert haben. Jedenfalls ist nicht einzusehen, oder zumindest hat die Rezensentin ihre Meinung dazu nicht im geringsten zu begründen versucht, was etwa an der Qualifikation der in der "Parapsychological Association" <http://parapsych.org/>, der internationalen Berufsvereinigung der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen (welcher z. B. auch ich angehöre) den "TU-Experten" nicht "gleichwertig" sein sollte, listet doch der Member-Index Angehörige zahlreicher Universitäten auf. Aber vielleicht sind für die Rezensentin Universitäten inferior zur TU? Der Parapsychologe Ronald Weigl, wie erwähnt ein Absolvent des "Summe Study Program" des Rhine Research Center in Durham, NC, USA, führt sein Experiment an einer Universität (Klagenfurt) aus – dennoch sind pauschaliter die Parapsychologen in der Sichtweise der Rezensentin den "TU-Experten" offenbar nicht "gleichwertig".Wie doch Vorurteile die Wahrnehmung verzerren können!
Auch der "Standard" hat eine online Rezension gebracht: <http://derstandard.at/?url=/?id=2166799>.
2.3 Die weiteren FolgenDie Inhalte der zweiten und dritten Folge waren:
- Mediale Kommunikation einschließlich Tonbandstimmen und Bildern aus dem "Jenseits"
- Todesnäheerfahrung
- Astrologie
- Geister und Spuk
- Schauberger
- Reinkarnation bzw. "Rückführungen"
Davon sind nur einige Aspekte für die Parapsychologie von Relevanz.
Folge zwei siehe <http://tv.orf.at/program/orf2/20050916/355622901/218503/> bzw. Folge drei <http://kundendienst.orf.at/sendungsinfos/sendungsprofile/orf2/mystery.html>.Das Problem eines Kontakts mit dem "Jenseits" ist, vielleicht auch aus Zeitmangel, nicht analysiert worden, es blieb im wesentlichen bei einer Selbstdarstellung eines spiritistischen Mediums. Die Trauerarbeit der Hinterbliebenen ist ein wichtiger Punkt, aber wie weit der im Glauben an einen Jenseitskontakt gesuchte und vielleicht auch gefundene Trost nicht auf einer großen Illusion beruht, ist nicht angesprochen worden. Die Berichte über die Tonbandstimmen (Ernst Knrischnig, der darüber auch ein Buch <http://www.guthmann-peterson.de/verlag-liber-libri-wien/verzeichnis-buch-verlag-liber-libri-wien/knirsching.html> verfaßt und eine CD mit Stimmenbeispielen herausgebracht hat) sowie die Bilder, welche Christian Reiterer produziert, waren eher einfach gestrickt. Allgemeines zur psychologischen Problematik der Interpretation von "Jenseitskontakten" auf der Basis elektronischer Geräte ==> <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss2000/leutner/camel.htm>.
Zur Darstellung der Todesnäheerfahrungen im nächsten Beitrag ist nicht viel zu sagen; Schröter-Kunhardt ist sicherlich einer der ersten Experten dafür im deutschen Sprachraum, der übrigens auch einmal in Wien (allerdings nicht in unserer Gesellschaft) über dieses Thema referiert hat. Freilich wurden die parapsychologisch speziell interessanten Aspekte nicht angesprochen, nämlich einerseits Gewinn verifizierbarer Information und andererseits die möglichen Interpretationen der Außerkörperlichen Erfahrung und deren Bedeutung für die philosophische Anthropologie.
Der dritte Beitrag war über Astrologie und fällt somit außerhalb unseres Gegenstandes.
Der erste Beitrag der dritten Folge, über eine Frau Köstinger, welche sich mit "Baumgeistern" ebenso auseinandersetzt, wie mit den "Spuk" verursachenden "Geistern" von Verstorbenen, war zwar eine gute Reportage, was die die Aktivitäten und Meinungen der betreffenden Dame betrifft, welche alle möglichen Stereotype und Klischees der "Esoterik" und Vulgär-Parapsychologie bedient, hat aber keinerlei alternative Interpretationen zu analysieren versucht (vielleicht wiederum aus Zeitmangel – es fragt sich demnach, ob Gegenstände der Parapsychologie überhaupt im Rahmen von Sendungen des Hauptabendprogramms sinnvoll sind oder nicht im Nischenprogramm der Wissenschaftssendungen besser aufgehoben wären).
Was den Beitrag über Schauberger betrifft, so könnte ich es mir einfach machen mit dem Hinweis, dies hat nichts mit Parapsychologie zu tun. Nachdem unsere Gesellschaft jedoch seit einigen Jahren den "Untertitel" "Grenzbereiche der Wissenschaften" trägt, sind ein paar Worte vielleicht doch angebracht. Ich habe den mittlerweile verstorbenen Dipl.-Ing. Walter Schauberger, den Sohn des legendären Viktor Schauberger, mitte der 70er-Jahre kennengelernt und war in der Folge mehrmals in Engleiten, um mir ein eigenes Bild von der Sache zu verschaffen – und bin kläglich gescheitert. Mein Eindruck ist, daß Viktor Schauberger ein genialer Naturbeobachter war, und seine Holzschwemmanlagen waren in der Tat ein großer Wurf. Was die weitere Anwendung seiner Prinzipien betrifft, wird alles mehr und mehr legendenhaft – wie die "Repulsine", welche sich aus ihrer Halterung losgerissen habe und durch das Dach der Baracke der Firma Kertl in Wien IV hindurch geflogen sei … Auch ob die im Beitrag berichtete persönliche Begegnung Viktor Schaubergers mit Hitler tatsächlich stattgefunden hat, ist alles andere als historisch einwandfrei dokumentiert und scheint mir recht zweifelhaft, freilich ein "Tüpfelchen auf dem i" des Schauberger-Mythos, das sich auch auf der Schauberger-Website <http://members.aon.at/pks.or.at/> findet. Jedenfalls finden sich zum Aspekt "Nazi-UFOs" zahlreiche Seiten im Internet, teils wüstestes Material, von der "Jenseitsflugmaschine" über "Haunebu" bis "Aldebaran" und was der Legendebildung im Rahmen politisch rechtslastiger bzw. reaktionären "Esoterik" noch mehr ist … Was mich gegenüber Schaubergers prinzipiellen Überlegungen doch eher skeptisch macht, ist die Stagnation – die Versuchsapparaturen sind für eine permanente Ausstellung aufgestellt, aber es wird keinerlei Fortschritt vermeldet, weder Resultate im experimentellen Bereich noch in der theoretischen Durcharbeitung. Vielleicht paßt es am besten, zu sagen, daß Jörg Schauberger, der Enkel Viktors, den Nachlaß hütet und verwaltet …
Der Beitrag über Reinkarnation ist schließlich völlig an der Oberfläche geblieben und hat bloß auf die (recht problematischen) "Rückführungen" fokussiert – als ob es nicht auch spontane "Rückerinnerungen" Erwachsener gäbe und vor allem ein weites Forschungsgebiet von Kindern, die behaupten, sich an "frühere Leben" zu erinnern. Wie weit all diese "Erinnerungen" geeignet sind, eine argumentative Stütze für die Reinkarnationshypothese zu bilden und welche Voraussetzungen diese impliziert ist natürlich in dieser Sendung auch nicht angesprochen worden.
Summa summarum war diese Mystery-Serie nicht allzu erhellend – und das Arrangement der Moderation hat eher zum Genre "Mystery" im Sinn der englischen Sprache (nämlich = Krimi) gepaßt. Die seriöse Forschung auf Grenzgebieten ist jedenfalls im Verhältnis zum Klischeehaften und zum Sensationellen deutlich zu kurz gekommen – was aber auch nicht anders zu erwarten war.
3. PIERO CASSOLI 1918 – 2005 +Dr. med. P. Cassoli, geb. 25. Juli 1918, Arzt und Psychotherapeut, war seit den späten 40er-Jahren an Fragen der Parapsychologie interessiert und hat in der Folge Beiträge zu verschiedenen Gebieten verfaßt. Er war noch mit Ferdinando Cazzamalli und William MacKenzie bekannt, mit Emilio Servadio – seinem Lehrer – verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Er nahm an zwei Konferenzen der Parapsychology Foundation (PF) teil und war seit 1965 ein Vollmitglied der Parapsychological Association (PA). Ich habe ihn bei dem von Zdenek Rejdak (CSR, mittlerweile, wie erst kürzlich bekannt wurde, auch verstorben) und Stanley Krippner organisierten 2. Internationalen Kongreß für psychotronische Forschung in Monte Carlo kennen gelernt, wo damals Vertreter von 30 Nationen anwesend waren.
In Italien war Cassoli einer der Mitbegründer des CSP (Centro Studi Parapsichologici, Center of Parapsychological Studies of Bologna, seit 1953/54) <http://digilander.libero.it/cspbologna/> bzw. auf Englisch <http://digilander.libero.it/cspbologna/csp-new1/English/english.htm>. Im Rahmen dieser Organisation, welche auch zahlreiche Symposien veranstaltet hat, hat er viel zur Entwicklung der Parapsychologie in Italien beigetragen. Das CSP gibt die Zeitschrift "Quaderni di Parapsicologia" heraus, in der Cassoli u. a. auch über Metaanalye und Ganzfeld publiziert hat (Abstracts sind auf der o. a. Website). Weiters ist er der Autor der Bücher "Il Guaritore" (= Der Heiler, 1979, Neuauflage 1985) und, gemeinsam mit Giovanni Iannuzzo, "Ricerche sulla Pranoterapia e sui Guaritori" (= Untersuchungen über Pranotherapie und Pranotherapeuten, 1983). Mit Mitarbeitern hat Cassoli zahlreiche experimentelle Untersuchungen an Sensitiven durchgeführt, die in der Zeitschrift "Metapsichica" und in anderen italienischen Journalen publiziert worden sind. Er hat auch die medianime Malerei von Giuseppe Lanzillo studiert und die kontroversiellen "Psi-Performer" Uri Geller und Gustavo Adolfo Rol beobachtet. Ferner war er an Feuerlaufen interessiert und ganz besonders an NDE (= Near Death Experiences, Todesnäheerfahrungen). Untersuchungen von außergewöhnlichen Phänomenen der typisch italienischen Religiosität – wundertätige Kruzifixe, weinende Madonnen – runden das Bild ab.
Cassoli ist auch der Verfasser des Artikels über Parapsychologie in der "Enciclopedia Medica Italiana" (1983). Gleichzeitig war Cassoli auch sehr aktiv in der öffentlichkeitsarbeit, sowohl in Rundfunk und Fernsehen wie auch in populären Zeitschriften, wobei er 1972 auch einen (informellen) ASE-Test über den Rundfunk versucht hat, der 7200 Rückmeldungen erbracht hat.
Seine Frau Brunilde, selbst auch ein Mitglied der PA, war seine Mitarbeiterin und Begleiterin auf seinem "parapsychologischen Lebensweg". In Anerkennung seines Lebenswerks erhielt er im Jahr 2000 den "Outstanding Career Award" der PA. Am 29. August 2005 ist er in Bologna verstorben.
Weitere biographische Details und Bibliographie im Nachruf der PA: <http://www.parapsych.org/members/p_cassoli_obituary.html>.
4. "PEAR" SPERRT BALD ZUDas PEAR Laboratory <http://www.princeton.edu/~pear/> hat angekündigt, im Jahr 2006 seine Pforten schließen zu wollen.
Der Grund dafür ist das Alter der Protagonisten, die Emeritierung von Bob Jahn und die Tatsache, daß man die Kontinuität dieser Forschung bzw. der Institutslinie beim Übergang in andere Hände nicht mehr gegeben sähe.
Es ist bedauerlich, daß noch immer zahlreiche parapsychologische Forschungsinstitute sehr stark personalisiert sind und beim Abtreten der jeweils beherrschenden Persönlichkeit zu existieren aufhören – wie es in Europa z. B. beim "Parapsychologisch Instituut" von W. H. C. Tenhaeff in Utrecht der Fall war, das nach seinem Tod 1981 aufgelöst worden ist (und später in anderer Form neu gegründet werden hat müssen). Das IGPP <http://www.igpp.de/> in Freiburg ist hier eine rühmliche Ausnahme.
Vgl. auch den seinerzeitigen Vortrag von Robert Pucher in unserer Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200001/pucher/pucher.htm> sowie die wichtigste, auch in Deutsch vorliegende Publikation von PEAR <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200001/pucher/pucher.htm#lit>: Robert G. Jahn & Brenda J. Dunne, "An den Rändern des Realen. Über die Rolle des Bewußtseins in der Physikalischen Welt", mit Beiträgen von Harald Atmanspacher und Eberhard Bauer. Verlag Zweitausendundeins, Ffm. 1999, ISBN: 3-86150-224-0.
5. "THE PERFECT MEDIUM: PHOTOGRAPHY AND THE OCCULT"
Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York, 27. Sept. – 31. Dez. 2005Ich zitiere die Ankündigung zu dieser Sonderausstellung im Original:
A unique characteristic of photography has always been its ability to record the visible, material world with truth and accuracy. Interestingly, advocates of spiritism at the turn of the last century enlisted photography to provide manifest proof of the immaterial: emanations and auras; thoughts, hallucinations, and dreams; or the spirits of the deceased. Closer to the scientific revelations of the X-ray (discovered in 1896) than to the double-exposure parlor tricks of 1850s ghost photographs, the more than 120 stunning and surprising works in this exhibition reflect an attempt to reconcile the physical and spiritual worlds.
Die Ausstellung ist ähnlich jener (aber offenbar nicht identisch mit ihr), welche vor sieben Jahren in der Kunsthalle Krems zu sehen war (sowie Schirn Kunsthalle Frankfurt, Museum Abteiberg Mönchengladbach, Fotomuseum Winterthur): "Im Reich der Phantome. Fotografie des Unsichtbaren"; auch diesmal hat Andreas Fischer mitgearbeitet.
Zur Ausstellung gibt es auch einen Katalog.
Mehr auf <http://www.metmuseum.org/special/se_event.asp?OccurrenceId={B927CD20-71AD-4986-B346-66AE99B96BA4}>.
Eine "Kostprobe" gibt’s in der New York Times <http://www.nytimes.com/slideshow/2005/08/31/arts/20050904_KENN_SLIDESHOW_1.html> (das letzte Bild dabei irreführend beschriftet).
6. DIGITALISIERUNG AUSGEWÄHLTER IGPP-ZEITSCHRIFTENBESTÄNDEGemäß <http://www.igpp.de/german/libarch/info.htm> hat das IGPP damit begonnen, ausgewählte Teile seines Zeitschriftenbestandes zu digitalisieren und diese in Zusammenarbeit mit der UB Freiburg über das Internet zur Verfügung zu stellen. Die digitalisierten Zeitschriften fallen inhaltlich in das von der DFG geförderte Sammlungsprofil des Instituts. Bei ihrer Auswahl spielen Aspekte der Bestandserhaltung (Bedrohung durch Papierzerfall) sowie ihr historischer Quellenwert für die Kultur-, Sozial- und Wissenschaftsgeschichte von Spiritismus, Okkultismus, Psychischer Forschung (Psychical Research) und Parapsychologie eine wesentliche Rolle. Bisher wurden die Bände der theosophischen Zeitschrift Sphinx (1886-1896) einschließlich der gleichnamigen einbändigen Zeitschrift (1919/1920) online veröffentlicht (http://www.ub.uni-freiburg.de/dipro/igpp/).
Zur Digitalisierung derzeit weiters vorgesehen: "Psychische Studien. Monatliche Zeitschrift, der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens gewidmet".
7. Neuerscheinungen am Büchermarkt:7.1 In unserem Newsletter N° 18 vom 22. 12. 2004 habe ich auf die deutsche Übersetzung eines klassischen Werks von Nandor Fodor hingewiesen, "’Diese Mysteriösen Leute’. Skurriles, Amüsantes und Unerklärliches aus der Glanzzeit spiritistischer Medien des 19. und 20. Jahrhunderts". Dieses Buch ist nunmehr in einer zweiten, überarbeiteten und erweiterten Auflage erschienen, wiederum in der Reihe "BRV Spirit Classics" im BRV - Benjawan Reichmann Verlag, Bensheim. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Auflage ist die Tatsache, daß das Buch nunmehr illustriert ist, es enthält 60 Abbildungen, allerdings die meisten davon nur briefmarkengroß. Dennoch ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der ersten Auflage gegeben.
Ohne daß ich alles, was Fodor aus der alten Zeit zusammenträgt (und Reichmann kommentiert) unterschreiben würde, so halte ich die Auseinandersetzung mit einer Phänomenik, welche heute in den Hintergrund getreten ist, für essentiell notwendig, wollen wir nicht Gefahr laufen, ein defizientes Bild des Paranormalen zu zeichnen. Insofern kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. ISBN 3-938219-00-9.
7.2 Wie bis ins frühe 19. Jh. hinein die Sprache der Wissenschaft Latein war, so ist sie heute englisch. Daher weise ich auch auf wichtige Neuerscheinungen von Büchern in englischer Sprache hin:7.2.1 Lange erwartet, ist jetzt das Buch von Mary Rose Barrington u. a. über den polnischen Sensitiven St. Ossowiecki erschienen:
A World In A Grain Of Sand: The Clairvoyance Of Stefan Ossowiecki
by Mary Rose Barrington, Ian Stevenson, Zofia Weaver
McFarland & Company
ISBN 0786421126
Dazu zitiere ich aus der Verlagsankündigung:Ossowiecki (1877–1944) is perhaps the most gifted psychic ever to come under the scrutiny of researchers. He demonstrated a range and quality of clairvoyance that no one has exceeded, at least under experimental controls. Equally important, he was eager to learn more about his talent and allowed a variety of researchers to use him in experiments. Anecdotal accounts of his talent abounded, but it was the controlled observations of investigators in experiments conducted in Paris and Warsaw that confirmed his gift. For the first time, this book brings to English-speaking researchers and the public detailed accounts of the crucial experiments carried out with Ossowiecki, which produced compelling evidence of paranormal cognition.
Mary Rose Barrington, die Hauptautorin, hat auch einmal in unserer Gesellschaft referiert <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss1999/barringt/maryrose.htm> – auch damals hat Ossowiecki unter den von ihr gebrachten Beispielen nicht fehlen dürfen; aufgrund ihrer ausgezeichneten Sprachkenntnisse ist es ihr leicht gefallen, vor allem auch die französische Literatur (Révue Métapsychique) über Ossowiecki auszuwerten. Zofia Weaver, die frühere Herausgeberin des JSPR, ist in Polen geboren und hat den biographischen Teil beigesteuert.
Zwei Wünsche kommen anläßlich dieser Neuerscheinung auf:
- daß das Buch auch eine deutsche Übersetzung finden möge, um es noch weiteren Kreisen zugänglich zu machen,
- und daß sich das Autorenduo Barrington-Weaver als nächstes des polnischen Mediums Kluski annehmen möge, damit einem Vertreter der mentalen Phänomene ein solcher der physikalischen Phänomene gegenübergestellt wird.
7.2.2 Ein moderner Klassiker, ursprünglich 1978 erschienen, ist in der von Russell Targ herausgegebenen Reihe "Studies in Consciousness" <http://www.hamptonroadspub.com/bookstore/index.php?cPath=70_96> neu aufgelegt worden:
The Secret Vaults Of Time: Psychic Archaeology And The Quest For Man's Beginnings
by Stephan A. Schwartz
Hampton Roads Publishing Company
ISBN 1571744312
<http://www.hamptonroadspub.com/bookstore/product_info.php?products_id=394>
7.2.3 Life Before Life: A Scientific Investigation of Children's Memories of Previous Lives
by Jim Tucker
St. Martin's Press
ISBN 0312321376
Abschließend ein Wort in eigener Sache:
aufgrund einer – wie ich hoffe entschuldbaren – Fehlleistung habe ich den letzten Newsletter nicht, wie sonst, als "BCC" gesandt, was von zwei Personen zwar bona fide, dennoch illegal, für deren Aussendungen verwendet worden ist. Ich versuche diesmal ein neues bulk mail Programm, welches jedem Empfänger nur seine eigene Adresse sichtbar macht.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 730
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 21 - Wien, 08 09 2005
INHALT:
=======1. Eleonore Zugun und ORF-Serie "Mystery"
2. Piero Cassoli +
1. DER SPUKFALL ELEONORE ZUGUN und die ORF-SERIE "MYSTERY"
Bekanntlich steht der Spukfall Eleonore Zugun, auch als der "Spuk von Talpa" bekannt, am Anfang der Geschichte unserer Gesellschaft, ist diese doch aus dem Zugun-Studienkreis rund um die Gräfin Wassilko hervorgegangen (Dezember 1927).
Wie bereits im letzten Newsletter avisiert, wird dieser Fall auch in der ORF-Serie "Mystery" figurieren, und zwar gleich als erste Story der ersten Folge, welche morgen, 09. September 2005, um 21:20 h auf ORF 2 zur Ausstrahlung kommt. (Die Sendung wird am Tag darauf um 0.40 h wiederholt.
<http://kundendienst.orf.at/sendungsinfos/sendungsprofile/orf2/mystery.html>
<http://tv.orf.at/program/orf2/20050909/351963901/218175/>Ich war im Juli mit dem ORF-Team am Schauplatz des ersten Auftretens der Phänomene, in Talpa und Gorowei (Rumänien), wo wir mit Angehörigen der Eleonore und sonstigen Zeugen bzw. Auskunftspersonen Interviews führen konnten. Es war interessant, zu beobachten, wie einerseits die Erinnerung an die anfänglich doch äußert massiven unerklärlichen Erscheinungen dort heute noch fortlebt, wie aber andererseits die ins Erzählgut übergegangenen Berichte gewisse Umgestaltungen erfahren haben, wenn man sie den damals (= 1925) frisch erhobenen Zeugenaussagen gegenüberhält. Auch die völlige Ausblendung des Teufelskomplexes bei der abergläubischen Landbevölkerung fällt auf, wie auch die Tatsache, daß die Berichte im Rahmen der Familientradition neuerdings mit Inhalten verschmolzen werden, welche die junge Generation aus dem Internet bezogen hat.
Was nun die Darstellung des Falles in der Serie "Mystery" betrifft, habe ich auf die Gestaltung keinerlei Einfluß gehabt. Soweit ich Einblick habe, handelt es sich um einen Mix aus Dokumentation und nachgestellten Szenen, um ein "Dokudrama", wobei natürlich insofern nichts dagegen eingewendet werden kann, als ja auch keinesfalls der Anspruch einer wissenschaftlichen Dokumentation erhoben wird. So ist die Episode mit der ins Wasser geworfenen Kette des Großmutter gewiß völlig unauthentisch (verglichen mit den Originalberichten aus 1925), anderseits spielt diese Geschichte in den heutigen Berichten der von uns befragten Personen eine große Rolle und insofern mag man es als gerechtfertigt ansehen, die Geschichte zu bringen. Ähnliches gilt für die isoliert dastehende Geschichte von der Puppe, die uns Frau Blentes erzählt hat, wobei mir die Details derart unklar geblieben sind, daß auf jegliche Interpretation verzichtet werden muß. Es ist nur zu hoffen, daß es in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit gelingt, zu differenzieren, welche Inhalte ursprünglich, verläßlich und authentisch sind und welche hingegen späteres Bewerk bzw. Umgestaltungen sowie sonst fragwürdig sind.
Ich habe aufgrund des neu aufgeflammten Interesses eine eigene Website bzw. Subdomain für den Fall Zugun eingerichtet, bin allerdings damit, was die Eindrücke von der Rumänienreise und eine kritische Analyse der Zeugenaussagen betrifft, noch nicht fertig geworden und werde auch bis morgen abends damit keinesfalls fertig. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht.
Die Web-Adresse lautet: <http://zugun.parapsychologie.info>
Es geht mir dabei darum, gleichsam ein Informationszentrum für diesen Fall, an dem ich viel gearbeitet habe, zu schaffen, einschließlich Literaturlisten und zahlreichen Links. Neu dazu gekommen ist, wie erwähnt, die Rumänien-2005-Seite, die jetzt schon den umfangreichsten Teil darstellt und noch ausgebaut werden wird, ebenso wird es viel mehr Bilder geben. Ich darf Sie einladen, dieser Seite in der nächsten Zeit häufige Besuche abzustatten, es wird immer etwas Neues geben!
2. PIERO CASSOLI KÜRZLICH VERSTORBEN
Der italienische Parapsychologe Piero Cassoli, den ich auch persönlich gekannt habe, ist kürzlich verstorben. Ich beabsichtige, im nächsten Newsletter eine kurze Würdigung seines Wirkens zu bringen. Der nächste Newsletter erscheint ohnehin in Kürze, nämlich dann, wenn alle Vortragstermine für das kommende Semester endgültig fixiert sind.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 730
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 20 - Wien, 30 05 2005
INHALT:
=======1. "Ghostbusters" (Richard Wiseman)
2. Felicitas Goodman +
3. Focus-Jubliäum
4. Eleonore Zugun und kein Ende …
1. "GHOSTBUSTERS"
Richard Wiseman, ein bekannter Parapsychologe der eher skeptischen Richtung, hat gerade eine größere Untersuchung über die subjektive Wahrnehmung von "Geistern" durchgeführt, die in einer Presseaussendung von pte (17. Mai) wie folgt beschrieben wird: "Ghostbuster im unterirdischen Edinburgh - Geister-TÜV für Grusellocation - Unterirdische Stadt wird geöffnet um die Existenz von Geistern zu untersuchen":
(Zitat) Ein wissenschaftliches Experiment schickt Geisterjäger in den Untergrund Edinburghs um eine von Großbritanniens gefürchtetsten Geisterlocations zu untersuchen. Unter den Straßen von Edinburgh befindet sich Mary King`s Close, ein verworrenes System aus Straßen, das bereits vor 200 Jahren von der Außenwelt abgetrennt wurde. 200 Freiwillige sollen nun im Rahmen eines Forschungsprojekts unter der Leitung von Chief-Ghostbuster Richard Wiseman von der University of Hertfordshire http://www.herts.ac.uk die Geister aufspüren. Wiseman will beweisen, dass Geister nur in den Köpfen der Untersuchungsteilnehmer existieren. Das Geisterexperiment findet im Rahmen eines zehntägigen Geisterfestivals statt. Wiseman hofft erste Ergebnisse gegen Ende des Festivals am 22. Mai präsentieren zu können.
Der Psychologe hat bereits zahlreiche Studien zum Thema durchgeführt und nimmt an, dass Menschen vor allem auf Umwelteinflüsse wie beispielsweise einen leichten Luftzug oder optische Faktoren wie geringe Lichtreize reagieren. Mary King`s Close ist ein Ort, der ideal für das Experiment geeignet ist, da bisherige Besucher berichteten, dass sie seltsame Erscheinungen hatten, Phantomfußspuren entdeckten, von schauderhaften Gefühlen heimgesucht wurden und Übelkeit verspürten. Darüber hinaus wird berichtet, dass ein Geist namens Annie - ein verspielter Kindergeist - an den T-Shirts der weiblichen Besucher gezupft hat. Die Grusellocation wurde im 17. Jahrhundert zugemauert und seit damals erst ein
einziges Mal im Jahr 2003 wieder geöffnet.In der aktuellen Versuchsanordnung werden die Freiwilligen gebeten in kleinen Gruppen durch die Straßen und Ruinen der alten Häuser zu gehen und alle ungewöhnlichen Erscheinungen zu berichten. Versteckte Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren werden plötzlich auftretende "Kältezonen" - die oft bei Spukorten erlebt werden - aufzeichnen, während weitere Instrumente magnetische Aktivitäten und Niederfrequenzwellen registrieren.
"Am meisten bin ich von der Idee interessiert, ob manche Räume mit einer bestimmten Persönlichkeit verbunden werden, die Stereotypen von Geistern entstehen lassen. Wir werden die Versuchsteilnehmer nicht nur fragen ob sie einen Geist gesehen haben, sondern auch welcher Art die Erscheinung war. Wir haben auch Phantombilder von Scheingeistern gemacht, von denen bereits berichtet wurde und die wir den Probanden in verschiedenen Räumen zeigen", erklärte Wiseman. Dadurch soll festgestellt werden in welchen Räumen die Geister von den Teilnehmern am häufigsten gesehen werden und ob diese Angaben mit bisherigen Berichten übereinstimmen. Wiseman vermutet, dass das Gefühl der Beklemmung und die Übelkeit vor allem durch den "Infrasound" der Niederfrequenzwellen des darüber liegenden Verkehrslärms verursacht werden. (Zitat-Ende)
Genaueres findet sich auf Richard Wiseman's Website unter <http://www.ghostexperiment.co.uk/marykings.html> bzw. <http://www.ghostexperiment.co.uk/latest.html>.
Das ist natürlich eine interessante Untersuchung und es versteht sich von selbst, daß sozusagen das "Normale" zunächst abgeklärt werden muß, um eventuell auftretendes "Paranormales" zu isolieren, gleichsam als Residualkategorie oder Bodensatz. Offen bleibt (trotz der kurzen Bemerkungen auf der Website) die Frage, wie weit allfällige "Sensitivität" der Versuchsteilnehmer thematisiert worden ist.
2. FELICITAS GOODMAN:
Die bekannte Anthropologin (ursprünglich Linguistin) Felicitas Goodman (geb. 1914 in Budapest) ist am 31. März hochbetagt verstorben.
Prof. Goodman ist insbesondere durch ihre Forschungen über die Effekte ritueller Körperhaltungen berühmt geworden, etwa in dem Sinne, daß schamanisches Rasseln bei Teilnehmern, welche genau eine bestimmte traditionelle Haltung, wie sie z. B. auf urzeitlichen Felsritzungen festgehalten ist, einnehmen, das Auftreten bestimmter innerer Bilder hervorruft. Persönlich habe ich mich von diesem Effekt nicht überzeugen können, aber vielleicht habe ich die Haltung nicht genau genug eingenommen gehabt oder vielleicht ist eine Rassel-Kassette nicht so effizient wie "live"-Rasseln, oder vielleicht ist es auch ein Gruppenphänomen, das im Einzelversuch nicht auftritt – oder vielleicht bin ich einfach nicht sensitiv genug dafür …
Mehr zum Thema in <http://www.cuyamungue-institut.de/>.
Es heißt zwar "de mortuis nihil nisi bene", dennoch kann ich den Hinweis nicht unterdrücken, daß Hans Bender die Auffassungen, welche Felicitas Goodman in ihrem Buch "Anneliese Michel und ihre Dämonen" niedergelegt hat, schärfstens kritisiert hat.
Diese Einwände sollen aber das Lebenswerk einer gewiß bedeutenden Forscherin keineswegs herabsetzen - unterschiedliche Meinungen und Standpunkte gehören nun einmal zum Wissenschaftsprozeß.
Persönlich habe ich Felicitas Goodman vor vielen Jahren kennengelernt, als sie bei "Focus" Vorträge und Seminare abgehalten hat: <http://www.focus.at/goodman.html>.
Das bringt mich zu meinem nächsten Punkt:
3. FOCUS 20 Jahre, Festwoche, Symposium
Das von Dr. Rudolf Kapellner - der im Rahmen unserer Gesellschaft einen Vortrag über Bewußtseinsforschung gehalten hat - gegründete und geleitete Vortrags- und Seminarzentrum "Focus" <http://www.focus.at/> feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einer "Festwoche" vom 13. - 18. Juni mit verschiedenen Veranstaltungen, u. a. Sufi- und Gnawa-Musik <http://www.focus.at/20jahre/festwoche.html> und einem Symposium am 11. Juni, bei dem unter anderem Prof. Guttmann, unser Präsident Prof. Kremser, und die Dres Brigitte Holzinger, Gerhard Tuczek und Christa Tuczay - die sämtlich auch bereits in unserer Gesellschaft Vorträge gehalten haben - referieren werden <http://www.focus.at/20jahre/symposium.html>.
4. ELEONORE ZUGUN
Gleichsam an der Wiege unserer Gesellschaft stand bekanntlich der Spukfall der Eleonore Zugun, denn Mitglieder des (informellen) Zugun-Studienkreises rund um Gräfin Wassilko waren dann 1927 die Gründungsmitglieder der damaligen "österr. Gesellschaft für Psychische Forschung", siehe auch <http://parapsychologie.ac.at/oegpp.htm>. Obwohl der Fall Zugun jetzt bereits viele Jahrzehnte zurück liegt und alle Beteiligten längst verstorben sind, erweckt er nach wie vor Interesse und wird mehrfach zitiert.
Schon in den Newsletters N° 16 und N° 17 habe ich auf den Band rosebud no. 5 - Mystery hingewiesen, in dem auch der Zugun-Fall in opulenter Aufmachung präsentiert wird. Nun ist nachzutragen, daß dieses Buch bei der CCA-Gala 2005 in der Kategorie "Editorial Design: Bücher, Buchumschläge, Fachbücher, Kunstbücher, etc." mit einer "Venus" in Gold prämiert worden ist.
CCA = Creativ Club Austria <http://www.creativclub.at/>
GD24/009 <http://64.233.183.104/search?q=cache:cyn4jeYyyswJ:
www.horizont.at/news/newspdf/20069.pdf+cca+mystery&hl=de&lr=lang_de>
Wenn dabei auch das Design und nicht der Inhalt ausgezeichnet worden ist, so ist es doch erfreulich, daß ein Buch, welches "Anomalistik" zum Gegenstand hat, diesen Preis gewonnen hat.Einer der Mit-Untersucher des Zugun-Falls war Harry Price, der die kleine Eleonore und die Gräfin zunächst in Wien besucht hat und sie anschließend in sein "National Laboratory" eingeladen hat, wo weitere Beobachtungen an Eleonore angestellt worden sind. Nicht nur, daß kürzlich auf "Sky One" eine Dokumentation über Harry Price gesendet worden ist (vgl. Newsletter N° 18), es gibt nunmehr auch eine eigene Website, die dem Wirken von Harry Price gewidmet ist: <http://www.harryprice.co.uk/>
Dort auch zwei Exzerpte über Eleonore Zugun:
<http://www.harryprice.co.uk/Famous%20Cases/zugunbyharryprice1.htm> und <http://www.harryprice.co.uk/Famous%20Cases/zugunbyharryprice2.htm> sowie die Möglichkeit, einen Newsletter zu abonnieren, der über Aktualisierungen informiert.Nachdem die Sendereihe "Dimension PSI" des ARD (vgl. Newsletter N° 14) ein Erfolg gewesen ist, ist jetzt auch beim ORF eine (freilich bescheidenere und auch anders aufgemachte) Sendereihe angedacht, von der derzeit drei Folgen unter dem Arbeitstitel "Mystery" geplant sind, wobei auch wieder der Zugun-Fall ein "Fixstarter" sein soll.
Und schließlich soll in einem Buchprojekt "Spiritismus und ästhetische Moderne - Berlin und München als Zentren" des Deutschen Seminars der Neuphilologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen im Francke-Verlag ein Zeitungsaufsatz von Gräfin Wassilko über Eleonore Zugun neu abgedruckt werden - ein Aufsatz, der original fast ein Jahr vor der Gründung unserer Gesellschaft publiziert worden ist!
Ich schließe diesen Newsletter mit der Erinnerung daran, daß wir heute abends einen besonders interessanten Vortrag zu hören bekommen werden: Prof. Herbert Pietschmann <http://homepage.univie.ac.at/Herbert.Pietschmann/>: "Quantenphysik als Grundlage neuer Denkstrukturen? Welle-Teilchen-Dualismus und die Konsequenzen", worauf ich mich schon sehr freue.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 650
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 19 - Wien, 29 03 2005
INHALT:
=======
1. Vortragsprogramm für das Sommersemester 2005
2. Ein Kinofilm mit einem parapsychologischen Motiv
3. Seminar der GfA
4. GWUP
5. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt
1. UNSER VORTRAGSPROGRAMM FÜR DAS SO-SEM 05:
Wie immer, ist unser Vortragsprogramm auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> on-line verfügbar; überdies ist das gedruckte Programm für unsere Mitglieder am Postweg unterwegs.
Es werden folgende Vorträge stattfinden:
04. April: Peter Mulacz, Paradigmenwechsel in der Parapsychologie25. April: Richard Picker, Weltbildüberschreitung, psychisches Gleichgewicht und psychische Hygiene. Erfahrungen eines Psychotherapeuten in der Arbeit mit Klienten und in der Begegnung mit sog. "Geistchirurgen" in Manila
09. Mai: Eckehard Lenthe, Der Schädel mit gekreuzten Knochen. Ein Sinnbild im kulturgeschichtlichen Spannungsbogen
30. Mai: Herbert Pietschmann, Quantenphysik als Grundlage neuer Denkstrukturen? Welle-Teilchen-Dualismus und die Konsequenzen
06. Juni: Prof. Stanley Krippner & Joze Sulla, Anomalous Phenomena related to the Ayahuasca Religions in Brazil. Ayahuasca Use in Santo Daime and Psi: Anomalous Experiences in the New Religions of Brazil
In meinem Vortrag "Paradigmenwechsel in der Parapsychologie" werde ich eine kurz gefaßte Geschichte der Parapsychologie bringen, die aber den Akzent nicht - wie üblich - auf die Kontinuität, sondern auf Wandel und Umbrüche legt.
Im Vordergrund der Betrachtung steht die Abhängigkeit des "parapsychologischen Weltbildes" von der jeweiligen "Leitwissenschaft" bzw. die Kontextgegebenheit im gesamtwissenschaftlichen Diskurs der jeweiligen Epoche.
Der nicht zuletzt auch aus den Massenmedien bekannte Psychotherapeut Richard Picker wird in seinem Referat seine Erfahrungen als Therapeut und als Seelsorger (er ist ein ehemaliger Priester) einbringen - somit eine Themenstellung aus dem Bereich der Psychohygiene.
Eckehard Lenthe wird die Totenkopf- und Skelettsymbolik von den spätmittelalterlichen Totentänzen bis heute in ihrer Beziehung zu Jenseits- und Auferstehungsvorstellungen in den Hoch- und Volksreligionen und im Spiritismus beleuchten.
Herbert Pietschmann, kürzlich emeritierter Ordinarius für Theoretische Physik, wird als Experte darstellen, was von in der populären Literatur bzw. der sog. "Esoterik" vielbeschworenen Paradigmenwechseln, "Neuem Denken" etc. wirklich zu halten ist.
Die bereits früher avisierte Veranstaltung von Stanley Krippner und Joze Sulla von der Saybrook Graduate School, San Francisco, über parapsychologische Aspekte des Ayahuasca-Rituals wird ausnahmsweise in ENGLISCHER Sprache abgehalten werden. Daher mögen hier auch die Hinweise gleich in Englisch aufscheinen:
Stanley Krippner and Joze Sulla will report their first-hand experiences with the three Brazilian religions that use the mind-altering tea, ayahuasca, as a sacrament. These religions are Santo Daime, Uniao de Vegetal, and Barquinha. In addition to spiritual growth, which is the major focus of the religious services, participants often report anomalous healing as well as telepathy, precognition, and clairvoyance. "Channeling" of various "spirits" is a common phenomena, especially among the church members who have had special training. These religions are not longer confined to Brazil but have branches in Europe and even in the United States where they are being prosecuted by the attorney general's office.
Stanley Krippner is professor of psychology at Saybrook Graduate School, and a former president of the Parapsychological Association. He is the recipient of the J.B. Rhine Award for Life-Time Achievement in Parapsychology and the author of eight volumes of Advances in Parapsychological Research as well as co-author of Dream Telepathy and Varieties of Anomalous Experience.
Joze Sulla is a graduate student at Saybrook Graduate School. He has made six trips to the interior of Brazil, doing fieldwork for his thesis on Santo Daime. He has learned to "channel spirits," especially songs that are now part of the musical legacy of several Santo Daime churches.
Die Thematik möglicher parapsychologischer Effekte gewisser Pflanzen wird dann, um wieder einmal einen kleinen thematischen Schwerpunkt zu bilden, im kommenden Wintersemester mit zwei weiteren Vorträgen fortgesetzt werden, die hier gleich avisiert sein mögen, nämlich Rudolf Kapellner über psychotrope Pflanzen und von Mischa Engel über die Phänomenologie der Ayahuasca-Erfahrungen: Konstitution von Wirklichkeiten während Ayahuasca-Ritualen (Peru).
2. FILM "WHITE NOISE - SIGNALE AUS DEM JENSEITS":
Derzeit wird in Wiener Kinos der Film "White Noise - Signale aus dem Jenseits" gezeigt, der das Phänomen paranormaler Tonbandstimmen (und in weiterer Folge paranormaler Videoeinspielungen) zum Thema hat - freilich in einer (recht absurden) Spielhandlung eingebaut. Der Film ist in die Kategorien "Horror" und "Thriller" eingestuft, und das ist auch zutreffend. Mein Prädikat für diesen Film: "nicht sehenswert", schade um die Zeit. Dennoch finde ich es sehr bemerkenswert, daß das Phänomen der Tonbandstimmen - somit ein Forschungsgegenstand der Parapsychologie - als Motiv für einen Spielfilm dient, und weiterhin ist es merkwürdig, das die Abkürzung EVP (für "Electronic Voice Phenomenon") verwendet wird und nicht "ITC" (= "Instrumental Transcommunication"), was bei Jenseitsbezug in Untertitel und Handlung naheliegender wäre (vgl. <http://www.worlditc.org/>). Als Exponentin dieser Forschungsrichtung - wenn man das Wort "Forschung" überhaupt verwenden darf, nachdem eine spiritistische Voreingenommenheit zweifellos vorliegt - ist in der letzten Zeit Anabela Cardoso, sekundiert von David Fontana, einem past president der SPR (sic!) in den Vordergrund getreten <http://www.terra.es/personal2/986313268/journal.htm>. Interessant zu lesen war im aktuellen Heft des Journals of the Society for Psychical Research der Briefwechsel zwischen Anabela Cardoso und David Ellis, der vor rund 25 Jahren gemeinsam mit dem mittlerweile verstorbenen Manfred Cassirer und Miss Driver Tonbandstimmenexperimentatoren in ganz Europa aufgesucht hat (so hat er damals in Wien Versuchen von Ing. Franz Seidl beigewohnt und auch ein Interview mit mir durchgeführt). David Ellis stellt in seiner Antwort auf Anabela Cardoso ausdrücklich fest, daß die von ihr jetzt vorgeführten Stimmen qualitativ weniger gut sind als die alten von Jürgenson und Raudive. Trotz dieser jahrzehntelangen Stagnation gibt es Forschungsgelder für "Transkommunikation" - wie schon der "Altmeister" Hans Bender beklagt hat, daß dann die Gelder bereitwillig fließen, wenn man den Menschen das Jenseits verspricht, während seriöse Forschung es viel schwerer hat …
Nun, zurück zum Film, besser gesagt, zu der für den Film erstellten Website <http://www.whitenoisemovie.com>, welche sehr professionell gemacht ist. Unter anderem gibt es eine "Timeline" zum Stimmenphänomen zu sehen, die durchaus brauchbar ist (da das Ganze in Flash erstellt ist, kann ich leider keine URLs von Unterseiten zitieren), sowie eine Reihe von Stimmenbeispielen. Freilich bleibt das alles völlig im spiritistischen Fahrwasser, d. h., es wird nichts kritisch hinterfragt, sondern die Interpretation, es würde sich um Jenseitskontakte handeln, wird ohne Alternative dargeboten.
Von den Stimmengläubigen abgesehen, die aufgrund des Films die Betreiber der ITC-Website mit Fragen bombardieren, scheint sich das Interesse an der Thematik (und an dem Film) eher in Grenzen zu handeln - die den Film bewerbende Agentur wollte eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema abhalten, aber beide in Aussicht genommen Veranstalter (die österreichische Hochschülerschaft und eine Tageszeitung) haben abgewunken.
3. SEMINAR DER "GESELLSCHAFT FÜR ANOMALISTIK":
Die "Gesellschaft für Anomalistik" <http://www.anomalistik.de/> veranstaltet in den nächsten Tagen folgendes Seminar:
2.-3. April 2005
Seminar "Wie erforsche ich das Ungewöhnliche? Methoden, Datengewinnung und Auswertung am Beispiel von Todesnähe-Erfahrungen, UFO-Sichtungen und Parapsychologie"
Seminarprogramm und Online-Anmeldung: Gesellschaft für Anomalistik <http://www.anomalistik.de/tagung020405.shtml>
(À propos Todesnähe-Erfahrungen: ein nicht uninteressanter, später in veränderter Form als Buch publiziert Text steht im Web auf der Seite <http://www.nahtod.de/> zum Gratis-Download bereit: "Die religiöse Dimension der Nah-Todeserfahrungen" <http://www.nahtod.de/magis.htm>. Unangenehm berührt dabei nur die wortwörtliche Übersetzung des englischen Ausdrucks "Near Death Experience" als "Nah-Todeserfahrung", während es sprachlich korrekt "Todesnäheerfahrung" heißen müßte.)
4. GWUP
Seit einiger Zeit verfolge ich die postings auf der Diskussionsliste [GWUP-Forum] der "Skeptiker"-Organisation GWUP, der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." <http://www.gwup.de/>.
Hans Bender hat diesen Personenkreis äußerst treffend als die "affektiv Negativ-Gläubigen" bezeichnet. Periodisch finden sich auf der Liste statements, daß an der Parapsychologie nichts dran sei, ohne daß dies argumentativ sauber untermauert würde - offenbar nur eine Bestärkung im Glauben, den Exerzitien der katholischen Kirche nicht unähnlich, sodaß ein hübscher Feedback-Zirkel entsteht. Wer diesen stört, wird aggressiv behandelt und, wenn es geht, ausgeschlossen - so ist es erst kürzlich zwei Listenmitgliedern ergangen, welche sich (vielleicht nicht sehr glücklich in ihrer Argumentationsweise) positiv dem Paranormalen gegenüber ausgesprochen haben. Besonneneren Listenmitgliedern ist es bereits aufgefallen, daß nach einem Freund-Feind-Schema mit zweierlei Maß gemessen wird.
Edgar Wunder wird als "Renegat" bezeichnet, und das "Forum Parawissenschaften" recht abschätzig als seine "Konsorten" (mit der Pikanterie, daß es dem Schreiber des betreffenden Beitrags entgangen sein dürfte, daß sich das genannte Forum bereits seit längerer Zeit zur "Gesellschaft für Anomalistik" gemausert hat).
Mehr zur Kritik an dieser Szene unter <http://skeptizismus.de/>, eine sehr empfehlenswerte Seite.
In diesem Zusammenhang sei auch auf eine schon ältere Stellungnahme zur Wünschelrutenexperimenten der GWUP hingewiesen: "Die Tricks der NEIN-Gläubigen" <http://www.forum-bioenergetik.info/forum/board.php>.
Vertreter von GWUP-Wien haben es kürzlich bis ins österreichische Fernsehen geschafft, wo sie einen methodisch höchst unbrauchbaren Versuch veranstaltet haben, um zu demonstrieren, was es alles nicht gäbe …
5. NEUERSCHEINUNGEN AUF DEM BÜCHERMARKT:
Nikola Boris ("Niko") Kohls, ein Mitarbeiter des IGPP <http://www.igpp.de/>, der im vergangenen Sommer beim PA-Kongreß in Wien im Block über Counselling ein Referat gehalten hat, welches sehr positiv aufgefallen ist, hat nunmehr als Band 2 der Reihe "Psychologie des Bewußtseins" ein Buch mit dem Titel "Außergewöhnliche Erfahrungen - blinder Fleck der Psychologie? Eine Auseinandersetzung mit außergewöhnlichen Erfahrungen und ihrem Zusammenhang mit geistiger Gesundheit" vorgelegt (Lit Verlag, Münster, 2004, ISBN 3-8258-8100-8). Das über 500 Seiten starke Werk würde eine eingehende Würdigung verdienen, welche ich mir aber aus Zeit- und Raumgründen leider versagen muß. Nur ein paar kurze Stichworte: von "Außergewöhnlichen Erfahrungen" (AGE) ist die Rede, ähnlich wie Rhea White <http://www.ehe.org/> von "Exceptional Human Experiences" (EHE) spricht, also nicht von strikt paranormalen Phänomenen (obwohl diese natürlich auch dem "Außergewöhnlichen" angehören). Daher beschäftigt sich ein erster, sehr ausführlicher Teil des Buches mit der Kulturgeschichte der mystischen Erfahrung, dann folgen Psychopathologie und Psychologie von Mesmer bis zur Gegenwart der Transpersonalen Psychologie und schließlich folgt ein Abschnitt über eine Fragebogenstudie zu Außergewöhnlichen Erfahrungen (das Buch ist zugl. die Diss. des Verf.).
Ein Buch ganz anderen Charakters ist die in der Reihe "Spirit Classics" des Benjawan Reichmann Verlags erschienene Publikation "Oscar Wilde aus dem Purgatorium. Außersinnliche Botschaften. Editiert von Hester Travers Smith" (Bensheim 2004, ISBN 3-938219-01-7). Man könnte darüber hinweggehen als eines der zahllosen Werke, deren Autorenschaft einem während seines Erdendaseins berühmten "Jenseitigen" zugeschrieben werden (Taglöhner, Fabrikarbeiter, Hausmeister etc. "melden" sich bezeichnenderweise so gut wie nie von "drüben"), wäre da nicht die Tatsache, daß der große Sir William Barrett eine kurze Einleitung zu diesem im Original 1924 erschienenen Text beigesteuert hat, und daß die Sensitive selbst in einem zweiten Teil (der gleich umfangreich ist wie die übrigens im englischen Original wiedergegebenen Skripte) ihre Betrachtung dazu beisteuert, darin etwa die Kryptästhesie der spiritistischen Erklärung gegenüberstellend. Man mag zu medialen Produktionen an sich stehen wie man will, die Einblicke, die Travers Smith in ihr Erleben und ihre Tätigkeit als Medium gibt, sind als Dokumente der Introspektion von Sensitiven durchaus interessant.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 650
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 18 - Wien, 22 12 2004
INHALT:
=======
1. Uri Geller und kein Ende (Rückblick)
2. Parapsychologie im ORF und auf Sky One TV (Vorschau)
3. Stanley Krippner in Wien (Vorschau)
4. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt
5. Anläßlich der kommenden Feiertage …
1. URI GELLER UND KEIN ENDE …
Am 14. Nov. hat RTL die "Uri Geller Show" <http://www.rtl.de/ea/tvplaner/content/detail.php?id=100&event=pid146083> ausgestrahlt, die unter dem Motto "30 Jahre danach" gestanden ist, nämlich, 30 Jahre nach Gellers erstem Auftreten in Mitteleuropa.
Ich würde, wie bei einer Fernsehproduktion nicht anders zu erwarten, den Akzent auf das Wort "Show" legen - es hat sich um eine Unterhaltungssendung gehandelt, die völlig ohne jeden dokumentarischen Wert ist. Biegeeffekte (echte oder getürkte, jedenfalls unüberprüfbare) sind ebenso vorgekommen, wie das geschickte Ausnutzen von Rateverhalten oder das uralte und wohlbekannte "Hebeexperiment". Parapsychologisch qualifizierte Zuseher haben die Show geradezu als peinlich empfunden, insofern, als Geller heute genau dieselben Dinge zeigt, wie vor drei Jahrzehnten. Nun, man mag es auch bemerkenswert finden, daß er Biegephänomene durch einen so langen Zeitraum hinweg kontinuierlich produziert (wobei ich keine Aussage über die "Echtheit" des Metallbiegens bei dieser Show treffen kann).
Am interessantesten waren natürlich - wie beim Geller-Auftritt 1974 - die Publikumsreaktionen: "Über 170.000 Menschen meldeten sich per Internet, Fax und Telefon und berichteten über unglaublichen Vorgänge, die sich bei ihnen zu Hause abspielten."
Mehr auf <http://www.rtl.de/tv/tv_880217.php> und Videos auf <http://www.rtl.de/tv/tv_880800.php>.
Die Skeptiker-Organisation GWUP <http://www.gwup.org <http://www.gwup.org/> hat auf ihrer Diskussionsliste ausführlichst die Show diskutiert - ich kann nicht sagen, das Für und Wider, denn die GWUP diskutiert bloß "das Wider". Die GWUP ist eine Organisation von "Affektiv-negativ-Gläubigen", wie Altmeister Hans Bender es so treffend bezeichnet hat, daher ist auch die Darstellung auf <http://www.gwup.org/themen/texte/uri_geller/> völlig einseitig. (Die Einäugigkeit der GWUP hat ja auch vor einigen Jahren zur Sezession jener Mitglieder rund um Edgar Wunder geführt, welche differenzierter denken und dann die "Gesellschaft für Anomalistik" (GfA) <http://www.anomalistik.de/> gegründet haben.)
In diesem Zusammenhang sei auch nochmals auf die Webseite "Skeptizismus" <http://skeptizismus.de/> hingewiesen, deren Motto das schöne Zitat von Sigmund Freud ist: "Wenn man sich für einen Skeptiker hält, tut man gut daran, gelegentlich auch an seiner Skepsis zu zweifeln.".
Noch viel mehr (über 20.000 Seiten) gibt's über die "Uri Geller Show", wenn man diesen Suchbegriff in Google eingibt: <http://www.google.at/search?hl=de&q=Uri+Geller+Show&btnG=Google-Suche&meta=lr%3Dlang_de>.
Und auch in der Talkshow "Vera" durfte Uri nicht fehlen, in "Vera 2004 - die Menschen des Jahres" am 9. Dezember wurde er wie folgt angekündigt: "'Das Comeback des Jahres' kann Uri Geller für sich verbuchen: Er verbiegt wieder Löffel, bringt kaputte Uhren zum Laufen und macht sogar Kompasse orientierungslos. In der Gala zeigt er seine übersinnlichen Fähigkeiten."
Unterhaltung eben, oder auf neudeutsch: entertainment …
2. PARAPSYCHOLOGIE IM ORF UND AUF SKY ONE TV
Am Donnerstag, 30. Dez. ist die Sendung "Von Tag zu Tag" auf ö1 dem Thema "Parapsychologie" gewidmet; Beginn, wie immer, um 14:05 h. (Programmänderungen in letzter Minute sind natürlich immer möglich.)
Am 9. Jänner 2005 strahlt das britische TV-Programm "Sky One" eine Dokumentation mit dem Titel "Harry Price: Ghost Hunter" aus, die trotz des etwas reißerischen Titels seriös zu werden verspricht. Harry Price war eine bedeutende, freilich sehr umstrittene Persönlichkeit in der Parapsychologie der Zwanziger- und Dreißigerjahre.
3. STANLEY KRIPPNER IN WIEN
Anfangs Juni 2005 werden wir das Vergnügen haben, eine Veranstaltung mit einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der internationalen Parapsychologie, Stanley Krippner, Saybrook Institute, San Francisco, abhalten zu können. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache stattfinden, daher wird noch zu überlegen sein, ob das als regulärer Vortrag oder als ein informelles Seminar stattfinden wird.
Bei dieser Gelegenheit darf daran erinnert werden, daß uns Stanley Krippner anläßlich seiner Teilnahme an der PA-2004 <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004/> eine Anzahl von Exemplaren der von ihm herausgegebenen Buchreihe "Advances in Parapsychology", McFarland, geschenkt hat, die wir zum Dumpingpreis von ¤ 35,- zur Aufbesserung der Finanzen unserer Gesellschaft verkaufen. (Übrigens sind auch noch Exemplare des Buches unseres Ehrenpräsidenten, Prof. Hofmann, erhältlich <http://web.utanet.at/edition/html/collect/parapsy/111_2.htm>). Für ein Buch als Weihnachtsgeschenk ist die Zeit schon zu knapp, aber Bücher sind auch außerhalb der Feiertage stets willkommen …
Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt:
4. NEUERSCHEINUNGEN AUF DEM BÜCHERMARKT
Diesmal möchte ich nur ein einziges Werk vorstellen:
Nandor Fodor: "Diese Mysteriösen Leute". Skurriles, Amüsantes und Unerklärliches aus der Glanzzeit spiritistischer Medien des 19. und 20. Jahrhunderts
Ins Deutsche übersetzt und mit Kommentaren und ergänzenden aktuellen Informationen versehen von Gerhard Reichmann
BRV Spirit Classics
BRV - Benjawan Reichmann Verlag, Bensheim
ISBN 3-938219-00-9
Die englische Originalausgabe dieses Werks ist 1934 erschienen, wobei die einzelnen Kapitel, die sich mit jeweils einem Medium auseinandersetzen, zuvor als separate Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel erschienen waren: populäre Artikel für das große Publikum, also "easy reading stuff" - aber immerhin von einem kompetenten Autor verfaßt, dem wir die "Encyclopaedia of Psychic Science" verdanken, das klassische Nachschlagewerk, von dem ein ausgewählter Teil auch im Web verfügbar ist <http://www.spiritwritings.com/fodord.html>. Mehr über Fodor unter <http://www.survivalafterdeath.org/researchers/fodor.htm>.
Das Buch ist mit Kommentaren ("Nachgeblättert …") des Herausgebers versehen, welche dem mit der Geschichte der Parapsychologie nicht vertrauten Leser den Einstieg erleichtern.
Was in dem Buch freilich nicht zu finden ist, ist eine kritische Auseinandersetzung mit den beschriebenen Ereignissen, aber das ist bei "easy reading" auch nicht zu erwarten, und wissenschaftlichen Kriterien zu genügen, diesen Anspruch stellen Herausgeber und Verlag auch nicht. Hingegen ist es als äußerst positiv zu werten, diese alten Berichte der Vergessenheit entrissen zu haben, mehr noch, aufzuzeigen, daß die Parapsychologie der Gegenwart ein schweres Defizit aufweist, wenn sie die Dimension der Medialität, insbesondere des physikalischen Mediumismus, ausklammert. Insofern ist dieses Buch sehr wichtig und empfehlenswert.
5. ANLÄßLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß möchte ich allen Lesern dieses Newsletters im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen Jahr wünschen.
Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 650
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 17 - Wien, 12 10 2004
INHALT:
=======
1. Vortragsprogramm für das Wintersemester
2. Rückblick auf den "Tag der Parapsychologie"
3. Rückblick auf die PA Convention 2004
4. Abschiede
5. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt
6. Skeptiker-Szene
1. VORTRAGSPROGRAMM
Das Vortragsprogramm für das Wintersemester ist erstellt, wie immer on-line abrufbar unter <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>, und auch in der Papierversion bereits versandt. Der erste Vortrag ist bereits am kommenden Montag.
18. Okt. 2004
Martina LöCKER: Hexenwesen und Parapsychologie
15. Nov. 2004
Paul UCCUSIC: Trommel, Rassel, Wissenschaft: Schamanismus in unserer Zeit. Die Wirksamkeit Core-schamanischer Techniken
29. Nov. 2004
Christa TUCZAY: Gespenster und Geistererscheinungen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
13. Dez. 2004
Günther FLECK: Veränderte Bewusstseinszustände, Wirklichkeitswahrnehmung und paranormale Phänomene
17. Jänner 2005
Peter MULACZ: Die Crème de la crème der internationalen Parapsychologie in Wien:
Rückblick auf die 47. Jahrestagung der "Parapsychological Association" (August 2004)
Der rote Faden, der sich durch die Vorträge im Herbst 2004 hindurchzieht, sind wohl die "Anderen Realitäten", sowohl in den beiden kulturhistorischen Referaten wie auch im Core-Schamanismus. Günther Fleck thematisiert dann diesen Fragenkomplex ausdrücklich, wenn er von Arbeiten von Stanley Krippner ("Altered States of Consciousness", "Veränderte Bewußtseinszustände") und Lawrence LeShan ("Alternate Realities") ausgehend unseren Wirklichkeitsbegriff hinterfragt und dazu auch ausgewählte literarische Produktionen heranzieht.
Im Jänner 2005 möchte ich versuchen, ein paar der Höhepunkte der PA Convention zur Darstellung zu bringen.
2. RÜCKBLICK AUF DEN "TAG DER PARAPSYCHOLOGIE"
<http://parapsychologie.ac.at/tagdpp.htm>
Wie im letzten Newsletter avisiert, haben wir der internationalen Konferenz (siehe Pkt. 3) einen Tag in deutscher Sprache als "parapsychologisches Propädeutikum" vorgeblendet, das am 4. August 2004 im Hörsaalzentrum des Universitätscampus (= "Altes AKH") stattgefunden hat. Nachdem die sechs Referate dieses Tages ganz unterschiedliche Aspekte der Parapsychologie beleuchten und damit eine facettenreiche Darstellung des Gebietes liefern, ist angedacht worden, diese Beiträge in Form eines Sammelbandes gedruckt herauszubringen. Wir werden Sie auf dem laufen halten, ob sich dieses Projekt realisiert.
3. RÜCKBLICK AUF DIE JAHRESTAGUNG 2004 DER PARAPSYCHOLOGICAL ASSOCIATION (PA)
Unsere Gesellschaft war der Gastgeber der heurigen Jahrestagung der PA, die vom 5. bis 8. August 2004, ebenfalls im Hörsaalzentrum des Campus abgehalten worden ist.
Die Veranstaltung war - das darf ich aufgrund des überaus positiven feedbacks sagen, ohne mich des Eigenlobs schuldig zu machen - ein großer Erfolg, die internationalen Gäste waren begeistert.
Am ersten Abend fand ein Empfang im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses statt, die "Presidential Reception" am zweiten Abend wurde im Arkadenhof der Universität Wien abgehalten, wo die Büsten berühmter Wiener Gelehrter - darunter Nobelpreisträger, aber auch Sigmund Freud und Karl R. Popper - aufgestellt sind, und der dritte Abend war dem traditionelle Bankett gewidmet, das wir in der Kuppelhalle des Naturhistorischen Museums abgehalten haben, mit anschließender Besichtigung der "Venus von Willendorf" und Dachführung mit Blick auf das illuminierte nächtliche Wien.
Daß alles so gut funktioniert hat, ist der Mitarbeit einiger Personen zu danken, wobei Manfred Kremser (unser Präsident) und Elisabeth Mazal vor und einige andere sozusagen hintern den Kulissen agiert haben.
Weiters muß unseren Sponsoren gedankt werden, vor allem menonthemoon für EDV-Infrastruktur, Druck u.v.a.m., und Ströck-Brot für die leiblichen Genüsse während der Pausen. Eine komplette Liste unserer Sponsoren findet sich auf der PA-2004 Website <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004>, die (zumindest bis auf weiteres) weiterhin on-line ist, um ein Kapitel "After the Convention" erweitert, wo unter anderem auch die Medienberichterstattung zu unserer Konferenz dargestellt ist. (Ein Live-Interview mit mir fand in der ZiB2 statt, das ist wohl die beste Sendezeit, die man sich wünschen kann.)
Ich beabsichtige, auf dieser Website auch eine Bildergalerie einzurichten - wenn es meine Zeit erlaubt. Das obligatorische Gruppenphoto und ein paar Porträts von Bob Morris (siehe Pkt. 4) sind bereits on-line.
Ein besonderer Dank geht im Zusammenhang mit der PA 2004 an Stanley Krippner, den Herausgeber der Buchreihe "Advances in Parapsychological Research". Prof. Krippner hat die Mühe nicht gescheut, eine Reihe von Exemplaren vom letzten Band dieser Reihe (Bd. 8) mitzubringen und hat diese unserer Gesellschaft zum Geschenk gemacht, sodaß wir durch den Verkauf dieser Bücher unsere Finanzen aufbessern können. Ein paar Exemplare sind noch zu haben, wir verkaufen sie für ¤ 35,- pro Band, also viel günstiger als der Originalpreis.
4. ABSCHIEDE
Es ist eine Binsenweisheit, daß über uns alle seit der Geburt das Todesurteil verhängt ist, und daß bloß unbekannt ist, wann und unter welchen Umständen es vollstreckt wird.
Bob Morris - der Inhaber des Koestler Chair of Parapsychology in Edinburgh <http://moebius.psy.ed.ac.uk> - ist drei Tage nach der Rückkehr von der PA 2004, am 12. August, plötzlich verstorben. In Wien war er noch so, wie wir ihn alle gekannt haben, voll des Lebens, gescheit, witzig, humorvoll, gleichzeitig aber überaus bescheiden* - nichts hätte darauf schließen lassen, daß er der erste von all den Konferenzteilnehmern sein würde, der sich aus dem Diesseits verabschiedet. Noch auf der Stiege hat er mir gesagt, ich sollte doch unbedingt bald wieder einmal nach Edinburgh kommen - nie hätte ich mir gedacht, daß ich ihn in diesem Leben nicht wiedersehen würde.
Gerd Hövelmann hat eine Würdigung von Bob Morris verfaßt, welcher nichts mehr hinzufügen ist: <http://parapsych.org/members/r_morris_obit_hovelmann.html>.
Einige weitere Bilder von Bob Morris befinden sich auch auf der PA 2004-Website ("After the Convention").
*) So hat er z. B. auf seinem Namensschild für die Konferenz unbedingt "Bob Morris" und nicht etwa "Prof. Robert L. Morris" stehen haben wollen, damit ja niemand, der ihn vielleicht ansprechen möchte, aber noch nicht kennt, Schwellenangst empfinden möge …
Der Tod von Prof. Morris ist ein schwerer Schlag für die internationale Parapsychologie.
In der kleinen Welt unserer Gesellschaft ist ebenfalls ein Todesfall zu vermelden: Frau Margarete Leutner, unsere langjährige Bibliothekarin und bis zum Schluß im Vorstand unserer Gesellschaft, ist ebenfalls im August verstorben, allerdings nicht, wie Bob Morris, aus dem vollen, tätigen Leben gerissen, sondern hochbetagt, leidend und gehandicapped, sodaß der Tod für sie eher als eine Erlösung gekommen sein mag (vgl. das bekannte Buch von Barbarin, "Der Tod als Freund"). Wir werden Frau Leutner stets ein ehrendes Andenken bewahren.
5. NEUERSCHEINUNGEN AUF DEM BÜCHERMARKT
Bereits im letzten newsletter habe ich auf rosebud/Mystery hingewiesen:
Mystery
Rosebud und Die Gestalten Verlag Berlin
ISBN 3-89955-037-4
Neu hinzugekommen ist dazu jetzt eine Website, welche den (in diesem Buch auch dargestellten) Spukfall Zugun zum Thema hat - jener Fall, der bekanntlich sozusagen an der Wiege unserer Gesellschaft gestanden ist. Dort ist auch das kinematographische Dokument sowie weitere Bilder zu diesem Fall zu sehen: aufzurufen über den link "The Zugun Case" auf <http://rosebudmagazine.com>.
In der im Ergon-Verlag erscheinenden Buchreihe "Grenzüberschreitungen", deren erster Band "Alltägliche Wunder" bereits im newsletter N° 15 vorgestellt worden ist, ist nun der Band 2 aus der Feder von Gerhard Mayer (einem Mitarbeiter am IGPP) herausgekommen: "Schamanismus in Deutschland. Konzepte - Praktiken - Erfahrungen". Es geht dabei um eine Darstellung der "Schamanismus-Szene" in Deutschland mit einer Befragung der "Schamanen" und "Neoschamanen", insbesondere jener, die als Anbieter von Seminaren, Workshops etc. an die öffentlichkeit treten. Innere und äußere Realitäten werden unterschieden, Bezüge zur Religion und/oder zur Esoterik-Szene untersucht, verschiedene Arten der Trance-Induktion beschrieben; ein Kapitel befaßt sich auch mit paranormalen bzw. außergewöhnlichen Phänomenen im gegebenen Kontext, darunter synchronistische Ereignisse, Wetterphänomene und Formen der Außersinnlichen Erfahrung.
6. SKEPTIKER-TESTS AUF PARANORMALE FÄHIGKEITEN (GWUP BZW. RANDI)
Während der sattsam bekannte Zauberkünstler James Randi <http://www.randi.org> weiterhin die Reklametrommel für den von ihm ausgelobten Preis rührt, während es bereits in den Medien entsprechend aufgemachte Berichte über negativ verlaufene Tests gibt (z. B. <http://www.gmx.net/de/themen/beruf/karriere/news/508626.html>), weist die Gesellschaft für Anomalistik ("1 Million Dollar für paranormale Fähigkeiten?" <http://www.anomalistik.de/nachrichten.shtml>), darauf hin, daß von der GWUP <http://www.gwup.org> einem unabhängigen Beobachter die Teilnahme verweigert worden sei. In verschiedenen Sendungen des bundesdeutschen Fernsehens ist darüber bereits berichtet worden: Da die GWUP mit dem WDR einen Erstberichtsvertrag abgeschlossen hat, wird über die Ergebnisse in der Sendung "Quarks&Co" am 12.10.04 (21 Uhr, WDR) berichtet <http://www.quarks.de/dyn/2098.phtml>. Einen weiteren Bericht soll es in der ARD-Sendung "W wie Wissen" am 13.10.04 um 21.45 Uhr geben.
Wie stets empfiehlt es sich, zu den Seiten der GWUP auch die Website "Skeptizismus" zu konsultieren: <http://www.skeptizismus.de>.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 650
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 16 - Wien, 01 08 2004
INHALT:
=======
1. "Tag der Parapsychologie" (4. August 09:00 - 18:00 h)
2. Pressekonferenz (4. August 18:00 h)
3. PA-2004 (5. bis 8. August)
4. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt
5. Hinweis auf "skeptische" (?) TV-Sendung
1. TAG DER PARAPSYCHOLOGIE:
Das bevorstehende Großereignis (zumindest von der Perspektive unserer Gesellschaft aus gesehen ein solches) ist die Jahreskonferenz der PA (siehe Punkt 3). Im Zuge derer befindet sich eine Reihe international ausgewiesener Gelehrter in Wien. Um dieses geistige Potential auch einer größeren lokalen öffentlichkeit zugänglich zu machen und gleichzeitig den großen Bereich der Parapsychologie von verschiedenen Blickwinkeln her zu betrachten, staffeln wir der internationalen Konferenz diesen Tag in deutscher Sprache gleichsam als "parapsychologisches Propädeutikum" vor. Es werden sechs Vorträge stattfinden, je drei vormittags bzw. nachmittags.
Die Referenten:
- Peter Mulacz
- Eberhard Bauer
- Walter v. Lucadou
- Stefan Schmidt
- Eckhard Etzold
- Erlendur Haraldsson
Ort: Hörsaalzentrum im Uni-Campus ("Altes AKH")
Eine Kartenreservierung ist nicht notwendig; einfach hinkommen, Obolus entrichten, zuhören, allenfalls mitdiskutieren.
Themen und nähere Details entnehmen Sie bitte der Webseite <http://parapsychologie.ac.at/tagdpp.htm>.
Ich hoffe, trotz der sommerlichen Urlaubszeit viele von Ihnen bei dieser gewiß interessanten Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
2. PRESSEKONFERENZ:
Um die chronologische Reihenfolge zu wahren, folgt jetzt der Hinweis auf die Pressekonferenz zur PA-2004, die im selben Hörsaal unmittelbar anschließend an den "Tag der Parapsychologie", d.h., um 18:00 h, stattfindet. Wir müssen daher mit dieser Veranstaltung pünktlichst Schluß machen, wofür ich jetzt schon um Verständnis bitte, damit sich kein Teilnehmer "hinausgeworfen" fühlen möge.
Dem Rat eines Medienexperten folgend, die etwas farblose Formulierung "Jahrestagung der Parapsychological Association" für die Journalisten saftiger und kräftiger zu gestalten, läuft die PA-2004 bei der Pressekonferenz unter "Weltkongreß für Parapsychologie".
Das bisherige Medienecho auf die Ankündigung der beiden Veranstaltungen, die ja für die öGPP bzw. für Wien erstmalig sind, zeigt ein reges Interesse. Schon jetzt bin ich gespannt, wie dann die Berichterstattung tatsächlich erfolgen wird.
3. PA-2004:
Wie seit August 2002 bekannt, findet die 47. Jahrestagung der Parapsychological Association im Jahre 2004 in Wien statt, wobei unsere Gesellschaft gleichsam als Gastgeber fungiert.
Die Parapsychological Association (PA) ist die internationale Organisation der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen - dies ist zu betonen, um sich von all der Scharlatanerie, welche das Bild der Parapsychologie in der öffentlichkeit negativ prägt, gebührend zu distanzieren. Die PA umfaßt rund 300 Mitglieder aus aller Welt, davon ca. 100 Vollmitglieder, wobei die US-Amerikaner das größte Kontingent stellen. Der Sitz der PA ist in den USA. Näheres unter <http://parapsych.org/>.
Seit ihrer Gründung vor fast 50 Jahren veranstaltet die PA jährlich eine internationale Konferenz, welche alternativ in Amerika bzw. in Europa abgehalten wird, und zwar jeweils an anderen Orten. Zum ersten Mal findet diese Jahrestagung in österreich statt. Es haben sich rund 120 Teilnehmer fix angemeldet und es werden noch einige mehr erwartet. Etwa 80 Prozent der Teilnehmer kommen aus verschiedenen europäischen Ländern einschließlich Rußland und Ländern des früheren Ostblocks, gefolgt von zahlreichen Teilnehmern aus den USA, während andere Länder mit jeweils nur wenigen Personen vertreten sind, wie Südafrika, China und Japan.
Die "PA Convention" findet, wie immer, ausschließlich in englischer Sprache statt. Grundsätzlich ist sie für jedermann zugänglich, allerdings wird ein fachliches Niveau vorausgesetzt. Ich würde mich freuen, wenn sich trotz dieser Schranken auch der eine oder andere Interessent an der PA Convention teilnimmt.
Nähere Informationen unter <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004>, dort ist auch das mittlerweile endgültige Programm einzusehen. Auch eine on-line Registrierung ist dort möglich (man kann auch einzelne Tage buchen).
Das wissenschaftliche Programm, für dessen Gestaltung nicht die öGPP, sondern Dr. Stefan Schmidt (Freiburg i. Br.) verantwortlich ist, ist wiederum sehr interessant und umfassend. Ich beabsichtige, im Herbst in einem Vortrag eine Zusammenfassung der Referate, Poster Sessions und Podiumsdiskussionen zu bringen.
Für das Rahmenprogramm haben wir uns einiges einfallen lassen: Willkommen-in-Wien-Empfang im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses, "Presidential Reception" im Arkadenhof der Universität Wien, wo all die Büsten berühmter Wiener Gelehrter stehen (von van Swieten bis Sigmund Freud, um nur zwei herauszugreifen) und Bankett im Kuppelsaal des Naturhistorischen Museums in Wien mit Dachführung "Vienna by Night". Allerdings hat mich die Organisation alles dessen sehr beschäftigt, weshalb ich für Verzögerung bei der Beantwortung von Anfragen um Verständnis bitten muß. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch unseren Sponsoren (siehe Webseite) danken, gleichzeitig aber dezent darauf hinweisen, daß sich noch gewissen Lücken und Defizite ergeben haben, sodaß weitere Sponsoren bzw. Spenden sehr willkommen sind …
4. Wie seit einiger Zeit in diesem Newsletter üblich, ein paar Hinweise auf neu erschienene Literatur:
Alexander C. T. GEPPERT & Andrea B. BRAIDT (Herausgeber)
ORTE DES OKKULTEN
österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 14. Jg., Heft 4 (2003) (pikanterweise am Cover falsch angegeben)
turia+kant, Wien
ISBN 3-85132-364-5
ISSN 1016-765 X
Ein Sammelband mit Beiträgen verschiedener Autoren, die Themen beinhalten u. a. "Spiritismus und das Okkulte in Deutschland, 1880 - 1930", "Medienepistemologische Zugänge zu Karl Friedrich Zöllners Experimenten mit Henry Slade" und "Theosophische Orte: Über Versuche, ein Geheimnis zu wahren und öffentlich zu wirken". Der Band ist spannend, bringt eine Reihe höchst origineller neuer Aspekte und wäre sehr empfehlenswert. Meine im Konjunktiv ausgedrückte Reserve bezieht sich auf die Lieferbedingungen. Es sind viel zu wenig Exemplare mehr gedruckt worden, als für die Abonnements benötigt wurden, sodaß der Band bereits fast vergriffen ist, und überdies hat der Verlag gewechselt, sodaß die Bestellung schwierig ist.
Gerhard MAYER
Phantome - Wunder - Sensationen
Das Übersinnliche in der Presseberichterstattung
Schriftenreihe der Gesellschaft für Anomalistik, Band 3
ISBN 3-937361-02-2
Das Buch untersucht den mentalitätsgeschichtlichen Wandel in der Berichterstattung über Themen aus "Grenzgebieten" während der letzten vier Jahrzehnte in der Gegenüberstellung von Massenblättern und Qualitätsjournalismus exemplarisch anhand der drei bundesdeutschen Printmedien "Der Spiegel", "Bild" und "Bild am Sonntag".
Luc BÜRGIN
Das Wunder Mirin Dajo
Der unverletzbare Prophet und seine paranormalen (phänomenalen) Kräfte
Jochen Kopp Verlag, Rottenburg
ISBN 3-930219-74-3
<http://www.mirin-dajo.com>
Zu diesem Buch habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Ich begrüße, daß überhaupt eine Publikation über diesen interessanten Fall erschienen ist, ferner, daß noch lebende Augenzeugen interviewt worden und die Rolle von de Groot klargelegt worden ist, mit einem Wort, daß gründlich recherchiert worden ist. Auch die zahlreichen Illustrationen, von den mir viele nicht bekannt waren, sind erfreulich. Was hingegen die Deutung der Durchstechungen von Mirin Dajo betrifft, so kann ich beim besten Willen nichts Paranormales darin erblicken. Ich kann in diesem Zusammenhang nur auf meinen Aufsatz "Deliberately Caused Bodily Damage (DCBD) Phenomena: A Different Perspective. Journal of the Society for Psychical Research, Band 62" aus dem Jahr 1998 verweisen, der mir übrigens einen wütenden Angriff von Larry Dossey eingebracht hat, was mich aber nicht dazu bringt, meinen wohl überlegten Standpunkt zu ändern.
Etwas außer der Reihe möchte ich noch auf ein Buch hinweisen, das (für uns am ehesten relevant) ein Kapitel über Todesnähe-Erfahrungen bringt (und überhaupt ein umfassendes Kompendium über den Tod, seine Rezeption in den verschiedenen Religionen der Welt und in den verschiedenen philosophischen Schulen sowie zum Leib-Seele-Problem darstellt):
Heinrich P. Koch
Selber schuld - Wer früher stirbt, ist länger tot!
Die Endlichkeit des Lebens in ganzheitlicher Betrachtung
EDITION VA bENE
ISDN 3-85167-157-0
<http://web.utanet.at/edition/html/collect/analyse/157_0.htm>
Ein ganz anders geartetes Buch stellt der Band 5 der rosebud-Serie dar:
Mystery
Rosebud und Die Gestalten Verlag Berlin
ISBN 3-89955-037-4
<http://rosebudmagazine.com>
In diesem opulent ausgestatteten zweisprachigen Band (englisch; deutsche Texte im Anhang) steht das Design, das gestalterische bzw. das optische Element im Vordergrund, Textinformation wird zweitrangig. Es ist beachtenswert und äußerst spannend, daß einmal auch das Paranormale von diesem Aspekt aus betrachtet wird, mit Beiträgen zu Eleonore Zugun, den Wiener "Tonbandstimmenforscher-Verein", Rosemary Brown u. a.
Damit ist der Sprung zu englischen Publikationen gemacht.
Corinna TREITEL
A Science for the Soul
Occultism and the Genesis of German Modern
The John Hopkins University Press
Baltimore, Maryland
ISBN 0-8018-7812-8
Eine solide, profunde, ernst zu nehmende Untersuchung, wenn auch die thematische Abgrenzung bzw. die Materialauswahl manches Mal etwas willkürlich erscheint. Einzelne Aspekte lassen sich natürlich immer unterschiedlich betrachten …
William G. ROLL & Valerie STOREY
Unleashed: Of Poltergeists and Murder, the Curious Story of Tina Resch
Paraview Pocket Books
ISBN 0-7434-8294-8
Dieses Buch aus der Feder des Altmeisters der Spukforschung ist soeben erschienen, ich weise aus Aktualitätsgründen darauf hin, jedoch mit dem Vorbehalt, es selbst noch nicht gesehen zu haben
Jim HOURAN (Herausgeber)
From Shaman to Scientist: Essays on Humanity's Search for Spirits
Scarecrow Press
ISBN 0-8108-5054-0
<http://scarecrowpress.com/Catalog/Singlebook.shtml?command=search&
db=^DB/Catalog.db&eqSKUdatarq=0810850540>
(Vorsicht, wenn der URL am Seiten- oder Fensterrand umgebrochen wird!)
Eine Anthologie, zu der zehn Autoren beigetragen haben. Dieses Buch habe ich auch noch nicht gesehen, es befindet sich nämlich gerade im Druck, ich kenne aber die einzelnen Kapitel in Vorab-Versionen und kann daher eine Aussage darüber machen: ich finde das gesamte Werk sehr interessant und durchaus empfehlenswert.
5. HINWEIS AUF SENDUNG IM ZDF:
Gerade während ich dies tippe, werde ich auf folgendes Programm aufmerksam gemacht:
Mi, 4. August, 22:15 h im ZDF in der Reihe "Joachim Bublath" eine halbstündige Sendung "Botschaften aus dem Jenseits" über Esoterik und wunderbare Phänomene, die von dem der Sendung ihren Namen gebenden Moderator aufgeklärt werden. Wie weit dabei esoterische Mißinterpretationen ins rechte Licht gerückt und Scharlatanerie angeprangert wird - was rechtens ist - oder ob dabei im "Skeptiker"-Stil auch versucht wird, seriöse parapsychologische Forschung in Frage zu stellen, vermag ich nicht vorauszusagen. Nicht nur mangels eigener präkognitiver Fähigkeiten, sondern vor allen, weil ich das ZDF nicht empfangen kann und daher die Linie von Joachim Bublath nicht einzuschätzen weiß.
Übrigens findet diese Sendung gerade am Abend unserer Sonderveranstaltung "Tag der Parapsychologie" statt, wozu ich abschließend nochmals herzlich einladen möchte.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 650
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 15 - Wien, 03 03 2004
Inhalt:
1. AKTUELLES:
=============
1.1 Vortragsprogramm für das Sommersemester
1.2 Lyn Buchanan / CRV-Kurs
1.3 Buch-Neuerscheinung
1.4 PsiLab
1.5 Wissenschaftsausstellung in Graz
1.6 PA-2004
2. "MEMBERS ONLY"
=================
Entschuldigung bei unseren Mitgliedern
1. AKTUELLES:
1.1 Vortragsprogramm für das Sommersemester
Das Sommersemester hat begonnen und unser Vortragsprogramm, das seit Anfang Februar schon on-line auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar war, wird gerade an unsere Mitglieder und Interessenten versandt (siehe auch Abschnitt 2).
08. März 2004
Peter MULACZ, "Zeitgeschichte" und Parapsychologie - Teil II: Parapsychologie im "Dritten Reich"
22. März 2004
Gerhard KUBIK, Alter Ego - Totemismus: Mensch-Tier-Kommunikation und Symbolismus
19. April 2004
Erlendur HARALDSSON, Erscheinungen Verstorbener - Fallberichte und Interpretationsfragen
Dienstag, 20. April 2004
Erlendur HARALDSSON, Kinder, die sich an "frühere Leben" erinnern - Fallberichte aus dem Libanon, Sri Lanka und Island
24. Mai 2004
Alfons STEINER, Agrippa von NETTESHEIM - Magier oder Wissenschaftler?
Der erste Vortrag findet also schon am kommenden Montag statt und schließt den zweiteiligen Zyklus über "'Zeitgeschichte' und Parapsychologie" ab. Während ich mich im ersten Teil mit der Frage "okkulter" Einflüsse auf die NS-Ideologie auseinandergesetzt habe, geht es diesmal um die Parapsychologie und ihre namhaften Vertreter während der NS-Zeit, wobei im Zentrum Hans Bender und die Reichsuniversität Straßburg stehen.
1.2 Lyn Buchanan / "Controlled Remote Viewing"-Kurs
Die von der CIA, der DIA und andern tlw. mit den US-Streitkräften verflochtenen Organisationen gesponserte Forschung auf dem Gebiet der Außersinnlichen Erfahrung - in diesem Zusammenhang als "Remote Viewing" (RV) bezeichnet - ist eine Thematik, mit der wir uns im Rahmen eines Vortrags bereits ausführlich auseinandergesetzt haben <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/mulacz/cia.htm>. Nach dem Ende dieser Forschungsprogramme, die rund ein Vierteljahrhundert lang gelaufen sind, sind die meisten der beteiligten Sensitiven mit teilweise sensationell aufgemachten Publikationen an die öffentlichkeit getreten und haben sich neue Tätigkeitsfelder geschaffen, indem sie in Form von Workshops und Kursen ihre Erfahrungen weitergeben. Dazu sind eigene Organisationen gegründet worden, die das Reizwort "Remote Viewing" mit verschiedenen phantasievollen Präfixen versehen, z. B. "Technical Remote Viewing", "Controlled Remote Viewing", "Associative Remote Viewing" und was den Veteranen des Stargate-Programms sonst noch eingefallen ist und nicht schon von der Konkurrenz als geschützter Name in Beschlag genommen war. Auch in österreich existiert eine solche Organisation, die ARVA (Austrian Remote Viewing Association) <http://www.remote-viewing.at/>, welche folgende Aussage macht: "Es ist unsere tiefe überzeugung, dass in nahezu jedem Menschen die Fähigkeit dazu steckt. Die spezielle CRV Methodik wurde nicht für "Psychics", also medial veranlagte Menschen entwickelt, sondern für den Durchschnittsmenschen von der Straße." Die Tatsachen sprechen jedoch eine andere Sprache; Jessica Utts <http://anson.ucdavis.edu/~utts/> hat bekanntlich in ihrem Schlußgutachten <http://anson.ucdavis.edu/~utts/air2.html> u. a. festgestellt, daß nur 1% der Versuchspersonen verläßliche Resultate geliefert hat und daß es einfacher ist, gute Remote Viewers zu finden, als mittelmäßige hinaufzutrainieren. Im Lichte dieser Aussagen erscheinen die Versprechungen, welche in einschlägigen Kursankündigungen amerikanischer oder europäischer Seminarorganisationen gemacht werden, unhaltbar und sind als bloße Werbesprüche zu klassifizieren.
Trotz all dieser Vorbehalte möchte ich die Information nicht unterdrücken, daß einer dieser RV-Veteranen, Lyn Buchanan, für ein kurzes Seminar der ARVA im Mai nach österreich kommt. Ob das dort Gebotene den beachtlichen Preis rechtfertigt, darüber will ich keine Spekulationen anstellen. Es sollte dabei nicht übersehen werden, daß viele derartige Unterlagen ohnehin auch kostenlos zugänglich sind, so kann z. B. das "Controlled Remote Viewing Manual" im Web heruntergeladen werden: <http://www.firedocs.com/remoteviewing/answers/crvmanual/> bzw. <http://www.firedocs.com/remoteviewing/answers/crvmanual/CRVManual_FiredocsRV.pdf>.
Die seriöseste Darstellung aus dem Kreis der bei Stargate tätigen Remote Viewers ist zweifellos die von Ingo Swann <http://www.biomindsuperpowers.com/Pages/2.html>, der mir auch persönlich bekannt ist. Er hat sich dabei auch sehr eingehend mit seinen eigenen Erfahrungen im Vergleich zu denen früherer Sensitiver (z. B: Pascal Forthuny nach René Warcollier) auseinandergesetzt <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss2002/mulacz/mulacz.htm>. Swann hat es auch - im Gegensatz zu anderen Stargate-Veteranen - vermieden, sich auf das schwankende Terrain von Voraussagen zu begeben, wie etwa über das bevorstehende Ableben des Papstes zu einem Zeitpunkt, welcher mittlerweile schon jahrelang hinter uns liegt, womit sich einer seiner Kollegen blamiert hat.
1.3 Buch-Neuerscheinung
Alltägliche Wunder
Erfahrungen mit dem Übersinnlichen - wissenschaftliche Befunde
Herausgegeben von Eberhard Bauer und Michael Schetsche
(Grenzüberschreitungen 1)
Ergon Verlag
Würzburg 2003
ISBN 3-89913-311-0
"Alltägliche Wunder" ist der erste Band einer neuen Buchreihe, "Grenzüberschreitungen", die im Auftrag des IGPP <http://www.igpp.de/> von E. Bauer und M. Schetsche herausgegeben wird.
Der von mehreren Autoren abgehandelte thematische Bogen spannt sich von einer repräsentative Bevölkerungsumfrage über Déjà-vu-Erlebnisse, Wahrträume, Ahnungen, Erscheinungen, Spukerlebnisse bis zu der stets aktuellen Frage von Zufall, (Un)Wahrscheinlichkeit und Notwendigkeit auch UFO-Sichtungen werden diskutiert. Eine wissenssoziologische Schlußbetrachtung rundet den Band ab. Der für die Umfrageuntersuchung verwendete Fragebogen ist im Anhang abgedruckt.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen. Ohne jetzt von mir auf andere schließen zu wollen, glaube ich doch, sagen zu dürfen, wer die Tatsache nicht scheut, daß ein wissenschaftliches Buch nicht ein so einfacher Lesestoff ist wie ein populäres, wird aus der Lektüre Gewinn ziehen.
1.4 PsiLab
Es bietet sich an, daß ich thematisch an dieses an Umfragen orientiertes Buch meinen periodisch wiederholten Hinweis auf die on-line-Umfragen des (privaten) PsiLab <http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~jr4/mmhb/psilab/psychd.html> anschließe, wo es die Möglichkeit zur Teilnahme an Fragebogenuntersuchungen, aber auch interaktiven Experimenten gibt.
Zurück zu unserer Gesellschaft:
1.5 Wissenschaftsausstellung in Graz
Im Jänner war über ein Wochenende in der Grazer Burg die Wissenschaftsausstellung <http://parapsychologie.ac.at/vwgoe/graz.htm> zu sehen <http://parapsychologie.ac.at/vwgoe/wissenschaftsausstellung_graz.pdf>, die in Wien bereits im Jahr 2000 gelaufen ist und an der auch unsere Gesellschaft diesmal wieder mit vier Postern vertreten war.
1.6 Parapsychological Association 2004
Die Vorbereitungen für die 47. Jahresversammlung der Parapsychological Association (PA) <http://parapsych.org>, für deren Organisation <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004/>. unsere Gesellschaft verantwortlich ist, laufen auf Hochtouren. Wie bereits im Newsletter 12 angekündigt, soll am 04. Aug. ein Tag mit Veranstaltungen in deutscher Sprache (aber internationalen Referenten) vorgestaffelt werden, der freilich auf der englischen Website <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004/> nicht reflektiert ist.
Wir suchen Sponsoren, die uns bei der PA-Convention - die für die Verhältnisse unserer Gesellschaft eine Großveranstaltung darstellt - unterstützen. Hinweise sind willkommen.
2. "MEMBERS ONLY"
Hier sehe ich mich gezwungen, einen Punkt anzuschneiden, der uns sehr peinlich ist. Wie unseren Mitgliedern (von den Neubeitritten abgesehen) bekannt ist, versenden wir immer gemeinsam mit dem Programm für das Sommersemester die Erlagscheine zur Bezahlung des Mitgliedsbeitrags. Leider erst zu einem Zeitpunkt, als sich die Aussendung bereits am Postweg befand (oder gar schon in dem einen oder anderen Briefkasten) und nicht mehr gestoppt oder gar zurückgerufen werden konnte, haben wir bemerkt, daß sich bei der Erstellung der Beitragsvorschreibungen ein arger Programmfehler eingeschlichen hat. Diese hat zur Folge, daß einigen Mitgliedern, welche mit ihren Beiträgen im Wirklichkeit im Rückstand sind, fälschlich mitgeteilt wird, daß ihr Rückstand "null" betragen würde, was schlecht für unser Budget ist. Noch viel schlechter ist es allerdings - schlecht für unsere Reputation bei unseren Mitgliedern und schlecht für das gute Einvernehmen mit diesen -, daß vielen Mitgliedern, die korrekt eingezahlt haben und à jour sind, fälschlicherweise ein Rückstand zur Zahlung vorgeschrieben wird. Daß auch sonst im Leben oftmals die Bösen belohnt und die Braven bestraft werden ist kein wirklicher Trost angesichts dieser gravierenden Fehlleistung. Ich kann mich nur namens unserer Gesellschaft bei den betroffenen Mitgliedern vielmals entschuldigen und Sie alle bitten, diese Entschuldigung auch zu akzeptieren.
Mit einem Wort: was immer als "Rückstand" (und natürlich dementsprechend in weiterer Folge als "Summe") auf Ihrem Erlagschein ausgewiesen ist, ist möglicherweise fehlerhaft. Wir bitten alle Mitglieder um Einzahlung des Mitgliedsbeitrags für das laufende Jahr in gleich gebliebener Höhe von ¤ 20,- . Die darüber hinausgehende Serviceleistung einer Erinnerung an säumige Zahler ist, wie geschildert, leider völlig daneben gegangen und in großen Teilen sogar in ihr Gegenteil verkehrt - ich kann daher nur darum bitten, wenn Sie sich eines Rückstandes bewußt sind, diesen ebenfalls ausgleichen zu wollen. Individuelle Anfragen über den Stand Ihre Beitragskontos leite ich gerne an unseren Kassier, Mag. Holischka, weiter.
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 600
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 14 - Wien, 10 11 2003
Inhalt:
1. AKTUELLES (Veranstaltungen, Fernsehen, Kino):
=======================================
1.1 Mesmer-Film auf 3Sat
1.2 Merkwürdiges rund um's Wasser
1.3 "Dimension PSI" auf ARD
1.4 Film über E. Kübler-Ross und Todesnäheforschung in den Kinos
2. NOSTRADAMUS - 500. Geburtstag
============================
AKTUELLES:
1. Mesmer-Film auf 3Sat
Am 12. Nov. 2003 um 22:25 h strahlt 3SAT den Film "Mesmer - Wunderheiler oder Scharlatan? Eine Biographie" aus.
Franz Anton Mesmer <http://parapsychologie.info/mesmer.htm>, 1734 in Weiler bei Iznang geboren, hat den größten Teil seiner Studien in Wien absolviert und hier auch 1766 das Doktorat der Medizin erworben (seine Promotionsurkunde ist von dem berühmten van Swieten unterzeichnet). Auch seine spätere Heilmethode, den animalen Magnetismus, hat er in Wien entdeckt bzw. konzipiert. Im Gartenpavillon seines Wiener Hauses (dessen Nachfolgerbau leider noch immer keine Gedenktafel ziert) hat der damals 12-jährige Mozart sein Singspiel "Bastien und Bastienne" uraufgeführt. Nach der Heilung der blinden Pianistin Maria Theresia Paradis (an welche in Wien der Name einer Gasse erinnert) kam es zu einem Eklat, im Zuge dessen die Patientin in ihre frühere Blindheit zurückfiel und infolge dessen Mesmer Wien verließ und nach Paris übersiedelte.
Aufgrund der Bedeutung Mesmers für die Parapsychologie (veränderte Bewußtseinszustände, Auftreten von Hellsehen) einerseits und aufgrund des Wien-Bezugs andererseits weise ich auf diesen Fernsehfilm hin. Ich habe ihn selbst bisher nicht gesehen und kann daher keine Wertung oder Empfehlung abgeben.
2. Wassergedächtnis und Wasserkristalle:
Ein umstrittenes Phänomen ist das sogenannte "Wassergedächtnis", welches auf Forschungen von Jacques Benveniste zurückgeht. Die Sendung "Modern Times" <http://moderntimes.orf.at/web/sendungneu/s2003_08_22/sendung.html> hat darüber geurteilt: "Die Grenzlinie ist nicht leicht zu ziehen. Gegner und Befürworter der gewagten Thesen behaupten gleichermaßen, über eindeutige Erkenntnisse zu verfügen und die wahre Wissenschaft an ihrer Seite zu haben." und eine andere diesem Thema gewidmete ORF-Produktion <http://magazine.orf.at/alpha/programm/2002/20408_wasser.htm> stellte ebenfalls diese Ambivalenz fest: "Die Kontroverse, ob es sich beim Wassergedächtnis um Scharlatanerie oder um eine der sensationellsten Entdeckungen handelt, führt an die Grenzen unseres Wissens." Das paßt demnach so recht in das Gebiet unserer Gesellschaft, die sich ja – ihrem vollen Titel gemäß – außer mit dem zentralen Anliegen Parapsychologie auch sonst mit Grenzbereichen der Wissenschaft beschäftigt.
Keine Frage, daß das hypothetische Wassergedächtnis vor allem im wahrsten Sinne Wasser auf die Mühlen der Homöopathen ist <ggg>.
Weitere Informationen dazu (Vorsicht, wenn der Link am Fensterrand umgebrochen wird):
<http://www.homoeopathik-service.de/Homoopathik/Presseberichte/Jacques_Benveniste/body_jacques_benveniste.html>
<http://home.t-online.de/home/Bernhard.Hiller/betr-34.htm>
Ein ganz anderer Effekt, aber ebenfalls das Wasser betreffend, sind die sogenannten Wasserkristalle nach Masaru Emoto. Hier handelt es sich um einen Effekt, der - falls sich für ihn entsprechende Evidenz erbringen läßt - die Deutung eines psychokinetischen Effekts auf das Wasser nahelegen würde, also einen Vorgang, der zentral in die Parapsychologie einschlägig wäre, wenn er auch derzeit eher von der Esoterik besetzt erscheint.
Statt einer langen Schilderung, was Emoto gefunden zu haben behauptet, liste ich einige Links dazu auf:
<http://www.baerbelmohr.de/magazin/beitraege/20010819_emoto.htm>
<http://selaworld.seven.at/bibliothek/gesundheit/wasserkristalle.htm>
<http://www.naturel.biz/tiki-view_categories.php?parentId=33>
<http://www.spiritproject.de/medicus/bodysoul/wasser/>
<http://www.s-p-i-r-i-t.net/science/c-wasser1.htm>
Der Grund, weshalb ich all dies in diesem Newsletter erwähne, ist die Tatsache, daß Masaru Emoto am 13. Nov. 2003 um 20:00 h in Wien im Austria Center über seine Forschungen sprechen wird. Karten gibt es nur mehr an der Abendkasse zu dem eher stolzen Preis von ¤ 20,– (vgl. dazu den Preis der Gastkarten für unsere Vorträge um bescheidene ¤ 5,–).
Ähnlich wie bei dem Mesmer-Film oben ist auch dies nur ein Veranstaltungshinweis, aber nicht notwendigerweise eine Empfehlung. Der Unterschied ist der: bei Mesmer weiß ich wenigstens um ihn und seine Bedeutung bescheid, bei Emoto kann ich hingegen keinerlei eigene Beurteilung abgeben. Die Sache ist jedenfalls in Diskussion, und, wie immer in der Wissenschaft, wird man dann klarer sehen, wenn andere Experimentatoren unabhängige Replikationen zustandebringen (oder auch nicht).
3. "Dimension PSI" - 6-teilige Dokumentarserie ab November 2003
Mehrfach in ihrem Beginn verschoben und auch umbenannt, strahlt jetzt ARD - Das Erste am
Montag, 17. Nov. 2003 um 21:45 h
den ersten Teil dieser Reihe aus:
Rätselhafte Kräfte (ein Film von Thomas Zintl).
Ein paar Kostproben der diesbezüglichen Aussendung:
"Als sie es im Fernsehen sahen, glaubten plötzlich viele an die unerklärliche Kraft: Millionen sahen verblüfft zu, wie Uri Geller in den 70er Jahren vor laufender Kamera einen Löffel verbog, ganz ohne ihn anzufassen. Allein durch die Kraft seiner Gedanken - durch Telekinese. Mit dieser Sensation ging Hans Rosenthals Live-Sendung 'Dalli Dalli' in die Fernsehgeschichte ein, Uri Geller wurde auf einen Schlag zum Star und die gesamte Fernsehnation rätselte - …" Weiters:
"Das Phänomen war nicht neu. Schon im 18. und 19. Jahrhundert sorgten Experimente mit fliegenden Tischen und schwebenden Menschen für Aufregung. Solche Levitationen fanden sogar unter den strengen Augen von Wissenschaftlern statt. Seit den 30er Jahren widmen sich Psychologen, Statistiker und Ingenieure weltweit sogar in anerkannten Universitäten nur dieser einen Frage: Ob und wie sich Telekinese, die Kraft der Gedanken, beweisen lässt. …" Und schließlich: "Ein Team von Wissenschaftler der Universität Princeton sucht nach Antworten auf diese Fragen. In der Folge "Rätselhafte Kräfte" erklären sie und weitere namhafte Wissenschaftler aus allen Kontinenten, welche Kraft unsere Gedanken wirklich haben. Stars wie Uri Geller führen noch einmal unerklärliche Phänomene vor und überraschen mit außergewöhnlichen Erklärungen für ihre Kräfte. Am Ende drängt sich die Frage auf: Der Wunsch ist der Vater des Gedankens - ist er am Ende auch Vater des Geschehens?"
Die weiteren Folgen der Reihe und ihre Sendetermine:
"Teufelsaustreibung" 24. Nov.
"Gedankenübertragung" 1. Dez.
"Todeserfahrung" 8. Dez.
"Wiedergeburt" 15. Dez.
"Geister" 22. Dez.,
jeweils um 21:45 h (MDR, Länge: 45 Minuten).
Ich pflege sonst nicht auf Fernsehsendungen zu parapsychologischen Themen hinzuweisen, weil zumeist die marktschreierische Aufarbeitung und die sachlichen Unzukömmlichkeiten sehr unerfreulich sind. Diesmal mache ich eine Ausnahme, weil als wissenschaftlicher Berater Walter von Lucadou gewonnen worden ist, dessen Name wohl für Seriosität und wissenschaftliches Niveau bürgt. Und doch kann ich meine Zweifel nicht unterdrücken, haben mich doch die Redakteure zweier Sendungen aus dieser Reihe mehrfach angerufen, stundenlang am Telephon befragt, und - als sie offenbar genug Material erhalten hatten - trotz gegensätzlicher Ankündigung nichts mehr von sich hören lassen. Das macht nicht gerade ein gutes Bild von Zuverlässigkeit.
Auch bringt eine Vorschau des Stern-Wissenschaftsteiles <http://www.stern.de/wissenschaft/natur/index.html?id=514663&p=4&nv=ct_cb> ein paar im Detail recht groteske Entstellungen, von denen ich nicht weiß, ob sie der ARD selbst oder dem Stern anzulasten sind, die jedoch ganz allgemein Skepsis gegenüber journalistischer Sorgfalt der Berichterstattung angebracht erscheinen lassen.
Zu der Fernsehserie ist soeben auch eine begleitende Buchveröffentlichung von Walter von Lucadou, "Dimension PSI. Fakten zur Parpsychologie", List-Verlag, erschienen <http://www.list-verlag.de/indx_list.html>. Amazon <http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/347178571X/qid=1068425929/sr=2-1/ref=sr_2_11_1/302-7502373-6510403> schreibt dazu u. a.: "In enger Anlehnung an das Konzept der Serie geht das Buch den wichtigsten parapsychologischen Phänomenen nach, erzählt ihre Geschichte und hinterfragt die Ursachen. Betroffene aus aller Welt kommen ebenso zu Wort wie internationale Wissenschaftler. Ergänzt werden ihre Berichte durch Aufsehen erregende Bilder. Das aufwendig gestaltete TV-Begleitbuch zu einem faszinierenden Thema aus den Grenzbereichen des Wissens." Das Buch ist brandneu, ich habe es noch nicht gesehen, aber der Name des Verfassers ist Empfehlung genug.
4. "Elisabeth Kübler-Ross - dem Tod ins Gesicht sehen", ein Film von Stefan Haupt
Ich denke, ich brauche über die Bedeutung von Frau Kübler-Ross, der Pionierin der Thanatologie (Todesnähe-Forschung) nichts zu sagen, die ihr verliehenen 23 Ehrendoktorate sprechen für sich, ihre Bücher sind in mehr als 25 Sprachen übersetzt. Der Bezug der Thanatologie zur Parapsychologie ist schmal, aber wichtig, und besteht im Phänomen der Außerkörperlichen Erfahrung (AKE), bekannter vielleicht unter der "neudeutschen" Bezeichnung Out-of-the-Body-Experience (OBE, OOBE). Die verschiedenen Interpretationen dieser Erfahrung zeigen eine große Spannweite von den "Gläubigen", die darin einen Beweis für die Existenz der Seele (unabhängig vom Leib) sehen bis zu den Skeptikern wie z. B. Sue Blackmore <http://www.susanblackmore.co.uk/>, die alle berichteten Effekte physiologisch deuten <http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/0879758708/drsusanblackm-21/202-0396595-5873449>.
Ob OBEs in dem Film überhaupt angesprochen werden, vermag ich nicht zu sagen, vielmehr zweifle ich aufgrund der mir vorliegenden Presseaussendung eher daran; der Film konzentriert sich eher auf die Persönlichkeit von Kübler-Ross, die aber freilich in ihrer Forschung nicht davor zurückgescheut hat, sich auch mit spiritistischen Kommunikationen ("Channeling") auseinanderzusetzen, was ihr viele Anfeindungen eingetragen hat.
Im Zentrum des Films, der sich als Porträt von Elisabeth Kübler-Ross versteht, stehen die Gespräche mit ihr in Arizona. Zu sehen ist eine trotz körperlicher Probleme psychisch vitale Frau, geistig glasklar, voller Humor und immer noch unbequem. Sie blickt auf ihr Leben zurück, erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Arbeit mit Sterbenden und Aids-Kindern und davon, wie sie mit ihrem eigenen Altern und Sterben umzugehen versucht.
Der URL des Films lautet <http://www.kuebler-ross.de/>, der des Verleihs <http://verleih.polyfilm.at/>.
Der Film startet in Wien und in Linz am Freitag, 28. Nov.:
in Wien im "Filmcasino" (Margaretenstr. 78, 1050 Wien) - genaue Beginnzeiten unter <http://filmcasino.at> bzw. Tel.: 5879062,
und in City Linz (Graben 30) jeweils um 18:45 h - Infos unter <http://www.moviemento.at> bzw. Tel.: 070/77 60 81.
Im Dezember wird der Film dann auch in Innsbruck und Graz anlaufen.
NOSTRADAMUS
Am 14. Dez. 2003 jährt sich zum 500. Mal der Geburtstag des berühmten "Sehers" und Arztes Nostradamus. Das bedeutet auch Hochkonjunktur für die "Nostradamiker", wobei vermutlich die Sensationshascher die leisere Stimme der Vernunft wieder einmal deutlich übertönen werden. Immerhin ist dennoch im "Sonntags-Kurier" von gestern, 9. Nov., ein Artikel erschienen, der die ganze Lächerlichkeit der Deutungen eines Dimde exemplarisch nachweist <http://parapsychologie.info/endzeit/nostrada.pdf>.
Im Vordergrund des Interesses stehen natürlich die "Prophezeiungen" des Nostradamus, während etwa seine Leistungen als Pestarzt, wie auch sonst seine Lebensgeschichte, ohne die Prophezeiungen wohl längst weitgehend vergessen wären. Eine bereits vor einigen Jahren als günstiges Taschenbuch erschienene, empfehlenswerte Biographie stellt "Nostradamus" von Frank Rainer Scheck dar (Reihe dtv Portrait) <http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423310243/qid%3D1068429179/028-5968545-9142923>.
Was ist nun von Nostradami "Prophezeiungen" zu halten - insbesondere, wenn sie dem von der Parapsychologie studierten Phänomen der Präkognition gegenüber gestellt werden?
Wer dazu inkliniert, mit Nostradamus einen "Blick in die Zukunft" versuchen zu wollen, möge nicht verabsäumen, zuvor einen Blick in die Vergangenheit, in die Geschichte zu werfen - nämlich in die Geschichte der Nostradamus-Interpretationen. Schließlich "spricht" Nostradamus kaum direkt selbst zu uns (sein altfranzösischer Originaltext ist auch für Romanisten schwierig), sondern stets, worauf auch Scheck hinweist, durch seine diversen Interpreten, die aus seinen Texten dasjenige auswählen, was in einen gegebenen Kontext paßt.
Wenn Nostradamus überhaupt ein mehr oder minder korrektes Bild der Zukunft besessen hat (was aufgrund der Ergebnisse der Präkognitionsforschung ja ohnehin extrem unwahrscheinlich ist), so hat er jedoch - angeblich aus Angst vor der Inquisition - seine Quatrains absichtlich durcheinandergewürfelt (es ist wie ein Kaleidoskop, in dem man, wenn man es entsprechend dreht oder schüttelt, immer neue Bilder erblicken kann), er hat uns, sit venia verbo, statt jenes Bildes bloß einen Haufen von Mosaiksteinchen hinterlassen. Aus diesen Mosaiksteinchen haben nun die Nostradamus-Interpreten aller Epochen jeweils ihre eigenen - untereinander keineswegs übereinstimmenden - Bilder zusammengesetzt. Die jeweils neueren Interpretationen - den jeweils neu "entdeckten Schlüsseln" entsprechend - sind selbstverständlich den bisher abgelaufenen Ereignissen angepaßt: dieselben Vierzeiler werden anders als bisher interpretiert bzw. dieselben "Mosaiksteinchen" werden dazu benützt, um ein anderes Bild aus ihnen zusammenzusetzen. Ständig werden immer neue Nostradamus-Interpretationen publiziert, die - eine Art von "vaticinium post eventum" - stets auf das Vergangene passen, aber (zumindest bisher) nie auf das Zukünftige. So besitze ich z. B. eine Nostradamus-Ausgabe aus der Mitte des 19. Jahrhunderts: alles, was sich vor diesem Zeitpunkt abgespielt hat, findet der Herausgeber in Nostradamus-Versen widergespiegelt; hingegen ist alles, was er gemäß seinem subjektiven "Schlüssel" von der damaligen Zukunft vorhergesagt hat, nicht eingetroffen. Nach einigen Jahrhunderten Nostradamus-Interpretation kann man wohl getrost sagen, daß so ein Schlüssel, welcher eine genaue Zuordnung der Quatrains zu zukünftigen Ereignissen erlaubt, gar nicht existiert, die Zuordnung also weitgehend willkürlich erfolgt, und die Verse des Nostradamus ein Material von Texten darstellen, das die wildesten Projektionen erlaubt. Freilich ergeben sich durch das Spiel des Zufalls dabei oft verblüffende Fälle, daß alles zu "passen" scheint - aber eben nur für einen beschränkten Zeitraum. Diese Projektionen haben bekannte Gegenstücke im optischen Bereich, die jedermann vertraut sind: in den Wolken kann man manchmal allerhand Figuren oder Gesichter sehen, die oft verblüffend deutlich sind, trotzdem aber vom Beobachter abhängig: was für den einen z.B. die Nase in einem menschlichen Gesicht darstellt, darin sieht der andere z.B. einen Pferdekopf. Auch andere ähnlich strukturierte Hintergründe bieten sich dafür an, man kann im Marmor oder in einer Holzfurnier oft interessante Dinge "entdecken", die freilich bloß die eigenen Projektionen darstellen, das was man "hineinsieht" - natürlich sind die Strukturen objektiv da, aber das Muster, zu dem sie der Betrachter willkürlich kombiniert, ist sein subjektiver Anteil.
Bei Christian Morgenstern klingt das so:
Bilder.
Bilder, die man aufhängt umgekehrt,
mit dem Kopf nach unten, Fuß nach oben,
ändern oft verwunderlich den Wert,
weil ins Reich der Phantasie erhoben.
Palmström, dem schon frühe solches kund,
füllt entsprechend eines Zimmers Wände
und als Maler großer Gegenstände
macht er dort begeistert Fund auf Fund.
Oder auch so:
Bildhauerisches
Palmström haut aus seinen Federbetten,
sozusagen, Marmorimpressionen:
Götter, Menschen, Bestien und Dämonen.
Aus dem Stegreif faßt er in die Daunen
des Plumeaus und springt zurück, zu prüfen,
leuchterschwingend, seine Schöpferlaunen.
Und im Spiel der Lichter und der Schatten
schaut er Zeuse, Ritter und Mulatten,
Tigerköpfe, Putten und Madonnen…
träumt: wenn Bilder all dies wirklich schüfen,
würden sie den Ruhm des Alters retten,
würden Rom und Hellas übersonnen!
Ganz analog sind Nostradami Verse ein willkommener Projektionshintergrund, von dem jetzt wohl klar geworden ist, daß er mit Parapsychologie nichts tun hat: es ist einsichtig, daß sich aus einer genügend großen Anzahl von Mosaiksteinchen, die ad libitum kombinierbar sind, nahezu jedes beliebige Bild erzielen läßt - und so werden wir in Zukunft noch viele weitere Nostradamus-Interpretationen er- und überleben - keine schwierige Prophezeiung.
Es besteht auch sonst aller Grund, weltumfassenden Prophezeiungen sehr skeptisch gegenüber zu stehen. Die Resultate der Präkognitionsforschung zeigen nämlich völlig andere Ablaufmuster, und zwar Personenbezogenheit und eine starke emotionale Komponente, und beziehen sich zumeist auf die unmittelbare Zukunft: es werden wichtige, insbesondere "negative" Ereignisse (Tod, Todesgefahr, Unfall/-gefahr, schwere Krankheit) der eigenen Person oder unmittelbar Nahestehender voraus erfaßt, vielfach auch symbolisch eingekleidet. Die wenigen Ausnahmen davon sind wiederum sehr spezifisch, wie früher das "Zweite Gesicht" in bestimmten Gegenden, wo zwar die Zeitspanne weit größer war, sich das Vorhergesehene jedoch auf einige wenige Elemente des dörflichen Lebens (Hochzeit, Feuer, Tod und Leichenbegängnis etc.) beschränkt hat. Soweit zu den Spontanphänomenen; die experimentelle Forschung zeigt wiederum ganz andere, deutlich umschriebene Charakteristika, sei es die Forschung mit Sensitiven, wie etwa von Tenhaeff ("anthropologische Parapsychologie") und Bender mit Croiset und anderen "Paragnosten", seien es Ganzfeld-Experimente, seien es schließlich die "Presentiment"-Experimente von Radin oder Bierman, wo es um physiologische Reaktionen als Antwort auf präkognitiv zu erfassende Stimuli geht. Diese wenigen Worte zeigen schon, wie ganz anders all dies geartet ist, als die angeblichen Prophezeiungen nicht nur des Nostradamus, sondern z. B. auch der bayrischen "Hellseher"; mehr darüber in meinem Aufsatz "Lust an der Apokalypse" <http://parapsychologie.info/endzeit/millenni.htm>.
Aber zurück zu Nostradamus und dem Interesse, das er auch heutzutage erweckt und das bekanntlich auch dazu geführt hat, daß nach dem 11. Sept. 2001 eine gefälschte, d. h. dem Nostradamus unterschobene, in seinem Werk nicht existierende "Prophezeiung" im Internet kursiert hat, welche eine Deutung auf den Anschlag auf das WTC hin nahelegt und etwa wie folgt (es sind verschiedene Versionen im Umlauf) lautet:
"In the City of God there will be a great thunder,
Two brothers torn apart by chaos,
While the fortress endures, the great leader will succumb,
The third big war will begin when the big city is burning."
Die beiden Brüder sind wohl die Twin Towers, und die Festung das Pentagon, gefolgt von der Angstmache bzgl. eines Dritten Weltkriegs. Angeblich stammt dieser spuriose Vers von einem Schüler namens Neil Marshall, der in einer Arbeit "Nostradamus: A critical Analysis." beweisen wollte, daß jeder Vers irgendwie interpretiert werden kann. Was ihm auch gelungen ist…
<http://www.service-asp.de/horoskope/geschichten/nostradamus-wtc.htm>
<http://www.klug-suchen.de/wtc/#nostradamus>
<http://www.armin-risi.ch/wtc/wtc2.html>
<http://www.snopes.com/rumors/predict.htm>
Nostradamus: A critical Analysis:
<http://www.snopes.com/rumors/info/analysis.htm>
Abschließend, nach diesem Exkurs zum gefälschten Nostradamus wieder zum echten: Elmar Gruber hat mit seinem heuer im Frühjahr bei Scherz erschienenen Buch "Nostradamus" <http://www.e-r-g.de/bt/lfb/3-502-15280-2.htm> wohl die ultimative Biographie dieser Persönlichkeit vorgelegt. Er stützt sich dabei auf umfangreiche Manuskripte, die unerschlossen in Archiven lagen darunter wissenschaftlich noch nicht ausgewertetes Material, etwa die fast 800 Seiten umfassende Handschrift von Jean-Aimé de Chavigny, Sekretär des Nostradamus in dessen letzten Jahren, mit ausführlichsten Exzerpten von allen Almanachen des "Propheten", auch von jenen, die heute nicht mehr erhalten sind, und auf das Horoskop, das Nostradamus Rudolf von Habsburg, dem späteren Kaiser Rudolf II., gestellt hat, dessen Lebensgeschichte ja bekannt ist, sodaß die Angaben im Horoskop leicht überprüfbar sind. Damit revidiert Gruber das bisherige Nostradamus-Bild stark. Ein Interview dazu findet sich auf <http://www.e-r-g.de/iv/_main/>. Mehrere Rezensionen finden sich auf der amazon-Seite <http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3502152802/qid%3D1068434373/028-7271428-7628527>. Grubers Buch kann ich, wenn man sich für diese interessante Figur der Kulturgeschichte interessiert, deren Name noch in die Gegenwart wirkt, empfehlen.
"Herbstzeit ist Lesezeit" - diesen Slogan habe ich mir von den österreichischen Buchmesse ausgeborgt, die ja wieder ab 18. Nov. im Wiener Rathaus stattfinden wird. Ferner eigenen sich Bücher bekanntlich auch gut als Weihnachtsgeschenke. Diesen dezenten Hinweis <ggg> darf ich mit dem weiteren Hinweis verbinden, daß noch Exemplare des Buches "Psi - die 'andere Wirklichkeit'" aus der Feder unseres Ehrenpräsidenten, Prof. Hellmut Hofmann, erhältlich sind, und zwar auch über unsere Gesellschaft.
Buchinformation zu "Psi - die 'andere Wirklichkeit'":
<http://www.vabene.at/html/collect/parapsy/111_2.htm>
Bestellung über das feed-back Formular:
<http://www.parapsychologie.ac.at/feedback.htm>
Prof. Peter Mulacz
=================================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=================================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=================================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit 544
Abonnenten versandt. Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=================================================
Newsletter N° 13 - Wien, 18 10 2003
Inhalt:
1. E-mail-Adressen: Probleme gelöst
===========================
2. Todesnähe-Erfahrungen - Seminare
============================
3. Literaturhinweis
==============
4. Profunde Informationsquelle on-line
============================
1. E-mail-Probleme:
Es ist unüblich, einen weiteren Newsletter in so schneller Folge herauszugeben. Der Grund dafür liegt darin, daß sich beim Versand des letzten Newsletters herausgestellt hat, daß unsere e-mail Adressen teilweise nicht funktioniert haben. Wenn Sie also mit dem "reply-button" eine Antwort senden wollten, haben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fehlermeldung erhalten. Ich bedauere diese aufgetretenen Probleme, an denen freilich weder unsere Gesellschaft noch ich persönlich schuld sind; unser ISP schreibt dazu:
da wir in letzter zeit mit einem nahezu irrsinnigen mailaufkommen zu kämpfen haben, das auf spam-attacken zurückzuführen ist, war unser mailserver die letzten tage mehrmal komplett überlastet. bei dieser Überlastung konnten leider mails nicht richtig weiterverarbeitet werden, darum kam es dann auch zu diesen Fehlermeldungen bzw. der nichterreichbarkeit von mailadressen.Dazu kam aufgrund einer Serverumstellung ein Konfigurationsproblem.
Die gute Nachricht: alle diese Schwierigkeiten sind nun überwunden, alle e-mail-Adressen funktionieren wieder klaglos.
Ich will es freilich nicht bei einem "Entschuldigungs-newsletter" bewenden lassen, sondern die Gelegenheit benützen, wieder einige Informationen zu versenden.
2. Seminare über NDE (Todesnähe-Erfahrung):
Im deutschen Sprachraum gibt es zwei ausgewiesene Experten in der Todesnäheforschung, die von unterschiedlichen Aspekten ausgehen, welche komplementär zueinander sind. Michael Schröter-Kunhardt ist Arzt, Hubert Knoblauch, Verfasser von "Berichte aus dem Jenseits. Mythos und Realität der Nahtod-Erfahrung" ist Soziologe.
Ich möchte auf zwei Veranstaltungen aufmerksam machen, welche Schröter-Kunhardt in Kürze in österreich durchführt:
29. Okt. 2003Nun ist nicht nur die zweite Veranstaltung im Katholischen Bildungswerk, Schröter-Kunhardt vertritt auch einen prononciert christlichen (wenn auch nicht katholischen) Standpunkt.
09.00-10.30 Uhr Vortrag + 14.30-18 Uhr Seminar
Akademische Wochen in Garmisch-Partenkirchen
Kontakt/Info:
Herr Ruschmann
Tel 0043/512/291806
Fax 0043/512/291806-10
ruschmann@aon.at
Defregger Straße 38
6020 INNSBRUCK
österreich
08. Nov. 2003
Seminar über Nah-Todeserfahrungen 10-17 Uhr
Katholisches Bildungswerk Schloß Puchberg
Info/Kontakt:
ernst.braeuer@dioezese-linz.at
Tel 0043/7242/46558 oder 475370
Fax 0043/7242/4224555 oder 4753755
3. Literaturhinweis:
Es ist mir eine besondere Freude, die Literaturhinweise des letzten Newsletters heute mit einem Buch fortsetzen zu können, welches in besonderer Weise Bezug zu unserer Gesellschaft hat, ist doch sein Autor nicht bloß unser Mitglied, sondern hat er auch über das Thema dieses Buches bei uns bereits vor Erscheinen desselben ein Referat <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss2002/obrecht/obrecht.htm> gehalten. Die Rede ist von Andreas J. Obrecht, aus dessen Feder nunmehr das Buch "Zeitreichtum - Zeitarmut. Von der Ordnung der Sterblichkeit zum Mythos der Machbarkeit" erschienen ist (Brandes & Apsel Verlag, Ffm, ISBN 3-86099-780-7).
Natürlich handelt es sich dabei nicht um parapsychologisches Buch, aber doch um ein für die Parapsychologie relevantes Buch. Viele werden das folgende Zitat von C. G. Jung kennen:
Die Unbestimmtheit des Verhaltens von Zeit und Raum unter psychischem Einfluß tritt bei parapsychologischen Erfahrungen deutlich zutage. Daraus folgt, daß mit einem Faktor der Psyche zu rechnen ist, der den Gesetzen von Raum und Zeit nicht untersteht; im Gegenteil, er kann sie bis zu einem gewissen Grad aufheben. Mit anderen Worten: Man muß damit rechnen, daß dieser Faktor die Qualität der Zeit- und Raumlosigkeit, das heißt "Ewigkeit" und "Ubiquität" besitzt.Woran man hier denkt, ist die Präkognition, der "Sprung über die Zeit" und somit ist es eine legitime Fragestellung der Parapsychologie, sich über den Begriff "Zeit" Rechenschaft zu geben. <http://www.brandes-apsel-verlag.de/gv_neu/glo_krit.html>
Auf frühere Bücher von Andreas Obrecht habe ich anläßlich seines damaligen Vortrags über "Geistheiler in österreich" bereits hingewiesen <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200001/obrecht/obrecht.htm>.
4. EHEN on-line:
Eine überaus profunde Informationsquelle, allerdings wieder einmal eine in englischer Sprache, stellt Rhea White's EHEN dar - Exceptional Human Experiences Network <http://www.ehe.org>. Dieses "Netzwerk Außergewöhnlicher Menschlicher Erfahrungen" enthält nicht bloß zahllose interessante Spontanfälle, sondern jetzt auch einen großen Index von Bibliographien bzw. Buchbesprechungen aus dem Gebiet der Parapsychologie und verwandten Gebieten wie Bewußtseinsforschung oder Interkulturellen Anomalien. Palyne Gaynir, die früher die PA-Website betreut hat, hat Rhea White's virtuelle Bibliothek mit einer vorbildlichen "sitemap" bestens aufgeschlossen.
So viel für heute – Montag und Dienstag kommender Woche finden unsere ersten Vorträge in diesem Semester statt, an die ich an dieser Stelle nochmals erinnern darf. Unsere Referenten sind Ervin Laszlo und seine Mitarbeiterin Maria Sagi, welche auch in einem Appendix zu seinem neuesten Buch vertreten ist, das allerdings bisher nur in englischer Sprache vorliegt: "The Connectivity Hypothesis. Foundations of an Integral Science of Quantum, Cosmos, Life, and Consciousness" <http://www.sunypress.edu/details.asp?id=60781>.
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=====================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=========================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=========================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit 544
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=========================================
Newsletter N° 12 - Wien, 27 09 2003
Inhalt:
1. Vortragsprogramm
================2. Neuerscheinungen am Büchermarkt
============================3. SPR-Bibliothek on-line
===================4. Vorschau auf Kongreßveranstaltungen
==============================5. Parapsychology Foundation
======================6. Die Silvio-Protokolle auf CD-ROM
============================7. Fragebogen zur Todesnäheforschung
=============================8. Neues auf PsiLAB
================
1. Unser Vortragsprogramm für das kommende Semester ist bereits on-line und wie üblich auch direkt über <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> aufzurufen.
Wir haben uns wiederum bemüht, ein ausgewogenes Programm zu bieten, welches der Vielfalt von Interessen auf unserem Gebiet Rechnung trägt - hier die Kurzfassung:
20. Okt. 2003
Ervin LASZLO & Maria SAGI (Budapest), Telepathie und Telesomatik - Kommunikation und Heilung im Psi-Feld - Teil I
Die konzeptuellen Grundlagen an der vordersten Front der Wissenschaft
Dienstag (!) 21. Okt. 2003
Dieselben, Telepathie und Telesomatik - Kommunikation und Heilung im Psi-Feld - Teil II
Die praktischen Dimensionen für Gesundheit und Leben
10. Nov. 2003
Hermann HARRAUER, "Magische" Gemmen aus der Antike
01. Dez. 2003
Robert PUCHER, "PSI" im Alltag - praktische Erfahrungen
19. Jan. 2004
Peter MULACZ, "Zeitgeschichte" und Parapsychologie - Teil I
Okkulte Wurzeln des Nationalsozialismus
[Technischer Hinweis: manche der im folgenden angegebenen Hyperlinks, die auf Unterseiten verweisen, mögen so lang sein, daß sie am Fensterrand in Ihrem e-mail Client umgebrochen werden - Vorsicht!]
Mit Ervin Laszlo (<http://www.suhrkamp.de/autoren/laszlo/laszlo_bio.htm>, <http://www.learn-usa.com/ctd06.htm>, <http://www.geomantie.net/content/author/id__pers_3a28f6a21dd1f.html>) haben wir einen Referenten gewonnen, der nicht nur international auf dem Gebiet der Systemtheorie ausgewiesen ist, sondern auch als Autor zahlreicher Bücher und als Gründer des "Club of Budapest" sehr bekannt ist. Nachdem wir in den letzten Jahren mehrfach Referenten hatten, die einer quantenmechanischen Interpretation der paranormalen Phänomene nahestanden, kommt mit Ervin Laszlo diesmal ein Vertreter einer Feldtheorie zu Wort. Seine Mitarbeiterin Maria Sagi wird seine Ausführungen mit praktischen Demonstrationen ergänzen. Wie bei ausländischen Referenten üblich, führen wir da zwecks Spesenminimierung zwei Veranstaltungen hintereinander ab, also Montag und Dienstag.
Die Herren Harrauer und Pucher sind unserem Auditorium bereits von früheren Vorträgen, welche großes Echo gefunden haben, bekannt: <http://www.parapsychologie.ac.at/programm/ss2000/harrauer/regeln.htm> bzw. <http://www.parapsychologie.ac.at/programm/ws200001/pucher/pucher.htm>. Hofrat Harrauer wird über "magische" Gemmen aus Ägypten sprechen - ist es da "off topic", wenn ich bei dieser Gelegenheit auf die derzeit laufende Sonderausstellung "Tod am Nil - Totenkult im antiken Ägypten" im Papyrusmuseum hinweise? Immerhin gibt es aufgrund der Spiritismus-Problematik und der Todesnähe-Forschung wie auch aufgrund der Evolutionsgeschichte der Parapsychologie ein legitimes Interesse an den historischen Jenseitsvorstellungen. Die kleine aber sehr feine Ausstellung <http://www.onb.ac.at/siteseeing/totenkult/index.htm>, zu der auch ein schöner Katalog erschienen ist, läuft noch bis 5. März 2004. Prof. Pucher führt uns dann mit seinen Ausführungen in die Gegenwart, ja in den Alltag zurück. Es stellt sich die Frage, ob jeder Mensch psi-Fähigkeiten besitzt (dazu gibt es das Schlagwort vom "demokratisch verteilten psi") und, wenn dem so ist, wie man damit umgeht …
Mein eigener Vortrag bezieht sich auf Vorläufer des Nationalsozialismus, welche im weitesten Sinne dem Okkultismus zugeordnet werden können, sowie auf okkulte Elemente innerhalb der (aufkommenden) nationalsozialistischen Bewegung. Ein zweiter Teil im Sommersemester wird dann die Parapsychologie bzw. die Grenzgebiete während der NS-Herrschaft zum Gegenstand haben, das Schicksal der deutschen "Vorkriegs-Parapsychologen", das Institut von Hans Bender an der Reichsuniversität Straßburg und die sonstige Forschung auf Grenzgebieten innerhalb verschiedener Organisationen.
2. Schon vor längerer Zeit wollte ich einmal die aktuelle Literatur zusammenstellen, aber es fehlt mir einfach an den dafür nötigen Mußestunden. Ich muß meine ursprüngliche Absicht daher modifizieren und werde statt einer großen Zusammenstellung von Zeit zu Zeit über Neuerscheinungen bzw. nicht allzu weit zurückliegende Publikationen berichten. Hier nun zum ersten Mal - dadurch wird allerdings dieser Newsletter deutlich länger als sonst, und ich kann nur hoffen, daß dies auf Ihr Verständnis trifft.
Den Anfang mache ich jetzt mit dem Buch "Außergewöhnliche Kommunikation" von Stefan Schmidt, welches aus seiner Dissertation hervorgegangen und - ein wenig versteckt - in der Reihe "Transpersonale Studien" im Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) der Universität Offenburg (Verlag) 2002 erschienen ist. Daher brauche ich nicht extra zu betonen, daß es dabei um kein "populäres" Buch handelt, sondern, daß für das Verständnis dieses Werkes gewisse Grundvoraussetzungen gegeben sein müssen - dann aber wird man das Buch mit großem Gewinn lesen. Eine kurze historische Einleitung (bei der ich den einen oder anderen Einwand machen würde) führt in das Thema ein, der Hauptteil bezieht sich auf einen Aspekt der experimentellen Parapsychologie, nämlich DMILS-Studien (Direkte Mentale Interaktion Lebender Systeme). Abgerundet wird dies durch solide wissenschaftstheoretische Reflexion. Der durchwegs verwendeten "inklusiven Sprache" hingegen stehe ich reserviert gegenüber. Stefan Schmidt war übrigens früher Mitarbeiter am IGPP <http://www.igpp.de/german/welcome.htm>, wo auch diese Arbeit entstanden ist.
Ein weiteres Buch in deutscher Sprache, welches jedoch brandneu ist, stammt von Gabriele Praschl-Bichler: "Die Habsburger und das Übersinnliche. Die weiße Frau in der Hofburg und andere Phänomene." <http://images-eu.amazon.com/images/P/3850025071.03.LZZZZZZZ.jpg>. Ursprünglich hätte dies eine Gemeinschaftsproduktion werden sollen, wobei G. Praschl-Bichler die Fallberichte beisteuert und ich sowohl eine Einführung "Was ist Parapsychologie?" wie auch jeweils einen parapsychologischen Kommentar zu den einzelnen Kapiteln schreibe. Dafür gab es bereits einen Cover-Entwurf, der sogar schon bei amazon abgebildet war; siehe auf meiner Website <http://parapsychologie.info/habs-old.htm>. Dann kam es - aus Gründen, die ich auch selbst nicht im Detail durchblicke und die hier wohl kaum interessieren würden - jedoch anders: der Verlag hat entschieden, daß bloß meine Einleitung, nicht jedoch die Kommentare abgedruckt würden (die Einleitung als Schlußkapitel oder Anhang - es würde mich nicht wundern, wenn das fertige Buch, das ich derzeit noch nicht in Händen habe, jetzt wieder anders aussieht). Jedenfalls finde ich es aus rein sachlichen Gründen für bedauerlich, daß die parapsychologischen Kommentare bzw. Interpretationen weggefallen sind, wodurch das Buch eine recht unverbindliche Sammlung von anekdotischem Material bleibt. Aber vielleicht war die Absicht, die hinter der Entscheidung des Verlages stand, diejenige, ein leicht lesbares Buch für einen breiten Markt zu publizieren, welches nicht mit "wissenschaftlichem Kram" belastet sein sollte? Die einzelnen Fallberichte sind, soweit ich sie kennengelernt habe (ich habe nur einen Teil der Kapitel gemailt erhalten) durchaus interessant zu lesen, insofern kann ich das Buch empfehlen, und wer sich zur Ergänzung der Lektüre des Buches für meine nun eben nicht im Druck erschienen Kommentare interessiert, kann diese (als Word-File) von meiner Publikationsliste auf meiner Website <http://parapsychologie.info/> bzw. direkt von <http://parapsychologie.info/HabsKomm.doc> herunterladen.
Gabriele Praschl-Bichler hat dieses Buch am 26. Sept. in Ischl vorgestellt und liest bzw. erzählt am 23. Okt. in Wien in der Buchhandlung Berger (1010 Wien, Kohlmarkt 5) im Rahmen der "Stunde der Begegnung" (17:30h). (Dafür wird üblicherweise Anmeldung erbeten, unter <berger-buch@aon.at> oder telephonisch unter 533 60 01, 533 60 02.). Das Buch wird sicher ein Erfolg, denn die Habsburger "ziehen" immer, das "Übersinnliche" ebenso (die "wissenschaftliche" Parapsychologie freilich weniger) - also wie gut muß erst die Kombination Habsburger + Übersinnliches sein? Jedenfalls ist die Werbemaschinerie schon mit voller Kraft angelaufen <http://oesterreich.orf.at/oesterreich.orf?read=detail&channel=1&id=284296> …
Christa Tuczay hat bei uns bereits zwei Mal vorgetragen, über "Magie und Magier im Mittelalter" <http://www.parapsychologie.ac.at/programm/ss2000/tuczay/tuczay.htm>, gleichzeitig der Titel ihres Buches, welches 1992 bei Diederichs erschienen war und längst vergriffen ist, und dann über "Divinationsarten und Orakeltechniken" <http://www.parapsychologie.ac.at/programm/ss2002/tuczay/tuczay.htm>. Ihr "Magie und Magier im Mittelalter" ist nunmehr als Taschenbuch im dtv-Verlag neu herausgekommen. Es ist sehr erfreulich, daß dieser Text nunmehr wieder zugänglich ist. Das Buch wird am 9. Okt. um 19:00h im Amadeus W3 (Bahnhof Wien Mitte, 1030 Wien, Landstrasser Hauptstrasse 2A/2B) präsentiert, die Autorin liest aus ihrem Werk.
Nicht nur ist Englisch heute die Sprache der Wissenschaft geworden, der englische Buchmarkt ist auch weit größer und daher verwundert es nicht, daß auch zum Thema Parapsychologe mehr auf Englisch als auf Deutsch erscheint.
Von Etzel Cardeña gemeinsam mit Steven Jay Lynn und Stanley Krippner herausgegeben, ist (schon im Jahre 2000) eine Anthologie "Varieties of Anomalous Experience: Examining the Scientific Evidence" erschienen, die sich sehr bewußt im Titel an den Klassiker von William James anlehnt und paranormale Erfahrungen in einen größeren Zusammenhang zu integrieren sucht - ein wichtiges Buch!
"Psi Wars: Getting to Grips with the Paranormal" herausgegeben von James Alcock, Anthony Freeman und Jean Burns (eine Doppelnummer des "Journal of Consciousness Studies"), setzt sich mit dem Status der Parapsychologie (Experimente, anekdotisches Material und theoretische Perspektiven) auseinander. Die Namen der Herausgeber ließen vermuten, daß dies von einem "skeptischen" Standpunkt aus erfolgte, aber das Buch ist durchaus ausgewogen, und es kommen auf der "pro"-Seite Autoren wie John Palmer, Adrian Parker, Matthew Smith, Chris Roe, Fotini Pallikari und andere zur Sprache. Übrigens sind Alcock's Vorwort im vollen Umfang sowie Abstracts der Beiträge im Web abrufbar <http://www.imprint.co.uk/jcs_10_6-7.html>.
Ein Buch eines völlig anderen Charakters liegt von Gary E. Schwartz vor: "The Afterlife Experiments. Breakthrough Scientific Evidence of Life After Death." Obwohl das Buch gemäß dem Untertitel einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt und Schwartz, der früher einen guten Namen hatte, als Multi-Professor (nämlich für nicht weniger als Psychologie, Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Chirurgie) an der Universität von Arizona auftritt, ist es ein durch und durch spiritistisches Buch, ich meine damit, ein von Glauben und Glauben-Wollen getragenes Werk. (Gerne räume ich ein, daß kein Geringerer als William James von seiner Glaubensbereitschaft, dem 'will to believe' gesprochen hat.) Das Werk bietet einen oberflächlichen Charakter, die argumentative Auseinandersetzung mit Alternativhypothesen fehlt trotz mancher "Antworten an die Skeptiker".
Demselben Thema nähert sich Stephen Braude <http://userpages.umbc.edu/~braude/> in ganz anderer Weise in seinem "Immortal Remains: The Evidence for Life After Death". Hier wird das pro & contra sorgfältig gegeneinander abgewogen. Ich hatte Gelegenheit, die Entstehung dieses Buches mitzuverfolgen, weil mir der Autor immer wieder einzelne Kapitel gemailt hat. Sein Resümee ist vorsichtig positiv, er meint, daß es Indizien gäbe, welche die Hoffnung auf ein "Überleben des Todes" als nicht völlig grundlos erscheinen lassen und daß sich manche Phänomene eher nicht durch "Super-Psi" erklären ließen <http://www.rowmanlittlefield.com/Catalog/SingleBook.shtml?
command=Search&db=^DB/CATALOG.db&eqSKUdata=0742514714>. Es versteht sich von selbst, daß dieser Standpunkt eines vorsichtigen Optimismus etwas ganz anderes ist als die plakative Affirmation Schwartz', es gäbe einen "wissenschaftlichen Beweis" für die Fortexistenz.
Das letzte Buch in englischer Sprache, auf das ich diesmal hinweisen möchte, stammt schon aus 2001 und ist von James Houran & Rense Lange herausgegeben: "Poltergeists and Hauntings. Multidisciplinary Perspectives." Wie der Untertitel schon vermuten läßt, handelt es sich um eine Anthologie. Zu ihr hat die crème de la crème der Parapsychologen beigetragen (Persönlichkeiten wie John Beloff, Gertrude Schmeidler, Bill Roll etc.). Das Buch bietet eine ausgezeichnete Darstellung dessen, was in der Spukforschung heutzutage als gesichert anzusehen ist. Zitat aus der Darstellung des Verlags: "Written by the world's most knowledgeable authorities in this field, the essays in this work promote a better understanding of the manifestations of and various reasons for hauntings and poltergeist phenomena. The experts come from such backgrounds as anthropology, history, philosophy, psychiatry, and sociology, and provide sober yet highly readable in-depth discussions of numerous ideas and rationalizations for hauntings and poltergeists, from a critical and scientific perspective." Inhaltlich kann ich es also durchaus empfehlen - preislich hingegen ganz und gar nicht, es ist exorbitant teuer. Es ist offenbar eines dieser Bücher, welche mehr auf Bibliotheken zugeschnitten sind und sich kaum an Privatkunden wenden.
3. SPR-Bibliothek on-line
Bestände der Bibliothek der Society for Psychical Research (SPR) <http://www.spr.ac.uk/>, der 1882 gegründeten und somit ältesten unserer Schwester-Gesellschaften, nach deren Muster die unsrige 1927 gegründet worden ist, sind nunmehr on-line zugänglich:
Information <http://www.spr.ac.uk/index.php3?page=onlinelibrary>
Direktzugang <http://www.c-far.net/litbase/litbase.jsp>.
Es ist m. E. ein ganz großer Durchbruch, daß auf derart wichtige Bibliotheksbestände nunmehr von (potentiell) jedem Ort der Welt elektronisch zugegriffen werden kann. Das beinhaltet die komplette Reihe des "Journal of the SPR" und der "Proceedings of the SPR" von der ersten Ausgabe bis 2002.
Allerdings ist der Vollzugang den SPR-Mitgliedern vorbehalten; Nicht-Mitglieder können jedoch (nachdem sie sich, wie auf interaktiven Seiten auch sonst üblich, registriert haben), auf die Bestände der "Classics' Collection" (derzeit erst Myers' Human Personality), den "SPR Abstracts Catalogue" und ca. sieben Bände der JSPR bzw. ProcSPR zugreifen. Außerdem weist die Seite noch gewisse technische Mängel auf - schließlich ist das Projekt ja erst im Aufbau.
4. Vorschau auf Kongreßveranstaltungen
Das Jahr 2004 bringt wieder eine Reihe interessanter Veranstaltungen.
Ganz oben steht die 47. Jahresversammlung der Parapsychological Association (PA) <http://parapsych.org> - ganz oben aus zweierlei Gründen: weil die PA trotz mancher Schwächen die wichtigste Organisation auf unserem Gebiet ist und weil der Kongreß des Jahres 2004 von unserer Gesellschaft organisiert wird und in Wien stattfindet <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004/>.
Thematisch ist geplant, diesmal auch Aspekte zur Diskussion zu stellen, die derzeit in der "mainstream parapsychology" eher vernachlässigt werden, nämlich Mediumismus, insbesondere physikalischer Mediumismus, sowie die Spiritismus-Frage; vermutlich wird es dazu ein Symposium oder Podiumsdiskussionen, geleitet von Carlos Alvarado, geben. Das sind gleichzeitig auch jene Problemkreise, welche ein weit größeres Echo haben als rein technische Fragen der modernen experimentellen Parapsychologie.
Die Kongresse der PA finden als internationale Veranstaltungen immer in englischer Sprache statt (ohne Übersetzung). Bei vergangenen PA-Tagungen in Europa, in Freiburg wie auch in Paris, war jeweils ein "nationaler" Tag vorgestaffelt, was sich bewährt hat. Daher überlegen wir, am Mi., dem 4. August 2004 eine Ganztagsveranstaltung durchzuführen, die in deutscher Sprache stattfinden wird und bei der international bekannte Gelehrte zu verschiedenen Aspekten der Parapsychologie sprechen werden. Bei entsprechender Bekanntmachung (um das Wort "Werbung" zu vermeiden) dieser Veranstaltung in den Massenmedien sollte es uns gelingen, neue Kreise von Interessenten an der Parapsychologie zu gewinnen.
Die Planungen für diesen Kongreß sind im Laufen; gesucht werden noch Sponsoren …
Ebenfalls 2004 organisiert Anabela Cardoso, die Herausgeberin des "ITC Journals" <http://eureka.ya.com/cadernostci/journal.htm>, in Spanien (Vigo) einen internationalen Kongreß über "Survival" mit besonderer Betonung von ITC (Instrumentelle Transkommunikation, vulgo paranormale Tonbandstimmen). Wie weit diese Veranstaltung Kriterien der Wissenschaftlichkeit entspricht, wage ich nicht zu beurteilen. A. Cardoso selbst outet sich als von der Möglichkeit einer Jenseitskommunikation überzeugt, distanziert sich aber gleichzeitig vom Spiritismus. Diese Dichotomie ist mir nicht nachvollziehbar.
Weitere Veranstaltungen noch im heurigen Herbst in Kurzfassung:
International Forum on Science, Religion and Consciousness
23. - 25. Okt. 2003
University Fernando Pessoa
Porto, Portugal
Second Conference on "Energy, energies: a word, infinite manifestations" <http://www.duebinf.it/duebinf/conferences/>
25. Okt. 2003
Facoltà Valdese of Teologia - Aula Magna, Via Pietro Cossa 40, I-00193 Roma
Rom, Italien
International "Remote Viewing Association" Remote Viewing Conference <http://www.rvconference.org/>
30. Okt. - 2. Nov. 2003
A.R.E. Conference Headquarters
215 67TH Street
Virginia Beach, VA 23451
USA
5. Parapsychology Foundation
Die "Parapsychology Foundation" (PF) <http://parapsychology.org/> hat ein "Relaunch" hinter sich und hat zur Aktivität zurückgefunden. Weiters gibt es zwei neu eingerichtete Unterorganisationen, den "Psychic Explorers Club" <http://www.psychicexplorers.org/> und das PF Lyzeum <http://www.pflyceum.org/>.
Ein Besuch der PF-Website <http://parapsychology.org/> zahlt sich jedenfalls aus, dort kann man sich auch für die Zusendung eines Newsletters eintragen. Wie schon öfters bei unseren Veranstaltungen erwähnt, möchte ich darauf hinweisen, daß die PF die zehn Jahrgänge des "International Journal of Parapsychology" (IJP) von 1959 bis 1968 vor kurzem auf einer einzigen CD-ROM herausgebracht ("The Classic IJP") <http://www.psi-mart.com/details.php?IdArt=17&PHPSESSID=b697f9803f6226bc9c1c0df9b9de2f25> herausgebracht hat - eine schier unerschöpfliche Fundgrube! Auch die Info-Paks der PF mögen für mache von Interesse sein <http://www.psi-mart.com/section.php?Id=7&PHPSESSID=b697f9803f6226bc9c1c0df9b9de2f25>.
6. Die "Silvio-Protokolle 1974-1987" CD-ROM
Thematisch scheint es mir gut zu passen, an die "Classic IJP"-CD eine andere CD-ROM anzuschließen, welche ebenfalls älteres Material jetzt bequem zugänglich macht und sozusagen dem ins Vergessen Geraten in den Archiven entgegenwirkt: die seinerzeitigen Experimente mit dem Berner Psychokineten Silvio, über die damals auch in der "Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie" ausführlich berichtet worden ist, sind nunmehr auf CD erhältlich <http://www.beniwaelti.ch/silvioprotokolle.htm>. Durch die auf der CD enthaltenen Video-Clips und zahlreichen Bilder wird das Material weit anschaulicher als es in einem Printmedium möglich ist.
7. Fragebogen zur Todesnäheforschung
Zwei Psychologiestudenten aus Graz, Mario Reichmann und Michaela Pieber, suchen für ihre Diplomarbeit über NDE (Near Death Experiences, Todesnäheerfahrungen) Personen, die sich in einer solchen Situation befunden haben und bereit sind, darüber zu berichten. O-Ton:
"Wir suchen Personen aus dem deutschsprachigen Raum, welche uns ein anonymes Fragebogenpaket ausfüllen würden (Dauer 20 - 30 Min.; zum Thema Tod und Sterben, sowie weitere psychische Phänomene). Ebenfalls suchen wir Personen, welche reanimiert worden sind und kein NTE erlebt haben. Um die Anonymität zu bewahren, würden wir unser Fragebogenpaket per Email zukommen lassen bzw. könnten es auch mit einem frankierten Rückantwortkuvert per Post versenden."Kontakt: <nte@gmx.at>.
Zur Information weise ich auch auf die Website <www.nte.at.tt> hin, allerdings mit Vorbehalten hinsichtlich der Gratiswebspace üblichen etwas unangenehmen Begleitscheinungen.
8. Neues auf PsiLAB
Auf diese privat betriebene, seit 5 Jahren bestehende Seite (englisch/deutsch) <http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~jr4/mmhb/psilab/psychd.html> habe ich schon früher hingewiesen, wiederhole dies aber, weil dort neue Umfragen und auch Auswertungen zu finden sind. Durch Ihre Bereitschaft, an den Fragebogenuntersuchungen (on-line) teilzunehmen, können Sie die dort mit viel Engagement betriebene Forschung unterstützen.
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=====================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=========================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=========================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit 540
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=========================================
Newsletter N° 11 - Wien, 25 05 2003
Inhalt:
Heute vor einer Woche, am 19. Mai 2003, fand die statutengemäße Generalversammlung unserer Gesellschaft statt. Diese Ausgabe unseres Newsletter ist zur Gänze diesem Thema gewidmet.
1. Tätigkeitsbericht
==============
Der bei der GV vorgelegte Tätigkeitsbericht stellt gleichzeitig einen Bericht über die Lage der Parapsychologie in österreich dar. Ich bringe ihn daher auch den Abonnenten dieses Newsletters zur Kenntnis.
2. Personalia - Neuwahl des Vorstandes
=============================
1. Bericht über die abgelaufene Periode:
–––––––––––––––––––––––
Der vorliegende Bericht umfaßt den Zeitraum seit der letzten ordentlichen Generalversammlung, d. i. 13. März 2000, bis heute.
1. Sitz der Gesellschaft:
Während der Berichtsperiode wurde der Sitz unserer Gesellschaft, der sich seit 1965 an der Technischen Universität Wien (damals noch Technische Hochschule Wien) am Institut des langjährigen Präsidenten, o. Univ.-Prof. Dr. Hellmut HOFMANN (Institut für Grundlagen und Theorie der Elektrotechnik) befunden hatte, an den jetzigen Ort verlegt, insbesondere wurden die Bibliothek und das Archiv der Gesellschaft an das Institut für Ehtnologie, Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien übersiedelt. Der Präsident sprach den Mitgliedern, die beim Transport physisch geholfen haben, seinen Dank aus.
Seit Beginn des Winter-Semesters 2000/01 finden auch unsere Vorträge nunmehr im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien statt.
2. Mitgliederbewegung:
Der gegenwärtige Mitgliederstand beträgt 210, das ist um 11 Personen bzw. 5,5 % mehr als zu Beginn des Berichtszeitraumes. Dabei stehen 37 Neubeitritte 26 Streichungen gegenüber, wobei es sich 12 Fällen um Mitglieder handelt, die während dieser letzten drei Jahre verstorben sind.
Dazu kommen 299 "Interessenten", sodaß unser Programm derzeit an insgesamt 509 Personen ausgesandt wird.
3. Vortragstätigkeit:
Wie in den bisherigen Jahren, ist auch diesmal die Vortragstätigkeit im Vordergrund der Aktivitäten unserer Gesellschaft gestanden. In der Periode seit der letzten GV im März 2000, also etwas über drei Jahre, sind insgesamt 33 Vortragsveranstaltungen durchgeführt worden; von den Vortragenden waren 21 Mitglieder unserer Gesellschaft und 12 keine Mitglieder derselben. Umständehalber kamen in diesem Berichtszeitraum bloß drei Referenten aus dem Ausland. Acht der Referenten waren Universitätsprofessoren. Ein angekündigtes Seminar mit einem Referenten aus dem arabischen Raum mußte aufgrund der politischen Entwicklung leider kurzfristig wieder abgesagt werden.
Die durchschnittliche Besucherzahl bei den Vorträgen in den letzten Semestern (seit der Übersiedlung ins NIG) lag zwischen 80 bis 100 Personen, mit Spitzenwerten von 120, wobei dann ein Teil der Besucher mit Stehplätzen vorlieb nehmen oder auf den Stufen sitzen hat müssen.
4. Bibliothek:
Der Bibliotheksbetrieb wurde im bisherigen Rahmen weitergeführt; ebenso das Projekt der Digitalisierung der Bibliotheksbestände unter Verwendung eines Datenbankprogramms. Der gesamte Bücherbestand unserer Bibliothek ist auf der Website unserer Gesellschaft abrufbar.
Es wurden eine Reihe von Neuanschaffungen getätigt, insbesondere Zeitschriftenabonnements, darunter das European Journal of Parapsychology. Ferner ist es gelungen, anläßlich des Abverkaufs von Altbeständen des INSTITUT MÉTAPSYCHIQUE INTERNATIONAL (PARIS) eine Reihe von Heften der Revue Métapsychique zu erwerben, die sonst in keiner öffentlichen Bibliothek österreichs vorhanden sind.
Die Übergabe der Agenden des Bibliothekars von der langjährigen früheren Bibliothekarin, Frau Margarete LEUTNER, an die nunmehrige Bibliothekarin, Mag. Elisabeth MAZAL, ist reibungslos verlaufen; Frau LEUTNER steht freundlicherweise nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten auch weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung, wofür ihr an dieser Stelle im Namen der Mitglieder unserer Gesellschaft ebenso herzlich gedankt sei, wie überhaupt für ihre jahrzehntelange aufopfernde Mitarbeit.
5. Buch H. HOFMANN, "Psi - die 'andere Wirklichkeit'":
Der seinerzeitige Zyklus von Einführungsvorträgen des damaligen Präsidenten und nunmehrigen Ehrenpräsidenten em. o. Univ.-Prof. Dr. Hellmut HOFMANN, um ein ausführliches Kapitel über die Parapsychologie der Gegenwart von Prof. Peter MULACZ vermehrt, von diesem im Verein mit anderen herausgegeben, ist 2001 im Verlag EDITION VA bENE erschienen und nach wie vor auch über unsere Gesellschaft erhältlich (Preis ¤ 21,90).
6. Elektronische Medien:
6.1 Internetpräsenz:
Die Website unserer Gesellschaft verzeichnet mittlerweile fast 22.000 Zugriffe.
6.2 Newsletter:
Der elektronische Newsletter unserer Gesellschaft wird an derzeit mehr als 500 Abonnenten versandt.
7. Internationale Einbindung - Convention der Parapsychological Association 2004:
Unsere Gesellschaft ist der Gastgeber eines internationalen parapsychologischen Kongresses, der 2004 in Wien stattfinden wird, nämlich der Jahrestagung der Parapsychological Association (PA), der internationalen Berufsvereinigung der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen. Die Vorbereitungen dafür sind bereits im Laufen, es ist auch eine eigene Website dafür eingerichtet worden, die sowohl mit der Website unserer Gesellschaft wie auch mit der der PA verlinkt ist.
8. öffentlichkeitsarbeit von Mitgliedern unserer Gesellschaft:
8.1 Vortragstätigkeit:
Vortragsreihen von Prof. Peter MULACZ in der WIENER URANIA <http://parapsychologie.info/vhs/uhs-02-3.htm> <http://parapsychologie.info/vhs/ufs-03.htm> und im polycollege, wie bereits in den Jahren zuvor, sowie von Herrn Alfons STEINER in Deutschland.
8.2 Kongreßteilnahmen:
Prof. Peter MULACZ:
- 8° Convegno Internazionale di Parapsicologia in BELLARIA (RIMINI)
[AIRP, Associazione Italiana di Ricerche Parapsicologiche]
(Teilnahme und Referat)
- 45th Convention of the Parapsychological Association, PARIS (Teilnahme)
- 20. Basler Psi-Tage (Teilnahme und Referat)
8.3 Medienauftritte:
Teilnahme von ao. Univ.-Prof. Dr. Manfred KREMSER und Prof. Peter MULACZ an Rundfunk- und Fernsehsendungen, z. B. "Salzburger Nachtstudio", "Barbara Karlich-Show" und "Vera" sowie Interviews für Printmedien.
9. Kooperation unserer Gesellschaft mit dem Psychologischen Institut der Universität Wien:
Prof. Peter MULACZ hat zwei Referate über Parapsychologie in der Lehrveranstaltung von Asst.-Prof. bzw. A.o. Univ.-Prof. Dr. Andreas HERGOVICH (Abteilung für Sozialpsychologie) gehalten.
10. Konsultationen/Gutachten hinsichtlich Psychohygiene:
Sowohl der ORF wie auch die Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien haben sich im Berichtszeitraum an unsere Gesellschaft mit der Bitte um Stellungnahmen gewandt, was von gewissen sogenannten "Hellsehern" zu halten sei; im wesentlich steht da die sattsam bekannte "Marie DUVAL" im Vordergrund.
11. Verband Wissenschaftlicher Gesellschaften österreichs:
Unsere Gesellschaft hat mit einer Reihe von Posters und Info-Flugblättern an der "Wissenschaftsausstellung" des VWGö in der Aula der Akademie der Wissenschaften im Jahre 2001 teilgenommen. Die sonstige Mitarbeit unserer Gesellschaft im Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften österreichs <http://www.univie.ac.at/VascBio/FASS/> wurde im bisherigen Rahmen fortgesetzt.
12. Science Week Austria:
Eine Teilnahme unserer Gesellschaft an der Science Week <http://www.scienceweek.at/> war mangels materieller und personeller Ressourcen nicht möglich. Immerhin war unsere Gesellschaft jedoch bei den beiden bisherigen Science Week Days (2002 bzw. 2003) repräsentiert.
13. Wissenschaftskompaß Wien:
Die Veranstaltungen unserer Gesellschaft werden im "Wissenschaftskompaß Wien" veröffentlicht, und zwar sowohl regelmäßig in der Web-Version <http://www.wissenschaftskompass.at/> wie auch teilweise (vom jeweiligen Redaktionsschluß abhängig) in der Printversion.
14. Darstellung unserer Gesellschaft in den Medien:
14.1 Die Wissenschaftsbeilage der Wiener Stadtzeitung "Falter", "heureka", hat ihr Heft 1/2003 dem Thema der Grenzbereiche, darunter auch der Parapsychologie gewidmet, teilweise in dem im Journalismus vielfach üblichen mokanten und untergriffigen Stil, wobei auch unsere Gesellschaft (allerdings sehr kurz) zur Darstellung gekommen ist <http://www.falter.at/heureka/heureka.php?mitte=1&file=archiv>.
14.2 Ein Beitrag über unsere Gesellschaft ist soeben, am 13 05 2003, in der Online-Zeitung der Universität Wien, "DieUniversitaet.at", erschienen
<http://www.univie.ac.at/dieuniversitaet/2003/coop/10001356.htm>.
14.3 Ein weiterer Zeitschriftenaufsatz über Parapsychologie, ebenfalls mit Bezug auf unsere Gesellschaft, aber wesentlich seriöser gemacht als die "Falter"-Beilage, erscheint dieser Tage in der "österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften".
2. Neuwahl des Vorstandes:
––––––––––––––––
Hier kann ich mich kurz fassen: der neue Vorstand ist der alte Vorstand. Die vom Vereinsgesetz vorgeschriebene Neuwahl ergab eine einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Unserem Mitglied, Herrn Abgeordneten zum Nationalrat und Volksanwalt a.D., Dr. Herbert Kohlmaier, sei auch an dieser Stelle für die Durchführung der Wahlhandlung herzlichst gedankt.
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=====================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=========================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=========================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an mehr als 500
Abonnenten versandt.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns
ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm
nachzulesen. (Achtung! Dieser URL hat sich seit dem
letzten Newsletter geändert).
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=========================================
Newsletter N° 10 - Wien, 14 03 2003
Inhalt:
1. Vortragsprogramm
================
2. Neue Website
============
3. heureka!
========
1. Vortragsprogramm:
Das Programm unserer Gesellschaft für das Sommersemester 2003 lautet wie folgt:
17. März 2003
Erich FEIGL, Begegnungen mit dem Paranormalen
7. April 2003
Peter MULACZ, Die Parapsychologie im Umriß
12. Mai 2003
Gerhard K. TUCEK, Das Spannungsfeld zwischen spirituellem und wissenschaftlichem Anspruch am Beispiel der Altorientalischen Musiktherapie
19. Mai 2003
Generalversammlung (nur für Mitglieder)
Anschließend:
Freie Diskussion über aktuelle Probleme der Parapsychologie
16. Juni 2003
Johannes HAGEL, Sind psi-artige Effekte in unbelebten Systemen möglich?
Die Details sind, wie immer, on-line abrufbar <http://parapsychologie.ac.at/>.
Wieder einmal spannt unser Vortragsprogramm einen großen Bogen - von persönlich erlebten Spontanphänomenen (Feigl) bis zu zunächst abstrakt anmutenden theoretischen Überlegungen, die allerdings auf sehr konkreten Experimenten beruhen (Hagel). Immerhin ist das Studium von Spontanphänomenen ebenso ein Eckpfeiler unserer Forschung wie das Laborexperiment.
Das Spannungsfeld zwischen Spiritualität und den Ansprüchen der Wissenschaftlichkeit als einem methodisch vorgehenden Erkenntnisprozeß wird anhand eines Beispiels untersucht, das überdies die weiteren Dimensionen der Kunst und der Therapie in die Diskussion einbringt (Tucek).
Während seiner Präsidentschaft hat Prof. Hofmann etwa alle drei Jahre einen Zyklus von jeweils drei Vortragsabenden zur Einführung in die Parapsychologie gelesen, fokussiert auf neu dazu gekommene Hörer (im wesentlichen jener Stoff, der seinem Buch <http://www.parapsychologie.ac.at/buch/hofmbuch.htm> zugrunde liegt). An diese Tradition schließe ich jetzt in allerdings auf einen einzigen Vortragsabend komprimierter Form an, der unseren Mitgliedern und Gästen, insbesondere jenen, die neu bei uns sind, einmal das Ganze der Parapsychologie vor Augen führen soll, wobei ich - ähnlich wie bei meinem Vortrag auf den letztjährigen Basler Psi-Tagen - die neuen Forschungsansätze und sonstigen Fortschritte der letzten zwanzig Jahre besonders hervorzuheben beabsichtige.
Im Abstand von jeweils drei Jahren sind wir statutengemäß bzw. aufgrund der Vorgaben durch das Vereinsrecht zur Abhaltung einer "ordentlichen Generalversammlung" verpflichtet, deren Tagesordnung den Mitgliedern rechtzeitig in geeigneter Form bekanntgegeben wird. Versuchsweise haben wir diesmal im Anschluß an diese Generalversammlung einen Diskussionsabend angesetzt: einerseits eine Veranstaltung mit parapsychologischem Inhalt, damit die Mitglieder nicht einen Abend für bloß administrative Vorgänge opfern müssen, andererseits keinen Vortrag, weil der Zeitpunkt des Endes der GV und somit des Beginns der Veranstaltung nicht abschätzbar ist und kein Referent in den Nachteil einer verkürzten Sprechzeit kommen soll. Themenvorschläge für diesen sozusagen informellen Diskussionsabend werden gerne entgegen genommen, schon allein um dem "Dauerbrenner" Animismus-Spiritismus-Problem auszuweichen.
2. Neue Website:
Ich möchte diese Gelegenheit benützen, auf eine neue Website aus Deutschland hinzuweisen, die mittelbar für die Parapsychologie relevant ist, indem sie die Hintergründe der "Skeptiker"-Bewegung untersucht: <http://skeptizismus.de/>.
Originalzitate aus dieser Website:
Diese Homepage will Hintergründe zur "Skeptiker"-Bewegung vermitteln, einige Probleme dieser Gruppierungen aufzeigen, sowie Anspruch und Realität der Bewegung kritisch vergleichen. Um dies zu erreichen, wird hier eine Zusammenstellung klassischer Texte zur kritischen Analyse der "Skeptiker"-Bewegung online verfügbar gemacht, ergänzt durch aktuelle Informationen und Fallbeispiele.
Tatsächlich hat die sog. "Skeptiker"-Bewegung wenig bis gar nichts mit der philosophischen Strömung des Skeptizismus zu tun, und sie führt in Wirklichkeit auch keine wissenschaftlichen Studien zu den von ihr mit großem Aufwand bekämpften Thesen Andersdenkender durch, urteilt in aller Regel nicht auf der Basis des tatsächlichen wissenschaftlichen Forschungstandes, sondern nur auf der Basis der vermuteten Kompatibilität mit dem eigenen Weltbild.
Die Website der deutschen "Skeptiker"-Bewegung selbst (GWUP) ist unter <http://skeptiker.de/> zu finden, diese neue Analyse der zugrundelegenden Denkstrukturen der "Skeptiker" unter - nochmals sei der URL zitiert - <http://skeptizismus.de/>. Schon in den Zwanzigerjahren hat der österreichische Parapsychologie Daniel WALTER die damaligen "Skeptiker" als "Negativisten" bezeichnet, und auch Hans BENDER ist nicht müde geworden, diese Personen als "affektiv-Negativgläubige" zu charakterisieren. Ähnlich vielen "Esoterikern" und Okkultisten handelt es sich um eine emotionale, letztlich irrationale Vorentscheidung, nur halt eben nicht "pro", sondern "kontra" Parapsychologie. Eine Analyse der "Belief"-Systeme von "Gläubigen" oder "Skeptikern" ist eine Frage der Persönlichkeitspsychologie wie auch der Sozialpsychologie, zum Teil auch - soweit es sich bei den betreffenden Persönlichkeiten um Wissenschaftler handelt - eine der Wissenschaftssoziologie. Relevanz für die Parapsychologie ist insofern gegeben, als diese argumentativ ihren Weg zwischen den beiden Lagern hindurch steuern muß, zwischen der romantischen Verklärung und abergläubischen Überhöhung einerseits und der sich als skeptisch gerierenden emotional bedingten Abwehr andererseits.
3. heureka:
Die Wissenschaftsbeilage "heureka" <http://www.falter.at/heureka/index.php> der Wiener Stadtzeitung "Falter" <http://www.falter.co.at/> bringt in der laufenden Nummer (1/2003) Beiträge zum Thema Parapsychologie: <http://www.falter.at/heureka/_mitte.php?x=96j3c7n5> bzw. <http://www.falter.at/heureka/archiv/03_1.php>. Den Stil der Darstellung möge jeder Leser, jede Leserin für sich selbst beurteilen.
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
=====================================
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=====================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit 488
Abonnenten versandt. Der Schutz personen-
bezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://parapsychologie.ac.at/newsletter.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 9 - Wien, 23 12 2002
Inhalt:
1. Workshop am 13 01 2003 - Absage
===========================
2. Hinweis auf weitere on-line Experimente
================================
3. Wieder einmal …
==============
4. Jahreszeitliches
=============
1. Workshop am 13 01 2003 - Absage:
Es ist wohl sehr selten, daß die große Weltpolitik einen Impakt auf die "Orchideenwissenschaft" Parapsychologie oder gar auf unsere Gesellschaft hat. Doch diesmal ist das Unwahrscheinliche eingetreten:
Die US-amerikanischen Kriegsvorbereitungen für einen Angriff auf den Irak haben mittelbar zur Folge, daß Jamal HUSSEIN, der am 13. Jänner einen Workshop hätte abhalten sollen, gegenwärtig nicht ausreisen kann, sodaß wir leider gezwungen sind, den Workshop wieder absagen zu müssen. Dr. HUSSEIN lebt und arbeitet seit vielen Jahren in AMMAN, JORDANIEN, wo er auch sein Laboratorium hat, aber ist nach wie vor irakischer Staatsbürger und daher von der gegenwärtigen politischen Entwicklung in besonderer Weise betroffen.
So kurzfristig dieser Workshop in unserem letzten Newsletter ins Programm eingefügt worden ist, so schnell muß er jetzt wieder herausgenommen werden - immerhin, die moderne Kommunikationstechnologie macht's möglich.
Unsere nächste Veranstaltung ist daher, wie auch in unserem schriftlich ausgesandten Programm angekündigt, der Vortrag von Alfons STEINER, "Symbole und Rituale - Auftreten von Phänomenen im Ritual?", am 20. Jänner 2003, wie üblich im Hörsaal II.
2. Weitere on-line Experimente:
Vielleicht haben Sie Lust und während der Feiertage auch Zeit, an dem einen oder anderen on-line Experiment zur Parapsychologie teilnehmen.
Hier eine kleine Auswahl:
In deutscher Sprache:
Präkognitionsexperiment
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~mblanke/precogvorschau.html
In englischer Sprache:
Got psi?
http://www.gotpsi.org/bi/gotpsi.htm
Test your ESP
http://www.mdani.demon.co.uk/para/esp1.htm
Dice Game
http://www.pni.org/esp/dice/
Retro-PK:
RetroPsychoKinesis Pendulum Experiment
http://www.fourmilab.ch/rpkp/experiments/pendulum/
RetroPsychoKinesis Bell Curve Experiment
http://www.fourmilab.ch/rpkp/experiments/bellcurve/
RetroPsychoKinesis Clock Face Experiment
http://www.fourmilab.ch/rpkp/experiments/clockface/
3. Wieder einmal …
Wieder einmal möchte ich darauf hinweisen, daß noch Exemplare des Buches aus der Feder unseres Ehrenpräsidenten, Prof. Hellmut HOFMANN, erhältlich sind, und zwar auch über unsere Gesellschaft.
Buchinformation zu "Psi - die 'andere Wirklichkeit'":
http://www.vabene.at/html/collect/parapsy/111_2.htmBestellung über das feed-back Formular:
http://www.parapsychologie.ac.at/feedback.htm
4. Jahreszeitliches:
Anläßlich der bevorstehenden Feiertage wünsche ich namens des Vorstands unserer Gesellschaft allen unseren Mitgliedern, Freunden, Interessenten und Gästen ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück zum Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 470
Abonnenten versandt. Der Schutz personen-
bezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://parapsychologie.ac.at/newsletter.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 8 - Wien, 30 11 2002
Inhalt:
1. Jubiläum der öGPP
================
2. Vortrag am 02 12 2002: Hörsaalwechsel
===============================
3. Workshop am 13 01 2003
====================
4. Bibliothek
=========
5. Basler Psi-Tage 2002 - ein Rückblick
============================
6. Parapsychologie on-line
====================
1. Jubiläum der öGPP:
Unsere Gesellschaft wurde am 2. Dezember 1927 gegründet und feiert daher am 2. Dezember 2002 ihr 75-jähriges Gründungsjubiläum. (Der Bestand der Gesellschaft war zwar während des Anschlusses österreichs an Nazideutschland unterbrochen, die Gesellschaft wurde aber kurz nach Kriegsende wiedergegründet.) Es ergibt sich, daß unser Jubiläum gerade auf einen Vortrags-Montag fällt …
2. Vortrag am 02 12 2002:
Geänderter Veranstaltungsort: der Vortrag "Kaleidoskop der Parapsychologie" am 02 12 2002 findet ausnahmsweise im Hörsaal I statt (das ist der große Hörsaal im NIG).
Mein "Kaleidoskop" wird einen Rückblick in die Vergangenheit (die Gründung unserer Gesellschaft im Jahre 1927), als Hauptstück die Gegenwart (ein Referat über die heurige Jahrestagung der PA in Paris, die ihrerseits freilich auch gewisse historische Reminiszenzen mit sich gebracht hat) sowie einen kurzen Ausblick in die Zukunft (PA-Tagung 2004 in Wien <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004>) umfassen.
3. Workshop am 13 01 2003:
Für den 13 01 2003 ist als zusätzliche, im schriftlich ausgesandten Programm noch nicht enthaltene Veranstaltung ein Workshop mit Jamal und Nabil Hussein vorgesehen, der die Situation der Parapsychologie im arabischen Sprachraum sowie die DCBD-Problematik zum Gegenstand hat (d.h., Heilung rituell zugefügter Wunden), mit Videovorführung. Der Workshop wird in deutscher Sprache bzw. mit deutscher Konsekutivübersetzung abgehalten. Ort: ebenfalls HS I, ansonsten alles "wie üblich".
4. Bibliothek:
Wegen neuerlicher Renovierungsarbeiten im NIG ist unser Bibliotheksbetrieb bis auf weiteres (d.h., voraussichtlich bis Jahresende) eingestellt; die Bücher und Zeitschriften mußten für die Zeit, in der die Arbeiten stattfinden, ausgelagert werden und sind daher derzeit für einen Entlehnbetrieb nicht zugänglich. Die Wiederaufnahme des normalen Betriebs wird unverzüglich bekanntgegeben werden.
5. Basler Psi-Tage 2002 - ein Rückblick:
Vom 22. - 24. November fanden, wie jedes Jahr, in Basel die Psi-Tage statt, heuer zum 20. Mal und somit als Jubiläumskongreß. Es hat sich in den letzten Jahren eine alternierende Struktur herausgebildet, sodaß je ein Jahr das Generalthema "die 'andere Welt'" und das andere Jahr dann "geistiges Heilen" angesagt ist - was immer man jeweils unter diesen Begriffen verstehen mag. Heuer lautete der Titel "Die Andere Welt - Auf den Spuren der letzten Geheimnisse" <http://psi-tage.ch>.
Der Kongreß wendet sich an das große Publikum der Interessierten, nicht spezifisch an Wissenschaftler, und versucht, ein möglichst breit gestreutes Spektrum abzustecken. Daraus resultiert ein buntes Sammelsurium, das auch nur zum Teil mit Parapsychologie zu tun hat.
Ich hatte das Vergnügen, das Einleitungsreferat halten zu dürfen ("Psi - der Stand der Forschung"), sowie einen weiteren Plenarvortrag (über das Global Consciousness Project <http://noosphere.princeton.edu>, dem ich, obwohl ich selbst daran teilnehme, durchaus mit einer gewissen Ambivalenz gegenüberstehe); ferner war ich bei vier Podiumsdiskussionen zu unterschiedlichen Themen sowie bei zwei Forumsveranstaltungen beteiligt - also randvoll ausgefüllte Tage, sodaß ich kaum Zeit fand, irgend etwas von den anderen Seminaren oder Workshops zu besuchen.
Ich glaube nach wie vor, daß es sinnvoll ist, allfällige Berührungsängste mit Esoterik und New Age hintanzustellen und die Menschen einfach dort abzuholen, wo sie sind, auf sie zuzugehen, und ihnen im Sinne des psychohygienischen Auftrags der Parapsychologie wissenschaftlich abgesicherte Erklärungsmodelle anzubieten. In diesem Sinne ist kritisches Denken vor allem von Erlendur Haraldsson, Walter von Lucadou und Edgar Wunder eingebracht worden, wenn ich jetzt einmal von mir selbst absehe. (Walter von Lucadou ist der Leiter der parapsychologischen Beratungsstelle der WGFP in Freiburg i. Br. <http://www.parapsychologische-beratungsstelle.de> und Edgar Wunder ist der Schriftleiter der "Zeitschrift für Anomalistik" <http://www.anomalistik.de/zfa.htm>). Ich habe auch das Gefühl, daß dieses Bemühen erfolgreich war, zwar nur bei einer Minderheit der Besucher, aber doch bei einer substantiellen Minderheit!
6. Parapsychologie on-line:
Ich möchte die Gelegenheit dieses Newsletters benutzen, auf eine Umfrage zur Parapsychologie sowie auf ein parapsychologisches Experiment aufmerksam zu machen, die beide on-line abrufbar sind:
<http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~mblanke/FB/fb1c.html>
<http://bs.cyty.com/stjakobi/archiv/games/telemech>
Die Autoren dieser beider Projekte freuen sich über jede Person, die teilnimmt!
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 460
Abonnenten versandt. Der Schutz personen-
bezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG. Weiters finden die Richtlinien der
ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind
unter
http://parapsychologie.ac.at/newsletter.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 7 - Wien, 05 09 2002
Inhalt:
1. Parapsychological Association (PA) - Tagung 2002
=======================================
2. ESPR
======
3. öGPP 75 Jahre
=============
4. PA 2004
========
5. Forschungsprojekte
================
1. Parapsychological Association (PA) - Tagung 2002 :
Im vergangenen Monat hat in Paris die heurige Jahrestagung der PA - der internationalen Organisation der wissenschaftlich arbeitenden Parapsychologen - stattgefunden. Wie immer gab es ein reichhaltiges und weit gestreutes Programm, das mich an das Faust-Zitat erinnert: "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus'". Veranstalter war das Institut Métapsychique International (IMI) <http://IMI-paris.org/>. Wie bei internationalen Kongressen üblich, hat die ganze Veranstaltung in Englisch stattgefunden - die internationale Sprache der Wissenschaft ist heutzutage nun einmal Englisch, so wie bis vor der Mitte des 19. Jhdts. die internationale Sprache der Wissenschaft das Lateinische gewesen ist. Das Programm ist (noch) auf der Homepage der PA einzusehen <http://parapsych.org/>, und zwar unter <http://www.parapsych.org/engl/resources/pa_2002_program_html.cfm> (englisch).
Wie ich es im Anschluß an frühere Kongresse der PA gehalten habe, werde ich im kommenden Semester wiederum einen Vortrag über diese Veranstaltung halten, in dem ich eine durchaus subjektive Auswahl - Aspekte, von denen ich glaube, daß Sie unser Auditorium interessieren, sowie solche, die mich persönlich interessieren - referieren werde. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß das neue Vortragsprogramm ab Ende September/Anfang Oktober auf unserer Homepage unter <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar sein wird; die Aussendung der gedruckten Programme wird zum selben Zeitpunkt erfolgen. Als Termin des ersten Vortrags ist der 14. Oktober festgelegt.
2. ESPR:
Am Rande der PA Convention fand eine informelle Konferenz der Repräsentanten von Europäischen Gesellschaften für Parapsychologie statt, die auf eine Initiative von Bernard Carr und Hans Gerding zurückging. Prof. B. Carr ist der derzeitige Präsident der Society for Psychical Research (SPR) <http://www.spr.ac.uk/> in London, der ältesten derartigen Gesellschaft (seit 1882), und Dr. Hans Gerding ist ein Exponent der niederländischen parapsychologischen Gesellschaft. Für Deutschland hat DDr. W. v. Lucadou von der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie (WGFP) <http://www.parapsychologische-beratungsstelle.de/> teilgenommen, Schweden war durch den Präsidenten der dortigen Gesellschaft vertreten, für Island hat Prof. Erlendur Haraldsson teilgenommen (obwohl die dortige Gesellschaft derzeit nicht aktiv ist), u.a. Während ich (als einziger teilnehmender österreicher) unsere Gesellschaft vertreten habe, konnte leider kein Repräsentant des IMI als der Gastgeberorganisation anwesend sein, weil gerade alle mit organisatorischen Problemen beschäftigt waren.
Es wurde eine lose Vereinbarung für eine verstärkte europäische Kooperation getroffen und auch ein - bisher inoffizieller - Name festgelegt: "ESPR" für "European Society for Psychical Research", also eine originelle Kreuzung zwischen den Abkürzungen ESP (Extra Sensory Perception - Außersinnliche Wahrnehmung) und SPR (Society for Psychical Research - Gesellschaft für Psychische Forschung [gemeint ist parapsychologische Forschung]). Das Problem sind die Sprachbarrieren, da es nicht in allen Ländern möglich sein wird, Vorträge vor einem an Parapsychologie noch so interessierten Laienpublikum in englischer Sprache abzuhalten. Es ist daher sehr fraglich, ob diese ESPR jemals Aktivitäten zeitigen wird …
3. öGPP 75 Jahre
Bekanntlich wurde unsere Gesellschaft im Dezember 1927 (erstmals) gegründet (sie mußte aufgrund der Unterbrechung während der Naziherrschaft nach dem Krieg wiederbegründet werden). Wir feiern also in kommenden Semester unser 75-jähriges Jubiläum!
4. PA 2004
Zur Feier dieses Jubiläums hatten wir vor uns einigen Jahren beworben, den Kongreß der PA (die ihre Tagungen alternierend in den USA und in Europa abhält) im Jahre 2002 in Wien zu organisieren. Leider haben wir damals den "Zuschlag" nicht erhalten, sondern Paris, nachdem das IMI heuer ebenfalls ein Jubiläum feiert und auch seine neuen Räumlichkeiten mit einer repräsentativen Veranstaltung "eingeweiht" werden sollten. Statt dessen ist die PA nunmehr unserer Einladung gefolgt, den nächsten in Europa stattfindenden Kongreß in Wien abzuhalten. Die öGPP ist also der Gastgeber der PA Convention 2004, was auch offiziell verlautbart worden ist. Zu diesem Anlaß habe ich auch eine eigene Homepage <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004/> auf unserer Domain eingerichtet, die sich freilich primär an ausländische Besucher (vor allem an die US-Amerikaner, die ja das größte Kontingent innerhalb der PA stellen) richtet, daher auch in englischer Sprache.
Was wir jetzt für diese Veranstaltung noch brauchen, sind Sponsoren …
5. Forschungsprojekte:
Im Zuge einer aktiveren Tätigkeit unserer Gesellschaft haben wir auch Schritte gesetzt, die in unseren Statuten vorgesehene Forschungstätigkeit wiederzubeleben. Wir haben zwei Projekte, ein ethnoparapsychologisches und ein experimentelles, ausformuliert und einem Fond, welcher parapsychologische Forschungsvorhaben unterstützt, zur Förderung eingereicht. Jetzt heißt es abwarten (und Daumen halten …).
Prof. Peter Mulacz
P.S.: Ein Wort in eigener Sache:
Ich werde in letzter Zeit mit Anfragen und Beratungswünschen per e-mail (und auch am Telephon) überschwemmt. Im Gegensatz zu den beiden Beratungsinstitutionen in Freiburg, der o. a. Beratungsstelle der WGFP und dem Servicebereich Information/Beratung am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) <http://www.igpp.de/> bzw. <http://www.igpp.de/german/counsel/info.htm> übe ich diese Tätigkeit ehrenamtlich, d.h. unbezahlt und in meiner Freizeit, aus. Ich bitte daher um Verständnis, daß ich nicht immer allen derartigen Anforderungen nachkommen bzw. ihnen vielfach nur mit großer Verzögerung nachkommen kann.
P.M.
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at/
=====================================
Dieser Newsletter erscheint in unregelmäßiger
Folge.
Die bisherigen Newsletters sind unter
http://parapsychologie.ac.at/newsletter.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 6 - Wien, 12 05 2002
Die Jagd nach Osama bin Laden
========================
Am 22. oder 23. April soll es auf ö3 eine Meldung gegeben haben, daß das FBI nunmehr Parapsychologen eingeschaltet habe, um den Aufenthaltsort des "Terrorchefs" Osama bin Laden herauszufinden. Ich habe diese Meldung selbst nicht gehört. Für die am 25. April ausgestrahlte Folge der Talk-Show "Vera" bin ich als Repräsentant unserer Gesellschaft eingeladen worden, zu dieser Meldung Stellung zu nehmen.
Eine Talk-Show ist nicht der Ort, ein wissenschaftliches Problem erschöpfend zu behandeln; wenn es mir aber gelungen ist, die beiden Aspekte - nämlich, daß Fernwahrnehmung
(= Remote Viewing, RV, bzw. Außersinnliche Erfahrung, ASE) zwar grundsätzlich nachgewiesen ist, daß aber der konkrete Fall höchst skeptisch zu beurteilen ist - dem Publikum klar zu machen, will ich zufrieden sein. Der Newsletter unserer Gesellschaft erlaubt mir, die Angelegenheit einem interessierten Personenkreis etwas näher dazustellen.
Ich will diese Darstellung in zwei Abschnitte unterteilen: zunächst die Meldung als solche und dann der parapsychologische Aspekt sui generis.
1. Es war davon die Rede, daß das FBI Parapsychologen heranziehen würde und daß dies auch auf FBI-Homepage nachzulesen sei. Ohne auf die Geschäftsordnung verschiedener US-Dienststellen im einzelnen einzugehen, scheint mir der Bezug auf das FBI sehr unwahrscheinlich; viel eher wäre hier die CIA am Zuge, welche ja auch durch rund ein Vierteljahrhundert parapsychologische Forschung gesponsert hat (vgl. meinen seinerzeitigen Vortrag in unserer Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/mulacz/cia.htm>). Ein Hinweis auf die in Rede stehende Einschaltung von "Parapsychologen" hat sich aber weder auf der FBI- noch auf der CIA-Homepage finden lassen. Umgekehrt findet sich auf der Homepage der Firma PSI TECH <http://www.psitech.net/>, um die es hier geht, weder ein Hinweis auf das FBI noch auf die CIA. Ein "offizieller" Auftrag von US-Bundesdienststellen an "Parapsychologen" ist also auf den betreffenden Homepages nicht feststellbar; es scheint daher vielmehr so zu sein, daß sich PSI TECH allenfalls den betreffenden Dienststellen angedienert hat. Weiters ist der Verwechslung von Sensitiven (= "Hellsehern") mit Parapsychologen entgegenzutreten, welche, wie so oft, auch in dieser Meldung vorkommt; dieses Verhältnis läßt sich etwa vergleichen mit demjenigen von Künstlern zu Kunsthistorikern. PSI TECH ist keine Organisation von Parapsychologen, sondern von Sensitiven, und diese Firma ist einer der "Ableger" der seinerzeitigen von der CIA geförderten Forschungsprogramme. Diese Projekte sind beendet worden, weil sie sich - trotz wissenschaftlich sehr interessanter Resultate - als für den Einsatz unbrauchbar herausgestellt haben. Die beteiligten Sensitiven haben sich danach sozusagen selbständig gemacht, indem sie teilweise Schulungsorganisationen gegründet haben, in welchen sie die im Rahmen der Projekte angewandten Methoden weitergeben, zum andern Teil, indem sie Bücher geschrieben haben, in denen sie ihre Erinnerungen vermarkten oder Anleitungen zur Fernwahrnehmung geben. So haben sich viele der seinerzeit Beteiligten ihre Nische gefunden, in welcher sie innerhalb desselben Tätigkeitsbereiches wie zuvor ökonomisch überleben können.
Daß die Verheißungen, welche Schulungsorganisationen wie PSI TECH machen, völlig überzogen und damit äußert unseriös sind, wird klar, wenn man sich die Hauptpunkte des Abschlußberichts von Jessica UTTS <http://anson.ucdavis.edu/~utts/air2.html> vergegenwärtigt: weder Übung noch verschiedene Trainingsmethoden konnten die Resultate der Fernwahrnehmung verbessern. Offenbar ist es einfacher, gute Remote Viewers zu finden als sie zu trainieren. Nur ein Prozent der Kandidaten hat konstant gute Ergebnisse erzielt. (Was sich allenfalls trainieren läßt, ist, einen für das Auftreten von ASE geeigneten Bewußtseinszustand [psi-conducive state] herbeizuführen sowie die eigenen seelischen Bilder, analog von Traumbildern, verstehen zu lernen.)
2. PSI TECH gibt unter den folgenden URLs Informationen zu Osama bin Laden:
http://www.psitech.net/news/tsl_022202.htm
http://www.psitech.net/news/tsl_030102.htm
http://www.psitech.net/reports/osamalocation/osama_current.htm
http://www.psitech.net/reports/osamalocation/osama_current2.htm
Dieselben Seiten sind außer über die Domain <psitech.net> auch über <remoteviewing.com> abrufbar.
Der AIR-Abschlußbericht (AIR = American Institute for Research <http://www.air.org/>) spricht sich skeptisch hinsichtlich der praktischen Anwendbarkeit von RV aus: "the remote viewing reports failed to produce the concrete, specific information valued in intelligence gathering. The information provided was inconsistent, inaccurate with regard to specifics, and required substantial subjective interpretation."
Diese Gesichtspunkte lassen sich vollinhaltlich auf die von PSI TECH produzierten Informationen anwenden: die gemachten Angaben sind höchst unspezifisch, die Skizze von Osama bin Laden kann sich auf fast jeden beliebigen Ort beziehen und der Kartenausschnitt stellt ein riesiges Gebiet dar.
Es sind freilich auch die Randbedingungen nicht danach, gute Ergebnisse erwarten zu lassen. Aus der Auswertung von Spontanfällen bzw. der Methode erwartender Beobachtung bei Sensitiven sind eine Reihe von Parametern bekannt, von denen die einen oder anderen beim erfolgreichen Zustandekommen von ASE vorliegen, z. B. emotionales Involviertsein (Bezug zu Nahestehenden), existentielle Bedrohung (Tod, schwere Krankheit, Unfall) oder anderes negativ Empfundenes, individualhistorische Sensibilisierung (was Tenhaeff ins Zentrum seiner "anthropologischen Parapsychologie" stellt), u. a. m. Alle diese Parameter fehlen in der gegenständlichen Situation.
Ingo Swann <http://www.biomindsuperpowers.com/> hat den Terminus der "analytischen Überlagerung" geprägt, womit er meint, daß rationale, analytische Überlegungen das Resultat von RV beeinflussen bzw. verfälschen können; im konkreten Fall etwa die Überlegung, daß Osama bin Laden sich vermutlich in einem islamischen Land aufhält.
Die Anwendung von RV im Einsatz (nota bene, daß nur Dokumente über Grundlagenforschung [Research and Development] freigegeben worden sind; jene über Einsatz [Operations] und Fremdlagebeurteilung [Foreign Assessment] sind nach wie vor unter Verschluß) bringt das weitere Problem mit sich, ob sich Treffer auf die Realsituation beziehen oder auf die Erwartungshaltung aufgrund konventioneller Aufklärung, z. B. Satellitenbilder.
In gleicher Weise stellt sich hinsichtlich des Aufenthaltsortes von Osama bin Laden die Frage, ob für eine allfällige richtige Angabe ein remote viewing des Osama selbst oder ein remote viewing der bisher vorliegenden konventionellen Nachrichten verantwortlich wäre (von einem bloßen Zufallstreffer einmal ganz abgesehen). Somit wird das Resultat grundsätzlich völlig wertlos.
All diese Überlegungen veranlassen mich, den Angaben von PSI TECH höchst skeptisch gegenüber zu stehen.
Von PSI TECH einmal abgesehen, verfolge ich seit dem 11. September die Aussagen von Sensitiven (oder richtiger von Personen, die sich für solche halten) in einschlägigen Newsgroups, z. B. <remote-view@yahoogroups.com>, <rvconference@yahoo.com> oder <Premonitions@yahoogroups.com> über Osama bin Laden. Die dort gemachten Angaben sind widersprüchlich, er sei am Leben - er sei tot, er befinde sich noch in Afghanistan - er befinde sich in … (hier werden sämtliche Länder der Region angeführt). Mit einem Wort, es handelt sich um bloße Phantasieleistungen ohne jeden Wert!
Was bleibt nun von der ursprünglichen Meldung?
Nichts außer einer sehr geschickten PR-Kampagne der Firma PSI TECH, mit der diese ihr äußerst dubioses Trainings-Angebot vermarktet.
Und vielleicht - wenn ich viel Glück gehabt habe - bei dem einen oder anderen Fernsehzuschauer die Erkenntnis, daß man bei parapsychologischen Fragestellungen mit einem groben Ja-Nein-Schema nicht das Auslangen findet, sondern sich um ein differenzierteres Bild bemühen muß.
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at
=====================================
Dieser Newsletter erscheint in unregelmäßiger
Folge.
Die bisherigen Newsletters sind unter
http://parapsychologie.ac.at/newsletter.htm
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 5 - Wien, 18 03 2002
Inhalt:
1. Vortragsprogramm
================
2. Wirklich ein Scherz?
=================
1. Wie immer ist mit Beginn des Semesters unseres aktuelles
Vortragsprogramm on-line gegangen; hier eine Kurzfassung, nähere Details
entnehmen Sie bitte der Seite <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>.
18. März 2002 Peter MULACZ:
Introspektion
Die "Innenseite" parapsychischer Phänomene – die "Innenwelt" der Sensitiven
22. April 2002 Manfred KREMSER:
Vom Ruf und Rufen Wissender Instanzen
Außereuropäische Orakeltechniken und "Spirit Communication"
13. Mai 2002
Christa TUCZAY:
Divinationsarten und Orakeltechniken
Von der Antike bis heute
27. Mai 2002
Dagmar EIGNER:
Veränderungen des Ich-Bewußtseins im therapeutischen Prozeß
10. Juni 2002
Andreas J. OBRECHT:
Zeitkonzepte jenseits des Newton' schen Raumes
Lebenszeit und Weltzeit - Zeit und Handlungsrationalität
Ich beabsichtige, weiterhin von jedem Vortrag eine kurze Zusammenfassung zu verfassen und auf der Homepage unserer Gesellschaft allen Interessenten zugänglich zu machen. Was meinen eigenen Vortrag heute abends betrifft, so habe ich die den Vortrag begleitende Powerpoint-Präsentation bereits auf den Server hochgeladen, wo sie unter <http://parapsychologie.info/download/introspe.ppt> abrufbar ist (Filegröße 4910 K). Von der Zusammenfassung aus wird es dann auch einen direkten Link geben.
2. Wirklich ein Scherz?
=================
Zum Problem paranormaler Heilwirkungen (vulgo "Geistheilung") …
Seit der Doppelblindstudie von Fred Sicher, E. Targ u.a. "Positiver therapeutischer Effekt von Heilung auf Distanz bei einem Patientengut mit fortgeschrittener AIDS-Erkrankung", deren Parameter mit p-Werten von 0,01 bis 0,04 signifikant waren, ist dieses zuvor eher distanziert betrachtete Thema sehr aktuell geworden.
Eine kürzlich erschienene Studie von Leibovici wirft jedoch eine Reihe von Fragen auf, insoferne nämlich, als deutsche Kollegen den Verfasser mit der Bitte um Klärung von Detailfragen angeschrieben haben, worauf dieser erwiderte, es sei eine bestehende Datenbank in zwei Hälften geteilt und die eine davon nach einem Zufallsprinzip (Werfen einer Münze) ausgewählt worden. Der "Einfluß" auf die Patienten in dieser Hälfte habe bloß darin bestanden, daß ein Kollege den Wunsch ausgesprochen habe, diese Patienten würden schneller gesunden als die andere Hälfte. Daß sich ein geringer positiver Effekt statistisch nachweisen ließ, ist wohl dem Zufall zuzuschreiben.
Was hat Leibovici mit seiner Publikation, die immerhin in einer sehr angesehenen medizinischen Zeitschrift erschienen ist, wirklich beabsichtigt?
Seine Kollegen zum Narren zu halten? Methodischen Schwächen dieses Forschungsgebiets aufzuzeigen? Das ganze Gebiet zu diskreditieren und lächerlich zu machen?
Eine höchst fragwürdige Angelegenheit! Nachdem aber nicht der Gegenstand, sondern die Methode die Wissenschaft ausmacht, wäre der Versuch, damit den Gegenstand von "Fernheilung" als solchen zu treffen, wohl zum Scheitern verurteilt; dieses Vorgehen würde nur auf den Autor selbst ein recht negatives Licht werfen.
Das letzte Wort in dieser dubiosen Sache ist noch nicht gesprochen …
Ausgewählte Literatur:
=================
Sicher F. Targ E. Moore D 2nd. Smith HS. A randomized double-blind study of the effect of distant healing in a population with advanced AIDS. Report of a small scale study. Western Journal of Medicine 169(6):356-63, 1998.
Byrd, R. C. (1988). Positive therapeutic effects of intercessory prayer in a coronary care unit population. Southern Medical Journal, 81, 826-829.
Harris, W.S., M. Gowda, J.W. Kolb, C.P. Strychacz, J.L. Vacek, P.G. Jones, A. Forker, J.H. O'Keefe, and B.D. McCallister. 1999. A randomized, controlled trial of the effects of remote, intercessory prayer on outcomes in patients admitted to the coronary care unit. Archives of Internal Medicine 159:
2273-2278.
Leibovici, L. 2001. Effects of remote, retroactive intercessory prayer on outcomes in patients with bloodstream infection: randomised controlled trial. British Medical Journal, 323, 1450-1451.
Meta-Analysen:
Abbot, Neil C, Healing as a therapy for human disease: a systematic review, Journal of Alternative and Complementary Medicine, 2000, 6(2), 159-169. Eine Metaanalyse über 59 Arbeiten
Braud, William and Schlitz, Marilyn. A methodology for the objective study of transpersonal imagery, Journal of Scientific Exploration 1989, 3(1), 43-63.
Jonas WB. The middle way: Realistic randomized controlled trials for the evaluation of spiritual healing. The Journal of Alternative and Complementary Medicine. 2001;7(1):5-7.
Schlitz, Marilyn/ Braud, William, Distant intentionality and healing:
assessing the evidence, Alternative Therapies 1997, 3(6), 62-73.
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at
=====================================
Dieser Newsletter erscheint in unregelmäßiger
Folge.
Kommentare, Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 4 - Wien, 16 10 2001
1. Vortragsprogramm der öGPP:
=========================
Das neue Studienjahr hat begonnen und das Vortragsprogramm unserer Gesellschaft ist, wie immer, in ausführlicher Form auf unserer Homepage <http://parapsychologie.ac.at> abzurufen (Direktzugang zum Programm: <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>).
Hier nur ein Überblick im Telegrammstil - wir beginnen nächste Woche:
22 10 01, KUBIK, Hexerei aus intrakultureller und psychoanalytischer Sicht - eine Gegenüberstellung
05 11 01, FLECK, Die Parapsychologie im Spannungsfeld zwischen skeptischer Ablehnung und romantischer Leichtgläubigkeit
19 11 01, STEINER, Jenseitsvorstellungen im Wandel der Zeiten
10 12 01, MULACZ, Biologie, Vitalismus und die "goldene Ära" der europäischen Parapsychologie
14 01 02, BESTENREINER, Künstliche Intelligenz und paranormale Phänomene
2. Vorgefühl, Präkognition und weltgeschichtliche Prophezeiungen:
===================================================
Am 11. September hat, bildlich gesprochen, die Welt den Atem angehalten.
Für den parapsychologisch Interessierten stellt sich die Frage, ob diese Ereignisse in irgendwelchen Vorahnungen, ggf. Träumen, quasi ihre Schatten vorausgeworfen haben, und was von den diversen Prophezeiungen zu halten ist, die in diesem Zusammenhang gerne zitiert werden.
Ich habe eine Reihe von Newsgroups abonniert, in denen vielfach über (subjektiv als solche empfunden) Vorahnungen und über als signifikant erlebte Träume berichtet wird. Ich kann mich an kein einziges Posting erinnern, in dem etwas geschildert worden wäre, was auch nur annähernd die Ereignisse des 11. September antizipiert hat.
NACH den Anschlägen habe viele Personen die Parapsychology Foundation in New York angerufen und über einschlägige Erlebnisse berichtet; eine zusammenfassende Darstellung dessen steht noch aus, und es wird vor allem schwierig sein, einwandfrei zu dokumentieren, daß die Ereignisse vorausempfunden worden seien. Immerhin kann man sich solche Fälle in New York eher erwarten, als anderswo (gemäß einer Statistik von Louisa Rhine beziehen sich 75% aller präkognitiven Träume auf den Träumer selbst oder seine unmittelbare Familie). Es wird auch damit zu rechnen sein, daß nicht die Ereignisse selbst präkognitiv erfaßt worden sind, sondern deren Impakt auf den betreffenden Personen - man vergleiche die Fälle, die Tenhaeff in seinem Buch "Der Blick in die Zukunft. Präkognition", an dessen deutscher Fassung (Universitas, Berlin 1976) ich szt. mitgearbeitet habe, analysiert; er hat den Merksatz formuliert: "DAS WELTGESCHEHEN SPIEGELT SICH IM SCHICKSAL DES EINZELNEN".
In der Tat existiert keinerlei weltgeschichtliche Prophezeiung, die diesen Namen zu recht trüge, obwohl es - allerdings ganz vereinzelt - frappante Fälle von fragmentarischen Kongruenz gibt (der Fall Rill/Feldpostbriefe).
Was sonst als "Prophezeiungsliteratur" vorliegt, ist nicht ernst zu nehmen.
Vgl. meinen Aufsatz "Lust an der Apokalypse", der in einem Panoptikum der "Propheten" eingebettet ist: <http://parapsychologie.info/endzeit/prophezg.htm>.
Zusammenfassend kann man es wie folgt formulieren:
WAS PROPHEZEIT WORDEN IST, IST NICHT EINGETRETEN.
HINGEGEN IST DAS, WAS GESCHEHEN IST, NICHT PROPHEZEIT WORDEN.
Im Fall des World Trade Centers ist kurzfristig auch eine falsche Nostradamus-Prophezeiung durch das Internet gegeistert, sehr bald aber als spurios erkannt worden; darüber und über eine angebliche Teufelsfratze siehe
<http://www.snopes2.com/rumors/predict.htm>,
<http://urbanlegends.about.com/library/weekly/aa091101b.htm>,
<http://psychicinvestigator.com/demo/NostrS.htm>,
<http://www.snopes2.com/rumors/wtcface.htm> und andere Seiten (auf Englisch). Die Beschäftigung mit derartigen "Prophezeiungen" gehört natürlich nicht eigentlich zur Parapsychologie, sondern ist nur zur thematischen Abgrenzung des Phänomens der Präkognition, wie es im Spontanfall (siehe oben Tenhaeff) oder im Labor untersucht wird, wichtig.
Gleichzeitig aber ist es ein Anliegen der Psychohygiene - nach Bender ein permanenter Begleitauftrag der Parapsychologie - magischen Überhöhungen und Irrationalismen durch entsprechende Aufklärung entgegenzutreten:
insofern ist auch die Auseinandersetzung mit dem Prophezeiungs-Business von Relevanz.
3. Neue Leitung des IGPP:
====================
Der neue Institutsleiter des von Hans Bender gegründeten Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg i. Br.,
<http://www.igpp.de/> ist Prof. Dr. Dieter Vaitl
<http://www.psychol.uni-giessen.de/abteil/klinisch/deu/personen/vaitl.htm>
[Vorsicht mit dem Zeilenumbruch innerhalb des URLs!], der an der Justus-Liebig-Universität Giessen die Abteilung für Abteilung Klinische und Physiologische Psychologie leitet. Die Zusammenarbeit Freiburg - Giessen besteht ja schon seit längerer Zeit, z. B. im MMI-Konsortium. Prof. Vaitl ist nun, nach Bender und Mischo, der dritte "Chef" in der Geschichte des IGPP.
Prof. Mischo hatte aufgrund seiner schweren Erkrankung die Institutsleitung abgegeben, ist aber bis zum Schluß im Vorstand des Instituts verblieben. Das bringt mich auf die personellen Verluste zu sprechen, welche die Parapsychologie in letzter Zeit erlitten hat.
4. Todesfälle:
==========
Eine Reihe von Persönlichkeiten, die in der internationalen Parapsychologie eine Rolle gespielt haben, sind in letzter Zeit von uns gegangen, wobei ich mich um eine chronologische Reihenfolge bemühe:
Am 11. Februar verstarb hochbetagt Susy Smith, die Verfassern mehrerer Werke zum Thema einer nachtodlichen Existenz <http://www.afterlifecodes.com/message.html> - eine Interpretationsproblematik der Parapsychologie, die heutzutage zugunsten der Laborforschung eher in den Hintergrund getreten ist. Das Duo des "Multitalents" Gary E. R. Schwartz und Linda Russek haben ihre Forschungen (vielfach mit dem Medium Laurie Campbell) ihr zu Ehren als "Susy Smith Projekt" bezeichnet. (Wenn mich auch vieles hier <http://www.LivingEnergyUniverse.com> skeptisch stimmt, so ist Schwartz derzeit, wie Randi, welchen ich üblicherweise nicht zu zitieren pflege, es ausdrückt, "the current darling of the media", und aufgrund dieser Präsenz muß man sich mit seinem Forschungsansatz auseinandersetzen.)
Larissa Villenskaya, eine aus der damaligen Sowjetunion in die USA emigrierte Parapsychologin, wurde u. a. mit einem Buch über Feuerlaufen bekannt (den darin vertretenen Thesen stehe ich mit Skepsis gegenüber) und war vor allem in den Bereichen "Schamanismus und alternative Heilweisen" tätig. Im Juni wurde bekannt, daß sie in Kalifornien von einem Zug erfaßt worden ist, wobei sie tödliche Verletzungen erlitten hat.
Im August verstarben zwei Persönlichkeiten an aufeinanderfolgenden Tagen.
Douglas Dean starb am 15. August in einem von den Quäkern geführten Seniorenheim in Newtown, PA. Douglas Dean war ursprünglich Chemiker, sein besonderes Interesse galt jedoch dem "geistigen Heilen", bekannt wurde schließlich sein Buch "Vorauswissen mit PSI. Die Vorprogrammierung wichtiger Entscheidungen und Handlungen mit Hilfe der eigenen PSI-Kräfte", Scherz Verlag, 1975. Wesentlich wichtiger als diese Publikation, die er in Zusammenarbeit mit anderen herausgebracht hat und der gegenüber ich eine gewisse Reserviertheit nicht verhehlen kann, war die äußerst verdienstvolle Rolle, die er vor rund drei Jahrzehnten gespielt hat, als es darum ging, die Parapsychological Association (PA) als eine Mitgliedsorganisation in die American Association for the Advancement of Science (AAAS) aufzunehmen.
Jene Kräfte, welche diese seinerzeitige Entscheidung, die auch von Margaret Mead unterstützt worden ist, haben revidieren wollen, konnten sich bisher niemals durchsetzen.
Prof. Dr. Johannes Mischo, geb. 1930, einst Assistent von Hans Bender, später sein Nachfolger, zunächst am Lehrstuhl für Psychologie und Grenzgebiete der Psychologie (der nach Mischos Emeritierung umgewidmet worden ist), und dann, nach Benders Tod 1991, auch als Leiter des IGPP, ist am 16. August, also wenige Tage nach seinem 71. Geburtstag, seinem schweren Krebsleiden erlegen. Ein Jahr zuvor, bei der Feier des 50-jährigen Bestehens des IGPP, und dann, kurz darauf, bei seiner Begrüßung der Teilnehmer der 43. Jahrestagung der PA, die in Freiburg stattfand, hat wohl niemand damit gerechnet.
Sehr bekannt geworden ist wohl Mischos Studie "Okkultismus bei Jugendlichen" (M. Grünewald, Mainz, 1991; ISBN: 3786715254); persönlich finde ich als seine interessanteste Publikation den Aufsatz "Der andere Freud", der in dem vom Altmeister Hans Bender herausgegebenen Sammelband "Parapsychologie: Entwicklung, Ergebnisse, Probleme" (Wege der Forschung 4) Darmstadt: Wiss. Buchges., 5. Aufl. 1980; ISBN 3-534-00628-3 erschienen ist und der leider in Kreisen der Psychoanalytiker - zumindest hier in Wien - viel zu wenig rezipiert worden ist.
Mischo hat nie jene öffentliche Präsenz gehabt wie sein charismatischer Vorgänger Bender - diese wohl auch gescheut - und ich habe mich immer gefragt, ob er sich in den beiden Position, in die ihn das Geschick bestellt hat, selbst auch wohl gefühlt habe.
In dem im Gegensatz zur internationalen Parapsychologie sehr bescheidenen Rahmen unserer Gesellschaft ist das Ableben von Prof. Dipl.-Ing. Reinhold Klaus zu vermelden, der nicht bloß ein langjähriges Mitglied war, sondern auf dem Gebiet der Radiästhesie auch selbst geforscht und publiziert hat.
5. Entschuldigung:
==============
Ich muß in diesem Newsletter auch eine Entschuldigung bringen: bei der letzten Aussendung ist mir der Fehler passiert, daß ein Teil der Adressen (innerhalb der Anfangsbuchstaben des Alphabets) sichtbar gewesen sind. Ein falscher Mausklick und das intendierte Verbergen hat nicht funktioniert. Das ist natürlich wider den Datenschutz und ich kann nur versichern, daß ich mich bemühen werde, daß es nicht nochmals passiert.
Dieses Versehen meinerseits ist auch von einer Empfängerin der Liste dazu ausgenutzt worden, eine eigene Aussendung zur Teilnahme an einem On-line-Experiment an die nicht versteckten Adressen auszusenden.
Nachdem nun diese Verletzung des Datenschutzes einmal passiert ist, war die Verwendung der publik gewordenen Adressen durchaus sinnvoll. Eine datenschutzkonforme Vorgangsweise erscheint mir jedoch korrekter zu sein, und deshalb bringe ich heute auch die Adressen von zwei On-line-Experimenten, an denen man teilnehmen kann (siehe Pkt. 6).
6. Deutschsprachige Online-Experimente:
===============================
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~jr4/psychd.html
http://bs.cyty.com/stjakobi/archiv/games/telemech/index.htm
7. 100 Jahre Nobelpreis
==================
Die britische "Royal Mail" hat anläßlich dieses Jubiläums eine Sondermarkenserie und zu dieser eine Begleitbroschüre herausgebracht, in der gemeinsam mit anderen Nobelpreisträgern der Physiker Brian Josephson zu Wort kommt, der sich in seinem Beitrag - hier kommt nun die Parapsychologie ins Spiel - für die Realität der Telepathie und für einen quantenmechanischen Erklärungsrahmen dazu ausspricht, was ihm herbe Kritik, z. B. von David Deutsch, eingetragen hat. Es befremdet, daß diese Opposition sich gerade in Großbritannien regt, welches den einzigen europäischen Lehrstuhl für Parapsychologie, den Koestler Chair in Edinburgh <http://www.koestler-parapsychology.psy.ed.ac.uk/js_index.html> beherbergt. Die gesamte Kontroverse ist auf Brian Josephson's Homepage <http://www.tcm.phy.cam.ac.uk/~bdj10/> dokumentiert (in englischer Sprache), einschließlich einem Audio-File (BBC-Interview).
8. Buchwerbung
============
Es wurde bereits im letzten Newsletter auf das Buch unseres Ehrenpräsidenten, Prof. H. Hofmann, "PSI - die ‚andere Wirklichkeit'" hingewiesen, das ich herausgegeben habe <http://www.vabene.at/html/collect/parapsy/111_2.htm>.
Ich zitiere dazu aus dem Waschzettel:
Das Buch "Psi - die ‚andere Wirklichkeit'" unterscheidet sich von anderen Sachbüchern zu diesem Thema dadurch, daß es
- seriös und unprätentiös geschrieben ist
- wissenschaftlich verläßlich ist
- (zumindest teilweise) auf eigenen Erfahrungen des Autors beruht
und das Ganze der Parapsychologie zum Gegenstand hat.
Die Vertreter zweier Generationen von Parapsychologen kommen darin zu Wort:
Während Hellmut Hofmann ein eher konservatives Bild der Parapsychologie vertritt, das vom Verständnis eines J. B. Rhine - berühmt durch seine statistisch auszuwertenden Karten- und Würfelexperimente - geprägt ist, stellt Peter Mulacz in seinem ergänzenden Kapitel über die Parapsychologie der Gegenwart bewußt moderne Ansätze in den Vordergrund, seien dies nun Fragen der Methodik oder der Theoriebildung. Dazu kommt eine Übersicht der wichtigsten Seiten im Internet (internationale Forschungseinrichtungen).
Thematisch wird in dem Band, der aus Vorlesungen und Aufsätzen hervorgegangen ist, das ganze Spektrum von Spontanphänomenen bis zu Laborexperimenten abgedeckt.
Bei den von Hofmann angeführten spontan aufgetretenen paranormalen Phänomenen handelt es sich vielfach um solche aus seiner unmittelbaren Umgebung, teils aus der Familie, was die Berichte besonders interessant macht: jawohl, auch Techniker und Naturwissenschaftler erleben Paranormales!
Bei seinen eigenen Experimente zur ASW, z. B. Telepathieexperimente mit dem Sohn des szt. bekannten Schauspielers Maxi Böhm, bedient sich Hofmann einer Methodik, die zwar der älteren Schule angehört, dafür aber den Vorteil großer Einfachheit und Transparenz bietet.
In einem eigenen Kapitel, das zu den interessantesten gehört, beschreibt Hofmann seine Beobachtungen an dem israelischen Sensitiven Uri Geller während eines Auftritts in österreich; Hofmann hat dann von Geller verbogenen Gegenstände mit modernsten Methoden (Mikrosonde) untersuchen zu lassen. Weiters kam er im Nachhang von Gellers Auftritt mit mehreren Personen in Kontakt, an denen er weitere psychokinetische Effekte beobachten und teilweise filmisch dokumentieren hat können.
Natürlich darf zur Abrundung ein "Paradefall" wie der Spukfall von Rosenheim nicht fehlen, wenn auch dessen Schilderung nicht auf eigenes Erleben zurückgeht.
Sehr wertvoll ist auch ein Kapitel über Radiästhesie (Pendeln und Wünschelrute): immer wieder werden magnetische und elektrische Feldstärkenänderungen für die volkstümlich so genannten "Erdstrahlen" verantwortlich gemacht, sodaß Hofmann als Elektrotechniker besonders prädestiniert erscheint, hier Klarheit zu schaffen.
Zusammenfassend ist das Buch bestens geeignet, die vielfach überzogenen Vorstellungen esoterischer Kreise, welche durch reißerisch aufgemachte "Sachbücher" mangelhaft informierter Autoren noch genährt werden, auf ein realistisches Maß zurückzuschrauben. Es stellt somit einen Beitrag zur Volksaufklärung dar: eine "positive Kritik" des Aberglaubens, die die "Existenzberechtigung" der wissenschaftlich nachgewiesenen Phänomengruppen unterstreicht.
Soweit die Verlagsinformation.
Hmmm - wie sage ich das jetzt am besten? In nur zweieinhalb Monaten ist Weihnachten, und Bücher auf dem Gabentisch …
Das Buch ist auch über unsere Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/feedback.htm> zu beziehen.
Prof. Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at
=====================================
Dieser Newsletter erscheint in unregelmäßiger
Folge.
Kommentare, Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 3 - Wien, 01 03 2001
Inhalt:
====
1. Vortragsprogramm für das Sommersemester
2. Buchpräsentation HOFMANN: PSI - die "andere Wirklichkeit"
3. Interview mit Bob MORRIS in der Zeitschrift "New Scientist"
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
1. Kurzdarstellung des Vortragsprogramms unserer Gesellschaft für das
Sommersemester:
19. März "Heilschlaf und Traum in der Antike" (SATKE)
23. April "Konzepte der Parapsychologie" (MULACZ)
21. Mai "Hypnose heute" (WALTER)
11. Juni "Von Göttern, Feen, Kobolden und den "Anderen" (LADURNER)
25. Juni "Das Erlebnis der Todesnähe" (STEINER)
Das ausführliche Programm ist auf der HomePage unserer Gesellschaft unter <http://www.parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abzurufen.
Wie immer wird nach dem jeweiligen Vortrag eine kurze Zusammenfassung ins "Archiv" unserer HomePage gestellt und auch mit dem jeweiligen Titel im Programm verlinkt, ist also sowohl über das Inhaltsverzeichnis wie auch über das Programm zugänglich.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
2. Die Präsentation des Buches unseres Ehrenpräsidenten, em. Univ.-Prof. Dr. Hellmut HOFMANN, "PSI - die 'andere Wirklichkeit'", Verlag EDITION VA bENE <http://www.vabene.at/>, findet am 28. März im Beisein seiner Magnifizenz, des Rektors der Technischen Universität (TU) Wien im Festsaal der TU statt, an der der Autor durch Jahrzehnte den Lehrstuhl für Grundlagen und Theorie der Elektrotechnik innegehabt hat.
Das Buch, das ich mit Kollegen herausgegeben habe, geht im wesentlichen auf den Vortragszyklus zurück, den HOFMANN periodisch für neue Mitglieder unserer Gesellschaft gehalten hat, enthält aber auch mehrere Aufsätze des Autors, u.a. zur Radiästhesie, sowie einen Kapitel von mir über aktuelle Trends in der parapsychologischen Forschung "Die Parapsychologie der Gegenwart".
Näheres im Pop-up-Fenster auf <http://www.parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>, auf "Einladung zur Buchpräsentation" klicken.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
3. Die renommierte Wissenschaftszeitschrift NEW SCIENTIST bringt in ihrer aktuellen Nummer ein sehr lesenswertes Interview mit Prof. Robert MORRIS, dem Inhaber des KOESTLER-Lehrstuhls an der Universität von Edinburgh.
"Tales of the Paranormal" <http://www.newscientist.com/opinion/opinion.jsp?id=ns22805>
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die geplanten Literaturhinweise mußten vorerst zurückgestellt werden – "aufgeschoben ist nicht aufgehoben".
Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at
=====================================
Dieser Newsletter erscheint in unregelmäßiger
Folge.
Kommentare, Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 2 - Wien, 19 09 2000Inhalt:
–––––––––––––––––-
1. Neue Adresse
2. Vortragsprogramm
3. 43. Jahrestagung der PA
=====================
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
1. Neue Adresse:
Per 29. August 2000 hat unsere Gesellschaft nach mehr als 30 Jahren an der TU Wien nunmehr ihren Sitz verlegt.
Die neue Adresse lautet:
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, z. H. Asst.-Prof. Dr. M. Kremser
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
Bitte beachten Sie, daß in Zukunft auch die Vorträge nicht mehr an der TU, sondern im NIG (= Neues Institutsgebäude der Univ. Wien) stattfinden werden.
Gleichzeitig wird auf die geänderte Beginnzeit (nunmehr 20:00 h s.t.) sowie auf die neuen Bibliothekszeiten hingewiesen.
2. Das neue Vortragsprogramm für das Wintersemester ist bereits auf unserer Homepage <http://parapsychologie.ac.at> abrufbar, Sie können auch direkt zu der betreffenden Seite gehen: <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>. Der erste Vortrag ist für den 23. Oktober angekündigt.
3. Wie im (katholischen) Kirchenjahr unveränderlich das Osterfest den Höhepunkt darstellt, so gibt es auch im parapsychologischen Jahresablauf einen stets wiederkehrenden Höhepunkt: die Jahrestagung der Parapsychological Association.
Die heurige Tagung (17. - 20. August) war die 43. in der Geschichte der PA und die zweite, die in Freiburg stattgefunden hat (die Tagungen finden alternierend in den USA und in Europa statt). Bereits 1968, als der unvergeßliche Altmeister der deutschen Parapsychologie und Gründer des IGPP die Präsidentschaft der PA innehatte, fand die (11.) Jahrestagung in Freiburg statt, und nunmehr hat es sich aufgrund des 50-Jahres-Jubiläums des IGPP angeboten, die heurige Tagung wieder in Freiburg abzuhalten.
Als Veranstaltungshaus hat das IGPP das Kolpinghaus gewählt; die Programmgestaltung lag in den Händen von Fiona Steinkamp (KPU/IGPP), und für die Organisation zeichneten Eberhard Bauer, Holger Bösch und Gunda Wößner verantwortlich, denen allen hier gedankt sei.
Die Teilnehmerliste umfaßt ca. 150 Namen, wozu aber noch zahlreiche Nachzügler bzw. Besucher mit Tageskarten kamen. Ein Gruppenphoto der Teilnehmer ist von Andreas Sommer unter <http://www.human-nature.de/pa2000.htm> ins Web gestellt worden.
Ich werde zwar in unserer Gesellschaft am 27. November ausführlich über den Kongress sprechen, will aber doch jetzt ein wenig Information vorausschicken:
Wie immer waren die behandelten Themen der insgesamt 34 Präsentationen (zuzüglich drei Podiumsdiskussionen) weit gestreut, um das Gesamtgebiet der Parapsychologie möglichst abzudecken. Freilich hat die Parapsychologie einen derartigen Grad von Professionalisierung erreicht, daß es niemandem mehr möglich ist, in all diesen weit gestreuten Themenbereichen gleichermaßen Kompetenz beanspruchen zu wollen. Daher ist auch meine Auswahl der *Highlights* eine durchaus subjektive.
Ich übersetzte bzw. kommentiere hier auch nicht das ganze Programm, sondern bringe bloß eine knappe Kostprobe:
*Die Vergangenheit – historische Fragen*
Unter diesem Motto standen die ersten drei Referate, Manfred Hilke "Surrealismus und Parapsychologie - ein experimenteller Zugang", vor allem auf psychische Automatismen fokussierend, Pete Lamont "Geisterzauber oder Zaubertricks? - Erklärungen von Sitzungsphänomenen im Viktorianischen England" und mein eigener Beitrag über "Geschichte der Parapsychologie in österreich" (dieser ist mittlerweile vollständig, einschließlich der Illustrationen, im Web zugänglich <http://parapsychologie.info/history.htm>).
Walter von Lucadou hat unter dem Titel "Hans im Glück - die Gültigkeit parapsychologischer Evidenz" die Flüchtigkeit von Psi beleuchtet, und ein Round-Table (Eberhard Bauer, Erlendur Haraldsson, Walter von Lucadou, Inge Strauch und Ulrich Timm) hat Leben und Werk Hans Benders in seinen verschiedenen Dimensionen (z.B. Prof. Strauch über Träume) gewürdigt.
*Auf dem Vergangenen aufbauen - methodologische Fragen und erneute Analysen*
Zu den 'methodologischen Problemen' sprach Ulrich Timm über "Das Problem einer optimalen Festlegung der Effektgröße für Psi-Versuche", Stefan Schmidt (mit Schneider, Binder, Bürkle, Walach) über Probleme einer Pilotstudie zu DMILS und John Palmer & Richard Broughton über eine Meta-Analyse von Ganzfeld-Experimenten.
Zu 'Neue Befunde in vorhandenen Daten' zeigte Dick Bierman in seiner perfekt animierten Präsentation "Anomale Effekte psychophysischer Variabler in der Emotions-Forschung" auf, daß Dean Radin's *presentiment*-Effekt sich auch in Daten, die außerhalb parapsychologischer Forschung gewonnen worden sind, nachweisen läßt.
Weitere Beiträge zu diesem Themenkomplex kamen von Broughton & Spottiswoode sowie von Dalkvist & Westerlund.
Während ich weitere methodologische und theoretische Beiträge in meiner Zusammenfassung überspringe, weise ich auf das ausführliche Referat von James Spottiswoode "Nochmals der LST-Effekt - Tatsache oder Täuschung?" hin. Bekanntlich hat Spottiswoode bei seiner Datenanalyse von Ganzfeld-Studien während eines kurzen 'Fensters' zu einer bestimmten Zeit (gemessen in lokaler Sternzeit) eine drastische Zunahme des 'Psi-Effekts' gefunden.
In einem Rundgespräch "Die portREG Replikation durch das IGPP Konsortiumzur Interaktion zwischen Mensch und Maschine" wurden von Roger Nelson, Emil Boller, Holger Bösch und Joop Houtkooper die in Freiburg bzw. Gießen erzielten Resultate diskutiert, die sich im Lauf der Zeit immer mehr der Nullinie angenähert haben.
*Die Gegenwart - Persönlichkeit und Erfahrung*
Zum Abschnitt 'Persönlichkeit und Beschreibung' gab es drei Referate, Erlendur Haraldsson u.a. sprach über "Die Rolle der Dissoziation bei Kindern, die von früheren Leben erzählen" - ein Stoff, über Teile dessen er bereits früher in unserer Gesellschaft gesprochen hat; Christine Simsmonds und Chris Roe stellten eine Fragebogenuntersuchung "Persönlichkeitskorrelate anomaler Erfahrungen …" vor und Simon Sherwood verglich die Erfahrungen, die Klienten/Probanden in einem Psychomanteum à la Moody machen, mit hypnagogen bzw. hypnopompen Erfahrungen (also jenen in der 'Grauzone' von Einschlafen bzw. Aufwachen, wobei jedoch, im Gegensatz zum Psychomanteum, die Augen geschlossen sind).
Ebenso drei Referate gab es zum Abschnitt 'Beratung', nämlich Martina Belz-Merk, die über "Beratung und Therapie für Personen, die außerordentliche Erfahrungen behaupten" aus dem Freiburger Erfahrungsgut berichtete, Gómez Montanelli und Alejandro Parra, die über eine Befragung zu paranormalen Erfahrungen in Argentinien und deren mögliche klinische Implikationen berichteten, und Raffaella Deflorin & Ina Schmied, wiederum IGPP, die deren groß angelegte Repräsentativuntersuchung (Telephonbefragung) zu paranormalen Erfahrungen in der bundesdeutschen Bevölkerung darstellten, deren Auswertung noch im Gange ist.
Zum Kapitel 'Träume' sprachen Stanley Krippner und Laura Faith über "Eine transkulturelle Studie psi-bezogener Träume" und Art Funkhouser zum Thema "Träume und Déjà vu", wobei er insbesondere auf den Unterschied zwischen 'déjà vu' und 'déjà visité' hinwies, der von Relevanz für die anzuwendenden Erklärungsmodelle ist.
Dick Biermans Vortrag "Descartes' Fehler? Die Natur von Psi und die Beziehungen zwischen subjektiver und objektiver Welt" provozierte so manchen Widerspruch.
Das Thema 'Spuk' durfte natürlich auch nicht fehlen, dazu gab es ein Symposium mit Bill Roll, William Everist und Andrew Nichols; im Vordergrund standen Nichols' von Photos unterstützte Berichte über anomale Lichterscheinungen. Ferner hat Bill Roll die von ihm verwendeten Instrumente zur Messung der geomagnetischen Feldstärke demonstriert.
*In die Zukunft - neue Daten*
Dieser abschließende Bereich hat sich in die Abschnitte 'Psychophysiologie', 'Neue Daten' und 'Neue Untersuchungen' gegliedert.
Zum ersten Abschnitt gab es drei Referate, zunächst eine Fallstudie von Cheryl Alexander, dann eine Untersuchung über das 'Gamma Band (40Hz)' in Zusammenhang mit einem psi-Test von McDonough & Don und schließlich Jiri Wackermann u.a. aus der IGPP-Mannschaft mit "Ein Vergleich von Ganzfeld und hypnagogem Zustand im anhand von elektrophysiologischen Messungen und subjektiven Erfahrungen".
Von den unter 'neue Daten' vorgestellten 5 Kurzberichten greife ich nur Wilfried Kugel "Quantum Korrelationen als ein möglicher Detektor für psi-Phänomene" und Suitbert Ertel "Alternative Kontrollmöglichkeiten in der experimentellen Parapsychologie" heraus, wobei letzterer ein interessantes Experiment mit dem Ziehen numerierter Ping-Pong-Bälle aus einem (bzw. zwei) Säckchen vorschlägt, welches den Probanden auch für "Hausübungen" mitgegeben werden kann, wobei die spezielle Datenanalyse allfälligen Betrug beim Protokollieren der Hausaufgaben ans Licht bringen würde.
Der Schlußabschnitt hat zwei Referate beinhaltet, darunter Michaleen Maher über eine "Quantitative Untersuchung des 'General Wayne'-Gasthofs", das nicht nur interessante Befunde dargestellt hat, sondern auch theoretische Überlegungen, inwiefern unser Bild von hie lokaler, dort personengebundener Spuk überhaupt zutreffend ist oder nicht einer Überwindung/Ergänzung bedürfte.
Nancy Zingrone (Parapsychology Foundation) hat formal (obwohl persönlich leider nicht anwesend) mit Ende der Tagung die Präsidentschaft von Marilyn Schlitz (Institute for Noetic Studies) übernommen, deren Präsidentenansprache recht gemischt aufgenommen worden ist: während die Amerikaner begeistert waren, blieben die Europäern eher reserviert. Na ja, es ist die Zeit der presidential campaign in den USA, und dieser Stil scheint abgefärbt zu haben …
Damit ist diese Tagung zu Ende gegangen – wie immer sehr interessant, aber auch (wenn man alles zu rezipieren versucht hat) durchaus anstrengend.
Nächstes Jahr findet die Tagung in New York statt, und 2002 in Paris, und was dann kommt, wird man sehen …
–––––––-
Für den Newsletter N° 3 plane ich Literaturhinweise …
Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at
=====================================
Dieser Newsletter erscheint in unregelmäßiger
Folge.
Kommentare, Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
office@parapsychologie.ac.at
=====================================
Newsletter N° 1 - Wien, 27 06 2000Dieser erste e-mail-Newsletter unserer Gesellschaft hat ein erfreuliches Thema:
DIE 50-JAHR-FEIER DES INSTITUTS FÜR GRENZGEBIETE DER PSYCHOLOGIE UND PSYCHOHYGIENE
Am 19./20. Juni fand in Freiburg i. Br. die Jubiläumsveranstaltung zum 50. "Geburtstag" des von dem unvergeßlichen Altmeister der Parapsychologie in Deutschland, Hans BENDER, gegründeten Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) <http://www.igpp.de> statt. Der Rahmen war feierlich, wurden die Festvorträge doch (mit Ausnahme eines öffentlichen Vortrags in der Universität) im "Historischen Kaufhaus" am Münsterplatz abgehalten, das aus dem 13. Jhdt. stammt.
Das tatsächlich abgehaltene Festprogramm der beiden Tage war wie folgt:
Begrüßung durch die Bürgermeisterin für Umweltschutz (in Vertretung des Oberbürgermeisters)
E. BAUER: Hans Bender: Leben und Werk
J. MISCHO: Das Institut heute
Podiumsdiskussion (BAUER; Knoblauch, Mahler, Metzinger, Schott),
anschließend Plenardiskussion
VAITL: Veränderte Bewußtseinszustände (öffentlicher Vortrag)
MÜLLER: Ethnologie im Zwielicht
UTTS: How Mind-Matter Research Challenges Statistics
PRIMAS: Grenzfragen der Physik
MISCHO: Schlußwort
In den beiden Mittagspausen gab es die Möglichkeit zu gründlicher Besichtigung des Instituts, das sich nunmehr auch auf die Wilhelmstraße 1b ausgedehnt hat, wo u.a. das Psychophysische Labor untergebracht ist, das modernst ausgestattet ist (32-Kanal EEG, Ganzfeld-Setting und Schlaflabor parallel). Wertvoll war während der Institutsbesichtigung die Möglichkeit, mit einzelnen Mitarbeitern Gespräche über die laufenden Projekte zu führen und somit detaillierten Einblick in Problemstellungen und Ergebnisse zu erhalten.
Man kann sagen, daß die gesamte Veranstaltung unter dem unausgesprochenen Motto "IGPP gestern - heute - morgen" gestanden ist, vom Erinnern der Pioniertage auf der Eichhalde (leider wird das historische Gebäude nunmehr abgerissen) über die vielfältigen Aktivitäten, wie sie dem umfangreichen Projektspiegel zu entnehmen sind, zu zukünftigen Forschungsvorhaben, bei denen die Begriffe Internationalisierung und Verbundforschung mehr noch als bisher im Vordergrund stehen werden.
Wenn Bob MORRIS, der KOESTLER-Professor, in seiner übersandten Grußadresse festgestellt hat, daß das IGPP nunmehr das weltweit führende Institut auf unserem Gebiet ist, so kann dem vorbehaltslos zugestimmt werden. Ad multos annos!
Peter Mulacz
=====================================
österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
http://parapsychologie.ac.at
=====================================
Dieser Newsletter erscheint in unregelmäßiger
Folge.
Kommentare, Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
office@parapsychologie.ac.at
=====================================